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Wingsail

Mirabaud LX neu “beflügelt”

Das Segelboot Mirabaud LX in seiner Version 2012 war gestern Abend vor Versoix zum ersten Mal in dieser Saison auf dem Wasser. Das Tragflügelboot von Thomas Jundt, welches seit seiner Lancierung im Jahr 2008 von Mirabaud & Cie  gesponsert wird, ist einer Weiterentwicklung unterzogen worden und verfügt nun über einen neuen Flügelmast.

Das Team um Thomas Jundt, Antoine Ravonel und Eric Gobet hat die Mirabaud LX am vergangenen Wochenende aus ihrem Winterlager geholt, wo sie in den kalten Monaten diverse technische Weiterentwicklungen erfahren und einen neuen Flügelmasten erhalten hat.

Die mit einem festen Flügelmasten nach dem Vorbild der America’s Cup Jachten ausgestattete Mirabaud LX verfügt nun über eine um 5m² grössere Oberfläche. „Bereits im vergangenen Jahr haben wir die Bestätigung erhalten, dass der Flügel eine gute Entscheidung darstellt. Doch in seiner ersten Version haben wir uns für eine kleinere Ausführung entschieden, da wir davon ausgingen, dass dessen Leistung die Oberfläche kompensieren würde“, erklärt Thomas Jundt und führt weiter aus: „Doch die Praxis hat uns nun gezeigt, dass dieser Flügelmast leichter zu handhaben ist, als ein herkömmliches, weiches Segel, da er niemals killt. Unser Bestreben liegt darin, eine Leistungssteigerung zu erzielen, um schneller abheben zu können.“

Die ersten Impressionen dieser Testfahrt sind ziemlich aufschlussreich: „Wir sind raus gegangen, haben den Flügelmast getrimmt und sind abgehoben“, freut sich Thomas Jundt. „Wir hatten ungeheuer viel Power drauf, obschon wir noch gar nicht das Letzte aus der Maschine raus geholt haben, bevor wir das machen, müssen wir noch zwei oder drei sensible Punkte verstärken. Doch alles in allem sind wir sehr zufrieden über diese Entwicklung.“

Die Ziele der Mirabaud LX für die Saison 2012 sind gesteckt: die Geschwindigkeitsrekorde auf dem Genfersee sollen geschlagen und das violette Band erobert werden. Das Team wird ausserdem an den Regatten Genf-Rolle-Genf, am Bol d’Or Mirabaud und am 6-Stunden Rennen von Nernier sowie der Zweihandregatta von Versoix teilnehmen. Ausserdem wurde der technische Support nochmals gesteigert. Ein begleitendes Motorboot mit eingebauter Meteostation wird eine Mehrzahl der Regatten mitverfolgen und dabei so viele Daten wie nur möglich sammeln, um so eine Leistungssteigerung zu ermöglichen. Philippe Baraud, ehemaliger Regattasegler und Mitbegründer des CER (Centre d’Entraînement à la Régate), zeichnet für diese Mission verantwortlich.

P28 – der bessere Flügel

Über das Ziel dieses Projektes muss nicht viel gesagt werden – schnell segeln, bei wenig Wind! Das “fliegen” cool und schnell ist wissen wir seit der Motte  und der 3-stufige-Hydrofoil hätte mich alleine auch noch gar nicht vom Hocker gerissen. Wie die drei Stufen das “Abwassern” erleichtern ist selbsterklärend.

Eine wirklich interessante Geschichte ist das Rigg. Während der ersten Experimente mit großen Flügeln beim AC mussten die Crews teilweise an Bord schlafen, um des Nachts das Rigg immer wieder so in den Wind zu drehen, dass nichts passiert. Die Masten der AC45 müssen jedes mal nach dem segeln gelegt werden, was bei allem Geschwindigkeitspotential eine Übertragung in die “zivile” Segelei praktisch unmöglich macht.

Beim Mast des P28 sind die Spanten des Flügels so angelegt, dass Sie über ein Fall am Mast hoch gezogen werden können (so versteh ich zumindest die Bilder). Der Flügel der sich im Hafen bergen lässt. Dieser Ansatz macht den Einsatz der Flügel-Technologie auch bei konventionellen Yachten “möglicher”.

Die Variabilität des Profils wurde bei den letzten Cuppern noch über Klappen am Achterliek gelöst. Beim Flügel des P28 ändern die Spanten ihre Form und ermöglichen so ein asymetrisch optimales Flügelprofil auf beiden Schoten. Ein Prinzip das sich am ehesten noch mit vorgespannten Segellatten vergleichen lässt.

Wenn die Schot “nur” am Unterliek befestigt ist und die Spanten jeder für sich nur mit dem Segeltuch verbunden sind, stellt das natürlich besondere Anforderung an das Tuch und den Schnitt des Segels, um die Kräfte bis ins Top zu übertragen.

So viel für den Moment! Mit dem Projekt muss ich mich noch einmal genauer beschäftigen und wenn es die Zeit erlaubt, würde ich die Jungs im Frühjahr gern mal mit einer Kamera besuchen.

Mehr Informationen: www.p28foiler.com

Photos: www.myimage.ch

Wing is King II

Bei den verschiedenen Optionen sein Boot für die Clubregatta zu optimieren, bieten sich verschiedene Möglichkeiten: Das Boot ausräumen ist für Anfänger. Ein neues Boot eher was für Segler mit Geld (wo gibt’s das schon?). Alternativen für Bastler sind ein Hydro-Foil oder ein Wingsegel. Ich möchte mal kurz erklären, was das Wing-Segel eigentlich so interessant macht.

Beim Foil ist es so, dass ein horizontal, am unteren Ende des Schwertes angebrachtes Flügelprofil für einen Auftrieb unter Wasser sorgt. Dadurch wird das Boot aus dem Wasser gehoben, die benetzte Fläche verkleinert sich und der Widerstand sinkt – man segelt schneller. Ähnlich zu den Foils lernen Schiffe fliegen- mal wieder.

Spätestens seit dem Americas Cup 2010 bzw. 1988, greift ein neues/altes Phänomen um sich: das Wingsegel kurz Wing.

Bei dem Wing handelt es sich um ein starres Großsegel. Doch was genau ist der Wing, was kann er und was soll das ganze überhaupt? (mehr…)

Neue Vestas Sailrocket

Speedfreak Paul Larson erklärt im Video sein neues Boot. Ziel der ganzen Arbeit ist der 500 m Sailspeed Record, der in den letzten Jahren doch mehrfach seinen Halter gewechselt hat. Aktuell hält ihn der US-Amerikaner Rob Douglas, der in Luderitz 55,65 Knoten mit seinem Kite gefahren ist. Kiter mit Booten zu vergleichen finde ich aber prinzipiell völlig unsinnig. Der Vergleich zwischen Hydroptère und Sailrocket ist da schon interessanter.

Larsons letzte Sailrocket ist weniger durch Rekorde aufgefallen als durch spektakuläre Backflips und andere virtuose Abflüge. Wenn alles so klappt wie das Team es sich vorstellt, wird das neue Boot ein Speed/Wind Verhältnis von 3:1 haben und somit schon bei 20 kn Wind mehr als 50 kn erreichen. Wenn die Berechnungen sich in die Natur übertragen lassen, sollte das Geschoss die 60 kn Marke durchbrechen. Ich wünsche ihnen das es nun endlich mal klappt, allein schon um das Durchhaltevermögen zu belohnen.

Aktuell wird das Boot auf den Transport nach Namibia vorbereitet, um ab Anfang April in der Walvis Bay die ersten Testfahrten zu absolvieren.

Ich hatte mit Paul Larson gemailt da ich den Film eigentlich übersetzen und für euch als kleine Doku aufbereiten wollte, leider hat mir der Produzent des Filmes das nicht genehmigt, was schade aber nicht zu ändern ist.