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Olympische Bootsklassen

Bericht und Filme vom 3. und 4. Tag der Sail Melbourne

Bericht von Anke Helbig: Und wieder haben wir einen sonnigen Segeltag hinter uns gebracht. Da gestern aufgrund der Wetterlage um 1130 alle Rennen abgesagt wurden, starteten wir heute um 11Uhr unser Erstes von 3 Rennen. Ich hatte mir vorgenommen mich auf meine Anfahrbewegung beim Start zu konzentrieren.
Doch diesmal lag der erste große Fehler in meiner Nachstartphase. Mit zu vielen Wenden und kleinen Schlägen verpasste ich den Anschluss auf der linken Seite. Auf der zweiten Kreuz passierte mir fast der selbe Fehler nocheinmal, aber ich konnte mich nocheinmal besinnen und folgte dann dem hohen Bein, welches mich noch auf Platz 10 hiefte.
Das 2. Rennen war vom Start an eher schlecht, ich fuhr zu lange gegen den ersten Dreher und konnte mich nur mühsam auf Platz 19 nach vorn arbeiten. Im letzten Rennen kann ich eigentlich nur sagen, dass ich zu “doof” war, mit auf die linke Seite zu fahren. Ich hatte einen guten Start in Lee und wollte ersteinmal abkassieren, dann verpasste ich aber den Absprung wieder nach links. Sehr ärgerlich, weil es eigentlich so einfach gewesen ist.

Und genau das ist es. Es sind viele einfache Dinge, mit denen ich mich im Moment auseinander setzen muss, was auf der einen Seite schlecht ist, denn mit ein wenig Konzentration zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, würden diese Dinge einfach nicht passieren! Aber auf der anderen Seite weiß ich auch, dass, wenn ich das umsetzen kann, ich in der Lage bin hier mitzufahren.

Morgen ist nun ein neuer Tag und ich möchte weiter auf meine Anfahrbewegung am Start achten und vllt ein/zwei kleine Fehler abstellen
;) Also schauen wir nach vorne und gehen frisch in den vorletzten Regattatag!

Liebe Grüße nach Hause

Anke

Bericht und Film von der Sail Melbourne

Großartiger Film für einen Weltcup – so hätte ich das in der nächsten Saison gerne bei jedem Weltcup der olympischen Klassen!

Der Bericht von Anke Helbig

Guten Morgen an alle, die uns in Deutschland mitverfolgen. Nachdem wir am ersten Tag leider kein Rennen ins Ziel bringen konnten, erlebten wir gestern einen wunderschönen Segeltag. Bei 5-9kn Wind segelten wir 3 Rennen bei flachem Wasser und sehr fairen Bedingungen. Im ersten Rennen wurde ich aufgrund eines Frühstartes nach dem Zieldurchgang disqualifiziert (Zielplatzierung:8). Das zweite Rennen startete schon nicht gut und es schlichen sich zu viele unnötige Fehler ein, sodass ich es nur auf Platz 28 beenden konnte. Leider konnte ich auch im 3. Rennen nicht das umsetzen, was wir besprochen hatten und ich startete wieder eher schlecht als recht. Dennoch fand ich im Laufe des Rennens in meinen Rhythmus und konnte dank einer guten 2.Kreuz mich noch auf Platz 14 nach vorne segeln. Viele kleine Dinge gilt es abzustellen und ich muss versuchen, zum Zeitpunkt des Startes, meinen Fokus im Boot zu haben und nicht zu viel zu wollen – wir sagt Thomas so oft:” Mach das, was du im training machst.”

Aber irgendwie setzt es immer kurz vor dem Start bei mir aus ;)

Also gilt es für heute, an unserem 3. Wettkampftag, sich auf die Starts zu konzentrieren und das Boot schnell zu machen. Im Moment aber warten wir an Land, da alle Starts verschoben worden sind, aufgrund von zu viel Wind und Frontenduchzüge, die am Nachmittag erwartet werden. Also lassen wir uns überraschen was noch folgt.

Ich wünsch euch erst einmal einen schönen Tag und hoffe ihr drückt weiterhin die Daumen!

Liebe Grüße aus Sandringham

Anke

Promo Video der F18 Katamaran Klasse! Rio 2016?

Der Katamaran ist so gut wie zurück im olympischen Programm, trägt allerdings noch den Status “equipment evaluation”, soll heißen, man hat sich für das Boot noch nicht entschieden. Roland Gäbler wünscht sich sicher seinen Tornado zurück ins olympische Programm – bei seinem kontinuierlichen Engagement dafür, hätte er das ja auch irgendwie verdient. Betrachten wir das ganze mal realistisch und ohne Emotionen. Der Hobie 16 ist der meistverkaufte Katamaran der Welt – mit 16 Füßen für “Mixed” aber sicher zu klein! Der 20 Fuß lange Tornado hat zwar schon olympische Erfahrungen, ist aber leider auch recht teuer! Was liegt also näher als auf die F18 Katamarane zu setzen. In den letzten Jahren ist diese Klasse wirklich stark gewachsen und die Boote wurden beachtlich weiterentwickelt. Die französische F18 Klassenvereinigung hat gerade diesen Film veröffentlicht … es würde mich schon doll wundern, wenn man damit nicht auf die nächste ISAF Konferenz im Mai in Sankt Petersburg schielt. Die Finns haben auch einen Film veröffentlicht und waren Erfolgreich – warten wir ab was passiert!

Wintertraining in Down Under – Franziska Goltz

In Deutschland kehrt nun der Winter ein und es ist an der Zeit sich wärmere Segelreviere zu suchen. Diesen Winter hat es uns wieder nach Australien verschlagen. Erster Stop war Perth, wo vom 15. bis 19.11. eine internationale Regatta statt fand. Nach diesem Event trainierten wir noch eine Woche zusammen mit ein paar internationalen Leuten. In Perth wird im Dezember 2012 die gemeinsame Weltmeisterschaft aller olympischen Bootsklassen sein. Somit konnten wir gleich ein paar Erfahrungen fürs nächste Jahr sammeln, da diese Weltmeisterschaft unter anderem ein Teil der Olympiaqualifikation ist. Es bestätigten sich die Berichte, von denen die Rede war, dass man mit viel Wind rechnen musste. Während den 2 Wochen die wir dort auf dem Wasser verbrachten, gab es mal gerade 3 Tage, an dem der “Fremantel Doctor“ nicht seine erwünschte Abkühlung versprach. Wenn es im Sommer zu heiß ist, freuen sich die Menschen in der Stadt wenn die frische Seebrise, mit bis zu 25 Knoten Wind, aus der Richtung von Fremantel weht. Der Doctor kommt etwa um die Mittagszeit und steigt bis 18 Uhr kontinuierlich auf bis zu 20 Knoten und mehr an. Für uns Sportler waren das somit zwei wirklich harte Trainingswochen. Nach diesem ersten Trainingsblock, weiß ich auf jeden Fall woran ich noch zu arbeiten habe. Kondition, Kondition !!!
Die Regatta an sich, ist nicht so gut gelaufen für mich. Wir konnten leider nicht vorher trainieren, da unsere Boote erst einen Tag zuvor aus der Quarantäne kamen. Das ist aber natürlich nicht der einzige Grund. Mir sind ziemlich viele Fehler unterlaufen und teilweise bin ich einfach nicht mit den Bedingungen klar gekommen. Das hat sich aber in der Woche Training, nach und nach gegeben. Wir sind wieder ein Stück voran gekommen, was die Technik auf der Kreuz und dem Vorwind angeht.
Nun bin ich erstmal in Brisbane und versuche mich die nächsten Tage etwas zu erholen. Am 7. Dezember werde ich mein Team wieder in Melbourne treffen. Dort werden wir bis zum 20. Dezember bleiben und unter anderem den ersten Weltcup der neuen Saison mit segeln.
Am 21.12. lande ich dann wieder in Deutschland, um rechtzeitig zum Weihnachtsfest bei der Familie zu sein.

Also bis bald
Eure Franzi

Anke Helbig berichtet von der Perth International Regatta!

Hallo alle Miteinander,

heute wieder kurze Wortmeldung von mir aus Perth. Wir haben nun 6 Wettfahrten hinter uns und ich kann viele Eindrücke aus den Rennen mitnehmen und die Erkenntnis, dass nichts von allein geht. In Sachen Speed bin ich echt zufrieden, aber meine taktischen Entscheidungen treffen oft nicht ins Schwarze. Aber nun gut, nutzen wir die Zeit um die guten Dinge weiter mitzunehmen.

Heute war der wohl wärmste Segeltag in meinem Leben. Wir hatten um 0900 Start und segelten das erste Rennen bei noch gut 15kn Wind. Im 2. Rennen schlief dann zum Ende hin der Wind ein, die Sonne knallte aufs Wasser und der Pinnenausleger war so heiß, dass man ihn kaum noch anfassen konnte. Nach dem Zieldurchgang gönnte ich mir ein Sprung ins kühle Nass, aber das hielt auch nicht lange an!

Morgen segeln wir nocheinmal 2 Rennen, bevor dann am Samstag das Medalrace stattfindet.

Ich wünsch euch noch einen schönen Tag und Gute Nacht!

Lg Anke

Für die anderen deutschen Athleten sieht es auch richtig gut aus. Der Laser Segler Simon Grotelüschen liegt nach 6 Rennen auf Platz 3 direkt hinter Tom Slingsby und hat damit große Namen wie Nick Thompson und Paul Goodison hinter sich gelassen. Malte Kamrath und Philipp Buhl liegen derzeit auf den Plätzen 24 und 25.

Bei den Radials liegt Franziska Goltz derzeit auf Platz 23 und Anke Helbig auf Platz 35.

Jan Kurfeld ist bei den Finns auf dem 13. Platz.

Briesenick-Pudenz/Massmann liegen bei den 49ern  auf Platz 15 gefolgt von Schadewaldt/Baumann auf Platz 17. Das dritte Team Friche/Huber ist auf dem 27. Platz.

Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und hohen Lichtschutzfaktor.

Finn oder Star – Roland Gäblers Kommentar und Abstimmung!

© onEdition 2010

So sieht das offizielle Statement der ISAF zur Wahl der Bootsklassen für Rio aus:

The ISAF council have voted in the Events Committees provisional events slate for the 2016 Olympic Sailing
Competition, which is:

Men’s Board or kite board – evaluation
Women’s board or kite board – evaluation
Men’s one person dinghy – laser
Women’s one person dinghy – laser radial
Men’s 2nd one person dinghy – Finn
Men’s skiff – 49er
Women’s skiff – evaluation
Women’s keelboat – Elliott 6m
Mixed multihull – evaluation
Mixed two person dinghy (spinnaker) – 470

© Jan Kurfeld

Der Kommentar von Roland Gäbler dazu:

Über das Thema Multihull wird nicht mehr diskutiert. Wir haben 84% Zustimmung erhalten im ersten Wahlgang beim Events Com. Das spricht für uns

Die Starklasse wird jetzt aber alles versuchen wieder rein zu kommen. Mit allen Mitteln wie in 90ern. Das Finn will natürlich drinnen bleiben. Beide Klassen haben ihren ganz besonderen Reiz. Wir sind gespannt, wie das ausgehen wird. Hoffendlich fair.

Diese beiden Klassen kamen auf den letzten Plätzen der Abstimmung des ISAF Events Com. Dabei verlor der Star 6:12 Stimmen gegen das Finn. Hoffentlich kommt da jetzt keine Schlammschlacht zwischen den beiden Klassen bis Anfang Mai 2011, wo die ISAF die nächste sitzung in St. Petersburg hat. Wir folgen unserer bisherigen Stratgie und halten uns daraus.

Vielleicht bekommen die Starboote via einer 11. Medaille über das IOC wieder rein. Das haben die ja schon mal geschafft.

Die Abstimmung:

Stellt euch vor es wäre an euch zu entscheiden was in Rio gesegelt wird.

Auf welche Bootsklasse könnten die Spiele 2016 am ehesten verzichten?

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The Fallen Stars

© onEdition 2010

Heute Nachmittag erreichte mich eine Mail von Roland Gäbler aus Athen, mit dem Hinweis, dass er jetzt erstmal feiern geht, weil ein „mixed multhull“ wieder in das olympische Programm für 2016 gewählt wurde. Daraufhin war die Neugier natürlich groß, herauszufinden was sonst noch vor Rio gesegelt wird.

So fiel die Abstimmung heute aus:

- Board or kite-board for men and women – equipment evaluation
- One person dinghy men – Laser Standard
- One person dinghy women – Laser Radial
- Two person dinghy (skiff) men – 49er
- Two person dinghy (skiff) women – equipment evaluation
- Second one person dinghy men – Finn
- Two person mixed multihull – equipment evaluation
- Two person mixed dinghy with spinnaker – 470
- Women’s keelboat – Elliott 6m

Diese Entscheidung muss in den nächsten Tagen noch durch einige ISAF Gremien und die Finale Entscheidung gibt es wohl erst im Mai. Wenn das Starboot tatsächlich als olympische Königs- und Kielbootklasse ersatzlos gestrichen wird, wäre das sehr schade. Matze Bohn (Bild) erzählte mir heute Nachmittag gerade, dass das Starboot schon beim letzten mal ein Wackelkandidat war – ich hatte den Finn und den 470er eher auf der „Roten Liste gefährdeter Arten“ vermutet.

Quelle: Valencia Sailing

Roland Gäblers Kommentar zur Wahl der olympischen Klassen!

Bereits vor einigen Wochen haben die Finns versucht, mit diesem Video noch einmal für sich zu werben. Heute meldet sich Roland Gäbler zu Wort:

Weltseglerverband ISAF tagt in Athen und die Multihulls kämpfen für Ihr Olympisches Comeback

Es ist Zeit das sich der Olympische Segelsport radikal modernisiert. Neue Event-Formate und spektakuläre Klassen müssen her. Weg von der Außenförde und ran ans Ufer. Moderne und frische Konzepte sind gefragt wie man Olympisches Segeln besser an die Zuschauer und die Medien bringt.

Wir haben es Ihnen in diesem Sommer mit dem Speedsailing vor Travemünde und Lindau und in den Jahren davor mit dem Volvo Champions Race vorgemacht. Jetzt wollen wir,  dass dieses erfolgreiche Renn-Format auf den großen ISAF Events mit Multihulls und Skiffs durchgehend veranstaltet wird.

Uns steht vielleicht der radikalste Umbruch des Olympischen Segelns ins Haus. Praktisch alle Klassen stehen hier in Athen zur Diskussion. Noch nie war die Segelszene so aufgebracht. Es geht hoch her hier bei der ISAF Konferenz. Die Argumente aller Klassen fliegen nur so durch die Hotel Lobby. Einige Klassen kämpfen ums olympische Überleben und andere sehen ihre Zeit gekommen.

Unser Vorschlag einer „Olympia Segel Arena“ im Stil von  www.speedsailing.org wird heiß diskutiert. Wir sind der Meinung dass das Olympische Segeln viel dichter ran ans Publikum muss. Nur ein Medalrace am Schluss der Serie reicht nicht aus.

Da muss ein Segel-Stadium her bei jedem großen ISAF Event. Segeln zum anfassen und miterleben. Pünktliche Starts bei allen Windbereichen. Kurze knackige Rennen. Multihulls, Skiffs und auch andere aufregende Klassen sollen dort die Zuschauer und Medien mitreißen. Der Tornado, die Formel-1 der vergangenen Olympischen Sommerspiele muss wieder rein ins Programm bzw. ins Segel-Stadium.

Jetzt kommen wir in die heiße Phase der ISAF Konferenz. Bis Sonntag könnte es zu einer Entscheidung kommen wie es mit unserem Sport weiter geht. Hoffentlich bekommen sie diesmal die Kurve. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Harren wir der Dinge die da kommen werden – auch wenn wider dem Engagement von Roland Gäbler der Tornado nicht zurück ins olympische Programm finden sollte, hat er mit dem geforderten Umdenken in jedem Fall recht.

Internationale Deutsche Meisterin 2010! Bericht von Franziska Goltz!

In der vergangenen Woche fand in Hamburg auf der Außenalster die Deutsche Meisterschaft der Laser Standards und Laser Radials statt. In einem sehr übersichtlichen Feld von 19 Schiffen konnte ich nach 5 Jahren, mir den Titel wieder erkämpfen.

In vier Tagen segelten wir 13 Rennen, mit den wohl schwierigsten Bedingungen die es nur geben kann. Wer die Alster kennt, weiß wovon ich rede. Das letzte mal segelte ich vor 13 Jahren im Optimisten auf der Alster. Als ich nun letzte Woche in Hamburg anreiste wusste ich, dass Sie klein ist aber irgendwie hatte ich Sie doch größer in Erinnerung behalten. Da könnte man genauso gut in Schwerin auf dem Pfaffenteich segeln, dachte ich.

Wir segelten Up and Downs, die etwa 35 min dauerten. Im Vergleich zu anderen Events bedeutend kürzer aber vom Kopf her enorm anstrengend. Die ständig drehenden Winde und teilweise kaum vorhersehbaren Windfelder die plötzlich aus dem nichts kamen, erforderten eine extrem hohe Aufmerksamkeit. Ständig ging der Blick nach vorne oder hinten. Innerhalb weniger Sekunden konnte sich das Blatt wenden und man stand plötzlich im nichts, während andere vielleicht nur 3 Bootslängen über oder unterhalb einfach an einem vorbei glitten.

Nach 12 Rennen segelten wir das berüchtigte Medal Race, wo noch einmal die besten 10 gegen einander antraten. Ich lag einen Punkt hinter Lisa Fasselt und 10 Punkte vor Anke Helbig. Wenn ich gewinnen wollte, musste ich also vor Lisa ins Ziel einlaufen und durfte nicht mehr als 3 Boote zwischen mir und Anke haben, falls sie vor mir ins Ziel segeln würde.

Ich startete in Lee von Anke die sich relativ schnell auf die rechte Seite schlug und sauber die Dreher aussegelte. Ich wäre nur zu gerne mitgegangen, doch leider hinderte mich Lisa am Wenden und wir segelten auf die linke Seite der Kreuz. Ein ziemlich großer Fehler aber ich konnte in diesem Moment nichts anderes machen. Anke die mit frischem Wind und einer schönen Rechtsdrehung nun allen davon fuhr rundete die erste Marke als erste. Lisa und ich an 8. und 9. Position. So konnte ich den Titel nicht gewinnen. Auf der zweiten Kreuz, fand ich wieder meinen eigenen Weg und segelte die Dreher sauber aus und rundete die Luvtonne, mit etwas Vorsprung vor Lisa an 4. Position. Der Titel war nun zum greifen nah. Ich sagte mir: „Franzi, du fährst den Vorwind jetzt ganz entspannt runter. Riskiere bloß nicht noch eine gelbe Flagge von der Jury. Im Moment ist alles save.“

Tja kaum zu Ende gedacht ertönte eine Pfeife und ich sah zur Seite und erblickte eine gelbe Flagge die in meine Richtung zeigte. Ich hoffte, dass sie dem Boot neben mir galt und fragte noch einmal nach aber sie meinten mich. In dem Moment wäre ich am liebsten ins Juryboot gesprungen aber nun gut. Ich drehte meine zwei Starfkringel und plötzlich war der Titel wieder so weit weg. Ich viel auf 5 zurück und Lisa sowie ein, zwei andere klebten an meinem Heck. Wir mussten nur noch das Gate passieren und die Zielkreuz überwinden. Ich rundete im gleichen Moment wie Lisa die Tonne. Ich die linke und Sie mit zwei anderen die rechte Tonne. Ich wählte zum Glück diesmal die richtige und segelte so an 4. Position vor Lisa ins Ziel. Puh Der Titel war nun wieder mein. :-)

Hiermit möchte ich mich bei dem Veranstalter für die tolle Organisation, meiner Familie und meinen Freunden sowie den Sponsoren, die hinter mir stehen, bedanken!

Meine Glückwünsche auch an Philipp Buhl, der bei den Laser Standards gewonnen hat.

Philipp Buhl und Franziska Goltz sind neue Deutsche Meister im Laser!

Der “Kuchenbayer”, wie Christoph ihn stets liebevoll nennt, hat es geschafft und ist Deutscher Meister bei den Laser Herren! Bei den Damen ist es Franziska Goltz gelungen ihren Status in Deutschland zu bestätigen und mit dem Meistertitel die Alster zu verlassen.
Die Beiden setzten sich beim entscheidenden Medalrace am heutigen letzten Regattatag durch und hielten bei der Siegerehrung um 14.00 Uhr die Meister-Trophäen in den Händen. Vizemeister sind Simon Grotelüschen (LYC) und Lisa Fasselt (YCRE). Bronze geht an Malte Kamrath (VSaW) und Anke Helbig (NRV) aus Hamburg.

Vom ersten Wettfahrttag an führte unser “Kuchenbayer” (ich hab mir sogar mal bei Philipp die Erlaubnis für diesen Kosenamen geholt) die Ergebnisliste der Standards an. Im heutigen Medalrace der TOP 10 lief aber zunächst alles für Simon Grotelüschen (Herzlichen Glückwunsch zum heutigen Geburtstag), der während des gesamten Medalraces in Führung lag, während Buhli nur im Mittelfeld segelte. Philipp kämpfte sich bis an Position zwei vor, so dass es auf der Zielkreuz zum Showdown um den Titel kam. In einem Wendeduell gelang es Simon nicht, einen Gegner zwischen sich und Buhli zu bringen, so dass Philipp mit einem Punkt Vorsprung den Titel gewann. „Ich freue mich sehr und bin wahnsinnig stolz, dass ich gewinnen und die Alster bezwingen konnte. Ich musste hochkonzentriert sein, um das starke Teilnehmerfeld hinter mir zu lassen“, strahlte Buhli bei der Siegerehrung und zollte gleichzeitig dem Mit-Aspiranten auf Gold, Simon Grotelüschen (LYC), Respekt. Dieser erfüllte sich seinen Geburtstagswunsch zwar nicht, freute sich aber über die Silbermedaille. „Es hat nicht ganz gereicht, aber auch mit Silber bin ich sehr zufrieden“, sagte er. Bronze sicherte sich unser Malte und auch der vierte Platz von Frithjof Schwerdt ist keine wirkliche Überraschung! Jeder der die Laserszene einigermaßen im Auge hat, hätte im Vorfeld diese 4 Namen in irgendeiner Reinfolge auf den Plätzen 1-4 verteilt!

Ohne die Leistung der anderen “Top Ten”-Segler zu schmälern, möchte ich hier noch den Platz 10 erwähnen – Lukas Feuerherdt vom Segelclub Märkischer Adler e. V. – denn “Luki” ist nunmal einer unserer treuesten Leser.
Auch die Damen erlebten einen regelrechten Final-Krimi, denn vor dem Medalrace lag nur ein Punkt zwischen der Führenden Lisa Fasselt und ihrer Verfolgerin Franziska Goltz. Dicht dahinter hatte auch Anke Helbig noch Chancen auf den Titel. Anke gelang ein Start-Ziel Sieg und lag zunächst auf Goldkurs, da Lisa und Franzi am Ende des Feldes lagen. Beide kämpften sich Platz um Platz nach vorne, wobei Franzi auf dem letzten Vorwindgang in sicherer Position lag, bevor sie eine gelbe Flagge fast den Titel kostete. In einem Herzschlagfinale kreuzte sie die Ziellinie als Vierte hauchdünn vor Fasselt auf Position sechs. „Die ganze Zeit war es ein Bäumchen-Wechsel-Dich Spiel. Am Ende stehe ich ganz vorne – ich kanns gar nicht glauben“, freute sich Franzi. Mit dem Sieg des Medalrace krönte Anke Helbig vom Norddeutschen Regatta Verein ihre erfolgreiche Regatta Serie: „Das Medalrace zu gewinnen ist immer etwas Besonders“, sagte Anke.

„Das war eine der besten Regatten, die ich in meiner 20 jährigen Karriere erlebt habe. Eine absolut professionelle Wettfahrtleitung, klasse Landorganisation und ein wunderbares Rahmenprogramm! Dazu bestes Wetter mit Wind und Sonne satt“, schwärmte der Präsident der Deutschen Laser Association Bernd Buchert nach der Siegerehrung. Auch der Wettfahrtleiter selbst Klaus Lahme stimmte ihm zu: „Bei diesen großartigen Segelbedingungen konnte es nur eine tolle Veranstaltung werden“.