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BMW Oracle Racing

Segel-Rassismus im Americas Cup!

© http://www.alinghi.com/de/

Das kürzlich beendete Treffen von Vertreten beider Teams in Singapur, kann in Folge der neuesten Meldungen über eine neue Klage des US-Syndikats, getrost als gescheitert bezeichnet werden.

Bereits kurz vor Weihnachten hatte BMW-Oracle die Vermutung in den Raum gestellt, dass die von Alinghi benutzten Segel aus den USA stammen und deshalb nicht der “Constructed in Country”-Regel entsprechen. Alinghi dementierte seinerzeit – zu Recht wie ich finde.

Laut Aussagen von Chefkonstrukteur Rolf Vrolijk, wurden die Bahnen des Segels in der Schweiz zusammengesetzt. Der Vorwurf von BMW-Oracle bezieht sich lediglich auf das Rohmaterial. Im selben Interview verwies Vrolijk darauf, dass die beim Bau des US-Trimarans verwendete Kohlefaser, auch nicht aus den USA stammt. Ob das der Wahrheit entspricht oder Spekulation ist, vermag ich nicht zu sagen.

Auf jeden Fall besteht nun wieder die Gefahr, dass sich der Cup erneut verzögert. Ich wäre allerdings sehr schockiert, wenn das Gericht hier erneut zu Gunsten von BMW Oracle entscheidet. Über den wahren Beweggrund für dieses Verhalten der Amerikaner kann man nur spekulieren. Da die “segelbaren” Wetterbedingungen im Regelwerk festgehalten wurden, kann es eigentlich nicht sein, dass Russell Coutts Angst vor den derzeit rauen Verhältnissen vor Valencia hat.

Möglicherweise ist es einfach eine Art Abfindung für seinen Anwaltsstab. Findet der Cup statt, dürfte es schließlich in New York zu einem plötzlichen Überangebot an hochqualifizierten Juristen kommen.

Man sollte das Wissen der Juristen in Sachen Segelsport nutzen, um eine Einstweilige Verfügung zu erwirken, die verhindert, dass Russell Coutts jemals wieder näher als 100 m an einen Cupper heran kommt.

Ein Weihnachtsgeschenk für Alinghi!

In der Stiftungsurkunde des Americas Cup wurde festgelegt, dass jedes Schiff komplett in dem Land gebaut werden muss, für das es antritt. Gestern wurde die Anschuldigung von Seiten des BMW Oracle Syndikats laut, dass die Segel der Alinghi 5 nicht in der Schweiz, sondern in den USA hergestellt wurden. Ich habe aufgrund der Sinnlosigkeit der Debatte in den letzten Wochen nicht mehr vollständig über das Gezänk berichtet. Die mir aktuell vorliegende Pressemitteilung der SNG finde ich aber derartig lustig, dass ich finde, dass sie hier abgebildet werden muss. Sie ist eine sarkastische “Watschen” an das US-Team:

Genf, Schweiz – (2009-12-23)

Die Société Nautique de Genève und Alinghi danken dem Golden Gate Yacht Club und BMW Oracle für ihr Weihnachtsgeschenk und ihren Wunsch für weitere Rechtsstreitigkeiten im neuen Jahr!

“Nachdem sie durch ihre juristische Strategie alle anderen Challenger im 33. America’s Cup ausschlossen haben, versucht Larry Ellisons Team nun, das gleiche mit dem Schweizer Titelverteidiger zu tun. Er versucht weiterhin, den America’s Cup vor Gericht anstatt auf dem Wasser zu gewinnen”, sagt Fred Meyer, Vice-Commodore der SNG.

“Wir befürchten, dass dies ein Versuch von BMW Oracle ist, dem Rennen gegen Alinghi am 8. Februar aus dem Weg zu gehen”, ergänzt Alinghi-Designkoordinator Grant Simmer.

BMW Oracles Anschuldigungen gegen die titelverteidigende Yacht sind schlicht und einfach falsch: Alinghi 5 erfüllt die Anforderung “gebaut im Land” der Deed of Gift; das Boot wurde in der Schweiz gebaut, genau wie die Segel auch.

Updates Americas Cup!

AlinghiSailing_09_cb02568Soeben kam eine Pressemitteilung von Team Alinghi:

“New York Supreme Court Justice Kornreich has brought a degree more certainty to the 33rd America’s Cup today. It is good to at last have her decision on some of the pending issues. Alinghi continues to focus on its training programme ahead of the Match for the 33rd America’s Cup against BMW Oracle on 8 February 2010.”

Hintergrund: Richterin Kornreich hat soeben beschlossen, dass DOGzilla nicht zu lang ist und in Valencia gesegelt werden kann.

Yacht.de hat heute einen Artikel veröffentlicht, der sich mit den Ausschreibungsunterlagen zum Cup in Valencia beschäftigt. Ein kleines Highlight ist dabei der Punkt 6.7, in dem ein Wind- und Wellenlimit von 15 Knoten und einem Meter festgelegt wird. Schönwettersegler!

Der Kenner weiß, dass der Louis Vuitton Cup früher den offziellen Herausforderer des Americas Cup ermittelt hat. Ernesto Beratelli hat anfänglich immer darauf verwiesen, dass es BMW-Oracle beim Louis Vuitton Cup nie geschafft hat, Alinghi heraus zu fordern und deshalb den Weg über die Gerichte wählen musste. Bei der aktuellen Ausgabe des LV-Cups, hat BMW-Oracle wieder bitter versagt. Bei einem Sieg im letzten Rennen, kann man bestenfalls noch Platz 5 erreichen.

Bild © Team Alinghi

Jetzt zankt Alinghi!

Alinghi Comic

© Alinghi.com

Mit diesem kleinen Comic spottet man derzeit im Media Bereich auf Alinghi.com. Bis dato war die Berichterstattung auf Yachtblick ja eher “pro Alinghi”, doch will man einem Gestern auf Yacht.de erschienen Artikel glauben schenken, sind es jetzt die Schweizer die den Rechtsstreit am laufen halten. Obwohl Alinghi bekannt gegeben hat, dass man bereit ist zwischen dem 1. und 25. Februar in Valencia zu segeln, wurde letzte Woche gegen die Entscheidung von 30. Oktober, die Ras al-Khaimah als Austragungsort ausschloss, in Berufung gegangen. Ein weiterer Punkt dieser Berufung ist die Vermessung der Wasserlinie des BMW-Trimarans. Das Gericht hatte entschieden, dass die Ruder nicht in die zulässige Gesamtlänge eingehen, andernfalls wäre der Tri zu lang, was BMW-Oracle in erhebliche Schwierigkeiten bringen würde. Sollte Alinghi damit Erfolg haben, kann es noch ewig dauern bis endlich gesegelt wird. Hoffen wir also, dass die Richter nicht zugunsten einer Partei, sondern zugunsten des Sports entscheiden.

Es wird in Valencia gesegelt!

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© Alinghi

So wie es derzeit aussieht, muss ich meine Meldung von Gestern revidieren. Der 33. Americas Cup findet nun doch, im Februar in Valencia statt. Vorausgesetzt es findet sich kein umtriebiger Winkeladvokat, der das noch verhindert! In der heutigen Pressemitteillung von Alinghi heißt es:

In einem Brief, den der America’s-Cup-Titelverteidiger Société Nautique de Genève (SNG) nach den erfolglosen Diskussionen mit dem Golden Gate Yacht Club (GGYC) heute an Richterin Kornreich vom New York Supreme schrieb, hat die SNG bestätigt, dass sie einen „Deed of Gift“-Match mit dem GGYC im Februar 2010 in Valencia austragen wird. Dies ist das Datum und der Austragungsort, welche der GGYC wiederholt gefordert hat und der vom Gericht schon früher angeordnet worden ist.

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© Bild BMW Oracle Racing – “DOGzilla mit neuem Flügelsegel”

Flügelsegel bei BMW Oracle! Das Schweigen der Richter?

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Ich habe darauf verzichtet, dass was BMW Oracle und Alinghi an Pressemitteilungen in den letzten Wochen herausgegeben haben, hier zu kommentieren. Zu lächerlich erschien mir das Gezänk um “Russels Egotrip”.
Heute kam aber eine Pressemitteilung über den Teich, die vielleicht die entscheidende Wende im Streit zwischen Verteidiger und Herausforderer bringen kann. Anders als beim Mastbruch des BOR 90 Trimarans letzte Woche, hat sich BMW bei der Vorstellung des neuen Flügels alle Mühe gegeben, es der Welt mitzuteilen. Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass das US-Team sich der Performance des neuen Flügelsegels sicher ist und sich jetzt in der Favoritenrolle sieht. Im Umkehrschluss könnte das bedeuten, dass das ewige Klagen jetzt vielleicht aufhört und im Februar doch gesegelt wird.
Da der Trimaran mit Flügel seine Stärken gegenüber der Alinghi V sicherlich eher bei stärkeren Winden haben wird, gehe ich davon aus, dass der von Alinghi kürzlich vorgestellte Plan, den 33. AC in Australien stattfinden zu lassen, immer wahrscheinlicher wird. Alinghi wird sich aufgrund der unterschiedlichen Bauarten sicher nicht auf die zu erwartend starken Winde im Februar vor Valencia (von BMW Oracle favorisiert) einlassen.

Über die Vor- und Nachteile und darüber das Flügel im Americas Cup nichts neues sind, habe ich hier bereits geschrieben.

© Bild und Video BMW Oracle Racing