Diese beiden kleinen lustigen Flugzeuge gehören zum Team Alinghi und sollen eine Ergänzung zum üblichen Wetterboot sein.
Ein Mast so hoch ist wie ein 17-stöckiges Haus, ein Regattagebiet von 450 Quadratmeilen und die hohe Geschwindigkeit der Multihulls, sind für Alinghi Wettermann Jon Bilger, Grund genug für eine derart aufwendige Wetterdatenermittlung.
In der Stiftungsurkunde des Americas Cup wurde festgelegt, dass jedes Schiff komplett in dem Land gebaut werden muss, für das es antritt. Gestern wurde die Anschuldigung von Seiten des BMW Oracle Syndikats laut, dass die Segel der Alinghi 5 nicht in der Schweiz, sondern in den USA hergestellt wurden. Ich habe aufgrund der Sinnlosigkeit der Debatte in den letzten Wochen nicht mehr vollständig über das Gezänk berichtet. Die mir aktuell vorliegende Pressemitteilung der SNG finde ich aber derartig lustig, dass ich finde, dass sie hier abgebildet werden muss. Sie ist eine sarkastische “Watschen” an das US-Team:
Genf, Schweiz – (2009-12-23)
Die Société Nautique de Genève und Alinghi danken dem Golden Gate Yacht Club und BMW Oracle für ihr Weihnachtsgeschenk und ihren Wunsch für weitere Rechtsstreitigkeiten im neuen Jahr!
“Nachdem sie durch ihre juristische Strategie alle anderen Challenger im 33. America’s Cup ausschlossen haben, versucht Larry Ellisons Team nun, das gleiche mit dem Schweizer Titelverteidiger zu tun. Er versucht weiterhin, den America’s Cup vor Gericht anstatt auf dem Wasser zu gewinnen”, sagt Fred Meyer, Vice-Commodore der SNG.
“Wir befürchten, dass dies ein Versuch von BMW Oracle ist, dem Rennen gegen Alinghi am 8. Februar aus dem Weg zu gehen”, ergänzt Alinghi-Designkoordinator Grant Simmer.
BMW Oracles Anschuldigungen gegen die titelverteidigende Yacht sind schlicht und einfach falsch: Alinghi 5 erfüllt die Anforderung “gebaut im Land” der Deed of Gift; das Boot wurde in der Schweiz gebaut, genau wie die Segel auch.
Soeben kam eine Pressemitteilung von Team Alinghi:
“New York Supreme Court Justice Kornreich has brought a degree more certainty to the 33rd America’s Cup today. It is good to at last have her decision on some of the pending issues. Alinghi continues to focus on its training programme ahead of the Match for the 33rd America’s Cup against BMW Oracle on 8 February 2010.”
Hintergrund: Richterin Kornreich hat soeben beschlossen, dass DOGzilla nicht zu lang ist und in Valencia gesegelt werden kann.
Yacht.de hat heute einen Artikel veröffentlicht, der sich mit den Ausschreibungsunterlagen zum Cup in Valencia beschäftigt. Ein kleines Highlight ist dabei der Punkt 6.7, in dem ein Wind- und Wellenlimit von 15 Knoten und einem Meter festgelegt wird. Schönwettersegler!
Der Kenner weiß, dass der Louis Vuitton Cup früher den offziellen Herausforderer des Americas Cup ermittelt hat. Ernesto Beratelli hat anfänglich immer darauf verwiesen, dass es BMW-Oracle beim Louis Vuitton Cup nie geschafft hat, Alinghi heraus zu fordern und deshalb den Weg über die Gerichte wählen musste. Bei der aktuellen Ausgabe des LV-Cups, hat BMW-Oracle wieder bitter versagt. Bei einem Sieg im letzten Rennen, kann man bestenfalls noch Platz 5 erreichen.
Mit diesem kleinen Comic spottet man derzeit im Media Bereich auf Alinghi.com. Bis dato war die Berichterstattung auf Yachtblick ja eher “pro Alinghi”, doch will man einem Gestern auf Yacht.de erschienen Artikel glauben schenken, sind es jetzt die Schweizer die den Rechtsstreit am laufen halten. Obwohl Alinghi bekannt gegeben hat, dass man bereit ist zwischen dem 1. und 25. Februar in Valencia zu segeln, wurde letzte Woche gegen die Entscheidung von 30. Oktober, die Ras al-Khaimah als Austragungsort ausschloss, in Berufung gegangen. Ein weiterer Punkt dieser Berufung ist die Vermessung der Wasserlinie des BMW-Trimarans. Das Gericht hatte entschieden, dass die Ruder nicht in die zulässige Gesamtlänge eingehen, andernfalls wäre der Tri zu lang, was BMW-Oracle in erhebliche Schwierigkeiten bringen würde. Sollte Alinghi damit Erfolg haben, kann es noch ewig dauern bis endlich gesegelt wird. Hoffen wir also, dass die Richter nicht zugunsten einer Partei, sondern zugunsten des Sports entscheiden.
So wie es derzeit aussieht, muss ich meine Meldung von Gestern revidieren. Der 33. Americas Cup findet nun doch, im Februar in Valencia statt. Vorausgesetzt es findet sich kein umtriebiger Winkeladvokat, der das noch verhindert! In der heutigen Pressemitteillung von Alinghi heißt es:
In einem Brief, den der America’s-Cup-Titelverteidiger Société Nautique de Genève (SNG) nach den erfolglosen Diskussionen mit dem Golden Gate Yacht Club (GGYC) heute an Richterin Kornreich vom New York Supreme schrieb, hat die SNG bestätigt, dass sie einen „Deed of Gift“-Match mit dem GGYC im Februar 2010 in Valencia austragen wird. Dies ist das Datum und der Austragungsort, welche der GGYC wiederholt gefordert hat und der vom Gericht schon früher angeordnet worden ist.
Betrachtet man der Verlauf der Planung des 33. AC sieht man mir diesen Zynismus sicher nach. BMW-Oracle konnte sich vor Gericht durchsetzen und muss nun keine Angst mehr haben in Ras al-Khaimah von Terroristen beschossen zu werden. Zwischenzeitlich waren Stimmen laut geworden, die befürchteten, dass es für ein US-Syndikat möglicherweise nicht so gesund sei am Golf zu segeln. Alles Terroristen da =)
“Der New York Supreme Court verfügte heute, dass der auf Februar 2010 angesetzte 33. America’s Cup an einem Ort auf der südlichen Hemisphäre ausgetragen werden muss, der genauen Auslegung des für den Wettkampf massgebenden Dokuments, der Deed of Gift, folgend. Einzige Ausnahme von dieser Regel ist Valencia.
“Das ist ein enttäuschendes Resultat, weil wir sicher waren, dass es das Urteil von Richter Cahn im Mai 2008 dem Defender erlaubte, Valencia oder “jeden anderen Ort” zu wählen”, sagte Lucien Masmejan, der Rechtsberater der Société Nautique de Genève (SNG). “Ras al-Khaimah hat enorm viel Zeit und Aufwand in diesen 33. America’s Cup gesteckt. Wir danken ihnen und sind enttäuscht über diese unerwartete Entscheidung des New Yorker Gerichts.”
“Wir sind aber auch zufrieden, weil Richterin Kornreich bekräftigte, dass der Deed of Gift-Match nach den Regeln der SNG ausgetragen wird, so wie sie dies schon in einem vorhergehenden Gerichtsurteil getan hatte”, fügte Lucien Masmejan hinzu.
Anmerkung an die Redaktion: In der Deed of Gift von 1887 ist zwar festgehalten, dass Rennen um den America’s Cup zwischen dem 1. November und dem 1. Mai auf der südlichen Hemisphäre ausgetragen werden müssen, aber das Urteil von Richter Cahn vom New Yorker Supreme Court vom 12. Mai 2008, in dem stand, dass “der Austragungsort des Matchs Valencia oder jeder andere von der SNG gewählte Ort sein kann”, führte den titelverteidigenden Yacht-Club des America’s Cup, die Société Nautique de Genève, dazu, sich für Ras al-Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu entscheiden.”
Ich weiß mittlerweile sogar schon wie man Ras al-Khaimah schreibt, ohne nachschauen zu müssen. =) Es ist absolut unterstützenswert, dass ein Segelteam die Abläufe bis zu Wettkampf so lückenlos dokumentiert. Schaden wird diese mediale Aufbereitung dem Segelsport sicher nicht. Das ich euch hier schrittweise zu Alinghi-Fans mache ist keine Absicht, bei den Schweizern läuft der Informationsstrom nur einfach besser. Auf der Seite vom BMW Oracle Racing ist leider zu lesen:
“Presse.
An dieser Stelle befand sich während des 32. America’s Cups das BMW ORACLE Racing Media Center. Wir bitten Journalisten um Verständnis, dass wir Ihnen aktuelle Informationen derzeit hier nicht zum Download anbieten. Die Presseabteilungen von BMW ORACLE Racing und BMW versorgen Sie gerne auf Anfrage mit den gewünschten Informationen.”
Tja – Pech gehabt – schreib ich eben über Alinghi – is eh schicker die Karre!
Ich hatte mir die Support-Boote irgendwie spektakulärer vorgestellt.
Der Schweizer Titelverteidiger im 33. America’s Cup legte am Mittwochmorgen nach einer zwölftägigen Reise über 4400 Seemeilen an Bord des „Rickmers Singapore“-Frachters im Emirat Ras al-Khaimah an.
Das 193 Meter lange Schiff lief in Genua am 18. September aus. An Bord waren der gigantische Katamaran Alinghi 5, zwei Masten, sieben Supportboote und gegen 20 Container. Die Reise führte übers Mittelmeer, durch den Suezkanal und den Golf von Suez sowie über das Rote und das Arabische Meer. Am Mittwoch, 30. September, um 6.30 MEZ legte das Schiff in Saqr Port in Ras al-Khaimah im Arabischen Golf an.
„Wir sind sehr froh, dass die Fracht, inklusive Alinghi 5, heil in Ras al-Khaimah angekommen ist“, sagte Designteam-Koordinator Grant Simmer. „Das gesamte Equipment, das wir in Genua verwendeten, war an Bord; nun können wir hier unsere Basis und die Werkstätten aufbauen und loslegen. Wir werden in den nächsten Tagen einige Modifikationen an der Yacht vornehmen und die Teammitglieder werden nach und nach eintreffen und sich einquartieren. Wir haben also einige arbeitsreiche Wochen vor uns. Wir hoffen, dass wir so bald wie möglich segeln können. Wir schätzen die Unterstützung, welche wir von der lokalen Gemeinde und der Regierung von Ras al Khaimah erhalten, enorm“, fügte er hinzu.
Dr. Khater Massaad, CEO der RAK Investment Authority, teilte die Freude über die Ankunft des Teams: „Wir begrüssen die Ankunft von Alinghi in Ras al-Khaimah für die Vorbereitung des 33. America’s Cup und wir freuen uns auch auf BMW Oracle.“
Der Katamaran von Alinghi wird in den nächsten Tagen mit der ganzen Entourage zur America’s-Cup-Insel Al Hamra reisen, wo sich das Team in den nächsten vier Monaten voll auf das Training konzentriert. Das erste Rennen des Matchs um den America’s Cup wird am 8. Februar 2010 gesegelt.