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Alinghi

Zusammenfassende Video-Reportage zum 33. AC!

Jochen von unserer Partnerseite www.segel-filme.de hat mal wieder ein kleines Reportage-Highlight für uns zusammengeschnitten. Der Clip bietet, neben tollen Bildern von den Cup-Giganten, vor allem Kommentare von Rolf Vrolijk, dem Chefkonstrukteur von Alignhi und Thomas Hahn einem Ingenieur von BMW-Oracle. Als Kenner der Segelszene kommt auch Carsten Kemmling zu Wort, ein Journalist, der lange für die Yacht gearbeitet hat. Letzterer hat kürzlich das sinkende Schiff “Printjournalismus” verlassen, um im Netz sein Glück zu machen. Wir wünschen viel Erfolg dabei!

Die bodenlose Kanne verlässt Europa!

Das Video zeigt den Zusammenschnitt vom 2. Rennen des 33. America’s Cup!

Der Cup ist vorbei und der Vollständigkeit halber will auch ich meinen Senf noch einmal dazu geben. Wie ihr ja sicherlich alle schon mitbekommen habt, ist BMW-Oracle auch im zweiten Rennen nur Vorletzter geworden. Der Cup befindet sich in nächster Zeit also erst einmal wieder auf der falschen Seite vom großen Teich.

Dass ich mir ein anderes Ergebnis gewünscht hätte, ist ein offenes Geheimnis, aber ich muss ganz ehrlich eingestehen, hier hat das bessere Team und das bessere Boot gewonnen. Ich habe keine große Ahnung vom Match Race und meine Regelfestigkeit reicht mal gerade um ein Rennen zu verfolgen ohne dauernd nachzufragen, was da eigentlich gerade passiert. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle in Frage stellen, wie es sein kann, dass sich ein Boot voller Profisegler ein Penalty einhandelt, weil es nicht rechtzeitig hinter der Start-Ziel-Linie ist? Kann man ihnen das Penalty im ersten Rennen, mit viel gutem Willen, noch als den gelungenen Versuch durchgehen lassen BMW-Oracle „einzuparken“ und dabei den Kringel in Kauf zu nehmen, gibt es für die zweite Strafe meiner Ansicht nach keine Rechtfertigung. Auch dass der Kat möglicherweise schwer zu manövrieren ist, lass ich nicht als Antwort gelten, schließlich hatte man mit Loick Peyron einen der erfahrensten Multihull-Segler der Welt an Bord. Das war eine schwache Kür meine Herren! Ihr habt mich enttäuscht und mir 2 Tage ein wenig die Laune versaut. Das nehm ich euch übel!

Da ich aufgrund von Uni-Prüfungen nicht selbst in Valencia sein konnte, war ich komplett auf die Berichterstattung im Netz angewiesen. Auch wenn die Server hin und wieder mal auf wackeligen Füßen standen und ihre Kapazitätsgrenzen erreichten, bin ich alles in allem zufrieden mit den Übertragungen. Die Qualität der Bilder und der Kommentare haben gezeigt was möglich ist, wenn das Budget stimmt.

Für das Fernsehen ist die Übertragung von Segelveranstaltungen immer schwierig, da sich der Wind nicht an Sendezeiten hält. Dennoch haben 39 Fernsehsender, insgesamt 15 h live in 216 Ländern über den Cup berichtet.

Allein die Seite americascup.com hatte über die Zeit des Cups 2,8 Millionen Besuche von denen 656.000 den Cup Live auf dieser Seite verfolgten. Bedenkt man, dass noch 350 weitere Webseiten den Cup gestreamt haben und americascup.com stets als erstes überlastet war, kann man davon ausgehen, dass eine ganze Menge Menschen an diesen zwei Tagen auf das winterliche Valencia geschaut haben. Etwas enttäuschend finde ich da fast schon die „wirklichen“ Besucherzahlen. In der Zeit vom 7.-14. Februar besuchten 201.000 den Hafen von Valencia. Vergleicht man das mit den knapp 80.000 Leuten, die den iShares-Cup in Kiel im Jahre 2008 verfolgt haben sollen, muss man das als eher magere Ausbeute betrachten.

Wer sich für derlei Zahlenspiel interessiert, findet hier den „America’s Cup in Zahlen“.

Der Cup ist vorbei, die „bodenlose“ Kanne macht sich auf den Weg in die USA, draußen liegt immer noch Schnee und Russell Coutts & Co. überlassen uns damit wieder der allgmeinen Winterdepression in Seglerkreisen. Ich verkneife mir jetzt irgendwelche Fußballer-Weisheiten, die uns erklären, was „nach dem Spiel“ so alles los ist und hoffe einfach mal, dass der 34. America’s Cup ohne Rechtsstreitigkeiten, auf interessanten Booten und mit einem oder mehreren adäquadten Herausfordereren stattfindet und die Kanne danach wieder in Europa ist – da wo sie her kommt und hin gehört! Der italienische Reeder Vincenzo Onorato hat sich bereits mit dem Yachtclub Nautico de Roma zum neuen „challenger of record“ erklärt.

In den nächsten Tagen werde ich euch noch ein paar Bilder zur Stimmung im Yachthafen präsentieren, die „unser Mann in Valencia“ gemacht hat. Seid gespannt!

P.S. Mich würde interessieren, was jetzt mit den beiden Mega-Multis passiert – wenn ihr da irgendwas hört, bitte ich euch mir Bescheid zu geben.

Video! Zusammenschnitt vom 1. Rennen des America’s Cup!

via Valenciasailing

BMW-Oracle leider nur Vorletzter!

© Jaime Reina/AFP/33rd America’s Cup

Oh oh! Ein schwarzer Tag für den europäischen Segelsport. Wenn Alinghi in den nächsten beiden Nächten nicht noch eine Geheimwaffe auspackt, dann geht der Cup wohl wieder nach Amerika. Das wäre für andere europäische Cup-Projekte sicherlich mit enormen Kosten verbunden, sodass sich einige wohl noch überlegen werden, ob sie da teilnehmen.
Aber kommen wir zum heutigen Rennen. Wie kann man sich den so doof anstellen – sorry aber anders kann man es wohl gar nicht sagen – und sich einen Penalty in der ersten Minute einfangen. Da hat doch wohl irgendwer gepennt. Alinghi ist aber zum Glück noch mit einem blauen Auge davon gekommen, da die Amerikaner bei geringen Geschwindigkeiten nicht ganz so gut manövrieren können.
Dann jedoch kam der Schock, BMW Oracle Racing nahm Fahrt auf und fuhr einfach in unglaublicher Zeit ran, ohne das Alinghi auch nur Chancen gehabt hätte da mit zu halten.
Damit war das Rennen dann leider auch schon entschieden. Kurze Spannung kam noch mal an der Tonne auf, weil man die Geschwindigkeiten auf den Down-Wind-Kurs noch nicht kannte. Dies entschied James Spithill aber klar für sich, da er einfach der ruhigere und bessere Skipper war und ist.
Hoffen wir nun also auf ein Wunder für Sonntag.

Das 1. Rennen des 33. AC kommentierte  Oliver für Sie. Der Berliner hat langjährige Erfahrungen in olympischen Bootsklassen und einen Trainerschein. Oliver segelt regelmäßig für Speedsailing auf ausgedienten Volvo Ocean Racern und blickt auf Einsätze auf Yachten wie der Utsider (Elliott 45) oder auf Farr 52 (Yacht Racing Academy) zurück.

Alinghi Wetterflugzeuge im Video!

Ich denke die Jungs haben nicht den schlechtesten Job rund um den America’s Cup.

Segel-Rassismus im Americas Cup!

© http://www.alinghi.com/de/

Das kürzlich beendete Treffen von Vertreten beider Teams in Singapur, kann in Folge der neuesten Meldungen über eine neue Klage des US-Syndikats, getrost als gescheitert bezeichnet werden.

Bereits kurz vor Weihnachten hatte BMW-Oracle die Vermutung in den Raum gestellt, dass die von Alinghi benutzten Segel aus den USA stammen und deshalb nicht der “Constructed in Country”-Regel entsprechen. Alinghi dementierte seinerzeit – zu Recht wie ich finde.

Laut Aussagen von Chefkonstrukteur Rolf Vrolijk, wurden die Bahnen des Segels in der Schweiz zusammengesetzt. Der Vorwurf von BMW-Oracle bezieht sich lediglich auf das Rohmaterial. Im selben Interview verwies Vrolijk darauf, dass die beim Bau des US-Trimarans verwendete Kohlefaser, auch nicht aus den USA stammt. Ob das der Wahrheit entspricht oder Spekulation ist, vermag ich nicht zu sagen.

Auf jeden Fall besteht nun wieder die Gefahr, dass sich der Cup erneut verzögert. Ich wäre allerdings sehr schockiert, wenn das Gericht hier erneut zu Gunsten von BMW Oracle entscheidet. Über den wahren Beweggrund für dieses Verhalten der Amerikaner kann man nur spekulieren. Da die “segelbaren” Wetterbedingungen im Regelwerk festgehalten wurden, kann es eigentlich nicht sein, dass Russell Coutts Angst vor den derzeit rauen Verhältnissen vor Valencia hat.

Möglicherweise ist es einfach eine Art Abfindung für seinen Anwaltsstab. Findet der Cup statt, dürfte es schließlich in New York zu einem plötzlichen Überangebot an hochqualifizierten Juristen kommen.

Man sollte das Wissen der Juristen in Sachen Segelsport nutzen, um eine Einstweilige Verfügung zu erwirken, die verhindert, dass Russell Coutts jemals wieder näher als 100 m an einen Cupper heran kommt.

Americas Cup – Ein Kuriositätenkabinett

© Alinghi

Diese beiden kleinen lustigen Flugzeuge gehören zum Team Alinghi und sollen eine Ergänzung zum üblichen Wetterboot sein.

Ein Mast so hoch ist wie ein 17-stöckiges Haus, ein Regattagebiet von 450 Quadratmeilen und die hohe Geschwindigkeit der Multihulls, sind für Alinghi Wettermann Jon Bilger, Grund genug für eine derart aufwendige Wetterdatenermittlung.

Updates Americas Cup!

AlinghiSailing_09_cb02568Soeben kam eine Pressemitteilung von Team Alinghi:

“New York Supreme Court Justice Kornreich has brought a degree more certainty to the 33rd America’s Cup today. It is good to at last have her decision on some of the pending issues. Alinghi continues to focus on its training programme ahead of the Match for the 33rd America’s Cup against BMW Oracle on 8 February 2010.”

Hintergrund: Richterin Kornreich hat soeben beschlossen, dass DOGzilla nicht zu lang ist und in Valencia gesegelt werden kann.

Yacht.de hat heute einen Artikel veröffentlicht, der sich mit den Ausschreibungsunterlagen zum Cup in Valencia beschäftigt. Ein kleines Highlight ist dabei der Punkt 6.7, in dem ein Wind- und Wellenlimit von 15 Knoten und einem Meter festgelegt wird. Schönwettersegler!

Der Kenner weiß, dass der Louis Vuitton Cup früher den offziellen Herausforderer des Americas Cup ermittelt hat. Ernesto Beratelli hat anfänglich immer darauf verwiesen, dass es BMW-Oracle beim Louis Vuitton Cup nie geschafft hat, Alinghi heraus zu fordern und deshalb den Weg über die Gerichte wählen musste. Bei der aktuellen Ausgabe des LV-Cups, hat BMW-Oracle wieder bitter versagt. Bei einem Sieg im letzten Rennen, kann man bestenfalls noch Platz 5 erreichen.

Bild © Team Alinghi

Jetzt zankt Alinghi!

Alinghi Comic

© Alinghi.com

Mit diesem kleinen Comic spottet man derzeit im Media Bereich auf Alinghi.com. Bis dato war die Berichterstattung auf Yachtblick ja eher “pro Alinghi”, doch will man einem Gestern auf Yacht.de erschienen Artikel glauben schenken, sind es jetzt die Schweizer die den Rechtsstreit am laufen halten. Obwohl Alinghi bekannt gegeben hat, dass man bereit ist zwischen dem 1. und 25. Februar in Valencia zu segeln, wurde letzte Woche gegen die Entscheidung von 30. Oktober, die Ras al-Khaimah als Austragungsort ausschloss, in Berufung gegangen. Ein weiterer Punkt dieser Berufung ist die Vermessung der Wasserlinie des BMW-Trimarans. Das Gericht hatte entschieden, dass die Ruder nicht in die zulässige Gesamtlänge eingehen, andernfalls wäre der Tri zu lang, was BMW-Oracle in erhebliche Schwierigkeiten bringen würde. Sollte Alinghi damit Erfolg haben, kann es noch ewig dauern bis endlich gesegelt wird. Hoffen wir also, dass die Richter nicht zugunsten einer Partei, sondern zugunsten des Sports entscheiden.

Keine Raketen für Russell! Ras al-Khaimah nicht Austragungsort des AC!

Betrachtet man der Verlauf der Planung des 33. AC sieht man mir diesen Zynismus sicher nach. BMW-Oracle konnte sich vor Gericht durchsetzen und muss nun keine Angst mehr haben in Ras al-Khaimah von Terroristen beschossen zu werden. Zwischenzeitlich waren Stimmen laut geworden, die befürchteten, dass es für ein US-Syndikat möglicherweise nicht so gesund sei am Golf zu segeln. Alles Terroristen da =)

“Der New York Supreme Court verfügte heute, dass der auf Februar 2010 angesetzte 33. America’s Cup an einem Ort auf der südlichen Hemisphäre ausgetragen werden muss, der genauen Auslegung des für den Wettkampf massgebenden Dokuments, der Deed of Gift, folgend. Einzige Ausnahme von dieser Regel ist Valencia.


“Das ist ein enttäuschendes Resultat, weil wir sicher waren, dass es das Urteil von Richter Cahn im Mai 2008 dem Defender erlaubte, Valencia oder “jeden anderen Ort” zu wählen”, sagte Lucien Masmejan, der Rechtsberater der Société Nautique de Genève (SNG). “Ras al-Khaimah hat enorm viel Zeit und Aufwand in diesen 33. America’s Cup gesteckt. Wir danken ihnen und sind enttäuscht über diese unerwartete Entscheidung des New Yorker Gerichts.”


“Wir sind aber auch zufrieden, weil Richterin Kornreich bekräftigte, dass der Deed of Gift-Match nach den Regeln der SNG ausgetragen wird, so wie sie dies schon in einem vorhergehenden Gerichtsurteil getan hatte”, fügte Lucien Masmejan hinzu.


Anmerkung an die Redaktion: In der Deed of Gift von 1887 ist zwar festgehalten, dass Rennen um den America’s Cup zwischen dem 1. November und dem 1. Mai auf der südlichen Hemisphäre ausgetragen werden müssen, aber das Urteil von Richter Cahn vom New Yorker Supreme Court vom 12. Mai 2008, in dem stand, dass “der Austragungsort des Matchs Valencia oder jeder andere von der SNG gewählte Ort sein kann”, führte den titelverteidigenden Yacht-Club des America’s Cup, die Société Nautique de Genève, dazu, sich für Ras al-Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu entscheiden.”

[Pressemitteilung Alinghi]