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Geoff Holt! Mit dem Rollstuhl über den Atlantik!

Es gibt Artikel auf die ich mich so richtig freue und die zu schreiben mir wirklich Spaß macht. Dieser Bericht über den Querschnittsgelähmten Geoff Holt, der gerade über den Atlantik segelt, ist einer dieser Artikel. Ja, ich bin ein echter Fan von Behindertensport und nein, dass wird kein Versuch mich nach den Verrissen der letzten Wochen wieder flächendeckend akzeptabel zu machen. Mich faszinieren die Technik und der Einfallsreichtum, die für den Behindertensport notwendig sind.  Im  Behindertensegelsport spielt aber auch Mut eine ganz große Rolle, denn wenn ich mir die 2.4 Meter Klasse anschaue, bekomme ich leichte Beklemmungen. Es reizt mich schon die Dinger mal zu segeln, aber aus dem Segelversuch mit einem Faltboot weiß ich, wie gewöhnungsbedürftig diese Sitzposition bei Krängung ist. Im Übrigen geht mit Heiko Kröger für den NRV einer der weltbesten Segler in der 2.4 Meter Klasse an den Start (mehrfacher Behinderten-Weltmeister, 2001 Weltmeister Over-all, 2000 Olympisches Gold in Sydney, aktuell Vize-Weltmeister)

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Geoff Holt will mit dem, für Rollstuhlfahrer konstruierten, 18 m Hochseekatamaran „Impossible Dream“ von Lanzarote zu den Virgin Islands segeln, dem Ort ,wo er vor 25 Jahre bei einem Sprung in seichtes Wasser verunglückte. Begleitet wird Holt von einer Pflegerin, die sich um sein leibliches Wohl kümmert, ihn aber nicht beim Segeln unterstützt. Es ist nicht die erste Reise dieser Art, denn bereits 2007 hat er England mit einem kleinen Trimaran umrundet.

Ich hatte vor einigen Jahren selbst einen schweren Motorrad Unfall und hatte das Glück, heil aus dieser Sache raus zu kommen. Als Folge dessen konnte ich knappe 2 Jahre nicht laufen, was verglichen mit einer lebenslangen Querschnittslähmung natürlich unbedeutend ist, aber ich denke ich kann dadurch die Beweggründe und den Drang des Geoff Holt immer wieder ins Boot zu steigen ganz gut nachvollziehen.

Anders als die kürzlich kritisierten Charity-Projekte oder die ewige Leier von weltumsegelnden Kindern, über die ich schon aus Protest nicht schreibe, finde ich dieses Projekt wirklich gut und erwähnenswert. Was Geoff Holt da macht wirkt ehrlich! Es geht ihm nicht um Mitleid, es geht ihm darum, anderen Menschen Mut zu machen. Jeder dem es mal richtig dreckig ging, weiß wie schnell einen der Mut verlassen kann und das einem Reiseberichte, Bücher und Geschichten ,wie die von Geoff in dieser Situation, wirklich helfen können.

As Geoff says, “It’s not about being disabled. It’s not about sailing the Atlantic Ocean. It’s about demonstrating that disability need not be a barrier to achieving something positive in your life”

Geoff Holt gilt als Gründer des Vereins Sailabillity, einer Vereinigung, die weltweit behinderten Kindern das Segeln ermöglicht. Mit der Publicity, die er durch sein aktuelles Projekt generiert, möchte er auf den Ellen McArthur Trust hinweisen. Einer Initiative, die Kinder mit Krebserkrankungen aufs Wasser bringt.

Ein besonders bemerkenswerter Punkt, der mit der Behinderung nix zu tun hat, ist die Art seiner Berichterstattung! Geoff veröffentlicht täglich einen kurzen Clip in seinem Videoblog und das in nie da gewesener Qualität. Er beweist damit, dass eine qualitativ hochwertige Berichterstattung, von Offshore Events im 21. Jahrhundert, kein Hexenwerk mehr ist.

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One Comment

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Tommy & Christoph und Bart van der Meer, Rostock-Blogs.de erwähnt. Rostock-Blogs.de sagte: Geoff Holt! Mit dem Rollstuhl über den Atlantik! http://bit.ly/6heVIt [...]

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