Fassen wir die Fakten zusammen: der gute Bernt hat in der Kap Region gut Wind auf die Mütze bekommen, ist dann in Richtung Beagle Kanal abgelaufen, wo plötzlich Flaute war und er mit Motorproblemen zu kämpfen hatte, um schlussendlich manövrierunfähig auf die Felsen getrieben zu werden. Wie hat Mutti immer gesagt: “wer einmal lügt dem glaubt man nicht [...]“! Geht das nur mir so, oder fühlt sich diese Geschichte auch schon wieder irgendwie konstruiert an.
Ich stelle, und habe zu keiner Zeit, Lüchtenborgs seemännische Fähigkeiten in Frage – das steht mir nicht zu. Die Tatsache, dass er sich bei der Aktion einen Unterarmbruch zugezogen haben soll, löst fast schon so etwas wie Betroffenheit aus, denn wer gebrochene Gliedmaßen kennt, weiß, dass man damit auf gar keinen Fall ohne Hilfe am Ar*** der Welt rumliegen will und sei es auch nur für ein paar Stunden.
Der Sinn einer Nonstop-Weltumsegelung außerhalb der Vendée Globe ist mir sowieso nicht klar. Der Reiz einer derartigen Reise besteht für mich darin, die Welt zu sehen und die hat sicherlich mehr zu bieten, als die unterschiedlichen Färbungen des Wassers. Das Lüchtenborg etwas reizloses gleich zweimal versucht, macht diese Unternehmung für mich nicht attraktiver.
Was ich mir bei dem Thema nicht verkneifen kann und will, da ich befürchte ,dass der seinerzeit vollmundig angekündigte Zweck der Reise im “Lügenborg”-Skandal untergegangen ist. “Lügenborg” – wir erinnern uns: seine Ex hatte seinerzeit vor der Presse ausgepackt, dass Herr L. weder solo, noch nonstop unterwegs war, wie er bis dahin behauptet hatte.
Weit vor dieser ganzen Geschichte, als Lüchtenborg von der Fachpresse noch als neuer deutscher Offshore Held gefeiert wurde, habe ich (im übrigen einer der meist gelesenen Artikel hier) schon mal sarkastisch die Rechtfertigung, die er für diese Reise entwickelt hat, in Frage gestellt. “Lüchti”, wie die Yacht ihn liebevoll nennt, segelt nämlich für benachteiligte Kinder und die Rettung der Umwelt um die Erde! Ich bin gespannt auf die Pressemitteilung, die erklärt, wie vielen Kindern das ganze jetzt geholfen hat und ob das Wrack der “Horizons” jetzt als tolles neues künstliches Riff dient … sobald sich das Öl im Meer verteilt hat und das Antifouling ab ist.
P.S. Ich weigere mich im Übrigen immer noch über Abby Sunderland & Co zu schreiben, denn gegen das, was die Weltumsegler-Kinder und ihre Eltern da machen, ist “Lüchti” ein Heiliger!

Zum P.S.:
Naja immerhin (immer vorausgesetzt, dass die berichte in den medien halbwegs korrekt sind) erschleichen die “Weltumsegler-Kinder” keine sponsorgelder durch vorspielung falscher tatsachen!