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“America” – die Legende lebt! Teil 1

Wer sich mit dem Segeln beschäftigt und sei es auch nur oberflächlich, hat bereits von der ältesten Sporttrophäe der Welt gehört, dem Americas Cup. Wer sich etwas intensiver mit dem Segelsport beschäftigt, also Yachtblick liest, hat auch mal was von der legendären „America“ gehört. Dieser Schoner gewann 1851 den „One Hundred Sovereigns Cup“, der später nach eben jener siegreichen Yacht in „Americas Cup“ umbenannt wurde.

Es gibt sicherlich viele legendäre und revolutionäre Cup-Yachten, aber eine wird immer die erste sein. Ich möchte sie ehrfürchtig als die Mutter aller modernen Regattayachten bezeichnen.

Der Stapellauf fand am 3. März 1851 bei der New Yorker Werft von William H. Brown statt, der Name des Konstrukteurs war Georg Steers. Dieser hatte die America auf der Vorlage des schnellen Lotsenschoners Mary Taylor entworfen. Der aus Weißeiche, Zedern- und Walnußholz gebaute Schoner war 30,85 m lang (Loa), 6,95 m breit und verdrängte 170 Tonnen.

Als Auftraggeber und späterer Eigner gilt ein Finanzkonsortium aus dem Dunstkreis des New York Yachtclubs, unter Vorsitz des Club Gründers John Cox Stevens. Die Ursprüngliche Angebotssumme lag bei 30.000 US-Dollar, gezahlt wurden aufgrund einer Vertragsklausel nur 20.000 US-Dollar. Sollte es einer vergleichbaren Yacht gelingen, die America in einem Rennen, innerhalb von 20 Tagen nach Fertigstellung zu schlagen, hätte das Konsortium die Yacht weder abnehmen noch bezahlen müssen. Anders, als man aufgrund des späteren Sieges beim Cup vor England vermuten könnte, gelang es der Slup Maria (Eigner John Cox Stevens ) tatsächlich den schlanken Schoner in diesem Rennen zu schlagen. Da dem Konsortium wegen des anstehenden Cups die Zeit für einen weiteren Neubau fehlte, einigte man sich auf den geminderten Kaufpreis. Eine weitere Klausel im Vertrag sah ja auch vor, dass die Werft die Yacht hätte zurücknehmen müssen, wäre sie vor England von einem vergleichbaren Schoner geschlagen worden. Harte Zeiten für den Yachtbau.

Man fand zwar heraus, dass es schnellere Schiffe als die America gab, unter den gegebenen Umständen war dieses Schiff die beste Option, denn es stand ja noch die Atlantiküberquerung an. Auf dieser konnte die America ihr Potential zum ersten Mal unter Beweis stellen. Ausgerüstet mit der 2. Garnitur Segel, erreichte Sie ein Etmal von 284 Seemeilen, also knappe 12 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit.

Das Rennen um den bereits erwähnten „One Hundred Sovereigns Cup“ wurde vom Royal Yacht Squadron als Fleet Race ausgeführt und von der America am 22. August 1851 um 20:37 Uhr nach 53 Seemeilen mit stolzen 20 min Vorsprung unter den Augen von Königin Victoria gewonnen.

Die siegreiche Yacht wurde im Anschluss an das Rennen von ihrem Eigner für 25.000 US-Dollar an Lord John de Blaquière verkauft, der sie für Kreuzfahrten im Mittelmeer umbauen ließ. In den folgenden Jahren wechselte sie mehrfach den Besitzer, wurde umbenannt, überarbeitet, diente als Segelschulschiff für die Marineakademie der Vereinigten Staaten und war für die Nordstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg im Einsatz.

1870 nahm der Schoner am ersten als solchen bezeichneten Americas Cup teil und wurde Vierte. In den Folgejahren bis zur Jahrhundertwende wurde die America wieder als Regattayacht eingesetzt, nahm dann aber den Weg über mehrere Besitzer, bis sie ab 1921 erneut in den Besitz der Marineakademie überging. Auf deren Stützpunkt in Annapolis überließ man sie aber dem Verfall. Die Yacht wurde in einen Schuppen eingelagert, dessen Dach 1942 in Folge schwerer Schneefälle zusammenstürzte und den legendären Schoner unter sich begrub. Eine Untersuchung nach Kriegsende ergab, dass sich ein Wideraufbau aufgrund des desolaten Zustand des Rumpfes nicht lohne und so wurde die America 1946 abgewrackt.

Fortsetzung des Artikels: “America” – die Legende lebt! Teil 2 

www.skythia-rostock.de

Quellen: Wikipedia ; Monacoeye

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One Comment

  1. wow, tolle story! weiter so! erstmal macht geschichte mir spaß! ist echt schön geschrieben und interessant gestaltet! danke *** weiter so!

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