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Vendée Globe 08/09

Nonstop um die Welt! 30 Schiffe und 30 SkipperInnen! Die Raketenwissenschaftler unter ihnen werden bei dieser Information bereits herausgefunden haben, dass es sich bei der Vendée Globe um eine Einhandregatta handelt. Die Regatta wurde 1989 von Philippe Jeantot ins Leben gerufen und findet alle vier Jahre statt. Heute am 9. November um 13:00 Uhr startete das Rennen in die 6. Ausgabe. Der Everest des Segelsports, wie diese Regatta oft bezeichnet wird, führt die Segler einmal um die Erde, nonstop, Hilfe von außen ist nicht zugelassen und führt zur sofortigen Disqualifitkation. Gesegelt wird auf Open 60 Yachten, die nach den Regeln der Klassenorganisation IMOCA konstruiert und ausgestattet sind. Natürlich führt das Brechen der verblombten Antriebswelle ebenfalls zur sofortigen Disqualifitkation. Die Vendée verzeichnet dieses Jahr einen Teilnehmerrekord, erstmalig starten 30 Skipper die Reise an die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit. Das Budget für diese Veranstaltung liegt zwischen 750.000 €, bei dem Österreicher Norbert Sedlacek, und sogenannten „offenen Budgets“ für die Top Teams. Die Existenz von letzteren kommt sicherlich dadurch zustande, dass durch moderne Kameratechnik und die nahtlose Berichterstattung der Teilnehmer via Internet der Offshore Segelsport medial interessanter wird. Ganz besonders freue ich mich, dass Skipper Alex Thompsen seine „Hugo Boss“, nach der Kollision mit einem Fischerboot vor ein paar Wochen (wir berichteten ), wieder hinbekommen hat.

Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen ist dieses Rennen alles andere als ein Sonntagsausflug. Es handelt sich hier nicht „nur“ um eine Weltumseglung, es ist ein Rennen. Der derzeitige Rekord liegt bei 87 Tagen 10 Stunden 47 Minuten und 55 Sekunden. Die technische Entwicklung bei Rennyachten ist in den letzten 4 Jahren natürlich nicht stehen geblieben und vielleicht erleben wir ja bei der aktuellen Ausgabe ein Revival das Jules Verne Klassikers in 80 Tagen um die Welt.

Diese unmenschlichen Belastungen für Schiff und Skipper schreibt natürlich auch in jeder Ausgabe Geschichten, die mit der Champagnerdusche bei der Zieleinfahrt wenig zu tun haben.

  • 1992 verlor der Brite Nigel Burgess sein Leben, als bereits in den ersten Tagen ein schwerer Sturm in der Biskaya wütete.
  • 1996 verscholl der Kanadier Gerry Roufs in der antarktischen See, seine Yacht wurde ein halbes Jahr später an die chilenische Küste getrieben.
  • Im selben Jahr kenterte Roufs Landsmann Tony Bullimore in der Antarktis, aber er konnte mehrere Tage im mit Wasser vollgeschlagenen Inneren seines Bootes überleben, bevor die australische Marine ihn nach einer großangelegten Suchaktion rettete.

Aber die Vendèe schreibt auch Geschichten, die von menschlicher Größe berichten. Im Rennen von 96/97 drehte der Brite Pete Goss, um den Italiener Raphaell Dinelli aus dem Südpolarmeer zu fischen. Dinelli musste nach Mastbruch und Leck seine Yacht gegen die Rettungsinsel eintauschen. Die Legende besagt, dass Dinelli nichts außer einer Flasche Champagner mit in die Rettungsinsel genommen hat.

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