Bereits vor einigen Wochen haben die Finns versucht, mit diesem Video noch einmal für sich zu werben. Heute meldet sich Roland Gäbler zu Wort:
Weltseglerverband ISAF tagt in Athen und die Multihulls kämpfen für Ihr Olympisches Comeback
Es ist Zeit das sich der Olympische Segelsport radikal modernisiert. Neue Event-Formate und spektakuläre Klassen müssen her. Weg von der Außenförde und ran ans Ufer. Moderne und frische Konzepte sind gefragt wie man Olympisches Segeln besser an die Zuschauer und die Medien bringt.
Wir haben es Ihnen in diesem Sommer mit dem Speedsailing vor Travemünde und Lindau und in den Jahren davor mit dem Volvo Champions Race vorgemacht. Jetzt wollen wir, dass dieses erfolgreiche Renn-Format auf den großen ISAF Events mit Multihulls und Skiffs durchgehend veranstaltet wird.
Uns steht vielleicht der radikalste Umbruch des Olympischen Segelns ins Haus. Praktisch alle Klassen stehen hier in Athen zur Diskussion. Noch nie war die Segelszene so aufgebracht. Es geht hoch her hier bei der ISAF Konferenz. Die Argumente aller Klassen fliegen nur so durch die Hotel Lobby. Einige Klassen kämpfen ums olympische Überleben und andere sehen ihre Zeit gekommen.
Unser Vorschlag einer „Olympia Segel Arena“ im Stil von www.speedsailing.org wird heiß diskutiert. Wir sind der Meinung dass das Olympische Segeln viel dichter ran ans Publikum muss. Nur ein Medalrace am Schluss der Serie reicht nicht aus.
Da muss ein Segel-Stadium her bei jedem großen ISAF Event. Segeln zum anfassen und miterleben. Pünktliche Starts bei allen Windbereichen. Kurze knackige Rennen. Multihulls, Skiffs und auch andere aufregende Klassen sollen dort die Zuschauer und Medien mitreißen. Der Tornado, die Formel-1 der vergangenen Olympischen Sommerspiele muss wieder rein ins Programm bzw. ins Segel-Stadium.
Jetzt kommen wir in die heiße Phase der ISAF Konferenz. Bis Sonntag könnte es zu einer Entscheidung kommen wie es mit unserem Sport weiter geht. Hoffentlich bekommen sie diesmal die Kurve. Wir halten Euch auf dem Laufenden.
Harren wir der Dinge die da kommen werden – auch wenn wider dem Engagement von Roland Gäbler der Tornado nicht zurück ins olympische Programm finden sollte, hat er mit dem geforderten Umdenken in jedem Fall recht.

Star raus is mir persönlich unbegreiflich!
Seit 20 Jahren seh ich mir jetzt diesen Kampf um mehr Zuschauerfreundlichkeit im Segelsport mit an! Meine Erfahrung ist, daß Regatten einfach keinen Menschen interessieren und dabei spielt die Bootsklasse, ob das nun ein Tornado oder ein Finn ist, überhaupt keine Rolle. Die Dramaturgie im Segelsport kommt einfach nicht rüber und ist auch in ihrer Gänze zu komplex, um sie einem Laien eben mal so vermitteln und spannungsgeladen vortragen zu können. Ein Nichtsegler genießt in der Regel kurz mal die schönen Bilder von den Booten, aber ansonsten kann er mit einer Regatta nicht sonderlich viel anfangen! Ich sah die Tornados die letzten Jahre bei der Traunseewoche, wo in großem Stil Zelte aufgebaut worden waren und Moderatoren die Geschehnisse vorort kommentierten. Da wird vor Gmunden, direkt vor der Promenade gesegelt. Zuschauerfreundlicher gehts wohl kaum mehr, aber da is nix los. Ein kurzer Blick der Passanten und es wird weitergegangen!!
Genauso wars bei den Volvo Events am Starnberger See. Genauso ist es fast überall. Es fesselt einfach nicht. Man guckt mal kurz die Boote an und fertig! Fernsehübertragungen sind in der Regel quotenschwach! Ich mein, sollte man nicht irgendwann einfach einsehen, daß man keinen Sport betreibt, der die Massen vor die Glotze lockt?
Ich sags mal aus meiner Sicht. Hobbyseglersicht. Also einer aus der grauen Masse, die durch das Abführen der Clubbeiträge an den DSV Leistungssport erst möglich machen. Ich bin kein Fan von Kurzwettfahrten und ich mochte auch von jeher Dreieckskurse lieber als UP and Down. Ich gleit nunmal gern. Ich halte vom Medalrace überhaupt nichts. Oft verfälscht es das Ergebnis zum Schluß noch mit diesem doppelten Gepunkte und das Fussvolk kann auch gerne schon mal nen Tag früher die Heimreise antreten. Hat was von Zweiklassengesellschaft und dem kann ich nix abgewinnen! Das waren alles Maßnahmen, um den Segelsport attraktiver zu machen, vor allem für Zuschauer! Und, kamen deshalb welche oder wurde der Sport dadurch fernsehtauglicher?
Und jetzt will man auch noch ans Ufer ran, Segelstadien einrichten, und spektakuläre Klassen zu Olympia bringen! Oh mein Gott!
Ich mein, hat man denn aus den Fehlern im Tornado nix gelernt? Je spektakulärer der wurde, desto kleiner wurden die Felder und desto mehr ging es zu Lasten der Breite im Tornado! Zum Schluß waren da nur noch Minifelder am Start!
Segeln wird weder ein Volkssport, noch ein Zuschauersport werden, er funktioniert langfristig halt nur durch den Idealismus der Aktiven, die ihn betreiben und den muß man bewahren und zwar nicht nur für eine Handvoll Ausnahmekönner, indem man die Boote ständig immer noch anspruchsvoller macht, sondern auch durch einfache Klassen, die Vielen zugänglich sind!
Wenn man sich vorort mal ansieht, wieviele Leute aus dem Finn sich in ihren Clubs engagieren, organisieren, Trainer sind, wieviel Material in Finn und Star bewegt wird und wieviel Wettkampf- und Sportsgeist man da vorfindet ” in der Breite über Jahrzehnte”, bei Leuten die sich auch den nicht ganz billigen Segelsport selber leisten können und wollen, wird man mit der Entscheidung, solche Klassen aus Olympia rauszunehmen, einfach auch wirtschaftlichen und sportlichen Schaden im Segelsport erzeugen, weil man so der Basis viel sportliche Begeisterung entziehen wird! Wie isses denn bei reinen Leistungsseglern in der Regel. Wenn da kein Erfolg da ist und die Sponsoren weg sind, hören doch Viele der Leistungssegler gleich ganz auf. Bei Klassen mit großer Breite und einer gut aufgebauten Leistungspyramide ist die Beständigkeit einfach sehr viel größer. Segelsport wird immer ein Sport sein, der durch seine begeisterten Anhänger lebt und durch sie weitergegeben wird. Und je mehr man da erhält, desto besser ist das fürs Segeln insgesamt! Deshalb sollte man sich ein paar Klassen, die gut und breit aufgestellt sind auch olympisch bewahren!
ich stimme hern gaebler generell zu was die attraktivität des segelsports angeht. allerdings sehe ich den tornado (und allgemein multi-hulls) nicht als spektaturäre bootsklasse, da die geschwindigkeit im fernsehen nicht rüberkommt und ansonsten nicht viel “action” auf den booten stattfindet.
der finn dagegen hat – gerade weil er so langsam ist und daher nicht so viel platz braucht – große chancen, in landnahen kurzrennen direkt vor dem pulikum an land eingesetzt zu werden. er wird daher auch weiterhin eine der großen segelklassen bleiben.
auf der anderen seite gehört die zukunft des segelns den modernen klassen, zuvorderst den skiffs. auf ihnen lernt man am besten (leistungs)segeln und sie bieten mit abstand die meiste action und spektakuläres segeln.
wenn es um die popularität des segelsportes (und damit verbunden um publikumszahlen, sponsoren und finanzielle power) geht, muss definitiv etwas passieren. der vorschlag in richtung segelarena oder segelstadion ist da absolut korrekt, auch wenn die segelbedingungen (konstanter wind) darunter leiden. aber skilanglauf, snowboarden oder reiten macht auch im natürlichen gelände mehr spaß und trotzdem haben events in hallen oder arenen diesen sportarten erst zu attraktivität und großen zuschauerzahlen verholfen. man kann natürlich der meinung sein, dass der sportliche anspruch wichtiger ist als zuschauerzahlen, sponsoren und tv-coverage. aber olympia ist nun mal die moderne sporthure. ;)
… möchte nur den Alfons Huber in seinen Aussagen unterstützen. Wenn Attraktivität nur über finanzielle Unterstützung einiger Weniger erreicht werden soll – um den Preis der Abhängigkeit von Publikum uind Sponsoren – wenn wir also damit dem Segelsport (traditionell wohl eher ein Sport von Individualisten) viel, wenn nicht sogar alles von seiner Unabhängigkeit nehmen – führt das mittelfristig ins Aus. Eine Szene wie in der Formel 1 (cf. America´s Cup) halte ich nicht für wünschenswert. Aggiornamento im Sinne des: ” schieben wir den Trog zur Sau …” ist kontraproduktuiv. Damit sind schon die katholische Kirche, die Demokratie uind unser Schulwesen auf´s Maul geflogen. GER 156