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Franzi berichtet von ihrem 10ten Platz in Weymouth

Beim ISAF Sailing World Cup im britischen Weymouth erreichte die deutsche Segel-Elite vier Top 10 Platzierungen. Mit Simon Grotelüschen (Lübeck) und Philipp Buhl (Immenstadt) im Laser Standard bewiesen gleich zwei Segler des Audi Sailing Team Germany ihre Weltkasse durch die Plätze vier und sieben. Bei den Damen segelte Franziska Goltz (Schwerin) eine starke Serie und belegte am Ende den zehnten Platz; in der 470er-Klasse kam das Team Kathrin Kadelbach (Berlin)/Friederike Belcher (Hamburg) auf den neunten Platz.

In vielen anderen Klassen taten sich die Deutschen schwerer auf dem Strömungs-Revier.Trotzdem sorgten vor allem die Starboot-Crews für Spannung. Denn gleich vier Boote kämpfen um das deutsche Olympia-Ticket. Aus Weymouth konnten jedoch nur die Rostocker Alexander Schlonski / Matthias Bohn (Rang 17) und die Berliner Robert Stanjek / Frithjof Kleen (Rang 19) Punkte mitnehmen.

Bericht von Franzi Goltz:

“Hallo Yachtblicker,

Punktlandung!
So würde ich die am vergangenen Samstag beendete Regatta in Weymouth bezeichnen. Die Skandia Sail for Gold Regatta ist eine von drei Qualifikationsregatten für die Olympischen Spiele. In einem WM starken Feld von 91 Schiffen, belegte ich einen hervorragenden 10. Platz. Das ist mit Abstand mein bestes Ergebnis diese Saison und hat mir gleich 11 Punkte für die Olympiaqualifikation beschert.

Eine Woche lang kämpften über 1000 Athleten auf dem zukünftigen Olympiarevier, bei verschiedensten Wetterbedingungen um die Medaillen. Am ersten Tag der Woche ließ uns Rasmus jedoch erst warten. Wir mussten uns die Bahn mit den Laser Standards teilen und von Tag zu Tag wechselten unsere Startzeiten, so durften wir gleich etwas länger warten und die Wettfahrtleitung schickte uns erst um 17 Uhr aufs Wasser. Auf dem Kurs angekommen, sah ich unser Startschiff und wusste gleich, dass wir ziemlich viel Strömung haben – unser Startschiff zeigte mit dem Heck zum Wind und nicht wie gewohnt mit dem Bug. Von den Standards erfuhren wir gleich, dass der Strom auf der linken Seite des Kurses stärker sei, als auf der rechten. Das bedeutete, dass man auf der Kreuz links fahren musste, da man vom Strom mehr geschoben wurde und auf den Vorwinden genau die andere Seite wählen oder vielmehr den direkten Weg suchen sollte.

Bei 91 Schiffen starteten wir in zwei Gruppen und ich war an diesem Tag in der zweiten, so konnte ich mir den Start der ersten Gruppe anschauen. Die meisten Boote starteten, wie erwartet, auf der linken Seite und nur wenige in Luv. Ich sah mir die Boote in Luv nach dem Start genauer an, sie schienen keinen Nachteil zu haben, sie konnten frei auf die linke Seite fahren und kamen vor denen, die Links waren, vorne vorbei. Es war keine Startseite bevorteilt und der Wind schien recht konstant, also entschied ich mich, rechts zu starten und nach links durchzubrechen. Ich legte einen perfekten Start hin und konnte frei fahren, machte genau 2 Wenden auf dieser Kreuz und rundete die erste Marke mit 50 m Vorsprung vor allen anderen. WOW!

Das war auf jeden Fall mal ein gelungener Start in den Wettkampf. Zum Ende des Rennens wurde es jedoch noch ziemlich spannend, auf dem letzten Vorwind näherten sich zwei andere Mädels sehr schnell und es hätte wirklich eng werden können, doch dann kam die Jury und Pfiff gleich zwei Mal und gab beiden Booten eine gelbe Flagge. Sie mussten erstmal zwei Kringel drehen! Ich hatte damit wieder ausreichend Platz und fuhr überglücklich als erste ins Ziel ein.

Die nächsten Tage brauchten wir uns, was den Wind angeht, nicht mehr sorgen. Den Rest der Woche hatte es reichlich Wind gegeben und so einige an ihre Grenzen gebracht. Bei mir hat sich allerdings das viele Konditionstraining zum ersten Mal wirklich bemerkbar gemacht, ich fühlte mich über die ganze Woche fit und die Beine schienen erst am letzten Tag etwas zu schmerzen. Meine Starts passten endlich und der Speed war voll in Ordnung. Mit konstanten Ergebnissen unter den Top 10 lag ich zwischendurch sogar auf Platz 7. Leider verlief der letzte Finaltag nicht so gut für mich, aber ich weiß woran es lag und werde hoffentlich beim nächsten Mal nicht diese Fehler machen.

Der Einzug ins Medal-Race war wahrscheinlich für alle etwas überraschend, aber wie man sieht, es ist möglich.

Das Medal-Race fand auf den Innenbahnen im Hafen statt. Dort war es ziemlich tricky und ich legte nicht gerade meine beste Performance ab, aber das war mir egal. Am Ende wurde ich 10. in einem Weltklasse-Feld und kassierte 11 wichtige Punkte für die Qualifikation.

Als nächstes steht die Kieler Woche auf dem Plan. Auf dem Weg zu den Spielen, die nächste große Entscheidung. Dort können wieder reichlich Punkte gesammelt werden. Danach steht fest, wer zu den Pre-Olympics im August fährt.

Also vielen lieben Dank an alle, die mir die Daumen gedrückt haben und noch drücken. Das war eine super Woche in Weymouth und ich hoffe, dass es so weiter geht.

Auf bald

Eure Franzi”

Wir drücken die Daumen

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