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Bericht zum Weltcup in Medemblik

Trotz der geringen deutschen Beteiligung, ging heute ein sehr spannender und medial wirklich gut verarbeiteter Weltcup in Medemblik/NED zu ende.
Hervorzuheben ist sicher der sechste Platz des deutschen Starboot Teams Stanjek/Kleen, die ein weiteres Mal ihre gute Form unter Beweis stellen. Während gestern Abend sicherlich viele zu Hause waren und sich dem deutschen Bildungsfernsehen hingaben, habe ich an meinem Rechner gesessen und ein wirklich interessanten Medal Race gesehen. Stanjek/Kleen waren auf einem sehr guten zweiten Platz, direkt hinter dem als zehnten ins Race gegangenen Roy Heiner aus Holland. Die Freude war jedoch nur von kurzer Dauer, denn das deutsche Team wurde auf dem ersten Vorwind durch die Jury geflagged und musste einen Penalty absolvieren.
Nach vielen Winddrehern, mehreren Positionswechseln und einem sehr böigen Rennen, konnte Roy Heiner das Rennen für sich entscheiden und Stanjek/Kleen trotz des Strafkringels kamen auf einem fünften Platz ins Ziel. Jedoch nicht auf der offiziellen Liste, dort werden die beiden mit einer Disqualifikation gewertet. Ohne diesen DSQ wären die beiden einen Platz an den Medaillen vorbeigerauscht und hätten diesen Weltcup auf Platz vier beendet. Aber auch mit diesem sechsten Platz werden die beiden in Hinblick auf die „Sail for Gold“-Regatta in Weymouth sehr zufrieden sein.

Die Pressemitteilung des DSV:

Eine Woche vor dem Start der nationalen Olympiaausscheidung der besten deutschen Segler haben einige Teams des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) den 5. ISAF Sailing World Cup vor Medemblik (Holland) noch einmal zum letzten Feinschliff genutzt. Mit Frithjof Kleen/Robert Stanjek (Berlin/Audi Sailing Team Germany/NRV) und Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel/NRV) segelten beide Top-Mannschaften in die finalen Medaillenrennen der Delta Lloyd Regatta.

„Wir hatte die Chance, eine Medaille zu holen. Leider sind wir im letzten Rennen wegen angeblichen Pumpens disqualifiziert worden“, sagte Frithjof Kleen, „für uns war diese Regatta ein äußerst gelungener letzter Test. Wir haben in dieser Woche mit stürmischen Winden um 25, in Spitzen bis 35 Knoten mindestens zweierlei gelernt: Unser Boot ist fit, alles hält. Und wir sind rasend schnell vor dem Wind. Die Qualifikation kann kommen.“

Das gilt auch für die 49er-Crew Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann. Die Norddeutschen waren nach neun Rennen in das Medaillenfinale gesegelt, mussten aber im Endspurt Federn lassen und beendeten die fünftägige Serie auf Platz neun. Schadewaldt sagte: „Wir sind leider beim Start an der Ankerleine des Startschiffes hängengeblieben. Da war dann nicht mehr viel gutzumachen. Insgesamt aber war es genau richtig, diese Regatta zu segeln statt in Kiel zu trainieren. Wir haben uns wohl gefühlt, sehr viel Spaß am Regattasegeln und würden am liebsten gleich weitermachen.“ Über die Chancen seines Teams, das 49er-Ticket zu den Olympischen Spielen zu lösen, sagte Schadewaldt: „Die deutsche Gruppe der 49er-Segler ist sehr breit aufgestellt. Alle können in die Top 20 fahren. Einen klaren Favoriten gibt es nicht. Aber wir wollen das Ticket lösen und dafür alles geben.“

Für das kurioseste Ereignis sorgten vor Medemblik in den Feldern der knapp 600 Boote aus 61 Ländern Doppel-Olympiasieger Iain Percy und sein Vorschoter Andrew Simpson. Den Briten brach wie drei weiteren Starboot-Crews auf der Zielkreuz der siebten und letzten Wettfahrt vor dem Medaillenrennen der Mast. Statt aufzugeben, segelte das Duo im Handbetrieb weiter, hielt einen Teil des Segels einfach fest und sicherte sich noch Rang sieben. Die Teilnahme am Medaillenrennen wenige Stunden später mussten sie dann aber doch absagen.

Die mit Spannung erwartete dreiteilige nationale Olympiaausscheidung beginnt für Deutschlands beste Segler bei der Skandia Sail for Gold Regatta (6. ISAF Sailing World Cup) vom 6. bis 11. Juni im Olympiarevier von Weymouth und Portland. Teil zwei der Ausscheidung findet vom 18. bis 22. Juni im Rahmen der Kieler Woche (7. ISAF Sailing World Cup) im Heimatrevier statt. Die Entscheidung über die Vergabe der Olympiafahrkarten fällt vom 3. bis 18. Dezember bei der ISAF Weltmeisterschaft für alle olympischen Klassen vor Perth in Australien.

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner Hamburg) sagte: „Wir gehen derzeit davon aus, dass wir 2012 in allen zehn olympischen Disziplinen vertreten sein werden. Wir freuen uns auf eine spannende Ausscheidung und vor allem darüber, dass sie zuhause bei der Kieler Woche für die deutschen Top-Segler einen Höhepunkt erleben wird.“

GESAMTERGEBNISSE
(Disziplinen mit deutschen Startern in den Top 25)

Starboot
1. Robert Scheidt/Bruno Prada (BRA), 16 Punkte
2. Mateusz Kusznierewicz/Dominik Zycki (POL), 33 Punkte
3. Eiwind Melleby/Petter Moerland Pedersen (NOR), 35 Punkte
(…)
6. Robert Stanjek/Frithjof Kleen (Berlin), 54 Punkte

49er
1. Stevie Morrison/Ben Rhodes (GBR), 39 Punkte
2. Nathan Outteridge/Iain Jensen (AUS), 43 Punkte
3. Peter Burling/Blair Tuke (NZL), 60 Punkte
(…)
9. Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel), 112 Punkte

Laser Radial
1. Marit Bouwmeester (NED), 28 Punkte
2. Evi van Acker (BEL), 40 Punkte
3. Xu Lija (CHN), 41 Punkte
(…)
14. Lisa Fasselt (Essen), 126 Punkte

470er Männer
1. Mathew Belcher/Malcolm Page (AUS), 16 Punkte
2. Kampouridis Panagiotis/Stathis Papadopoulos (GRE), 26 Punkte
3. Sime Fantela/Igor Marenic (CRO), 28 Punkte
(…)
16. Daniel Zepuntke/Dustin Baldewein (Berlin), 74 Punkte

470er Frauen
1. Lisa Westerhof/Lobke Berkhout (NED), 15 Punkte
2. Ai Kondo/Tabata Wakako (JPN), 22 Punkte
3. Martine Grael/Isabel Swan (BRA), 33 Punkte
(…)
18. Annika Bochmann/Anika Lorenz (Berlin), 73 Punkte
21. Victoria Jurczok/Josephine Bach (Berlin), 81 Punkte

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