Yachtblick Rotating Header Image

Zusammenfassung Sydney Hobart

Riesige Welle, Sturmböen bis zu 50 Knoten und zahlreiche Ausfälle: Das Rolex Sydney Hobart Rennen ist in seiner 66. Auflage seinem Ruf als einer der härtesten Hochseeregatten der Welt mehr als gerecht geworden. Doch in großartiger Seemannschaft kämpfte das Gros der 87 teilnehmenden Crews gegen die rauen Bedingungen, die sich vor allem in der berüchtigten Bass-Straße zwischen dem australischen Festland und Tasmanien dem Feld entgegen warfen. Allen voran der 100 Fuß (30,48 Meter) lange Super-Maxi „Wild Oats XI“ von Bob Oatley (Australien), der bereits zum fünften Mal in seinem sechsten Rennen seit 2005 als erste Yacht das Ziel erreichte. Den Gesamtsieg nach berechneter Zeit holte die „Secret Men’s Business 3.5“ von Geoff Boettcher (Australien), die als 14. Yacht nach drei Tagen, 42 Minuten und zehn Sekunden im Ziel einlief. 18 Yachten mussten das Rennen aufgeben.

Zwar verfehlte Oatley den selbst aufgestellten Streckenrekord nach zwei Tagen, sieben Stunden, 37 Minuten und 20 Sekunden um rund 13 Stunden, erreichte aber dennoch dreieinhalb Stunden vor der ebenso langen „Investec Loyal“ von Sean Langman und Anthony Bell (Australien) das Ziel in der tasmanischen Hauptstadt Hobart. In einem taktisch nahezu perfekten Rennen hielt die australische Crew die Konkurrenz stets in Schach. Skipper Mark Richards war anschließend sehr glücklich und sagte: „Wir hätten kein besseres Rennen abliefern können. Hier in Hobart als erste Yacht anzukommen, ist das größte der Gefühle.“

Angesprochen auf die Niederlage im vergangenen Jahr sagte Richards: „Erster zu sein, ist verdammt viel besser. Wir sind zurück und wir sind glücklich darüber.“ Co-Navigatorin Adrienne Cahalan, die bereits ihr 19. Sydney-Hobart-Rennen bestritten hat, sagte zu den Bedingungen: „Ich denke, es war eines der härtesten Rennen, das ich je erlebt habe. Wir haben unser bestes getan und immer darauf geachtet, dass wir keinen Schaden erleiden.“ Dennoch musste die „Wild Oats XI“-Crew eine Zeitlang um den Sieg bangen. Denn im Ziel erwartete sie ein Protest der Wettfahrtleitung, da sie sich an einem Wegpunkt nicht dem Reglement entsprechend per Funk gemeldet hatte. Schließlich wurde der Protest aber abgewiesen, da es zu diesem Zeitpunkt ein Funkproblem an Bord der „Wild Oats XI“ gegeben habe.

Obwohl am Donnerstag (30. Dezember) noch einige Yachten auf dem Weg nach Hobart waren, wurde am Nachmittag die „Secret Men’s Business 3.5“ zum Sieger nach berechneter Zeit erklärt und mit dem Tattersall’s Cup und einem Rolex Chronometer ausgezeichnet, da kein Konkurrent der 51-Fuß-Yacht den Sieg mehr entreißen konnte. Eigner Geoff Boettcher hatte die Yacht 2009 umbauen lassen. Ausgestattet mit mehr Segelfläche und um einen Meter verlängert, sollte sie vor allem auf den Am-Wind-Kursen besser laufen, was sich in diesem Rolex-Sydney-Hobart perfekt ausgezahlt hat.

Entsprechend feierte Boettcher den Sieg voller Emotionen: „Es ist die Erfüllung eines lang gehegten Traumes. Schon an dem Rennen teilzunehmen, ist fantastisch, aber es zu gewinnen, ist das ultimative Ziel für australische Segel-Burschen.“ Es war das 22. Rolex-Sydney-Hobart-Rennen für den 64-jährigen Supermarkt-Unternehmer. „Es waren sehr harte Bedingungen. Solch ein Rennen zu gewinnen, ist wirklich sehr befriedigend“, sagte Boettcher.

Nach dem Start in Sydney am Zweiten Weihnachtstag hatten die Crews auf dem Weg nach Süden vorrangig mit Gegenwind zu kämpfen, und so mussten die Yachten schwer in den Wellen arbeiten. Nicht alle überstanden die raue See unbeschadet. Am härtesten erwischte es die „Yuuzoo“. Zunächst wurden zwei Mann über Bord gewaschen, konnten aber zehn Minuten nach dem „unfreiwilligen Schwimmgang“, wie es in einer Meldung von Bord hieß, wieder auf den 90-Füßer gehievt werden.

Wenig später meldete die Crew Wassereinbruch, als eine herausgebrochene Logge ein 40 Millimeter großes Loch hinterlassen hatte. Zwar wurde das Leck gestopft, doch ein halber Meter Wasser stand in dem Boot. Nachdem die Mannschaft wegen eines Elektrik-Ausfalls von Hand gepumpt hatte, musste die Yacht von Skipper Ludde Ingvall (Australien) schließlich wegen Strukturproblemen im Rumpf und Riggschaden aufgeben und den Hafen in Eden am südöstlichen Zipfel Australiens anlaufen. Ein hartes Los für den gebürtigen Schweden Ingvall, der 2000 und 2004 mit der „Nicorette“ jeweils das Rolex Sydney Hobart Race gewonnen hatte und gerade eine Meldung für den America’s Cup abgegeben hat.

One Comment

  1. Moin moin,

    ich wünsche dir und deine Co-Autoren ein frohes Neues und viel Erfolg im neuen Jahr.

    Gleichzeitig möchte ich an dieser Stelle die Möglichkeit nutzen und euch einmal ganz herzlich für eure Arbeit zu danken, mit der ihr die nicht nur uns Rostocker uns nicht nur mit Segelnachrichten bereichert und damit auch einen wichtigen Teil dazu beitragt, das Segeln auch als Breitensport populärer zu machen. Auch wenn viele euerer Berichte zugegebener Maßen nur bedingt etwas für den studentischen Geldbeutel sind, aber ohne Ziele gibt es keinen Fortschritt.

    Vielen Dank und macht weiter so!

    Dirk

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *