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Roland Gäbler kommentiert seinen Crash in Istanbul

Es hat mal wieder gekracht bei der Extreme Sailing Series, diesmal in Istanbul. Sicher generiert man so Aufmerksamkeit – der Sponsoren-Aufkleber auf dem Gehgips ist aber sicher nicht die erste Wahl um seinen Sport zu finanzieren. Auch hier hätte mehr “Bow-Volume” die Kollision möglicherweise verhindert.

Kommentar von Roland Gäbler zum heutigen Tag:

6-4-2-Crash – Alinghi hat uns versengt

Volle Geschwindigkeit in die Breitseite. Team Alinghi hat uns versengt in Istanbul. Mann über Bord. Jeder hat etwas ab bekommen. Ein Crash so wie wir in bisher nicht erlebt haben.

Nachdem wir gestern einen schwarzen Tag erlebt hatten und unsere Frustration über Nacht verarbeiten mussten wollten wir eine Revanche. Mit dem Messer zwischen den Zähnen haben wir heute alles auf Angriff gesetzt.

Riskante Starts. Präzise Manöver an den Marken. Smarte Taktik. Es passte perfekt. Platz 6-2-4 in den ersten drei Rennen des Tages. So muss eine Revanche aussehen. Offensiv und agierend.

Dann kam das vierte Rennen. Wieder ein Guter Start. Schöne Kreuz. Eine perfekte Wende auf den Anlieger zur Luvmarke und dann………. DER CRASH.

Team Alinghi kam mit voller Fahrt von Links und musste uns ausweichen. Ich sah sie kommen in letzter Sekunde. Das Goßsegel war dicht. Strömungsabriss am Ruder und dann volle Fahrt in unseren Rumpf.

Es krachte so laut. Mir blieb der Atem stehen. Unser Bowman Nicolas Hinard fiel über den vorderen Beam und schwamm unter dem Boot. Er war weg. Das Ruder hatte ihn getroffen. Hatte es ihn erwischt? Er tauchte wieder auf zwischen uns und Alinghi. Zum Glück. Er lachte. Ich war auf dem Weg ins Wasser zur springen und ihn zu retten. Die Angst schoss mir durch den Körper. Doch er tauchte wieder auf.

Dann ging es nur darum das Boot zu retten. Schnell kam das Schlauchboot vom Team Oman und wir fixierten es am Heck wo Alinghi uns getroffen hatte. Wir waren dabei zu sinken. Das Loch ging bis zum Kiel. Das Wasser schoss in den Rumpf.

Mit acht und krach schafften wir es zum Kran. Angehängt. Das Boot war sicher. Das Wasser lief wieder aus dem Rumpf raus. Es konnte nicht mehr sinken.

An Land mussten wir uns erst einmal sammeln. Alles waren Ok. Die Schulter von Bruno war blau. Meine Wade blutete leicht. Nicolas tat der Rücken weh. Sebbe hinkte weil das Knie wehtat. Aber wir alle waren heile an Land und mussten diesen Schock erst einmal verdauen.

Morgen früh müssen wir weiter sehen. Ist der Rumpf noch zu retten, oder ist das Rennen vorbei? Wir melden uns.

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