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Ausversehen in Richtung Arktis gesegelt …

… oder auch “planlos im Südatlantik”

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Die folgende Story ist genau die Art Segelgeschichte die ich mag und der Grund warum es Yachtblick gibt. Bei der aktuellen Ausgabe des Mini-Transat trudeln so langsam die letzten Boote im Ziel ein. Normalerweise nimmt man nach dem Einlaufen der ersten Drei und nach der Zieldurchfahrt des ersten Landsmannes keine Notiz mehr vom Rest des Teilnehmerfeldes. Dieser Fakt war auch Alexandre Scrizzi klar, doch er schaffte es zum Ende der Regatta noch einmal die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Wie er das gemacht hat? Er fuhr einen kleinen Umweg in Richtung Arktis.

Die Rennleitung hatte sich wohl schon länger über den Kurs fernab des restlichen Feldes gewundert und nachdem man seit Sonntag keine signifikante Kursänderung mehr hatte feststellen können, machte man sich natürlich sorgen um das Leben von Alexandre Skrizzi. Aus diesem Grund charterte die Rennleitung ein Flugzeug um nach der „Phoenix“ zu sehen. Aus der Luft sah man, dass die Yacht mit gerefftem Groß und Spi unter Autopilot einsam ihren Weg fortsetzte. Kein Lebenszeichen des Skippers. Auch ein, von der brasilianischen Airforce, eingesetztes Suchflugzeug konnte kein Lebenszeichen auf dem Boot ausmachen. Die Rennleitung musste vom Schlimmsten ausgehen.

Gestern, um 15 Uhr deutscher Zeit, kam die erlösende Nachricht! Auf dem Racetracker konnte man sehen, dass Skrizzi eine Halse gefahren war und nun wieder Kurs auf Südamerika nahm. Unwahrscheinlich, dass die Yacht es allein auf den anderen Bug geschafft hatte, der Skipper musste also noch am Leben sein.

Einige Zeit später und etwa 310 Meilen südwestlich des Zielhafens, erreichte ihn ein Schiff der brasilianischen Marine und konnte Funkkontakt herstellen. Die Lösung des Rätsels: Skrizzis GPS-System hatte bereits auf der Nordhalbkugel den Geist aufgegeben. Er zeigte sich nach Angaben der Marine sichtlich überrascht darüber, dass er sich 400 Meilen südlich der angenommen Position befand.

Laut Regelwerk dürfen die Skipper beim Mini-Transat kein Satellitentelefon bei sich haben, auch die Reichweite der UKW-Funkanlage ist auf maximal 20 Seemeilen begrenzt. Es war aus diesem einfachen Grund nicht möglich Herrn Skrizzi auf seinen Irrtum hinzuweisen.

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