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Hanseboot 2009! Der kleinste Yachttester der Welt!

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Der junge Mann oben im Bild ist Henri. Der Vater Nautiker und mich zum Patenonkel, ein bisschen „Yachti“ wurde ihm also schon in die Wiege gelegt. Henri hat mich ein paar Stunden über die 50. Hanseboot begleitet und wie sich herausstellte, hat die Yachtszene in ihm einen der unbestechlichsten und härtesten Kritiker aller Zeiten gefunden.

So war es nicht verwunderlich, dass die neuen Modelle von Hanse Yachts sogar Tränen verursachten, wie uncool ist denn bitte eine Segelyacht ohne richtigen Kartentisch, keine Knöpfe und Displays im Schiff, das musste bei dem jungen Tester durchfallen. Auch mich hat Hanse eher enttäuscht, ich nehme an, man sieht seine Kunden hier bei den Charterfirmen im Mittelmeer, für schweres Wetter in Nord- und Ostsee ist das neue Interieur sicher nicht mehr geeignet. Nach einer kleinen Pause im letzten Jahr war Dehler wieder vertreten und erweiterte das Hanse Portfolio um sehr durchdachte Segelyachten. Bei Dehler enttäuschte einzig das Personal, auf einer Messe über die Mitbewerber im Markt herzuziehen ist ganz schlechtes Tennis, das hinterlässt keinen guten Eindruck!

Die von Bruce Farr gezeichnete Bavaria 55 löste auch Tränen und großes Geschrei bei unserem Nachwuchstester aus, Grund dafür war aber weniger die Yacht selbst, sondern eher ein gehetzter Messebesucher, der dem kleinen Mann die Finger in der Tür eingeklemmt hatte. In Bezug auf Verarbeitung und Konzept gibt es an den neuen Modellen aus Giebelstadt nix auszusetzen, bei Preis/Leistung sowieso nicht. Einzig der Fußboden der 55 und der neuen 32 ist die totale Katastrophe! Die Maserung des Holzbodens erinnert stark an das Linoleum in Erichs Plattenbauten!

Meine persönlichen Messefavoriten sind auch in diesem Jahr wieder Comfortina  und Nordship! Yachten im mittleren Preissegment die alles richtig machen.

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Henri bei Najad, die “Haptik” der Leder überzogenen Griffe hat ihn überzeugt!

Ganz besonders überzeugt zeigte sich der kleine Mann von Najad und Hallberg Rassy, von letzterer war Henri kaum weg zu bekommen, böse Zungen könnten behaupten es lag einzig am laufenden Fernseher, aber das glaube ich nicht. Warum allerdings in einer Yacht dieser Preisklasse ein Fernseher von Samsung verbaut ist, kann ich nicht nachvollziehen. Loewe darf es für knappe 700.000 Euro mindestens sein. Nach wie vor finde ich bei den beiden Schweden die Preisgestaltung absolut ungerechtfertigt. Sicher ist Hallberg Rassy „state of the art“ im Segelyachtbau, doch verglichen mit einer Comfortina ist die Hallberg Rassy fast doppelt so teuer, versucht man das in ein Verhältnis zu setzen, müsste sie doppelt so gut sein, für mich geht diese Rechnung bei den Schweden nicht auf.

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Enttäuschend auch die Yachten bei unseren französischen Großserienfreunden. Hier bot sich mir ein ähnliches Bild wie bei Hanse, Yachten die nur für den Schönwetter-Segler gebaut werden. Da sieht man fummelige Verschlüsse am Kühlschrank, einklappbare unbequeme „Hocker“ am Kartentisch oder zwei Türen die nebeneinander in die Selbe Kabine führen. Alles in allem hatte ich den Eindruck, dass man hier nicht mit den Top Ausstattungen angetreten ist. Wenn doch, umso schlimmer!

Den absoluten „Anti-Service“ lieferte in diesem Jahr Nautor’s Swan ab. Mir ist schleierhaft, wie man mit derartig ungeschickt agierenden Hostessen eine Yacht dieser Preisklasse verkaufen kann.

Mein persönliches Messe Highlight war die Pacer 376, eine einfach aber elegant ausgebaute Yacht, deren Rumpf hohe Geschwindigkeiten verspricht. Eine Rennziege im mittleren Preissegment, wenn sich dafür keine Kunden finden, dann weiß ich auch nicht mehr. Da man mich auf ein Probesegeln für die „Presse“ hingewiesen hat, bin ich mir sicher, dass es hier noch einen ausführlichen Artikel zur Pacer geben wird.

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Den Abschluss fand Henris Rundgang bei einem Besuch am Stand von Laser Deutschland, hier kümmerte sich der Chef selbst, eloquent und freundlich wie immer, um den Nachwuchssegler. Wie die Bilder zeigen, war Henri mit den Einsteigerboot „Bug“ trotz intelligenter Detaillösungen nicht so zufrieden, der etwas größere „Pico“ hingegen hatte es ihm angetan!

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Auch wenn das auf der hohen Kante schon gut aussieht, in den nächsten 4 Jahren wird sich Henri noch mit dem Spielzeug Opti begnügen müssen.

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Für den kleinen Yachttester war der Rundgang hier vorbei, für uns ging es noch weiter zur Messeparty. Das Team vom Jugendsegelprojekt Utsider hatte zur Standparty geladen. Da blieb kein Auge, und vor allem kein Gaumen trocken.

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Ein interessanter Tag fand hier, mit noch viel Interessanteren Gesprächen, seinen Ausklang. Herrn Petersen von Baltic Yachting in Kappeln habe ich dabei als sehr interessanten Gesprächsparter in Erinnerung und auch mit Martin von www.ostsee-action.de gab es regen Gedankenaustausch. Bei letzterem handelt es sich um den Betreiber eines Blog, der sich neben dem Wind- und Kitesurfen, vor allem auch mit Offshore Events wie dem Volvo Ocean Race beschäftigt.

ostseemeetsyachtblick

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4 Comments

  1. Erik R. sagt:

    Toller Beitrag, gefällt mir!

  2. [...] da mal „nach-testen“. Wo ist Freitagabend (29. Januar) Stand-Party? Freibierstifter werden im Messe-Artikel erfahrungsgemäß lobend [...]

  3. [...] da mal „nach-testen“. Wo ist Freitagabend (29. Januar) Stand-Party? Freibierstifter werden im Messe-Artikel erfahrungsgemäß lobend [...]

  4. [...] hier zu Lande kennt kaum einer das Volvo Ocean Race, was ich wirklich schade finde. Einen witzigen Bericht von der Hanseboot gibt es unter anderem auf yachtblick.de Halle B5 Hanseboot [...]

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