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Meilensteine im Yachtbau – Teil 3 – Asean Lady

Ich habe vor einiger Zeit über den X-Bow berichtet, eine Bugform, die es Schiffen ermöglichen soll besser durch Wellen zu schneiden und damit den ungeliebten Fahrstuhleffekt zu minimieren. Ein weiterer Ansatz bequemer reisen zu können, als es andere Yachteigner tun, ist die Konstruktion des Rumpfes als Proa. Diese Rumpfform ist auf die Auslegekanus der polynesischen Ureinwohner zurückzuführen. Anders als bei Katamaranen sind bei der Proa die Rümpfe ungleich groß. Man unterscheidet zwischen der polynesischen (fliegenden) Proa und der atlantischen Proa, je nach dem ob der kleinere Rumpf in Luv oder Lee gefahren wird. Da durch den Ausleger der Schwerpunkt des Bootes optimiert verlagert wird, können mit einem derartigen Rumpf unter Segeln höhere Geschwindigkeiten erreicht werden als bei einem Einrumpf. Für die polynesischen Eingeborenen war sicher auch die Kentersicherheit in der Brandungszone ein Grund sich für die Auslegekajaks zu entscheiden.

Der CEO der Chinesischen Werft Yantai Raffles, Brian Chang, wagte den Versuch sich eine Motoryacht auf Basis des Proa Rumpfes von seiner Werft bauen zu lassen. Chang wollte eine Yacht, die auch rauem Wetter widerstehen kann. Mit dem schadlosen Überstehen des schweren Tsunami in Phuket 2004, hat die Asean Lady die Hoffnung von Brian Chang wohl bestätigt. Zu den technischen Details: die Asean Lady ist 88 m lang, 21.2 m breit und wird von nur einer 2000 PS starken Maschine sowie einem 600 PS Bugstrahlruder angetrieben. Mit diesen erreicht die Yacht bis zu 15 Knoten Marschfahrt und hat eine durchschnittliche Reichweite von 10000 Seemeilen. Auf der von Meer & Yachten veröffentlichten Liste der 100 längsten Motoryachten vom Mai 2009 nimmt die Asean Lady den 29. Platz ein. Mag diese Yacht auch Vorteile in ihrer Seegängigkeit haben, so würde ich mich schon aus ästhetischen Gründen gegen diese Art der Rumpfform entscheiden.

Bildquelle: http://yachts.monacoeye.com/index.php

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