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Crowdsourcing: Helft mir ein Schiff zu bauen!

Das Yachtblick schon seit einigen Wochen auf „Schmalspur“ läuft, liegt in erster Linie daran, dass ich momentan mit der Vorbereitung auf meine letzten Prüfungen und mit dem Schreiben meiner Thesis beschäftigt bin.

Im Rahmen dieser Thesis arbeite ich gerade an der Planung für einen ca. 30 m langen Katamaran für einen Binnensee mit. Das Schiff ist knappe 10 m breit und es gibt keine Möglichkeit es auf dem Wasserweg von der Werft zum Fahrgebiet zu transportieren. Aus diesem Grund muss der Katamaran also teilbar/zerlegbar sein … sozusagen ein 30 m langer Hobie.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass das Unterwasserschiff mindestens alle 5 Jahre auf Helling inspiziert werden muss. Blöderweise gibt es an dem See keine Werft, die in der Lage ist ein 10 m breites Schiff mit einer Verdrängung von 150 Tonnen aus dem Wasser zu heben – ein weiterer Grund für die Teilung.

Derzeit schreibe ich über die Möglichkeit beide Rümpfe abzukoppeln um sie einzeln aus dem Wasser zu heben.  Jeweils einen der Rümpfe schafft der größte Travellift am See gerade so – die Rümpfe müssen also einfach nacheinander gewartet werden.

Der findige Mitdenker erkennt hier schon das Problem – was mache ich mit dem „Rest“ des Schiffes, wenn der eine Rumpf an Land steht. Ich habe es noch nie probiert, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass ein Katamaran mit nur einem Rumpf eine recht ungünstige Schwimmlage einnimmt.

Recherchen haben ergeben, dass es am See auch keine Schwerlastpier gibt, auf der ein mobiler Kran stehen kann um das „Restschiff“ an den Haken zu nehmen. Die Möglichkeit Pfähle in den See zu Rammen und das „Restschiff“ daran aufzuhängen finde ich äußerst unelegant. Einfach einen dritten „Rumpf“ zu bauen erlaubt der knappe Kostenrahmen nicht.

Ich hoffe deshalb, dass ihr mir helfen könnt. Wäre gut wenn die Bastler und die Kreativen unter euch mal ihre Gedanken spielen lassen könnten und sich eine Diskussion über die Kommentarfunktion entwickeln könnte. Hier sind auf jeden Fall außergewöhnliche Lösungen gefordert und daher kann aus jeder noch so absurden Idee ein Konzept entstehen … deshalb keine falsche Scheu!

Der fleißige Helfer hat nicht nur meinen ewigen Dank sicher, sondern kann von mir auch gerne in Form eines Artikels ein wenig Aufmerksamkeit für sein Projekt, seinen Verein oder seine Firma haben.

P.S. Nachtrag aus aktuellem Anlass! Ich schreibe keine Doktorarbeit und im Gegensatz zum Abschreiben ist es erlaubt Ideen im “Team” zu entwickeln. Im übrigen glaube ich nicht, dass derjenige Welcher wirklich abgeschrieben hat … so doof ist der nicht. Ich will ja hier nix unterstellen, aber es wundert mich doch, dass noch niemand nach einem Ghostwriter gesucht hat. Denkt mal drüber nach.

22 Comments

  1. Claus Müller sagt:

    Wie wäre es das Mittelschiff mit ausfahrbaren Beinen/Stützen auszurüsten, mit deren Hilfe das Mittelteil während der Werftzeit der Rümpfe an einer geschützten Stelle des Sees aufgebockt/abgestellt werden kann?

    Aufbocken, Rümpfe ausschwimmen, Klasse machen und dann wieder zurück….

  2. Tommy sagt:

    Hallo Claus,

    darüber habe ich auch schon nachgedacht – um nicht die ganze Zeit zusätzliches Gewicht spazieren zu fahren, gingen meine Überlegungen in Richtung “mobiler Dalben” – also einfach im See abstellen – Schiff drauf – Inspektion – “mobile Dalben” wieder raus und an land.
    Ein Wasserbauer wies mich aber darauf hin, dass der schlammige Seegrund so etwas niemals halten würde. Die Stützen würden während der 2-3 Tage Wartung immer weiter absinken. Natürlich könnte man wie bei einem JackUp die Stützen nachsetzen und so das Schiff in Waage halten – aber man muss sie dann halt auch wieder raus bekommen und die ganze Sache wird bannig teuer.
    Nichtsdestotrotz ein Gedanke den ich irgendwie wieder mit aufnehmen werde.

  3. Andonis Warsakis sagt:

    Hi Tommy,

    was hälst du von folgender Idee: Du schreibst, dass dein Hauptproblem ist, die Stabilität (Schwimmfähigkeit) des verbleibenden Schwimmers hin zu bekommen, nach dem der erste Schwimmers über Kran an Land kommt. Evtl. Luftkissen!! Ich stelle mir da ein Schlauchbootartiges Gefährt vor, dass den verbleibenden Schwimmer, für die Zeit des abgekoppelt seins, auf dem Wasser stabilisiert. Hab das beim Bund erlebt. Dort gibt es extra dafür “Schlauchboote” die aussehen wie riesige Raftingboote, mit denen man Schwimmbrücken baut. Darüber fahren dann LKWs und Panzer!! Die werden übrigens oft gebraucht über die einschlägigen Versteigerungsplattformen, angeboten.

    Du weisst ja, mein Gebiet sind die Schlauchboote, da war das meine erste Eingebung. Vielleicht hilfts weiter! Viel Erfolg ;-)

    Herzliche Grüße, Toni Warsakis

  4. Andonis Warsakis sagt:

    und hier was aktuelleres von DSB (Deutsche Schlauchboot GmbH) die machen die Schlauchboote und schwimmenden Pontons der Bundeswehr.

    http://www.deutsche-schlauchboot.de/de/products/default.asp?familyId=57&categoryId=111&subCategoryId=128

  5. Tommy sagt:

    Hi Toni,

    die Idee gefällt durchaus – den Gedanken an ein großes Gummikissen hatte ich gleich wieder verworfen, denn extra eins dafür zu bauen wäre zu doll gewesen und nach 5 Jahren im Schuppen ist sowas im Guten ja auch nicht mehr einsetzbar. Die Tatsache, dass es sowas gibt und die Truppe das einsetzt, ermöglicht es natürlich auf bestehende Ressourcen zurück zu greifen und schon steht die Sache in einem neuen Licht. Gute Idee – Dank an den Schlauchbootpapst =)
    Um die Schwimmer abnehmen zu können bzw. wieder anzubauen müsste das alles zwischen den Rümpfen stattfinden und da sind dann höchsten 3 m Platz. Ich kann auch gerade noch nicht einschätzen wieviele solcher Teile ich bräuchte um ca. 75t fehlenden Auftrieb (ja ich weiß den gibt man in Newton an) zu kompensieren.
    Das muss ich auf jeden Fall mal noch zu Ende denken und auch diese Idee findet Eingang in meine weiteren Überlegungen.

    Gruß und Dank

  6. Tommy sagt:

    Ich glaub mit den DSB-Jungs muss ich Montag mal telefonieren …

  7. Fridtjof sagt:

    Mhh, schwierig! Du meintest ja selbst absurde Ideen sind gefragt. Mic h”stört ” schon seit langem, dass Katamarane(und Multihulls allgemein) so breit sind. Was auf dem Wasser und bei der Benutzung ohne Frage sinnvoll ist, stellt beim “einfach nur im Hafen liegen” und deinem Beispiel ein Problem dar.

    Meine Idee:
    Könnte man einen Katamaran ähnlich arrangieren, wie ein zusammenfaltbarer Kinderwagen, vielen auch als Sportkarre bekannt, so könnte man solchen Platzprobleme (wie ich finde) elegant ausweichen.
    Auch wäre kein weiteres Material, wie obig genannte Stelzen oder Schlauchboote(obwohl ich diesen Vorschlag richtig klasse finde -> einfach), nötig.
    Die beiden Schwimmkörper würden dicht beieinander liegen und so könnte das ganze Schiff evtl. mit einem Trailer abtransportiert werden. (wobei ich nicht weiss, ob es dafür nicht zu schwer ist).

    naja ist wie gesagt nur eine Idee und auf die schnelle entstanden.

  8. Tommy sagt:

    Hallo Fridtjof,

    … aber genau für die schnelle Ideen bin ich dankbar.
    Der Travellift hebt nur 90 t und 150t auf n Trailer ist glaub ich zu viel. Dazu kommt das der Travellift auch nur ca. 5,50 m breit ist – ein Schwimmer ist ungefähr 3 m breit.
    Auch wenn ich die Rümpfe zusammenschiebe, ähnlich wie beim Corsair Dash Trimaran (Testbericht habe ich vor ein paar Tagen online gestellt), bleibt mir ja noch die Breite vom Aufbau die ich nicht zusammen schieben kann.

  9. jens sagt:

    hi Tommy,

    Ich weiß nicht wie deine Konstruktion aussieht aber ich weiß das es bestimmt nicht ganz einfach ist ein Katamaran von 150t zusammenzusetzen das brauch eine exakte Ausrichtung usw. ich bin froh das ich das nur einmal machen musste bei der Planetsolar. Das alles noch im Wasser mit Wetter, Wind und Welle, halt ich für sehr bedenklich. Aus meiner Sicht musst du ein Weg finden das Ding mit zwei Autokränen aus dem Wasser zubekommen. Zu not musst du der Gemeinde mal was Gutes tun und ein Platz Betonieren wo das Kranen möglich wird, 150t ist auch nicht die Hürde.

    Andernfalls Luftkissen ist ne Idee aber damit eine gute Ausrichtung hinzubekommen halt ich für schwierig. Das heißt das du mindestens 4 Luftkissen brauchst die du alle im kleinsten Bereich Druckregel kannst. Das geht sicher auch ins Geld.

    Viel glück !!

  10. Tommy sagt:

    Moin Jenner,

    für die Verbindungselemente gibt es schon ein paar Überlegungen mal schauen ob ich die hier irgendwann mal noch thematisiere. Auf jeden Fall ist die Verbindung so vorzusehen, dass sie sich beim zusammenbauen selbst zentriert/einpasst. Da gibt es aber schon 1-2 einigermaßen kluge Gedanken zu. Du hast natürlich recht, dass die Aufhängung dann so aussehen muss, dass da Feinjustierung möglich ist. Die Geschichte mit den Luftkissen passt da leider nicht so ganz dazu.

    Wo treiben sich die Turanor und du gerade rum? Hab die Bilder von der schlafenden Robbe bei Facebook gesehen – gibts da nen Bericht dazu?

  11. jens sagt:

    Sind Mitten auf dem Pazifik, haben in den letzten tagen Rekord der laengsten Reise mit einen Solar-Fahrzeug gebrochen (9364nm)! Bericht liegt schon bei Moellus.

  12. Tommy sagt:

    Wie habt ihr denn bei der Turanor die Rümpfe mit dem Schiff verbunden? Also wie stellt man sich die Verbindung vor? Flansch? Stehbolzen?

    Herzlichen Glückwunsch und Dank für den Bericht.
    Grüße ans Team von Yachtblick … besonders an die Frau die die Uhren verteilt =)

  13. jens sagt:

    Da die ganze Yacht aus Kohlefaser besteht sind auch die Verbindungen der Schwimmer an die Beams und an Hauptrumpf aus Kohlefaser Konstruiert.

    Ich schau mal was wir mit Candino Regeln koennen.

    Wir haben heute die 10000nm Marke gecknack!!

    Gruss von der Crew der Planetsolar

  14. Tobi sagt:

    Hi Tommy,

    cooles Thema für deine Thesis. Ich habe 2 Ideen:
    1. Wenn Dein Kat nur 2,5m lang wird, dann kannste den auf jeden Tieflader packen ;-)
    2. Warum nicht gleich “Schlauchbootschwimmer”-einfach nach 4 Jahren Luft ablassen und mit dem “Restrumpf” in die Werft

    PS:
    Wenn das Schiff nicht zur Werft kommt, dann muss die Werft halt zum Schiff…..viellceicht kommt Dir dabei ein Einfall?

  15. Tommy sagt:

    Der breiteste Zugang zum Gewässer ist 5,20 m breit … mit Werft kommt zu Schiff ist mal schlecht. Das Schiff ist ca. 30 m lang wie kommst du 2,5 m? 200 Passagiere auf 2,5 m … hmmm wird eng!
    Schlauchtbootschwimmer … wo pack ich meine Antriebe hin? Das geht so nicht!

  16. Fridtjof sagt:

    nach weiteren “Bilder gucken” kam mir noch eine Idee, da das mit dem zusammenfalten bei der Größe auch schwer wird.

    Wäre es möglich den Katamaran so zu splitten dass er aus 3 selbstschwimmenden Teilen besteht? Man muss ja nicht damit fahren, sie sollen einfach nur im Hafen des Binnengewässers liegen/schwimmen und auf den Abtransport warten.
    Oder anders gesagt wieviel minimalen Auftreib bräuchte der die beiden Schwimmer verbindende Aufbau um sich selbst zu tragen.
    Wenn der Mittelteil selbst (oder mit ein bischen Hilfe) schwimmend sei so könnte man ähnlich einem Reifenwechsel beim Auto vllt mit dem Travellift einen Schwimmerwechsel hinbekommen…

  17. Sven sagt:

    Warum nicht mal quer teilen…so wie auch die Containerriesen etc. zusammengebaut werden.

    Die 3-4 Einzelteile – 10m breit und 8-10m lang – schwimmen alleine und können mit Kran (50 to) rausgehoben werden. Die stehen dann auch alleine an Land.

  18. Tommy sagt:

    Ich habe aber keinen Kran nur einen Travellift und da bekomm ich die 10×10 Klumpen nicht rein und durch die Schleuse bekomm ich sie auch nicht.

  19. Olli sagt:

    Kannst Du nicht auf einer Rampe mit “Panzerrollen” und einer Seilwinde den Katt aus dem Wasser ziehen?
    Dann können beide Rümpfe gleichzeitig kontroliert werden.

    In Schilksee würde das klappen.

  20. Olli sagt:

    Kannst Du nicht auf einer Rampe mit “Panzerrollen” und einer Seilwinde den Katt aus dem Wasser ziehen?
    Dann können beide Rümpfe gleichzeitig kontroliert werden.

    In Schilksee würde das klappen.

  21. Claus Müller sagt:

    …also, ich würde nochmal über die “mobile Dalben” – Lösung nachdenken!

    Man könnte am unteren Ende große Teller/Füße anbringen, dann sackt das ganze auch nicht so schnell weg.

    Und zum rausziehen, werden die einfach mit einem C-Schlauch wieder freigespült….

    …ich denke, das könnte klappen!

    Was für einen Antrieb bekommt der Kat? Ich denke, man könnte ihn wunderbar solar-elektrisch betreiben!

    SG,

    Claus

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