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Christina O – Teil 3

„Christina“ die Mutter aller Superyachten – 1. Teil

Christina O – Teil 2


Im ersten Teil dieser Artikelserie berichtete ich bereits darüber, wie aus der kanadischen Fregatte die erste Luxusyacht nach dem 2. Weltkrieg wurde. Bei den Umbauarbeiten in den 50iger Jahren wurde Christina von 91,8 m LOA auf 99,6 m verlängert. Diese Verlängerung wurde nicht aus Platzgründen vorgenommen, sondern war dem Umbau der Heckpartie zum Kanu-Heck geschuldet. Wie ebenfalls bereits berichtet, verschlang dieser gewaltige Umbau etwas über 4 Millionen US-Dollar. Egal ob auf seiner griechischen Privatinsel oder in Monaco, Onassis liebte seine Yacht, sie war für ihn sein zu Hause und deshalb hütete er sie wie seinen Augapfel. Ein Crewmitglied soll einst gesagt haben:

“You could smash up a $20,000 speedboat into pieces and not a word would be said, but spit on the Christina’s deck, and you were out of a job.”

Auf den Internetseiten der Süddeutschen Zeitung gibt es ein Interview mit dem ersten Kapitän der Christina, dem Deutschen Sven Thienemann. In diesem Interview sagt dieser:

„An einem Morgen kam er nach einer Party aus seiner Suite auf dem Oberdeck und sagte nur: Das sind alles Schweine. Auf unserem wunderbar weißen Deck waren nämlich Ölflecken, von Oliven in Öl. Ab sofort gab es keine Oliven in Öl mehr auf den Partys. Wenn einer gewagt hätte, ein Streichholz oder gar eine Zigarette an Deck auszutreten, den hätte er zur Sau gemacht! Auch wenn es Churchill gewesen wäre.“


Mit dem Tod des Eigners, im Jahre 1975, starb auch die Christina und ihr Mythos drohte in Vergessenheit zu geraten. Seiner Tochter Christina, nach der Onassis seine Yacht einst benannt hatte, wurde die Yacht überschrieben. Doch bereits im Jahre 1978 verschenkte diese die Yacht an die griechische Regierung in der Hoffnung, dass Christina als Präsidentenyacht neue repräsentative Zwecke erfüllen könne. Leider wurde die „Argo“, wie die griechische Regierung das Schiff nannte, nur selten benutzt und drohte zu verfallen.

In den frühen 90igern versuchte eine spätere Regierung die Christina für 16 Millionen US-Dollar zu verkaufen. Interessenten gab es zwar, aber niemand wollte soviel Geld für etwas ausgeben von dem er sich sicher sein konnte, dass die Kosten für das Refit die der Anschaffung noch um ein vielfaches Übersteigen werden. Es sollte fast ein Jahrzehnt dauern, in dem der Preis immer wieder nach unten korrigiert wurde, bis man einen passenden Eigner für die verfallende Staatsyacht gefunden hatte. Erster vermeintlicher Käufer war der Amerikaner Alexander Blastos, der Christina für 2,2 Millionen Euro erstehen wollte, doch bereits der erste Check über die Anzahlung in Höhe von 10 % der Kaufsumme platzte. Blastos wurde in diesem Zusammenhang einige Zeit später zu einer Haftstrafe wegen Missbrauchs elektronischer Daten verurteilt.

Rettung für die Christina war zu diesem Zeitpunkt aber schon nicht mehr all zu weit; nur 2 Jahre später kaufte der Grieche John Paul Papanicolaou die Yacht. Papanicolaou ist ein griechischer Geschäftsmann, der seine geschäftlichen Wurzeln ohnehin in der Seefahrt hat. Als Freund der Familie Onassis kannte er die Yacht bereits aus besseren Tagen, er hatte als kleiner Junge einen Urlaub auf der Yacht verbracht. In den Folgejahren machte er das Refit zu seiner ganz persönlichen Aufgabe, er sollte ein Ergebnis erreichen, das den früheren Eigner wahrscheinlich selbst schwer beeindruckt hätte.

Bilder: Süddeutsche Zeitung; Monacoeye; Viktor Lenac Shipyard

Christina O – Teil 4

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