Wie Megayachtnews.org berichtete, hat die Italienische Steuerbehörde die 62 Meter lange “Force Blue” am vergangenen Donnerstag vor der Küste von La Spezia aufgebracht. Die Yacht gehört dem Italo Playboy Flavio Briatore. Die Unschuldsvermutung scheint in Italien nicht unbedingt gängiges Mittel der Strafverfolgung zu sein, denn die ensprechende Behörde hat kurzerhand das Videomaterial dieses Einsatzes veröffentlicht. Als das Schiff geboardet wurde, befand sich der Eigner selbst nicht an Bord, nur seine Frau und sein 2 Monate alter Sohn.
Der Vorwurf der Steuerhinterziehung ist für niemand, der sich schon mit Megayachten beschäftigt hat, eine wirkliche Überraschung. Die auf den Cayman Islands registrierte Yacht ist natürlich als Charteryacht (12 Gäste) ausgeschrieben. Der Preis pro Woche soll bei 225.000 $ liegen. Offensichtlich hat sich Herr Briatore so oft von der Boulevard-Presse, die vom zuständigen Steuerfahnder gelesen wird, ablichten lassen, dass sich in der Behörde der Verdacht regte, dass die Yacht mehr privat genutzt als verchartert wird.
Sollten die Ermittlungen diese Vermutung bestätigen, darf Briatore als EU-Bürger seine Yacht nicht in die Europäische Union einführen, ohne die Mehrwertsteuer zu bezahlen. Wieso hier bei einem geschätzen Yachtwert von 20 Millionen € (ich glaub es ist mehr) eine Forderung von 4 Millionen € zustande kommt, ist mir allerdings nicht ganz klar.
P.S. Liebe segelnde Steuerberater, sollte ich in diesem Artikel Unsinn erzählen, empfehle ich euch die Kommentarfunktion! Danke!

Die Mehrwersteuer in Italien beträgt 20 %, also werden bei einem angenommenen Wert von 20 Mio (was auch der tatsächliche Marktwert sein dürfte) rund 4 Mio an Mwst. fällig. Dazu wird aber vermutlich noch eine saftige Strafe in möglicherweise gleicher Höhe kommen.
… ähm stimmt! Die 20% Rechnung war jetzt tatsächlich nicht so schwer =)