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Barcelona World Race

Zusammenfassender Filmbericht zum Barcelona World Race

Boris Herrmann und Ryan Breymaier haben das Barcelona World Race auf Platz 5 beendet! Herzlichen Glückwunsch! An dieser Stelle sei auch einmal Neutrogena für das Sponsoring gedankt … Segeldeutschland ist jetzt ein besserer Ort! Interessant finde ich die Frage, die der Film am Beispiel von Iker Martinez und Xabi Fernandez aufwirft, ob die Entwicklungen bei den modernen Offshore-Rennern, die Zeit der alten Salzbuckel ein für alle mal beendet haben.

Filmischer Zwischenbericht zum Barcelona World Race!

Vielleicht mag es daran liegen das man das Treiben von Boris Herrmann intensiver verfolgt, aber ich habe auch den Eindruck, dass die Medienarbeit der Jungs generell nicht von schlechten Eltern ist. Auf dem Wasser läuft es aber auch! Boris und Ryan kämpfen sich kontinuierlich nach vorn. Wenn ihr euch wirklich für das Rennen interessiert, dann empfehle ich euch das Rennen bei den Segelreportern zu verfolgen. Ich weiß nicht, ob es schon einmal im deutschen Sprachraum eine ähnlich kurzweilige und kontinuierliche Berichterstattung von einem Offshore-Rennen gegeben hat. Gute Arbeit meine Herren!

Filmbericht zum bisherigen Verlauf des Barelona World Race

Seine Blinddarm OP hat Alex Thomson überstanden, doch auf seinen geplanten Wechsel auf Höhe der Kapverden wird er wohl verzichten. Alex hat vor ein paar Tagen ein Kind bekommen, bei dem nun ernsthafte gesundheitliche Probleme aufgetreten sein. Kollege Carsten beschreibt diesen neuerlichen Unglücksfall im Hause Thomson sehr treffend: “Die Wettfahrtleitung hat die Frist für Alex Thompsons Wechsel an Bord angesichts der Umstände verlängert. Aber das dürfte den Briten kaum noch interessieren. Wie unwichtig plötzlich eine Wettrennen um die Welt werden kann…”

Wir wünschen dem kleinen Thomson von Herzen gute Besserung!

Den ersten Ausfall aufgrund technischer Probleme liefert das Team „Président“ um den französischen Skipper Jean Le Cam und sein spanischer Co-Skipper Bruno Garcia. Bei etwa 19 Knoten Wind wurde die IMOCA 60 von einer Welle getroffen und verlor daraufhin ihr Rigg – den Seglern ist glücklicherweise nichts passiert.

Auch das 2. platzierte Favoritenboot “Foncia“ mit Michel Desjoyeaux und François Gabart aus Frankreich, meldet einen Schaden nach einer Kollision mit einem unbekannten Gegenstand. In Recife/Brasilien planen die beiden einen Reparaturstop – wir wünschen gutes gelingen!

Manchmal hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu!

Natürlich sind wir alle aufgeklärte Segler des 21. Jahrhunderts und keine mittelalterlichen abergläubischen Fischer. Wenn es aber so etwas wie den Klabautermann gibt, dann muss Alex Thomson mit seiner Frau geschlafen haben.

23 Tage vor der Vendée Globe 08/09 ist ihm ein Fischerboot in die Steuerbordseite seiner IMOCA 60 Hugo Boss gefahren – nach unzähligen Nachtschichten konnte das Boot zwar repariert an den Start gehen, ein Riss gegenüber der eigentlichen Unfallstelle führte aber schlussendlich 3 Tage nach dem Start dazu, dass er dieses Rennen aufgeben musste. Bei der Vendée 04/05 waren es, soweit ich mich erinnere, Probleme mit dem Kiel, die ihn zur Aufgabe zwangen.

Morgen um 13 Uhr startet die 2. Ausgabe des Barcelona World Race. In einem Satz: 2 Segler, eine Imoca 60 und einmal Nonstop um die Welt. Insgesamt nehmen 15 Boote teil, macht 30 Segler … und jetzt dürft ihr Raten, wer 2 Tage vor dem Start eine Blinddarmentzündung bekommen hat und operiert werden musste!

Auf seiner Facebook-Seite war vorhin zu lesen:

First thing this morning the HUGO BOSS Sailing Team made a formal request to the Race Organisation for the temporary substitution of skipper Alex Thomson who underwent emergency surgery yesterday. This will enable the HUGO BOSS yacht to start the race on 31st December with the rest of the fleet.

The decision from the Race Organisation is expected this evening. If the request is approved then skipper Alex Thomson would join the boat after he receives medical clearance to take part in the race.

Mich wundert ganz ehrlich, dass seine Landsleute, die Briten, die ihre zukünftige Prinzessin als “Waity-Katie” bezeichnen, noch keinen Namen für ihren Spitzensegler gefunden haben. “Disaster Alex” oder “Bad Luck Thomson” – irgendwie fällt mir auch nix richtig cooles ein … jemand nen Vorschlag?

Ich würde ihm echt wünschen das er mal was gewinnt, um diesen Bullshit-Kreislauf zu durchbrechen. Von anderen Sportlern kennt man ja, dass sie ihre Socken nicht mehr wechseln wenn sie erfolgreich sind … aber mit frischen Klamotten ist es ja bei Offshore-Regatten generell nicht soweit her, was also tun?

Die Bilder liefert auch in diesem Fall der großartige Christopher Launay. Gut zu erkennen, die ganz dezente Hugo Boss Uhr. Ich widerspreche allen Zynikern,denn ich glaube daran, dass er sie im OP am Handgelenk hatte! Sollte es nicht an dem gewesen sein, dann war es nach der OP sicherlich sein Herzenswunsch, als erstes seine schicke Uhr umzubinden. Jeder der so eine OP schon einmal durchgemacht hat weiß, dass man danach immer zuerst an seine Uhr denkt … so halb sediert.

P.S. Während ich diesen Artikel schrieb, erreicht mich eine weitere Pressemitteilung zum Thema. Die Rennleitung ermöglicht es dem Hugo Boss Team, Alex durch einen anderen Segler solange zu ersetzen, bis dieser wieder vollkommen fit ist.

Wir wünschen gute Besserung!

Von Fake-Wellen und Schaukelstühlen! Videobericht über Boris!

Der 29-jährige Boris Herrmann ist nicht nur der einzige Deutsche beim Rennen, sondern auch der erste Deutsche überhaupt, der auf einer gut 18 Meter langen Yacht vom Typ IMOCA Open 60 an einer Weltumseglung teilnimmt. Auch US-Boy Ryan Breymaier (35) repräsentiert als Erster und Einziger die Farben seines Landes. „Wir haben eine gemeinsame Passion und hatten den gleichen Traum“, beschreibt Herrmann die Partnerschaft, „ein bisschen Zufall, vor allen aber die Leidenschaft und der Enthusiasmus ganz vieler Menschen haben uns zusammengeführt. Auch denen möchten wir von ganzem Herzen danke sagen.“

Während Breymaier bereits seit mehreren Jahren in dem französischen Rennstall Team Kaïros in der Bretagne arbeitete, kam der Hamburger nach Concarneau, um nach seinem Class-40-Sieg beim Portimão Global Ocean Race 2009 im Epizentrum der Hochseesegelszene Erfahrung auf den sechs Meter größeren Yachten zu sammeln. „Zusammen 90 Tage rund um die Uhr auf engstem Raum zu verbringen, ist vor allem mental eine große Herausforderung“, so Herrmann, „da reicht es keinesfalls, eine reine Zweckgemeinschaft zu sein.“ So eint das Ziel zwei völlig unterschiedliche Charaktere zu Sportsfreunden, die sich von Tag zu Tag mehr auf ihre außergewöhnliche Herausforderung konzentrieren.

Bei ungezählten Interviews rund um eine große Vorabpressekonferenz mit allen 30 Skippern des zweiten Barcelona World Race war die positive Anspannung allenthalben zu spüren. „Wir geraten allmählich in eine Art Blase um uns herum und beginnen uns von der Außenwelt abzuschotten“, erklärt Boris Herrmann, „einerseits kommt es zwangsläufig, anderseits ist es gar nicht so einfach, an sich heranzulassen, dass es nun wirklich bald losgeht.“ Weihnachten wird der geborene Oldenburger nicht zu Hause feiern, sondern zwei freie Tage in Barcelona genießen. Aber er freut sich schon auf dem Besuch seiner Eltern und Freunde, die nach dem Fest zum Start nach Spanien kommen wollen. Herrmann: „Es gibt mir viel Kraft und Zuversicht zu wissen, welchen Menschen ich wichtig bin.“

Quelle: borisherrmannracing.com