Spannender hätte das Medal Race der Stare gar nicht verlaufen können. Vor diesem letzten Rennen, in dem nur die besten 10 Boote gegeneinander starten und jeder Punkt doppelt zählt, stand Iain Percy mit seinem Vorschotmann Andrew Simpson eigentlich schon ziemlich sicher auf Platz eins des Podiums und es sollte alles doch ganz anders kommen.
In einem Rennen, in dem es viele Positionswechsel gab und einiges an Spannung geboten war, konnten sich die beiden Schweden, die vor diesem Rennen auf Platz drei rangierten, die ganze Zeit in der Spitze des Feldes behaupten und wahrten damit ihre Chancen, sich im Gesamtklassement noch zu verbessern. Scheidt/Prada aus Brasilien hatten einen Vorsprung von nur sechs Punkten, bedeutet also im Medal Race einen Vorsprung von drei Plätzen ins Ziel zu retten, damit es zu Silber reicht. Die beiden Briten Percy/Simpson, lagen sogar 12 Punkte vor den Schweden.
Die Sensation war zehn Meter hinter dem Ziel perfekt, die Schweden gewannen das Rennen und mussten nun abwarten, was die Konkurrenz ins Ziel bringt. Die Brasilianer kamen als siebtes Boot ins Ziel und die Briten sogar nur auf Platz acht. Nach kurzem ungläubigen Schauen, realisierten Loof/Salminen dann doch, dass sie das beinahe unmögliche geschafft hatten und tatsächlich Gold vor Percy/Simpson und Scheidt/Prada gewinnen konnten.
Mit einem dritten Platz im Medal Race konnten sich die Stanjek/Kleen auf einen wirklich guten sechsten Platz verbessern. Ein Ergebnis, mit dem die beiden Berliner in einigen Tagen sicherlich sehr zufrieden sein werden, auch wenn sie sich insgeheim sicherlich etwas mehr versprochen hatten, nachdem sie im vergangenen Jahr bei der WM in Perth zweiter werden konnten.
Es stand heute allerdings noch ein weiteres Medal Race auf dem Programm und es wurde zu einem geschichtsträchtigen Ereignis. Der Brite Ben Ainslie lag vor diesem Rennen auf Platz zwei, nur zwei Punkte hinter dem Dänen Jonas Hogh-Christensen, allerdings mit genügend Vorsprung auf den an dritter Position liegenden Niederländer Postma.
Ainslie, von dem alle ein Match Race gegen den Dänen erwartet haben, machte seine Sache perfekt und lieferte ein wirklich kontrolliertes Rennen ab, in dem er am Ende auf Platz neun, einen Platz vor Hogh-Christensen durchs Ziel fuhr und damit seine vierte olympische Goldmedaille in Folge gewinnen konnte.
Jonathan Lobert aus Frankreich konnte mit seinem Sieg im Medal Race noch den dritten Gesamtplatz und somit die Bronzemedaille ersegeln