
Auf www.yachtsponsorship.com habe ich kürzlich einen Artikel gefunden mit dem Titel „Wings vs. Sails“, frei übersetzt also Flügel gegen Segel. Besagter Artikel arbeitet die Vorteile von sogenannten Flügel-Segeln gegenüber konventionellen Segeln heraus. Die Entwicklung der Flügelsegel wird hier auf eine Gruppe radikaler Designer aus dem Americas Cup Verteidiger Team von 1988 zurück geführt. Bei diesem Cup war das US-Team, um den legendären Dennis Conner, dem neuseeländischen Herausforderern, mit einem in der Wasserlinie nur 55 Fuß langem Katamaran, entgegengetreten. Es wurden seinerzeit 2 identische Katamarane gebaut. Der im Rennen eingesetzte Stars & Stripes S1, ausgerüstet mit einem konventionellen Rigg und der Stars & Stripes H3, ausgerüstet mit einem Flügelsegel. Letzterer war deutlich schneller, wurde aber nicht eingesetzt, da sich S1 als schnell genug erwies und man der Haltbarkeit des revolutionären Segels nicht traute.

Über 20 Jahre technischer Entwicklungen sind seit dieser Zeit vergangen. Einige Neuerungen überlebten, die meisten sind mittlerweile wieder veraltet. Geblieben ist auf jeden Fall der Enthusiasmus der Konstrukteure des ersten Flügels, Duncan McLane und David Hubbard, für diese Technologie. Sie entwickelten die Flügel über die Jahre immer weiter. Ihr letztes gemeinschaftliches Projekt war die Entwicklung eines autonomen unbemannten Schiffs für die Firma Harbor Wing Technologies Inc. Doch das alles macht sie noch lange nicht zu Brüdern im Geiste, denn interessanterweise arbeitet der eine für den Herausforderer und der andere für den Verteidiger des 33. Americas Cup.

Mark Ott, der Geschäftsführer von Harbor Wing äußert sich im oben genannten Artikel zu den Vorteilen der Flügeltechnologie wie folgt:
- Flügel verlieren niemals ihre Form, das ursprüngliche Profil bleibt also immer gleich
- Um einen Flügel zu kontrollieren genügt es den Anströmwinkel zu ändern, ein Segel richtig zu trimmen ist deutlich aufwändiger
- Flügel sind deutlich präziser zu steuern
- Auf Flügel wirkt nur die Trägheit, sie müssen daher keine Druckkräfte aufnehmen, die wiederrum bei Masten zum abknicken führen können
- Da der Flügel keine Druckkraft aufnehmen muss, können Wanten, Stage und der Rumpf deutlich schwächer dimensioniert werden, das Schiff wird dadurch leichter
- Tests mit Flügeln haben ergeben, dass bei durchschnittlichen Windverhältnissen die Flügel wenigstens doppelt so effektiv sind wie konventionelle Segel
- Ein Flügel ist auch nicht schwerer als das gesamte stehende-, das laufende Gut und Winschen zusammen
- Die Belastung der Crew ist geringer, da keine Segel geborgen, gesetzt oder ständig getrimmt werden müssen
- Flügel sind mit einem Spinnaker kombinierbar, der Segler kann also die Vorzüge beider Systeme nutzen


Sehr interessanter Beitrag. Möglicherweise wird sich die Flügel-Technologie ja – vor allem in der Speed-Racing-Szene – durchsetzen.
Fraglich ist natürlich, wie lange es dauern wird, das klassische Segel abzulösen. So ganz kann ich mir die Segelszene mit Flügeltechnologie noch nicht vorstellen…
Ich seh die Anwendung für Flügel noch gar nicht mal im privaten Bereich. Könnt mir vorstellen, dass Flügel eine gute alternative zu SkySails wären.
[...] die Vor- und Nachteile und darüber das Flügel im Americas Cup nichts neues sind, habe ich hier bereits [...]