Yachtblick Rotating Header Image

Juristische Entscheidung im America’s Cup

Die Sensation ist perfekt – beim Americas Cup wird gesegelt! Na gut – das war vielleicht etwas zu zynisch – denn das gesegelt wird stand auch vor der richterlichen Entscheidung nicht in Frage. Die Frage war, wer gegen wen und wo und auf welchen Schiffen. Die Fragen sind natürlich auch seit dem gestrigen Gerichtsurteil noch nicht beantwortet. =)

Also erstmal weg vom Spot, hin zu den Fakten: Gestern entschied der New York State Court, dass die Argumentation von Oracle Team Chef Larry Ellison schlüssig sei und der vom Team Allinghi „eingesetzte“, spanische Segelclub Nautico Espanol De Vela (CNEV), kein rechtmäßiger Herausgeber für den Americas Cup ist, weil dieser die Kriterien des „Dead of Gift“ nicht erfüllt. Um das mal dem Leihen schlüssig und in einem Satz zu erklären – Allinghi hat, wie so viele Verteidiger vor ihnen, einfach einen Segelclub zur Vertretung ihrer Interessen gegründet und diesen die Regeln für den Cup aufstellen lassen, wäre der Allinghi Teamchef Ernesto Bertarelli dabei etwas genügsamer gewesen, hätte das sicher auch in diesem Jahr funktioniert. Die Regeln waren aber derart schwammig ausgelegt, dass Bertarelli theoretisch bis kurz vor den Start des ersten Rennens die Bootsklassen hätte ändern können. Da dies für ein Millionenschweres Syndicat, wie Team Oracle BMW natürlich keine Planungsgrundlage ist, hatten diese das ganze Verfahren vor Gericht gebracht.

Wie geht es jetzt weiter? Also das Recht den Cupholder Allinghi herauszufordern, liegt jetzt beim Golden Gate Yacht Club und damit bei Oracle. Eine erneute Verhandlung ist aufgrund der Einstimmigkeit der Richter ausgeschlossen. Was wiederrum heißt, dass die beiden/drei Streithähne Ellison/Coutts und Beratarelli wieder an den Verhandlungstisch müssen, um die nächste Ausgabe des Cup zu planen. Sollte diese Verhandlung erwartungsgemäß nicht zu einem Ergebnis führen, kommt es laut „Dead of Gift“ zu einer direkten Austragung des AC zwischen Oracle und Allinghi. Deshalb haben beide Teams auch bereits riesige Trimarane gebaut. Man könnte Unken rufen und sagen, dass Russel Coutts seit gestern im Ölzeug schläft und nur darauf wartet.

Wenn es zu eben beschriebenen Szenario kommt, wird es für den jeweiligen Verlierer die größte denkbare Schmach. Es dürfte also ein spannendes Rennen werden, weil es nach der Geschichte der letzten Monate für beide Teams um alles geht. 


Bildquelle: www.sportgate.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *