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Joshua Slocum – Teil 2

Joshua Slocum – Teil 1 

Slocum, der die Erde ursprünglich in östlicher Richtung umrunden wollte, erreichte, mit Zwischenstation auf den Azoren, am 4. August 1895 Gibraltar. Dort ließ er sich aber davon überzeugen, dass das östliche Mittelmeer aufgrund seiner Vielzahl von Piraten für einen Einhandsegler zu gefährlich war.

Von Gibraltar aus segelte er daraufhin in südöstlicher Richtung. Vorbei an den Kanaren und den Kapverden, überquerte er den Äquator und erreichte am 5. Oktober Südamerika, in Pernambuco (Brasilien). Weitere Stationen seiner Reise an der Küste entlang waren Rio de Janeiro, Montevideo sowie Buenos Aires. Er durchquerte die Magellanstraße und erreichte den Pazifik am 3. März  bei Kap Pilar.

Vom Sturm zur Pause gezwungen setzte Slocum seine Reise dann über die Robinson Insel und Samoa nach Australien fort und erreichte Newcastle am 1.Oktober 1896. In Australien verweilte er ein halbes Jahr und folgte dann dem Verlauf der australischen Ostküste vorbei am Great Barrier Reef. Er segelte durch die Torres Straße, durchquerte den Indischen Ozean und erreichte am 17. November  1897 Port Natal in Südafrika. Er rundete das Kap der Guten Hoffnung, besuchte Kapstadt und setzte seine Reise von da aus am 26. März 1898 fort, um den Atlantik in nordwestlicher Richtung zu überqueren. Am 27. Juni des Jahres endet seine Reise im Hafen von Newport Massachusetts.

1899 veröffentlich Joshua Slocum dann sein Erstlingswerk „Sailing Alone Around the World“, das schnell ein Klassiker der Reise- und Abenteuerliteratur wurde. Die öffentliche Beachtung die Slocum zu Teil wurde war zeitweise so groß, dass er vom damaligen US-Präsidenten Theodore Roosevelt empfangen wurde und dieser später sogar mit Slocum und seinen Söhnen auf der Spray  einen Segeltörn unternahm. Als die finanziellen Mittel zur Neige gingen, wurde kurzerhand noch ein zweites Buch über die Weltumseglung geschrieben.  Als Kaufanreiz legte der exzellente Selbstvermarkter ein Stück des originalen Segeltuchs bei. Slocum hatte es zwischenzeitlich mit einer gutbürgerlichen Existenz versucht und sich eine Farm, seinen ersten festen Wohnsitz, auf der Insel Martha’s Vineyard gekauft.  Der Landbesitz verhinderte es allerdings nicht, dass der Seemann nach wie vor viel Zeit auf dem Wasser verbrachte und so brach er am 14. November 1909 noch einmal zu einer Einhand- Segelreise auf. Sein Ziel war der Orinoko, er ist nie angekommen. 1924 wurde er amtlich für tot erklärt.

Erst Jahrzehnte nach Slocum wagten die nächsten Segler den Trip, Einhand um die Erde. Erster Deutscher, der die Erde in beide Richtungen umrundete, war Wilfried Erdmann auf seiner Kathena Nui. Die Zahl der Weltumsegelungen durch Einhandsegler dürfte inzwischen einige Hundert betragen, wobei keine Institution über solche Reisen Buch führt. Einen regelrechten Boom erlebte das Hochsee-Einhandsegeln durch die Entwicklung leistungsfähiger mechanischer Selbststeueranlagen in den 1970er Jahren.

Ich habe mir bereits in einem der ersten Artikel auf diesem Blog die Frage gestellt, was aus dem Abenteuer von einst geworden ist. Rennsport! Eine Regatta, bei der Sekunden gezählt werden! Den aktuellen Rekord für die Einhand-Weltumseglung unter Segeln hält der Franzose Francis Joyon mit 57 Tagen, 13 Stunden, 34 Minuten und 6 Sekunden. Thomas Coville ( wir berichteten ), der mit seinem Trimaran „Sobedo“ angetreten war, um diesen Rekord zu knacken, erreichte am 17. Januar 2009 um 11:41 Uhr nach 59 Tagen, 20 Stunden, 47 Minuten und 43 Sekunden die Ziellinie vor Brest und verfehlte damit den Rekord. Auch wenn heutige Einhandsegler auf ihren Regattayachten höhere Geschwindigkeiten erreichen, so segeln sie doch alle im Kielwasser von Joshua Slocum. Möglicherweise würde Slocum den Satz mögen: „Schon der Zweite, ist der erste Verlierer“!

Bei diversen Ebook-Anbietern in den USA kann man sowohl das Hörbuch als auch das Ebook von „Sailing Alone Around the World“ kostenfrei bekommen. Da auf allen Seiten aber darauf verwiesen wird, dass es aufgrund des speziellen Copyrights nur in den USA kostenfrei ist, verzichte ich auf diese Seiten zu verlinken und empfehle Ihnen den Google-Apparat! Jetzt kann also jeder selbst entscheiden, ob er es wagt das Buch zu lesen … Slocum hätte es getan! =) 

Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Joshua_Slocum

http://www.navodi.com/Saveti/JoshuaSlocum/Joshua_Slocum.html

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