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Darßer Ort! Das sterben geht weiter!

Ich musste gerade selber die Suchfunktion auf Yachtblick benutzen, um herauszufinden wie viele Artikel ich bereits zu diesem leidigen Thema geschrieben habe. Derzeit finden sich hier schon 3 Beiträge und ich habe nicht über alle Zwischenfälle berichtet. Wie bereits im März dieses Jahres hat der nichtvorhandene Hafen, zwischen Rostock und Barhöft, ein erneutes Todesopfer gefordert.

Die Besatzung einer aus Warnemünde kommenden Yacht, hatte am Donnerstag gegen 10 Uhr, die DGzRS alarmiert, da eines ihrer Besatzungsmitglieder bewusstlos aufgefunden worden war. Das Seenotrettungsboot der Station Wustrow lief sofort aus, ein Hubschrauber wurde geschickt und der Seenotkreuzer „Arkona“ machte sich auf den Weg. Aufgrund des schweren Seegangs konnte man zwar vom Hubschrauber aus eine Ärztin auf der Yacht absetzen, es gelang jedoch nicht, den bewusstlosen Mann an Bord des Seenotkreuzers zu bringen. Die Yacht musste schlussendlich in das noch 20 Seemeilen entfernte Warnemünde eskortiert werden. Gegen 15 Uhr, also erst 5 Stunden nachdem die DGzRS alarmiert wurde, konnte der Mann mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Segler verstarb letzte Nacht im Krankenhaus!

Am Abend desselben Tages havarierte eine weitere Yacht an diesem Küstenabschnitt. Manövrierunfähig versuchte sich die Besatzung in den versandeten Nothafen zu retten. Was scheiterte! Der ehemals in Darßer Ort stationierte Seenotkreuzer Theo Fischer, konnte erst nach stundenlangen Versuchen die Yacht an den Haken nehmen und nach Barhöft schleppen.

Ob der Segler noch leben würde, wenn ihm eher geholfen worden wäre, kann ich nicht sagen. Es spielt für mich auch keine Rolle. Die Ereignisse der letzten Monate zeigen, dass an diesem Küstenabschnitt definitiv ein Hafen und ein Seenotkreuzer fehlen.

Ich hätte diesen Artikel nicht geschrieben, wenn es nur darum ginge die Ereignisse der letzten Tage wieder zu geben. Es ist vielmehr schiere Fassungslosigkeit die mich dazu bringt, euch aufzuzeigen, wie diese Geschichte in Zukunft möglicherweise weiter geht.

Laut Pressemitteilung der DGzRS wurde den Rettern heute Morgen mitgeteilt, dass der derzeit in Barhöft stationierte Kreuzer „Theo Fischer“, den Hafen in der 2. Novemberwoche aufgrund von Sanierungsarbeiten verlassen muss. Wenn es dazu kommt, findet sich in der Nähe der stark befahrenen Kadetrinne, an einem 80 Seemeilen langen Küstenabschnitt kein Seenotrettungskreuzer.

Warum baggert man den alten Hafen nicht einfach aus oder baut einen Neuen?

Gegen eine neue Marina vor Prerow stellt sich eine Bürgerinitiative, die vergangene Woche eine Petition mit 14.400 Unterschriften in Schwerin beim Landtag eingereicht hat. Die Initiative möchte den Hafen Darßer Ort, anstelle eines Neubau, erhalten, nimmt aber auch einen Durchstich zum Bodden in Kauf.

Einer bereits beuftragten Ausbaggerung des Nothafen Darßer Ort in den nächsten Wochen, steht der „World Wildlife Fund“ entgegen. Der WWF hat sich zwar noch nicht endgültig entschieden, denkt aber darüber nach, gegen die Baggerarbeiten gerichtlich vorzugehen.

Ich habe heute im Laufe des Tages mit Herrn Ralf Lohmeyer von der Bürgerinitiative gegen den Hafenneubau gesprochen und auch mit Herrn Jochen Lampe vom WWF. Letzterer favorisiert den Bau eines Inselhafens bzw. den Bau eines Hafens in Zingst. Auch mit einem Hafen in Prerow könnte man sich arrangieren, vorausgesetzt das Projekt bleibt in gewissen umweltverträglichen Grenzen.

Ich weiß nicht ob sich die verschiedenen Streitparteien darüber im Klaren sind, dass 2 Menschen möglicherweise noch leben könnten wenn man sich früher geeinigt hätte. Weder der natürliche Erhalt des Darßer Ort noch die schöne Aussicht von Prerow rechtfertigen das dafür Menschen sterben. Vielleicht ist es zu krass, vielleicht braucht es das aber auch! Ich für meinen Teil mache die mir bekannten Streitparteien, weil sie das ganze Verfahren unnötig in die Länge gezogen haben, für den Tot von 2 Menschen verantwortlich.

http://www.darsserhafen.de/

http://www.darsserort.de/strandidyll-prerow/impress.htm

http://www.wwf.de/der-wwf/adressen-und-wegbeschreibungen/

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