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Crowdfunding goes Vendée Globe!

Für diesen Post würde mir gleich eine ganze Reihe von Einleitungen einfallen. Crowdfunding – liefert einen Super Link zur aktuellen Situation von Opel und Saab, hier versuchen gerade die Autohändler ihre Lieferanten zu übernehmen, klingt ein bisschen nach Aufstand der Zwerge.
Die andere Einleitung hätte darauf hingewiesen, dass vor ein paar Tagen der erste deutschsprachige Segler die Vendée Globe beendet hat. Norbert Sedlacek hat zwar mit Abstand und mit Konstanz die Rote Laterne an Bord gehabt, aber angekommen ist angekommen. Beim Mount Everest interessiert auch keinen wie lange du nach oben gebraucht hast. An dieser Stelle möchte ich Herrn Sedlacek natürlich zum erreichen seines persönlichen Gipfels gratulieren.
Voller Hoffnung, dass man in ca. 4 Jahren einen Post darüber schreibt, dass der erste deutsche, und nicht nur deutschsprachige Segler die Vendèe Globe beendet hat, tritt der Frankfurter Arne Reuter an. Auf seiner Seite www.open60ctg.de können Sie sich das Konzept ansehen und selbst entscheiden, ob sie Herrn Reuter dafür geeignet befinden, so eine Regatta zu absolvieren.
Derzeit wirkt das ganze ja noch etwas – sagen wir: „motiviert“ – ein wirkliches Team gibt es noch nicht, ein Schiff auch nicht. Ein erfahrener Mentor würde das Vertrauen in das ganze Projekt wahrscheinlich erhöhen. Jasper Banks hat kürzlich seinen Rückzug aus dem aktiven Segelsport erklärt, vielleicht hat der ja Zeit.
Bleibt die Geldfrage, die momentan wohl das größte Problem darstellen dürfte. Erst im Dezember hat Audi dem deutschen Americas Cup Team die Unterstützung versagt, Team Russia musste das Volvo Ocean Race aufgrund mangelnder finanzieller Mittel abbrechen und auch so will gerade niemand so recht mit Sponsoren-Geld um sich werfen. Was tun? Richtig – Crowdfunding ist das Konzept der Stunde – das weiß auch Herr Reuter – auf seiner Seite kann man bereits ab einem Betrag von nur 25 € zum Sponsor werden. Für diese 25 € bekommt man dann, außer einem guten Gefühl, noch seinen Namen auf den Rumpf der IMOCA 60 geschrieben, man wird im Ticker auf der Website erwähnt, man kann eine Reise zu einer Regatta gewinnen und das allerbeste, man bekommt einen „Support Open60CTG Kugelschreiber“. Die Staffelung der Spenden ist natürlich nach oben offen, denn so ein Projekt dürfte einige Millionen verschlingen, natürlich werden auch die Präsente, die man für sein Sponsoring bekommt, größer.
Derzeit hat bereits eine junge Dame gespendet, Herr Reuter verspricht, dass er, sollte aus dem Projekt nichts werden, das Geld zurück erstattet, abzülglich der Überweisungsgebühr (und der Zinsen).
Ich bin skeptisch! Der Ansatz ist nett, aber die Ausführung mangelhaft. Ich könnte mir vorstellen, dass die Aussicht auf Erfolg größer wäre, wenn man sich noch mehr an erfolgreichen Crowdfunding Konzepten orientiert. Der eine oder andere dürfte bereits von http://www.myfootballclub.co.uk/ einer Web-Community, der ein Fußball-Club gehört, haben. Der wesentliche Unterschied zwischen diesem Konzept und dem des Herrn Reuter ist, dass bei „myfootballclub“ die Mitglieder durch Mehrheitsentscheidungen übers Internet aktiv an der Entwicklung des Vereins teilhaben. Es wird den spielenden Jungs zu Hause an ihren Rechnern also ein Mehrwert geliefert. Sie bekommen Entscheidungsgewalt und können so ihre Investition überwachen. Ein ähnlicher Weg wäre auch auf den Segelsport übertragbar – die Community entscheidet beispielsweise wer die Yacht zeichnet, wo sie gebaut wird, wer im Team welche Rolle einnimmt und vor allem wo das Geld hinfließt. Für Herrn Reuter ist dieses Konzept natürlich weit anstrengender als sich einfach etwas schenken zu lassen, aber wer das eine will, muss das andere mögen. Eine weitere zu nehmende Hürde auf dem Weg zum Segelolymp ist die Tatsache, dass es während der Vorbereitungsphase kaum öffentliches Interesse an dem Projekt geben dürfte, was sich wiederrum negativ auf die Einnahmen bzw. die Zahl der Mitentscheider auswirkt. Sobald das Rennen gestartet ist, dürfte sich die Zahl der Interessenten und damit der Einnahmen sprungartig erhöhen. Schlussfolgerung man braucht einen großen Berg Venture Capital ( Risikokapital ) um die Planungsphase zu überbrücken – was im Internet allerdings auch kein unübliches Vorgehen ist. Ist das Rennen aber erst einmal gestartet, sollte die Yacht aber praktischerweise bereits gebaut und das Team zusammengestellt sein, fehlt wieder der „spielerische“ Mehrwert der Entscheider. Ich muss den Gedanken an dieser Stelle leider abbrechen, da ich keinerlei Erfahrungen mit Offshore Regatten habe und nicht weiß in wieweit ein Taktiker an Land die Entscheidung des Steuermanns beeinflusst. Ich könnte mir allerdings gut vorstellen, dass diese Position durch die Community eingenommen werden könnte.

Ich bitte um ihre Meinungen zu der ganzen Geschichte! ( P.S. für alle die es noch nicht geschnitten haben – wenn sie auf die Überschrift klicken kommen sie zur Kommentarfunktion )

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