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Februar, 2012:

Yacht-Test Dragonfly 28 Sport

Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass wir eng mit segel-filme.de zusammen arbeiten, trotzdem verwenden wir hier nicht jeden Film der produziert wird, da manches einfach nicht unbedingt zu dem passt, was ich meine bei Yachtblick an Themenprofil zu haben. Dieser Yacht-Test vom Dragonfly 28 Sport ist wieder ausgesprochen gut gelungen. An dieser Stelle ein großes Lob an Gerrit und Jochen. Auch ein Lob für die Bilder aus der Werftgeschichte, so etwas ist, glaube ich, gar nicht so leicht aufzutreiben.

Der Tester, Jens Lindemann, Co-Bootsman auf dem 81 Fuß German Frers Design Hexe, macht als Tester auch einen richtig guten Job vor der Kamera. Ich würde mir wünschen ihn an dieser Stelle öfter zu sehen!

Normalerweise kommentiere ich solche Filme noch ganz gern, aber hier ist einfach alles gesagt. Wenn sich Yachtwerften entschließen sich mit dem Thema Video zu beschäftigen, dann sollten sie sich den Gefallen tun, das mit segel-filme.de zu tun. Ein Video wie das vom Falcon Hydrofoil ist dem Verkauf sicher eher abträglich, was aus Sicht des Marketings einen kleinen Supergau darstellen dürfte.

Wenn ihr eure Boote auch testen lassen wollt – Kontakt zur Redaktion gibts hier. jan.jelinek@segel-filme.de

Falcon Hydrofoil – Kaffeefahrt auf Kufen

Der Film liegt schon seit Mitte Februar hier im System im Entwurfsstatus … leider hab ich gerade nicht die Zeit, so etwas zu publizieren wenn ich es sehe, deshalb steht nach wie vor die Frage im Raum, ob nicht einer der Yachtblick-Leser Interesse an einer kleinen Nebentätigkeit für Yachtblick hat … aber das nur so nebenbei!

Das Video zeigt einen Hydrofoil Trimaran von US Hersteller Falcon Marine, der bei 6 Knoten Wind angeblich eine Geschwindigkeit von 14 Knoten erreichen soll. An dieser Stelle bin ich durchaus ein wenig skeptisch. Obwohl mir natürlich klar ist, dass das Erreichen eines Vielfachen der realen Windgeschwindigkeit bei niedrigen Geschwindigkeiten leichter ist als bei hohen. Dies hängt in erster Linie am Strömungswiderstand, der exponentiel von der Strömungsgeschwindigkeit abhängig ist.

Darauf hin habe ich mal ein paar Polardiagramme von schnellen Jollen bei wenig Wind gesucht, bin aber leider nicht richtig fündig geworden. Die Werte haben zwar keinen richtigen Bezug mehr zum Video, da das Boot auf ein ganz anderes “Windfenster” ausgelegt ist, ich möchte sie euch dennoch zeigen. Mir liegen die Pol-Diagramme vom Tornado, vom 18-Footer und vom Hobie Trifoiler vor.

Was man bei diesem Boot doch arg in Frage stellen muss, ist der Versuch es zu vermarkten! Ich bin mir an manchen Stellen im Film nicht sicher, ob man hier mit Slow-Motion gearbeitet hat oder ob das wirklich so unspektakulär aussieht. Ein Video von so einem Boot sollte schon ein wenig Geschwindigkeit verkaufen. Extreme Kamerawinkel und schnelle Schnitte sind hier aber leider nicht vorhanden. Wahrscheinlich hat das Boot sogar einiges an Spaßpotential, aber das Video bringt dies irgendwie nicht rüber. Also liebe Hersteller von Segelsportgeräten – wenn ihr schon Videos dreht dann macht es richtig oder besser noch, lasst es richtig machen. Im nächsten Artikel hier auf Yachtblick zeige ich euch einen Film über den Dragonfly 28 von dem ich meine, dass er richtig gut gelungen ist.

Hier gibt es noch einen ganz interessanten Artikel zum Thema “sailboat speed vs. wind speed


The Science of Speed

Seit der erste Höhlenmensch feststellen musste, dass die Keule seines Nachbarn länger ist und er den größeren Hirsch erschlagen hat, nimmt die Geschichte ihren lauf. Da es heute nur noch selten um Keulen geht, brauchen die Alphatiere dieser Zeit andere Spielzeuge mit denen sie sich Messen können. Eine der geeignetsten Arten für diese Form des “Vergleichens” unter Männchen Menschen sind Rennyachten.

Die BBC hat in dieser Reportage 3 der interessantesten Projekte mit der Kamera begleitet. Jedes dieser Schiffe war für sich schon Thema auf Yachtblick. Ich spreche natürlich von Vestas Sailrocket, dem L’Hydroptère und dem Speeddream Projekt von Vlad Murnikov.

Ich muss zugeben, dass mich Regattaergebnisse eher weniger interessieren … es sei denn Sie werden durch revolutionäre Konstruktionen wie dem Plattbug-Mini beeinflusst. Die Entwicklungen bei den extremen Segelprojekten, wie den 3 oben genannten oder dem Schweizer P28, verfolge ich da schon mit mehr Begeisterung. Woher diese Faszination kommt weiß ich nicht genau … wahrscheinlich spielt da der Wunsch rein, meine Zeit auch mit solch interessanten Spielarten verbringen zu dürfen. Tüfteln, Testen & Freuen … was für n Leben =)

Die L’Hydroptere Crew hat kürzlich angekündigt, mit einem neuen Sponsor die Fabelrekorde des schnellen Tris Banque Populaire angreifen zu wollen. DCNS, die größte französische Werft, die ihr Geld in erster Linie mit dem Bau grauer Schiffe für unterschiedliche Nationen verdient, investiert etwa 9 Millionen Euro in das Projekt.

Ziel für das Jahr 2012 ist der Rekord für die Transpazifikroute von Los Angeles nach Honolulu. Im Jahr 2013 geht es dann darum den 24h Rekord (derzeit 908,2 Seemeilen) und einen neuen Rekord für Großbritannien Rund aufzustellen. Beide Rekorde werden derzeit vom “Banque Populaire”-Team gehalten, ebenso wie der Transantlantikrekord von 3 Tagen, 15 Stunden, 25 Minuten und 48 Sekunden, den sich Alain Thebault und sein Team für 2014 auf die Agenda geschrieben haben.

Ich würde mir wünschen, dass er alle Rekorde pulverisiert und das nicht, weil ich sie dem Banque Populaire Team nicht gönnen würde. Wenn ein fliegendes Schiff die Rekorde holt werden alle anderen nachziehen, vielleicht dann mit einem fliegenden Schiff mit Wingsail, was die Entwicklungen in diesem Bereich ganz beachtlich voran treiben sollte und Visionen vom segelnden Frachtschiff so vielleicht eines Tages (wieder) zur Realität werden.

Dieser Entwurf mit Namen Ecoliner wurde von Gerard Dijkstra für das holländische Unternehmen Fairtransport erstellt und soll 2013 auf Kiel gelegt werden. Ein Zeitplan an den ich bei allem Enthusiasmus nicht glaube. Ich habe euch beim Flettner Rotor schon erzählt, dass ich großer Fan (wieder) segelnder Frachtschifffahrt bin und habe bei aller Romantik auch schon mehrfach das Problem der fehlenden Termintreue, die für Hafenbetriebe dieser Erde elementar ist, benannt.

Zusammenfassend ist also zu erwähnen: schnelles Segeln von Yachten führt zu emissionsarmer Seefahrt, was wiederum die Welt rettet … voilà … und wehe jetzt behauptet einer ich würde mir meine Welt schön reden oder romantisch verklären =)

 

Bilder vom Bau der F-Class Firefly

Wir haben euch hier kürzlich die F-Class Firefly vorgestellt und euch den aufwendig produzierten Imagefilme gezeigt. Ich bin ja sonst auch so frei und präsentiere euch englische Filme, weil ich davon ausgehe, dass ihr das was wichtig ist schon irgendwie versteht. Heute gehe ich mal noch einen Schritt weiter und mute euch einen Film auf holländisch zu. Wenn ihr euch mühe gebt, versteht ihr sicher auch ein paar Fakten von dem was unsere liebgewonnenen Nachbarn so erzählen.

An Bord von Neckar Belle

Die ehemalige Olympionikin Shirley Robertson ist mittlerweile als Moderatorin für das monatlich ausgestrahlte Segelmagazin Mainsail der BBC unterwegs. Robertson gewann 2000 in Sydney olympisches Gold im Europe und 2004 im Yngling vor Athen. Im Rahmen der 40th British Virgin Islands Spring Regatta hat Sie an Bord der Neckar Belle von Virgin Gründer Richard Branson gedreht. Neben diesem war auch Kate Winslet mit an Bord und musste natürlich aufs Vorschiff, die Arme ausbreiten und “Titanic” nachspielen … irgendwas sagt mir, dass Sie das seit dem Film schon einige hundert mal machen musste … würde mir das auf den Kranz gehen.

Das Boot wurde 2003 als Lady Barbaretta bei CMN in Frankreich als Kooperationsprojekt mit JMV Industries gebaut. Bis 2009 wurde der 32 m Lange und 14 m Breite Katamaran, einem zweijährigen Refit bei Azzura Marine unterzogen. Für Selbiges gab es im Folgejahr auch gleich den Titel “Best Refitted Yacht at World Superyacht Awards 2010″. Was soll man sagen … der “Krähennest-Fahrstuhl” ist schon eine ziemlich coole Geschichte. Wenn ihr das nächste mal im Bootsmannstuhl hängt, werdet ihr daran denken! =) Besonders erwähnenswert ist hier sicherlich noch Neckar Nymph, ein Unterwasserflugzeug, das mit 3 Personen bis zu 30 m in die Tiefe tauchen kann. Der Charterpreis liegt bei 110.000 $ pro Woche.

Yacht Charter Specifications
Type/Year: Luxury Catamaran/2003
Refit: 2009
Beam: 14.00m (45′ 11″)
L.O.A.: 32.00m (104′ 11″)
Crew: 7
Charter Guest: 10-12
Max Speed: 20+ knots
Cabins: 4
Engines: 2 x 425 HP Caterpillar
Cruise Speed: 14 knots

Gunboat 78 – Bilder vom Bau des schnellen Fahrtenkatamarans

Die leidige Debatte über die Vor- und Nachteile und die Sicherheitsaspekte von Fahrtenkatamaranen sollen andere führen – ich zeig euch hier nur was ich schick finde und die Gunboats sind recht nett anzusehen was bei Katamaranen nicht unbedingt die Regel ist.
Gründer Peter Johnstone hat zusammen mit Julian Bethwaite, dem Erfinder des 49ers, die Vision vom schnellen Fahrtenkatamaran umgesetzt. Die Vermarktungsmaschine läuft, flankiert von wunderschönen Videos der Carbon-Bauten, bereits seit ein paar Jahren erfolgreich durch das Netz. Mir war gar nicht mehr klar, dass Sie hier auf Yachtblick noch nie Erwähnung gefunden haben.

Rendering Gunboat 78

Das Geschäft mit den Wohn-Rennern scheint ganz gut zu laufen, denn kürzlich hat die Unternehmensleitung in der Presse erklären lassen, dass man eine neue Fabrik in North Carolina eröffnen wird und mit einem Investment von 1.8 Million $ bis zu 71 Arbeitsplätze schaffen will. Was die Sicherheit angeht, so habe ich bisher noch nicht vernehmen können, dass einer der Gunboat Katamarane gekentert ist – oder hat irgendjemand andere Informationen?

Im Video (oben) führt euch Chef-Bootsbauer Phil Harvey durch seine Hallen und gewährt euch einen Einblick in den Bauprozess des neuen Gunboat 78. Das untere Video zeigt Toby Hodges beim Test der Gunboat 66 für Yachting World. Die Videounterschrift auf Youtube ist neben dem ein oder anderen beeindruckten Kommentar im Film auch sehr schön: “Yachting World’s test of the ‘ultimate fast cruiser’ in the Bahamas, where 20 knot cruising looks easy.”

Wahre Worte eines Fliegers und Autors

Im Rahmen meines Studiums befasse ich mich derzeit mit dem strategischen Marketing und wie ich gestern so meine Vorlesungsfolien durchblättre, fällt mir ein sehr nettes Zitat von Antoine de Saint-Exupéry in den Schoß.

“Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.”

Ich wollte natürlich wissen, was es denn mit diesem Mann auf sich hat. War er ein bedeutender Segler zu Beginn unserer Regattatage und ich hatte bisher noch nie etwas über ihn gehört?

Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944) war zu Lebzeiten Pilot und Schriftsteller, der es schaffte, auch in den Vorkriegszeiten schon einen sehr noblen Ruf als Schriftsteller zu genießen, dennoch packte ihn die Leidenschaft des Fliegens und er agierte im zweiten Weltkrieg als Ausbilder und später als Pilot eines Aufklärungsgeschwaders. Im Rahmen seiner Tätigkeit verlor er am 31. Juli 1944 sein Leben, als er auf seinem planmäßig letzten Aufklärungsflug nach Grenoble unterwegs war.

Mit der Segelei hatte der gute Mann also gar nichts zu tun, dennoch wird er wohl das Gefühl genossen haben, um sich herum nichts als die Weite zu haben und sich auch einfach mal treiben zu lassen. Es heißt nicht umsonst, dass nur das Fliegen schöner ist!

Die Bilder stammen von wikipedia

Ein Bild ging durch die Segelwelt

Aber nicht nur dort, fand ein ganz bestimmtes Bild, eines ganz bestimmten Mannes, einen großen Anklang.

Alex Thomson, der mit seinem Sponsor HUGO BOSS schon in der Vergangenheit für viel Aufsehen gesorgt hat, wurde vor einigen Jahren mit einem tadellosen Anzug seines Sponsors zu Werbezwecken auf dem Kiel seiner IMOCA 60 abgelichtet. Viele Stimmen wurden laut, dass es sich hierbei um eine Fotomontage handeln würde. Jetzt tritt das Team um Alex Thomson den Gegenbeweis an und vollführt den Stunt ein weiteres Mal bei eisigen Temperaturen vor der britischen Küste.

Mehr Bilder zu Alex und seiner IMOCA60 findet ihr hier