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Januar, 2012:

Überlegst Du noch oder segelst Du schon?

Segeln auf dem Sofa – topmodern und mit viel Spaß

Die klassische Winterpause für Segler ist ab sofort Geschichte. Mit dem sehr überschaubaren finanziellen Aufwand von unter drei Euro ist es spielend möglich, in der Bucht von Palma zu segeln, vor dem Palais de Festival in Cannes zu kreuzen, in Höchstfahrt raumschots an Alcatraz vorbei Richtung Downtown San Francisco zu heizen oder entspannt in der Karibik um die Wette zu segeln. Für die Hardliner (und natürlich den DSV-Kader) gibt es auch Kiel bei Regenwetter, es ist also an alle gedacht. Und das alles bequem von zu Hause, im Büro oder unterwegs.

So viel Spaß bietet eine neue App für iPod, iPhone oder iPad, leicht zu finden im iTunes-Store unter „CleverSailing“, oder über die Webseite der Macher von www.cleversailing.com. Liest man die ersten Bewertungen, so muss diese App ein echter Kracher sein, wird ihr sogar von Nichtseglern voller Lob „Suchtpotential“ attestiert.

Hinter dieser modernen Entwicklung steht geballte Segelkompetenz. Dr. Malte Philipp, der ehemalige Chefbundestrainer des DSV, in seiner aktiven Zeit selbst Weltmeister und Gewinner hochklassiger Regatten, hat zusammen mit Partnern das Konzept des mobilen Segelns entwickelt. „Im Winter oder auch beim Warten auf Wind bei Flaute hat mir immer etwas gefehlt“, sagt Philipp zur Motivation der Entwicklung einer App. „Jetzt kannst Du rund um die Uhr Segelspaß haben, auf dem Wasser und an Land. Und dadurch, dass wir realistische Windmuster programmiert haben, kann man sogar ein Revier richtig kennenlernen und schon mal üben, bevor man überhaupt dort gewesen ist!“. Auch das Fahrverhalten der unterschiedlichen Boote wie Tornado, TP 52, Optimist, Hobie Cat oder Starboot entspricht der Wirklichkeit.

Die App ist etwas für alle, die Spaß am Segeln und am Spielen haben. Diejenigen, die dabei noch etwas lernen wollen, kommen ebenfalls voll auf ihre Kosten. Die unterlegten Windmuster verlangen volle taktische und strategische Aufmerksamkeit, wenn man an die Bestzeiten in den Ranglisten herankommen will. Das ist nicht einfach so nebenbei geschafft.

Eine echt coole App – heute schon gesegelt?

Viel Spaß beim Probieren und Kennenlernen.

Ps: Auch für mobile Android-Geräte wird diese App in Kürze ebenfalls in deutscher und englischer Sprache verfügbar sein!

F-Class Firefly – schön & schnell

In meinem Bücherregal liegen, neben so einigen anderen Büchern und Bildbänden über schöne Schiffe, auch ein Buch mit dem Titel “Die Belle Epoque des Segelsports”! Yachten wie Velsheda, Schamrock V, Endeavour und Ranger sind natürlich vielen Seglern ein Begriff und in der Kombination aus Schönheit und Größe natürlich sehr beeindruckend. Alle diese Schiffe basieren auf der J-Class Formel deren Vater kein geringerer als der berühmte Nathanael Herreshoff ist. Von einer “Großen Epoche” zu sprechen hat natürlich irgendwie einen etwas faden Beigeschmack und kann auch als Abwertung dessen verstanden werden, was heutzutage in den Köpfen der Naval Architects entsteht.

Das Team von Hoek Design hat sich die J-Claas Formel vorgenommen und begonnen die Vorteile dieser Designs aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts mit dem Stand der Technik zu vereinbaren. Das Ergebnis dieser Kombination ist zwangsläufig “schön & schnell”!

Baunummer 1 dieser angestrebten Klasse wurde im Mai 2011 fertiggestellt, feierte ihr Debut beim Superyacht Cup vor Palma de Mallorca und wurde in der Folge von den Yacht Medien wohlwollend in Augenschein genommen.

Der niederländische Eigner wollte das ganze Projekt im eigenen Land behalten, neben Andre Hoek und seinem Team wurden Bloemsma Aluminiumbouw mit dem Rumpf und Claasen Shipyards mit Ausrüstung und Einrichtung beauftragt. Claasen war zuletzt auch mit dem Bau der J-Class Lionheart betraut.

Soweit bekannt, soll das ganze Projekt, vom ersten Strich der Zeichnung bis zur Fertigstellung, nur 9 Monate gedauert haben. Wenn es wirklich so ist, kann man hier von einer durchaus beachtlichen Leistung sprechen. So ein Zeitplan wäre mit den Strukturen im deutschen Schiffbau wahrscheinlich nur schwer vereinbar.

Die Ausstattung ist hochwertig und hält wenig Überraschungen bereit – Harken, Lewmar, ein PBO Rigg usw …

Technical Specifications

hull material: aluminum
Length (Loa): 35.20m
Length (LWL): 22.23m
Beam: 5.58m

spars: hall spars
sails: north Sails
upwind 594 sqm
downwind 1095 sqm
Winches: harken
deck gear: lewmar
sailing systems: hydraulic
displacement: 60 tons
superstructure material: Mahogany
engines: Steyr
gearbox: Twindisc
shaft & propellor: Maxprop
generators: Steyr
fuel tank capacity: 900 ltr.
Water tank capacity: 800 ltr.

Die Bilder entstammen der F-Class Broschüre. Zum Interieur muss nicht viel gesagt werden – weniger ist eben doch manchmal mehr und weiß ist sowieso meine Farbe.

Gefahr auf den letzten Metern

Im April soll die PlanetSolar wieder wohl behütet in Monaco an den Steg gehen, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. In der jüngsten Vergangenheit schockierten die Medien immer wieder mit Überfällen im Golf von Aden. Eben durch dieses Gewässer führt der direkte Weg der PlanetSolar. Sind wir ganz ehrlich, dieses Boot sieht im Vergleich zu einem “Container-Riesen” doch eher wie ein UFO aus und wird dadurch leider auch wesentlich interessanter für die somalischen Piraten.

Jemand, der sich mit diesem Thema auskennt, hat sich vor einigen Tagen im Schweizer Tagesanzeiger zu Wort gemeldet – Ex-Armeechef Christophe Keckeis, der seines Zeichen mit der Betreuung der Solar beauftragt wurde.

Ein Einsatz von Söldnern scheint nicht ausgeschlossen  zu sein!

Wir wünschen den Mannen der PlanetSolar eine entspannte überfahrt und eine baldige Meldung über die hoffentlich erfreulichen Ereignisse.

Welcome to Abu Dhabi

Nachdem Jens über die Feiertage in Deutschland war, ist er nun wieder auf der PlanetSolar unterwegs. Heute Morgen erreichten mich einige Bilder von unserem Weltenbummler.

 

 

So lässt es sich in den Tag starten.

Torvar Mirsky testet SeaCart 26

Die schwedische High Tech Schmiede Oceanlake Marine bezeichnet ihr jüngstes Kind als “the ultimate day racing trimaran designed for both course and inshore/coastal distance racing”. Neben den weiter unten aufgeführten technischen Daten ist der Anklapp-Mechanismus sicher erwähnenswert. Ich habe mich gerade intensiv mit Klappmechanismen von Trimaranen beschäftigt und es gibt bisher überhaupt nur 3, mit viel gutem Willen 4, Systeme die ein Anklappen ermöglichen. Im “Rennziegen”-Bereich haben sich bisher kaum Werften getraut ihre Rümpfe anzuklappen, was sicherlich darauf zurück zu führen ist, dass an den Stellen, an denen die Scharniere sitzen, bei Benutzung auch sehr hohe Kräfte auftreten. Die Seacart 26 soll ohne Segel 83.000 € kosten und im OneDesign Setup, mit 3DL-Segeln von North, stehen schlanke 92.639 € zu Buche … so richtig geschenkt ist das für einen Daysailer irgendwie auch nicht. Zu den Segeleigenschaften kann ich nix sagen … dafür ist Torvar ohnehin die bessere Wahl. So richtig hübsch sind leider wenige Trimarane, wenn sie dann noch über Anklapp-Mechanismen verfügen, wird das auch eher schlimmer als besser. Die SeaCart 26 macht da auch keine Ausnahme … aber das liegt zum Glück im Auge des Betrachters.

P.S. Ich werde euch demnächst mal noch ein paar “Folding-Systems” für Multihulls vorstellen.

SeaCart 26 OD Specifications

Length incl. rudder 7.92 m / 26’
Beam 5.60 m / 18’4”
Beam Folded 2.33 m / 7’8”
Draft C/board down 1.49 m / 4’11”
Curved Foils/Dagger Boards Length 1.8m / 5.9’’
Weight Empty less than 800 kg / Mast Length 11.9 m / 39’1”
Design – Marc Lombard
Technical Adviser – Mike Drummond
Mast Design – Mark McCafferty
Deck Layout & Sail System – Pom Green and Calle Hennix
Sail plan & Flow Membrain runs by North Sails
Builder Composite Marine Int. / Thailand

One Design Sails:
Mainsail Area 28.8 m2 / 310 sq ft
Jib Area 13.4 m2 / 144 sq ft
Gennaker Area 43.6 m2 / 470 sq ft

Rating Sails:
Code Zero (0) 28.8 m2 / 310 sq ft
Large Gennaker 54.3 m2 / 584 sq ft
Note: Specifications are subject to change. Curved foils are extra equipment and is currently not a part of the OD rule.

 

Killing K3 International 14

Wir habenhier bereits über die Entwicklungen von Steve Killing an der International 14 Klasse berichtet. Leider waren die Experten zum Thema seinerzeit etwas verschwiegen. Das erste Video vom fertigen Boot habe ich schon vor Monaten gebookmarked, dann aber wieder vergessen. Mittlerweile war der erste K3 im Rahmen der Weltmeisterschaft 2011 in Weymouth unterwegs und beendete diese auf Platz 18. Im blog zeigt man sich zuversichtlich, dass man an einer Plattform arbeitet, mit der man 2013 die Weltmeisterschaft in Toronto, sozusagen im Heimathafen des K3, gewinnen kann.

In Einzelteilen soll der Rumpf 12.500 $ kosten, zusammengesetzt 22.000 $ – ob das nun US Dollar oder Kanadische Dollar sein weiß ich nicht – macht aber auch fast keinen Unterschied.

Birthright – das Recht auf Welle

Keine Yachten, keine Segel, nur ein Mann und das Meer. Der Film trägt den Titel “Birthright”, was übersetzt soviel wie Geburtsrecht heißt. “Visual Artist” Sean Mullen, der für die visuellen Effekte einiger Hollywood Serien verantwortlich ist, erzählt die Geschichte eines Freundes, der jeden Tag surft. Mullen beschreibt diesen Vorgang als “his daily ritual to find his natural self through surfing”. Klingt alles recht hochtrabend und gestelzt … wäre es wohl auch wenn Michael, der Protagonist, einer dieser tiefenentspannten Klischee-Surfer wäre, deren gebrabbel über perfekte Wellen mehr dem Arterhalt als der Sache an sich dient. Ist er aber nicht … seht selbst!

BIRTHRIGHT from Sean Mullens on Vimeo.