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2012:

Cool Slippen … weil er es kann!

Es gibt gefühlt tausende Videos von irgendwelchen Honks die beim Slippen ihre Boote versenken oder gar mit dem Auto zuerst die Rampe runter fahren … zugegeben an nem besonders verpeilten Tag könnt mir das auch passieren. Zum Video: Er ist einfach die coolste Sau im Hafen! Ich empfehle euch dieses Video bis zum Ende zu sehen, denn ihr werdet überrascht. Soviel vorab – Boot und Auto bleiben heil!

Hat irgendjemand nähere Informationen über das Gerät? Wenn das irgendwie Fake ist, dann erzählt es mir nicht – ich will glauben das es Menschen gibt die so etwas bauen!

59,23 kn – Sailrocket kann es doch!

10 Jahre seines Lebens verbringt ein Typ damit, darauf hin zu arbeiten, dass der Moment des Triumphes möglichst kurz ist. Vergangenen Freitag ging dieser Tweet über die Kanäle des Sailrocket Teams:

17:34:13: That’s it… We’ve smashed the arse off it! 59 knot average. Live from end of speed spot!

Genau genommen waren es 59,23 kn (noch unbestätigt vom WSSRC 59,38 kn in einem weiteren Lauf) im Durchschnitt auf der 500 m Distanz!

Laut Paul’s Blog ist mittlerweile auch der Rekord über die Distanz einer Meile gefallen – 55,32 kn. Die Spitzengeschwindigkeit lag bei 63,98 Knoten. Wir gratulieren zu dieser außergewöhnlichen Leistung und ziehen unseren Hut vor diesem Durchhaltevermögen!

Ex-Illbruck siegt beim SWT Baltic Race

Am vergangenen Freitag fand das SWT- Baltic Race statt, ein Wettrennen zwischen der High Tech Yacht Illbruck (Sieger Volvo Ocean Race 2001/02) und zwei Surfern. Dieses konnten die Segler vom Team Speedsailing mit knappem Vorsprung für sich entscheiden. Auf der Strecke von Gedser nach Warnemünde lieferten sich die ungleichen Kontrahenten ein spannendes Kopf- an- Kopf -Rennen. Bereits wenige Meilen nach dem Start waren die beiden Surfer mit ihrer höheren Geschwindigkeit der Segelyacht enteilt. Eine plötzliche Abnahme des Windes verhalf dann jedoch wieder der Illbruck zurück ins Rennen. „ Es war ein richtiger Schock“, so Thomas Brandt (Rostock), einer der Surfer „wir führten klar vor den Seglern als plötzlich und gegen jede Wetterprognose der Wind abnahm. Für diese Windgeschwindigkeit waren unsere Segel aber zu klein. Und so schwammen wir buchstäblich im Wasser und mussten zuschauen wie die Illbruck an uns vorbeirauschte.“
Um überhaupt noch eine Chance zu haben, wechselte der zweite und leichtere Surfer, Mathias Bethke aus Rostock, auf das größere Ersatzbrett und begann mit einer rasanten Aufholjagt.

Thomas musste das Rennen aufgeben und legte den Rest der Strecke auf dem Begleitboot zurück.
„Es war die einzige Chance, die die Jungs hatten. Das größere Brett war dem leichteren Mathias nun wie auf den Leib geschnitten. Die Gschwindigkeitsanzeige an unserem Speedboot zeigte während der Aufholjagt teilweise über 25kn (ca. 50km/h) an, erklärt André Baselow, Fahrer des Begleitbootes.

„Es ist schade, meint Mathias Bethke, rückblickend hätten wir die Entscheidung für den Materialwechsel schneller treffen müssen, dann hätte es wahrscheinlich auch zum Sieg gereicht.
Der Skipper der Illbruck, Oliver Schmidt- Rybandt, sieht bei diesem Rennen keinen Verlierer.
„ Wir von Speedsailing fanden die Idee der beiden Surfer schon etwas verrückt. Dass sie es bei den Temperaturen überhaupt geschafft haben über die Ostsee zu surfen ist wirklich beeindruckend und sie haben unseren größten Respekt. Für die unvorhergesehene Windabnahme konnte letztendlich keiner etwas. Trotzdem sind wir natürlich auch ehrgeizige Sportler und haben unsere Yacht die ganze Zeit gepusht und immer am Maximum gesegelt. Unser Vorteil war am Ende, dass wir einfach flexibler auf die Windveränderung reagieren konnten als die Surfer.“

Das Team Speedsailing darf sich jedoch nur ein Jahr auf dem Gewinn des SWT- Baltic Races ausruhen, denn beide habe für das nächste Jahr schon eine Neuauflage dieser spektakulären Veranstaltung angekündigt.

Anmerkung der Redaktion: Die Strecke Rostock-Gedser hat schon so manchen Wassersportler zu “Unfug” verleitet. Wir haben es mal mit dem Opti versucht. Hier der Film. Ich weiß von einer gescheiterten Querung im Ixylon … kennt irgendjemand ähnliche Geschichten? 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.swt-balticrace.eu

 

SWT- Baltic Race

Surfer fordern High Tech Yacht Illbruck heraus 

Heute startet erstmalig das SWT- Baltic Race.

Dabei fordern zwei Surfer das Siegerboot des Volvo Ocean Races (2001/02), die legendäre Illbruck heraus. Das Rennen wird gegen 13.00 Uhr vor der Südspitze Dänemarks gestartet. Es wird erwartet, dass beide Kontrahenten die gut 40 Kilometer in unter zwei Stunden zurücklegen und gegen 15 Uhr die Ziellinie vor Warnemünde überqueren.

„ Für die beiden Surfer wird es sehr schwer werden die Illbruck zu schlagen. Schließlich ist die gesamte Performance dieser High Tech Yacht auf Rennen wie diese ausgelegt“ so Martin Buck (Team Speedsailing / Steuermann der Illbruck). Die beiden Surfer, Mathias Bethke und Thomas Brandt, vertrauen jedoch auf ihre höhere Maximalgeschwindigkeit. „Natürlich wird es schwer werden aber wir haben uns lange und sehr akribisch auf diese ausdauernde Belastung vorbereitet.

Oberste Priorität während des gesamten Rennens hat natürlich die Sicherheit aller Beteiligten, denn neben Wind und Wellen verläuft der Kurs auch durch die stark frequentierte Kadettrinne.

„Es wird sicherlich ein sehr enges und spannendes Rennen“, so SWT- Geschäftsführer Mikael Widmark.

„Neben der sportlichen Herausforderung soll dieses Event aber auch zeigen, wie Technologie und Entwicklung Distanzen verkürzen kann und dies ist eben auch ein wichtiger Grundsatz unseres Unternehmens.“

Die Neuauflage dieser Auseinandersetzung soll es dann 2013 geben, denn beide Kontrahenten haben schon angekündigt im Falle einer Niederlage den sportlichen Gegner erneut herauszufordern.

Vielen Dank für diesen Beitrag von Mathias Bethke

Weitere Informationen findet ihr hier. Bilder werden wir euch hoffentlich nachliefern können

Volvo Ocean Race 2011-12! Der Film in voller Länge!

Die vergangene Ausgabe des Volvo Ocean Race wurde im Oktober 2011 in Alicante, Spanien, angeschossen und im irischen Galway Anfang July 2012 beendet. Die zusammenfassende Dokumentation, wie hier gezeigt, gibt es bekanntermaßen von jedem Volvo Ocean Race. Musste man sich bei der letzten Ausgabe noch umständlich die DVD aus England bestellen, geht das mittlerweile einfacher … sehr löblich!
Der Film lässt euch in gewohnter Dramatik die Teams auf ihrer 39.000 Seemeilen langen Reise, vorbei an Cape Town, Abu Dhabi, Sanya, Auckland, und rund Cape Horn nach Itajaí, Miami, Lissabon, und Lorient begleiten.

By the way … die Entwicklung hin zur 65 Fuß Einheitsklasse finde ich sehr bedauerlich und ich weiß, dass ich mit dieser Meinung ziemlich allein dastehe! Für mich war das VOR auch immer ein Vergleich unter den Konstrukteuren … da ich selbst Schiffbauer bin, wundert das wohl niemanden! Ich glaube auch nicht, dass es durch die 65-Fuß Yachten wirklich spannender wird! Die Berichte und Spekulationen in der Bauphase der Boote haben einen nicht unerheblichen Teil des ganzen VOR Medienapparates ausgemacht. Auch ein OneDesign löst das Problem, dass Segeln nicht unbedingt publikumsnah stattfindet, nicht wirklich. Wenn die Boote günstiger werden, dürften die Gehälter der Profis steigen, da jeder das beste Team möchte. Mehr Geld in den Händen weniger Stars, ob das unseren Sport voran bringt, weiß ich irgendwie auch nicht. Es ist schließlich Geld, das vorher auf einen ganzen Apparat aus Konstrukteuren, Bootsbauern, Werften und Zulieferern verteilt wurde – aus Sicht des Yachtbaus auch nicht überragend als Ergebnis.

Schauen wir mal, was die Zukunft bringt.

Wir wünschen viel Spaß!

Raus ins Blaue – Film von Bastian Hauck in voller Länge!

Kurz vor Haparanda liegt die nördlichste Tonne der Ostsee – mit einem Briefkasten. Und Bastian Hauck hat eine Mission: Post aus Haparanda. Mit seiner 50 Jahre alten Tadorna, einem umgebauten Folkeboot, macht er sich auf den Weg.

Bastian‘s Film ist eine Liebeserklärung an die Ostsee und an die Menschen, denen er unterwegs begegnet: Eine Gruppe junger „Couchsurfer“, die ihn zu einer finnischen Saunaparty mitnimmt; schwedische Fischer, die ihn zu „Surströmming“ und Selbstgebranntem einladen; und Kristina, die kurzerhand die Pantry ihres Großseglers gegen die enge Koje der Tadorna eintauscht und Einhandsegler Bastian Hauck die Zweisamkeit lehrt. Zweieinhalbtausend Seemeilen ohne Motor, auf einem Boot, das Kielbolzen und Oberwanten verliert und gegen Ende beinahe aufgegeben werden muss: Zusammen mit Bastian Haucks erster Ostseeumrundung nach St. Petersburg wurde diese Reise übrigens mit dem Langfahrtpreis des Freundeskreis Klassischer Yachten ausgezeichnet.

Bastian hat vor einiger Zeit seine Erfahrungen mit dem Folkeboat professionalisiert – wenn ihr eure Holzschätzchen in die Hände eines Liebhabers geben wollt, dann schaut euch www.bootswerft-schleswig.de an

Hanse 415 -Testschlag mit Uwe Röttgering

Die Hanse 415 ist laut HanseYachts eine Yacht der Mittelklasse. Konzipiert als Allrounder hat die Werft hohe Erwartungen an den Nachfolger der Hanse 400, die sich über 1000mal verkauft hat und für das Nachfolgemodel “große Fussstapfen” hinterlässt.

Mit 120 000 Seemeilen auf dem Buckel steht Uwe Röttgering für seglerische Kompetenz und kann als Familienvater auch die Bedürfnisse der Urlaubssegler bestens einschätzen.

Volvo Ocean Race 2011/12 – Resümee und Rückblick

Galway, Irland, in der Nacht zum dritten Juli. Das Volvo Ocean Race 2012-2012 ist Geschichte. Groupama mit Skipper Franck Cammas hat es geschafft. Der Mann, der den Rekord für die schnellste Weltumseglung hält, kann auch Einrumpfboote. 18 Jahre nach Eric Taberlys Team La Poste ist mit Groupama wieder ein Team aus Frankreich dabei, dem Mutterland des Hochsee-Regattasegelns, und holt den Sieg.

Rotoryachten – eine Option für die Zukunft?

Dieser Artikel wurde mir freundlicherweise von Kapitän Rainer Weise zur Verfügung gestellt. Herr Weise berichtet hier ausführlich von seinen Erfahrungen mit dem Thema. Wir sagen an dieser Stelle vielen Dank! 

Die Branche der Sportschifffahrt teilt sich im Großen und Ganzen in die Motor und Segelboote bzw. Yachten auf. In Zukunft könnte jedoch eine Dritte dazukommen, dabei handelt es sich um Boote bzw. Yachten mit Flettner-Rotoren. Diese Kategorie wäre ein sinnvolles Verbindungsglied zwischen den ersten beiden.

Flettner-Rotoren sind eine Erfindung des genialen deutschen Ingenieurs Anton Flettner, aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. In dieser Zeit stellten deutsche Physiker bei Versuchen im Windkanal fest, dass an drehenden Zylindern, die durch Luft angeströmt werden, ein Auftrieb entsteht. Diese Kraft ist zirka zehnmal größer, als die einer vergleichbaren Segelfläche.

 

Flettners Verdienst ist es, dass er die Möglichkeiten einer praktischen Anwendung erkannte. Obwohl Flettner viele Widerstände überwinden musste, gelang es ihm, 1926 den Gaffelschoner Buckau zum Rotorschiff umbauen zu lassen. Anstatt der Masten und Takelage erhielt die Buckau zwei Flettner- Rotoren. Da er von der zehnfachen Wirksamkeit der Rotoren ausging, hatte die projezierte Fläche der Rotoren auch nur ein Zehntel der Segelfläche des alten Segelschiffes Buckau.

Auch ihr Gewicht entsprach nur einem Zehntel dem der vorherigen Masten und Takelage. Eine gründliche Erprobung auf wissenschaftlicher Basis folgte. Im Ergebnis hatten sich die Fahrt und Manövriereigenschaften der Buckau verbessert. Obwohl der praktische Nutzen erwiesen war, konnten sich die Rotoren nicht durchsetzen. Nach der Weltwirtschaftskrise waren Treiböle so billig, dass sich kein Reeder um Einsparungen Gedanken machen musste. Erst jetzt, wo das Rohöl immer teurer wird, kommt man zaghaft auf Flettners Ideen zurück. So hat der Energiekonzern Enercon ein Spezialschiff mit vier Rotoren bauen lassen.An diesem Punkt ein paar Worte zu mir. Nach der Wende machte ich mich mit einem Hochseeangelkutter in Sassnitz auf Rügen selbständig. Die sich immer weiter verschärfenden Sicherheitsbestimmungen ließen mich beizeiten über ein Neubauprojekt nachdenken. Da mich Flettner-Rotoren seit meiner Kindheit begeistern, sollte mein Schiff auch diesen Zusatzantrieb besitzen. Eine Machbarkeitsstudie und ein Vorprojekt waren vielversprechend. Die zögerliche Haltung von Banken und die fehlende Unterstützung von Landes- und Bundespolitik ließen das Projekt jedoch scheitern. Durch die hirnrissige Politik des Ministeriums für Verkehr musste ich im Jahre 2009 mein Schiff verkaufen und meine Selbständigkeit aufgeben. Ich wechselte in ein Angestelltenverhältnis, was zum Glück nicht schwer war, da Seeleute in Deutschland eine aussterbende Rasse sind.

Zurück zu Flettner. Der ließ damals auch eine Yacht mit einem Rotor ausrüsten. Fahrten damit zeigten, dass sie vergleichbaren Yachten im Fahrtverhalten und Geschwindigkeit ebenbürtig war. Dass dieser Antrieb sich in der Sportschifffahrt nicht durchsetzte, hatte wohl verschiedene Gründe. Zum einen sind Segler Ästheten, die wohl der Anblick der Rotoren verschreckte, zum anderen braucht man zum Antrieb der Rotoren immer eine Energiequelle, die auch Krach und Abgase verursachen kann.

Was hat sich nun seit damals geändert, was könnten heute Gründe für Sportbootfahrer sein, sich für ein Schiff mit Rotoren zu entscheiden?

Im Gegensatz zu vielen anderen Wassersportbegeisterten finde ich eine Yacht mit Rotoren ästhetisch ansprechend. Das ungewohnte Aussehen ist meines Erachtens attraktiv. Sicher müssten bei Neubauprojekten Designer Pate stehen. Vielleicht entsteht ein spezieller neuer Schiffstyp als Träger für die Rotoren. Gegenüber einer Segelyacht hat man mehr Platz an Deck. Keine störenden Stag`s, Wanten, Bäume oder Segel.

Ich bin mir sicher, wer mit einer Rotoryacht in einen Hafen kommt, dem ist die Aufmerksamkeit der anderen Sportbootsbesitzer sicher. Vielleicht ist eine Rotoryacht nicht jedermanns Sache. Viele Sportbootfreunde werden sich aber genau wie ich, für dieses Prinzip begeistern lassen.

Als einen Grund dafür muss man den großen Spaßfaktor nennen, den die Fortbewegung unter Rotoren macht. Ich habe dies erlebt, als ich mit dem Rotorboot der Universität Flensburg mitfahren durfte. Ein Nachteil bei diesem Testmodel ist, dass es nur einen Rotor besitzt. Dadurch kann es als Auslegerboot bei ungünstigem Anströmwinkel nicht den toten Punkt überwinden, um Fahrt aufzunehmen. Deswegen würde ich auch bei einen Einrumpfschiff immer zu zwei Rotoren tendieren. Außerdem kann man mit zwei Rotoren besser manövrieren, beispielsweise das Schiff auf der Stelle drehen lassen, Halsen und Wenden sowie An- und Ablegemanöver fahren. Durch umsteuern der Rotoren kann das Schiff aufgestoppt werden, bzw. rückwärts fahren.

Die Rotoren selbst sind absolut geräuschlos. Auch die Generatoren verursachen heute durch Kapselung und optimale Schalldämpfer keinen Krach mehr. Neue Materialien wie z.B. Aluminium- Sandwiches machen die Rotoren leicht und unverwüstlich. Während Stoffsegel einen Alterungsprozess unterliegen oder bei Sturm auch schon mal zerreißen können, halten Rotoren ein Schiffsleben lang. Eine neue Konstruktion passt sie den speziellen Sportbootanforderungen an. So dreht die obere Endscheibe nicht mit und kann als Geräteträger für Antennen und Lichter genutzt werden. Der Rotor selbst dreht um einen Gittermast. Das verbessert die Steifigkeit und vereinfacht die Krafteinleitung ins Schiff.

Durch einen neuartigen Antrieb ( Siehe mein Patent B63H 9/02 (2006.01)) gibt es keine mechanischen Übertragungswege mehr. Somit gibt es keine Energieverluste und der Rotor kann stufenlos geregelt werden. Der Rotor wird verschleißfrei gelagert und es werden Reibungsverluste vermieten.

Bei einem Neubauprojekt wäre es überlegenswert, sich für einen dieselelektrischen Antrieb zu entscheiden. Die Firma Fischer-Panda stellt dieselelektrische Antriebe speziell für Sportboote her. Diese Antriebe ergänzen sich ideal mit den Rotoren. Durch mindestens zwei Generatoren mit unterschiedlichen Leistungsparametern kann eine optimale Anpassung an die momentan benötigte Leistung erfolgen. Hier nenne ich folgendes Beispiel: Bei Windstille würden beide Generatoren ihre Leistung dem Elektroantrieb des Propellers zur Verfügung stellen. Bei ausreichendem Wind läuft nur der kleine Generator und versorgt die Rotoren und das Bordnetz. Hierbei wird auch der Komfort an Bord erhöht. So stehen ständig außer 24 Volt auch 220 Volt und 360 Volt zur Verfügung.

Die leichte Handhabung der Rotoren ermöglicht es auch Sportbootfreunden, die bisher nur Erfahrung mit Motorbooten haben, mit ihnen umzugehen. Ein Segelschein wäre wahrscheinlich nicht erforderlich. Fehler, welche bei einem Segler unter Umständen zum Kentern führen, kann man nicht machen. Selbst eine Sturmböe beeinflusst die Stabilität nicht nachhaltig. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass das Verhältnis Umdrehungs- zu Anströmgeschwindigkeit definiert ist. Stimmt dieses Verhältnis nicht, nimmt die Kraft am Rotor ab. So geht eine Sturmböe folgenlos am Rotorschiff vorüber. Schlimmstenfalls kann man bei Sturm die Rotoren stoppen, was einem Reffen bei einem Segler gleichkommt. Den Vorschlag, teleskopartig ausfahrbare Rotoren zu bauen, halte ich aus diesem Grund nicht für relevant. Die Mechanik dafür würde die Rotoren nur unnötig komplizieren und deren Masse erhöhen. Im Ergebnis würde dies auch zu einer Verteuerung dieser Technik führen. Ich bin im Gegenteil davon überzeugt, dass auch die gestoppten Rotoren eine dämpfende Wirkung auf das Schiff haben. Sind die Rotoren jedoch in Betrieb, dämpfen sie die Bewegung des Schiffes aufgrund der Kreiselkräfte. Auch wenn diese Kräfte rein rechnerisch wegen der geringen Masse der Rotoren angeblich keine stabilisierende Wirkung haben, bin ich vom Gegenteil überzeugt. Jeder der schon einmal ein sich drehendes Fahrradrad in den Händen gehabt hat, kann bestimmt meine Einstellung nachvollziehen. Versucht man das sich drehende Rad zu kippen, weicht es auf Grund der Präzession um 90° aus, siehe zweites Kreiselgesetz.

Darüber hinaus können die Rotoren über eine Steuerung vollautomatisch betrieben werden. Wie oft habe ich in den Revieren von Nord- und Ostsee gesehen, dass Besitzer von Segelyachten mit Motor fuhren, obwohl günstiger Wind wehte. Der Rotor kann immer seinen Beitrag zur Fortbewegung leisten. Ob der Sportbootkapitän nun gerade Lust zum segeln hat, oder auch nicht. Entweder mit dem Ziel Kraftstoff einzusparen, was die Reichweite vergrößert oder die Erhöhung der Schiffsgeschwindigkeit, indem die Rotoren den Hauptantrieb unterstützen.

Ein Vorteil dabei ist, dass die Rotoryacht höher am Wind segeln kann. Genau achterlichen oder vorderlichen Wind kann der Rotor jedoch nicht nutzen. In diesem Fall müsste gekreuzt werden. Am günstigsten ist eine seitliche, leicht achterliche Anströmung.

Was macht mich so sicher, dass Flettner-Rotoren sich auch in der Sportbootbranche durchsetzen werden? Hauptgrund ist: Der Rotor ist eine der wenigen Sachen, die sinnvoll und vernünftig sind und dabei auch noch Spaß machen. Ein Rotorschiff ist eine Investition in die Zukunft, die umweltfreundlich ist und den Geldbeutel des Schiffseigners schont. Zudem hat man ein gutes Gewissen gegenüber Sportbootfreunden mit PS-starken Booten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Rotorschiffe eine Alternative sowohl für Segler als auch für Motorbootsbesitzer sind. Als Einsatzgebiete sehe ich vor allem die Küstenreviere und die offene See. Hier kommen die Vorteile der Rotoren am besten zum Tragen. Sie machen das Überwinden von großen Entfernungen möglich und erhöhen die Schiffssicherheit um ein vielfaches. Da es möglich ist, sie im Baukastensystem herzustellen, können sie unter Umständen auch nachträglich auf vorhandene Schiffe aufgebaut werden. Ist erst einmal eine Nachfrage am Markt vorhanden, kann man Rotoren in Serie bauen, was die Kosten überschaubar machen dürfte. Nicht zuletzt möchte ich den Umweltaspekt nennen. Rotoren sind auf jeden Fall ein Beitrag zum Umweltschutz. Wer in nächster Zeit plant, sich ein neues Schiff anzuschaffen, sollte dies in seine Überlegungen einfließen lassen.

Mein Bestreben besteht darin, einen zirka 17 Meter großen Kutter mit zwei Rotoren zu bauen. Er soll als Demonstrationsobjekt dienen und kleinen Werften in Deutschland einen technologischen Vorsprung verschaffen. Dafür müssten möglichst viele Innovationen in dieses Projekt einfließen. Dabei denke ich z.B. an neue Materialien, eine neue Rumpfform oder an einen neuen Antrieb. Die Erfahrungen aus diesem Projekt sollen Grundlage für ein neues Konzept von Sportbooten und kleinen gewerblichen Schiffen sein. In der gewerblichen Schifffahrt denke ich an Hochseeangelkutter, die zum Beispiel die alten KFK-Kutter ersetzen. Auch als Fischkutter wäre dieser Schiffstyp denkbar. In der Sportbootschifffahrt hätte ein solches Schiff auch international gute Absatzchancen. Der Serienbau von Rümpfen und Rotoren würde das Preisniveau auf einem vernünftigen Level halten und somit die Vermarktungschancen erhöhen. Selbstverständlich muss ein solches Schiff den neuesten Sicherheitsbestimmungen entsprechen.

Mein im Jahre 2000 geplantes Schiff „Anton Flettner“. Damals scheiterte die Realiesierung am fehlenden Kapital. Vielleicht finde ich heute Menschen, die mich bei der Verwirklichung meiner Ideen unterstützen und vielleicht gehören in absehbarer Zeit Yachten mit Flettner-Rotoren zu dem gewohnten Bild unserer Häfen.

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AC World Series – ein Rückblick

© ACEA 2012/ Photo Gilles Martin-Raget

Als Aufwärmübung für den 34. America’s Cup, der auf 22 Meter langen Katamaranen mit Flügel ausgetragen werden soll, wurde die World Series ins Leben gerufen, um mit ähnlichen, aber nur halb so grossen Booten erste Erfahrungen zu sammeln.

Zuerst waren Fans und Journalisten skeptisch, aber die America`s Cup World Series hat sich schnell an der Spitze der professionellen Inshore-Serien etabliert. Der Film blickt zurück auf die erste Saison, die in Newport zu Ende ging.