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November, 2011:

P28 – der bessere Flügel

Über das Ziel dieses Projektes muss nicht viel gesagt werden – schnell segeln, bei wenig Wind! Das “fliegen” cool und schnell ist wissen wir seit der Motte  und der 3-stufige-Hydrofoil hätte mich alleine auch noch gar nicht vom Hocker gerissen. Wie die drei Stufen das “Abwassern” erleichtern ist selbsterklärend.

Eine wirklich interessante Geschichte ist das Rigg. Während der ersten Experimente mit großen Flügeln beim AC mussten die Crews teilweise an Bord schlafen, um des Nachts das Rigg immer wieder so in den Wind zu drehen, dass nichts passiert. Die Masten der AC45 müssen jedes mal nach dem segeln gelegt werden, was bei allem Geschwindigkeitspotential eine Übertragung in die “zivile” Segelei praktisch unmöglich macht.

Beim Mast des P28 sind die Spanten des Flügels so angelegt, dass Sie über ein Fall am Mast hoch gezogen werden können (so versteh ich zumindest die Bilder). Der Flügel der sich im Hafen bergen lässt. Dieser Ansatz macht den Einsatz der Flügel-Technologie auch bei konventionellen Yachten “möglicher”.

Die Variabilität des Profils wurde bei den letzten Cuppern noch über Klappen am Achterliek gelöst. Beim Flügel des P28 ändern die Spanten ihre Form und ermöglichen so ein asymetrisch optimales Flügelprofil auf beiden Schoten. Ein Prinzip das sich am ehesten noch mit vorgespannten Segellatten vergleichen lässt.

Wenn die Schot “nur” am Unterliek befestigt ist und die Spanten jeder für sich nur mit dem Segeltuch verbunden sind, stellt das natürlich besondere Anforderung an das Tuch und den Schnitt des Segels, um die Kräfte bis ins Top zu übertragen.

So viel für den Moment! Mit dem Projekt muss ich mich noch einmal genauer beschäftigen und wenn es die Zeit erlaubt, würde ich die Jungs im Frühjahr gern mal mit einer Kamera besuchen.

Mehr Informationen: www.p28foiler.com

Photos: www.myimage.ch

Planet Solar / MS Turanor … auf der Flucht!

Hallo Yachtblicker,

gestern haben wir die 25000 nm-Marke (46500km) gebrochen. Wir befinden uns an der Küste von Indien 11°21.3 N  57°17.8 E mit heading to Mumbai (ehemals Bombay).

Nachdem wir von Singapur, über Thailand und Sri Lanka, die indische Küste erreicht haben, können wir sagen, dass der Maintenance-Stopp in Singapur ein voller Erfolg war. Alle körperlichen Anstrengungen, die durch die tropische Hitze unermesslich erschwert wurde, sowie die Probleme, die gelöst wurden, haben uns ein Stück näher an unser Ziel, der ersten Weltumrundung eines Solarbootes, gebracht. Die Entscheidung, des Einfliegens, unseres kompletten Competence-Teams aus Europa, hat sich dabei als goldrichtig erwiesen.

Jetzt können wir voller Stolz sagen, dass die Turanor PlanetSolar so gut wie nie zuvor läuft.

Seit den letzten Tagen beunruhigt uns das geschehen, welches sich an der Südspitze Indiens abspielt. Etwa 200nm hinter uns baut sich ein riesiger tropischer Sturm auf, wobei wir die Ausmaße nur erahnen können. Mit jedem Wetter-Update nimmt die Größe des Zyklons zu. Unsere aktuelle Position ist 440nm südlich von Mumbai. In zwei Tagen wird dieser tropische Wirbelsturm über uns rollen. Da der einzige sichere Hafen Mumbai ist und wir mit Sicherheit sagen können, dass wir diesen unmöglich in zwei Tagen erreichen können, sind wir an der indischen Westküste auf der Suche nach möglichen Not-Ankerbuchten. Es gestaltet sich nicht einfach diese zu finden, da alle bisher gefundenen Buchten, die in Frage kommen würden, mindestens 200nm weit weg sind. Wir können jetzt nur hoffen, dass die Sonne mit uns ist und uns schnell macht, damit wir vor dem Sturm eine dieser Buchten erreichen.

Seit dem Erreichen der Westküste Indiens sind wir in das gefährlichste Gewässer der Welt eingelaufen, die arabische See. Wir werden jetzt vor ein, für uns bisher unbekanntes, Problem gestellt – Piraten! Bei jedem Fischerboot, welches uns zu nahe kommt, ist ein unwohles Gefühl dabei und die ständige Angst gekapert zu werden.

Drückt uns die Daumen, dass jedes Fischerboot auch weiterhin nur Fische fischt und dass uns die Sonne treu bleibt.

Save the Future

Jens

Das Vermächtnis eines Tauchers

Der Film “Ray: A Live Underwarter” ist ein liebevolles Portrait über einen Mann und sein Leben als Taucher. Ray erzählt anhand seiner außergewöhnlichen Sammlung von Schätzen, die er der Tiefe entrissen hat. Wie ein moderner Pirat hat der 75 jährige Ray Ives sein Leben lang den Meeresboden nach Schätzen abgesucht. Seit über 50 Jahren bringt der ehemalige Industrietaucher alles zurück an die Oberfläche, was glänzt und sich die See einst genommen hat … auch Gold! Sein kleines Museum voller Kanonen, Glocken, Schwerter, Bullaugen und Tauchgerät hat Ray stilecht in einem alten Seecontainer nahe der Wasserkante untergebracht. Laut Aussage des Kameramannes kann man ihn an den meisten Tagen in seinem “Museum” im Yachthafen Quay in Plymouth antreffen.

Ray: A Life Underwater from Danny Cooke

Im Ruderboot von London nach Istanbul

Giacomo di Stefano will mit seiner 5.200 Kilometer langen Reise, im Ruderboot von London nach Istanbul, auf die Zerstörung der Flusslandschaften aufmerksam machen.

Prinzipiell finde ich es immer ein wenig seltsam, wenn jemand versucht seinen Abenteuerdrang und seine Reiselust einem höheren Ziel unterzuordnen. Wohin dieser selbstauferlegte Druck führen kann, hat der Fall Lüchtenborg seinerzeit eindrucksvoll demonstriert. Der Film hat mich auch irgendwie an die Begegnung mit dem “falschen Arved Fuchs” erinnert – wenn ihr euch den Link anseht – es steht nach wie vor die Frage im Raum, ob irgendjemand diesem Herren auch einmal begegnet ist oder ihn kennt.

Der echte Arved Fuchs präsentiert am 12. Dezember um 19.00 Uhr  im Theater im Stadthafen in Rostock  seine neue Multivisionsshow „Nordpoldämmerung“, über eine Expedition nach Westgrönland in die Kanadische Arktis.

Mit seiner internationalen Crew reiste Fuchs von Hamburg aus auf den Spuren der historischen Greely-Expedition (1881-1884), die den Beginn der modernen Polarforschung einläutete. Die Überwinterung des Haikutters nahe der grönländischen Siedlung Upernavik stellt dabei einen Höhepunkt der 469 Tage dauernden ,,Nordpoldämmerung“-Expedition dar, während der insgesamt mehr als 12.000 Seemeilen zurückgelegt wurden. Nach dem langen Winter in Grönland erforschte das Team abgelegene und nur schwer zu erreichende Inseln im Nordatlantik.

Eintrittskarten im Vorverkauf zum Preis von 16,00 EUR (12,00 EUR ermäßigt für Kinder, Schüler & Studenten) sind ab dem 1. November im Büro Hanse Sail (Tel. 0381-208 52 33), in den Tourist-Informationen Rostock und Warnemünde, an der Vorverkaufskasse des Volkstheaters Rostock in der Doberaner Straße und in der Buchhandlung Weiland in der Kröpeliner Straße erhältlich.

Den Hinweis auf den Vortrag habe ich zuerst gesehen bei rostocksailing.de – ein Gruß an den Kollegen!

Verkauf von Hanse Yachts abgeschlossen

Bereits am 31. Juli wurde per Pressemitteilung der Verkauf der Anteile von Gründer und Mehrheitseigner Michael Schmidt an die Münchner Aurelius AG erklärt. In den letzten Wochen raunte es aber durch die Yachtbranche, dass der Verkauf ins Stocken geraten sei. Inwiefern dies zutreffend war oder ob der Prozess ganz normal verlaufen ist, vermag ich nicht endgültig zu bewerten.

Bei Finanznachrichten.de ist heute zu lesen:

1) HANSEYACHTS AG 

Insidername: Schmidt, Michael
Insiderposition: CEO
Handelsdatum: 4.November 2011
Verkaufsvolumen: 19,300 Mio. Euro
Zusatz: Übernahme, ausserboerslich
Anzahl der verkauften Aktien: 4.139.000
Durchschnittlicher Verkaufspreis: 4,66 Euro
Aktueller Kurs vs. Verkaufkurs: +7.23%

Ich wünsche den Greifswaldern das Sie ihre Erfolgsgeschichte auch unter neuer Führung weiter schreiben können.

In-Port-Race in Alicante! Ein Reisebericht!

Bei diesem Post handelt es sich um einen Gastartikel von Kollege Martin, der euch durch ostsee-action.de bereits bekannt ist. Martin verfolgt jede Ausgabe des VOR sehr intensiv und war auch gerade zum In-Port-Race in Alicante. Was Martin über den Verlauf des VOR zu sagen hat, könnt ihr hier auf seiner Facebook Seite Volvo Ocean RaceDE nachlesen. 

Der Volvo Ocean Race Virus hat mich bereits seit der ersten Ausgabe im Jahr 2001 infiziert. Da lag es nahe, dass ich bei meinen ersten Schritten im Internet auch darüber geblogged habe. In diesem Jahr, nach 10 Jahren, war ich schließlich wieder live dabei.

Die Anreise nach Alicante, eine relativ große Stadt mit über 300.000 Einwohnern südlich von Valencia, gestaltet sich relativ einfach. Fliegen kann man nach Alicante von Bremen mit Ryanair oder von Hamburg mit Airberlin. Die Preise für die Tickets liegen zwischen 40 und 300 Euro pro Person und Flug, wer früher kommt, der zahlt weniger. Am Flughafen von Alicante wird man dann direkt auf das Rennen eingestimmt, so gut wie jeder Banner ist derzeit dem Rennen um die Welt gewidmet. Auch die Taxifahrer wissen bescheid, wenn man typisch deutsch den Zielort angibt, “Einmal zum Volvo Ocean Race”. Die Fahrt mit dem Taxi kostet ca. 15 Euro. Bei den Hotels verhält es sich ähnlich wie beim Flieger, es ist für jeden etwas dabei. Vom Hostel für 30 Euro pro Nacht bis zum Hotel direkt am Hafen für 300 Euro ist alles dabei. Gebucht haben wir über Trivago, denn dort sind auch die Kontingente der Hotels aufgeführt, die auf spanischen Seiten veröffentlicht werden. So kann man entweder etwas sparen oder doch noch ein Zimmer bekommen, obwohl bei HRS und Co keines mehr verfügbar ist.

In der Zeit vom 14. Oktober bis 05. November findet in Alicante ein großes Programm, rund um den Start, im Ort bzw. im Race Village statt. An dem ersten Wochenende um den 29. Oktober waren wir in Alicante. Denn zum traditionell gut besuchten In-Port Race wurde viel geboten. Ziel des In-Port Races ist es ja auch, das sonst doch etwas zu weit stattfindende Rennen dem Publikum nahe zu bringen. Das ist, was die Sponsoren verlangen. Denn egal ob Volvo selbst, Puma oder zum Beispiel Camper, alle wollen sich mit diesem Rennen der Superlative etablieren oder einfach auf sich aufmerksam machen.

Für Besucher ist die Aufmachung des Volvo Ocean Race sehr interessant und genial umgesetzt. Denn so ein Segel-Event habe ich noch nie erlebt. Für die Nicht-Segler reicht das Rahmenprogramm und ein paar Boote, die da irgendwo um die Tonnen segeln. Das Ringsherum, die Pavillons, 3D Kino, Simulator, die Liveacts am Abend, die Bars und Lounges im Race Village, hauen einen von den Socken. Eine Open-Air Party mit geschätzten 2000 Besuchern im Race-Village wurde von DJ X eingeheizt. Das gesamte Race Village hat vibriert und war von jungen Spaniern durchflutet. Bis zwei Uhr Morgens ging die Party und es sollte am nächsten Abend genauso weitergehen.

Am Morgen des 29. Oktobers hat es dann in Strömen geregnet, so hat sich sicherlich keiner die spanische Stadt vorgestellt. Um 9:00 wurde dann im Media-Center eingescheckt und das Bändchen für das Presseboot vergeben. 9:30 fand dann die Pressekonferenz mit Knut Forstad und dem Volvo CEO statt. Hier wurde bereits ein 2014er Volvo Ocean Race versprochen und weitere interessante Häfen, die aus über 86 Bewerbern ausgewählt werden können.

Für die Besucher des Volvo Ocean Race fiel der Vormittag völlig ins Wasser, Skipper-Parade und das Auslaufen der Yachten fanden im strömenden Regen statt. Erst gegen 13 Uhr ließ der Regen nach und leider auch der gute Wind. Ca. 3-4 Windstärken aus Nordost waren angesagt. Es sah also alles nach guten Bildern aus, so lange die Kamera das Wasser abhält. Als das Presseboot dann gegen 13 Uhr ablegte, hat der Regen dann endlich nachgelassen und auch die Sonne war mal zu sehen. Die Kehrseite war nur leider, dass der Wind auch auf ca. 7 Knoten Wind herunter gegangen war.

Kurz vor 14 Uhr versammelte sich eine Scharr an großen und kleinen Presse und VIP-Booten neben der Startlinie. Die Startlinie war direkt neben der Kaimauer des Hafens, so dass man auch vom Strand aus gut das Geschehen verfolgen konnte. Da die Farben der Schiffe auch relativ eindeutig sind, bis auf Puma und Abu Dhabi, kann man es auch von noch etwas weiter weg erkennen ;-)

Die Startphase haben wir mal mit einem Video festgehalten. Durch den relativ schwachen Wind blieb das Rennen bis zum Ende spannend. Denn mit jedem Windloch wurden die Karten neu gemischt. Bis auf das Team Abu Dhabi Ocean Racing, die mit fast 15 Minuten Vorsprung das Ziel erreicht hat.

Unser Wochenendtrip nach Alicante hat sich wirklich sehr gelohnt, eine tolle Atmosphäre und ein Rahmenprogramm, das wirklich Spaß macht. Und ganz nebenbei findet eines der spannendsten und härtesten Segelevents der Welt statt.

Unser Wochenendtrip nach Alicante hat sich wirklich sehr gelohnt, eine tolle Atmosphäre und ein Rahmenprogramm, das wirklich Spaß macht. Und ganz nebenbei findet eines der spannendsten und härtesten Segelevents der Welt statt.

Stimmen zum Thema Piraterie

Da Piraterie auch immer wieder zum Thema für Yachties wird und auch wir uns gerade Sorgen um einen Freund machen, der demnächst mit einem sehr langsamen Boot durch dieses Gebiet muss, möchte ich das Problem auch hier wieder ins Gedächtnis rufen.

Lloyd’s List interviewt in diesem Video einige gewichtige Experten wie den IMO General Sekretär Efthimios E. Mitropoulos, Frank Johnsson – einen Kommandanten der schwedischen Marine, Torbin Skaanild von BIMCO und Robert Young Pelton vom Insider-Magazin somaliareport.com

Hier findet ihr zwei weiterführende Reportagen zum Thema und auch ein wenig Meinung.