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2011:

10.1 KR Yacht “Atalanta”

Diese klassische Segelyacht wurde 1948 bei Ernst Hatecke an der Elbe gebaut. Ihr erster Eigner war Dirk Schlobohm, ein Bremerhavener Kaffeefabrikant und passionierter Segler, der sich das Boot als explizite Rennyacht bauen ließ, die den Wettkampfanforderungen gerecht wurde: schnell, robust und unkompliziert. Unter ihm segelte Atalanta auch jahrelang erfolgreich auf diversen Regatten in der Nord- und Ostsee. Ab den 60er Jahren lief sie unter dem Namen Monsun als Schulschiff der Bundesmarine, bevor sie 2009 ausgemustert wurde.

Ersteigner "Dirk Schlobohm"

Auf ihr wurden die jungen Seekadetten ausgebildet, bevor sie später auf Schiffe wie die Gorch Fock überwechselten. Auch die Marine wusste die hervorragenden Segeleigenschaften dieses Bootes zu schätzen und nahm regelmäßig an Regatten teil, für welche die Auszubildenden auch trainierten, was Besatzung wie auch Boot einiges abverlangte. Seit Herbst 2010 ist Atalanta wieder in Privatbesitz mit Heimathafen Rostock.

Typ: Bermuda Yawl
Designer: Gramberg / Deutschland
Weft: Hatecke / Deutschland
Baujahr: 1948
Länge: 15,60 m
Breite: 3,48 m
Tiefgang: 2,40 m
Verdrängung: 19 t
Rumpf: Stahl auf Stahl-Spanten
Deck: Teak auf Bootsbausperrholz auf Stahl-Decksbalken
Aufbauten: Teak
Ballast: Zement
Pinnensteuerung

 

 

Wie im Film schon anklingt steht Atalanta zum Verkauf. Der Grund dafür liegt wohl in den Macken Eigenarten von Eignern klassischer Yachten … wenn Sie fertig sind wird es wohl langweilig … so hat auch dieser Eigner, gelernter Bootsbauer und heute als Yachtgutachter unterwegs, schon wieder neue Projekte ins Auge gefasst … allerdings weiß ich auch, dass sich das Eignerpaar nicht ohne die ein oder andere sprichwörtliche Träne von ihrer Atalanta trennen wird.

Mehr Informationen zum Verkauf und den Kontakt zu den Eignern könnt ihr über uns bekommen.

atalanta@yachtblick.de  (geht direkt an das Eignerpaar)

"Atalanta" 2011

Comino – ein Inselleben!

Comino liegt zwischen den beiden größeren maltesischen Inseln Malta im Süden und Gozo im Norden in dem etwa sechs Kilometer breiten Meeresarm Il Fliegu. Die Insel ist etwa drei Quadratkilometer groß und ein zwischen zehn und zwanzig Meter aus dem Meer ragendes Felsplateau. Die Küste fällt fast überall steil ab und ist mit zahlreichen Höhlen durchsetzt.

Comino die kleine Insel zwischen Malte und Gozo

Während Malta aus den Nähten platzt, herrscht auf Comino die große Einsamkeit. Die Brüder Salvu und Angelu leben hier, eine Tante und eine Cousine.

Die Bebauung der Insel besteht aus dem Comino Hotel mit 95 Zimmern an der San Niklaw Bay im Norden, eine Ferienbungalowsiedlung mit 46 Wohneinheiten und der kleinen Annunciation Church an der Santa Marija Bay im Nordosten, einer Polizeistation, dem Santa Marija Tower und einer ehemaligen Quarantänestation, in der die ständigen Bewohner Cominos leben. Den Tower nutzen heute die maltesischen Streitkräfte.

Eine Schweinefarm befindet sich am anderen Ende der Insel. In den 1990er Jahren wurden aus Schweden per Flugzeug angelieferte Schweine per Hubschrauber aus veterinärmedizinischen Gründen direkt dahin weitergeflogen.

Im Mittelalter lebten zeitweise bis zu 200 Menschen auf der Insel und man baute den für die Insel namensgebenden Kümmel an. In dieser Zeit war Comino Stützpunkt von Piraten, die an der höhlenreichen Küste günstige Schlupfwinkel fanden. Sie wurden Anfang des 17. Jahrhunderts von den Johannitern vertrieben. Ihr Großmeister Alof de Wignacourt ließ 1618 durch den Festungsbauer Vittorio Cassar einen Wachturm errichten, der heute Santa Marija Tower heißt. Zur Abwehr der Türken wurde er mit 130 Soldaten besetzt und mit 18 Kanonen bestückt. Im 16. und 17. Jahrhundert war Comino Gefängnisinsel. Von 1814 an waren die Briten Herren des maltesischen Archipels. Sie richten auf Comino eine Quarantänestation für Seeleute ein.

Quellen: wikipedia, trymalta.net

Sailing Conductors – Klampfe an Bord

Den ersten Kontakt zu Hannes hatte ich schon vor einigen Monaten. Ich weiß nicht mehr, ob wir nur gemailt oder auch telefoniert haben. Nachdem ich irgendwo von dem Projekt gelesen hatte, waren Fragen aufgetaucht, die mir Hannes gern beantwortete. Meine Euphorie nach dem Telefonat war aber eher verhalten, denn ich hatte befürchtet, dass dieses Projekt den gleichen Weg gehen könnte, den so viele ehrgeizige Segelprojekte gehen – sie scheitern an der Finanzierung!
Um so größer die Freude, als ich vor einigen Tagen auf diesen Film hier gestoßen bin, der die beiden vergnügt und behaart auf ihrer “Marianne” zeigt. Der Rest lief so wie ich es gern hab – 3 Mails hin und her – ein Mann ein Wort und dann war der Film bei segel-filme.de! Wenn die Jungs ihre filmische Qualität so beibehalten, werden wir das Ganze in jedem Fall weiter verfolgen – denn dieses Projekt gefällt! Ausnahmsweise mal jemand, der nicht um die Welt segelt, um sie damit zu retten. Wenn dann auch noch gute Musik bei raus kommt … alles richtig gemacht!
Bei guten Projekten kommt die Aufmerksamkeit fast von allein – ein Aspekt über den sich die bisherigen Sponsoren offensichtlich im klaren sind. Ich könnte mir vorstellen, dass man sich an Bord der Marianne über neue Sponsoren aber auch nicht ärgert … und deshalb werde ich jetzt auch erst mal ein paar Sex-Sails T-Shirts verschicken! =)

Sailing Conductors bei Facebook

www.sailingconductors.com

Ostsee retten? Wie schaffen wir es?

Als Blogger liest man, auch und vor allem, viele andere Blogs. Einer meiner favorisierten Themenblogs ist dabei 4mare.com. Die Texte von Kollege Leo Walotek-Scheidegger haben auch schon das ein oder andere mal den Weg auf Yachtblick gefunden. Leo’s Artikel zur Gorch Fock haben euch dabei wohl ganz besonders beeindruckt, denn bis heute hält Leo mit 195 “Gefällt mir” Klicks den Yachtblick-Rekord. Zurecht! (tk) 

Eutrophierung – Überdüngung von Gewässern mit Pflanzennährstoffen – findet meistens in langsam fließenden oder stehenden Gewässern statt. Durch menschliche Eingriffe kann sie jedoch zur ernsthaften Gefahr für weit größere Wasserreservoirs werden: Für Meere. Aktuell ist Eutrophierung das größte ökologische Problem in der gesamten Ostsee. Was steht dahinter? Stickstoffverbindungen und Phosphate: Diese gehen grundsätzlich auf  Düngemitteln und Abwasser aus dem kommunalen Bereich zurück (Exkremente, Waschmittel). Lösung dieses Problems wird erschwert durch komplexe ökologische Merkmale, gesellschaftliche Unterschiede zwischen den jeweiligen Ostsee-Anrainerstaaten und, last but not least, ihre Vielzahl. Die Ostsee-Akteure sind schwer – was die Eutrophierung angeht – an einen Tisch zu bringen. Was das jedes Jahr in Praxis bedeutet, zeigt folgende Aufnahme des ESA-Satelliten Envisat:

Das Finnische Institut für Internationale Angelegenheiten  – FIIA – veröffentlichte einen FIIA-Bericht über die gesellschaftlichen Herausforderungen bei der Eutrophierung-Prävention in der Ostsee. Das ultimative Ziel des PROBALT-Berichtes ist es, Ostseeschutz – in Bezug auf Eutrophierung -  ins reale Leben zu holen.
Um unser Hausmeer effektiver zu schützen, muss auf nationaler, regionaler aber auch auf der EU-Ebene Klartext gesprochen werden. Die wahren Ursachen sind auf dem Land auszumachen, nicht auf dem Meer. Es wird oft und gerne darüber geschrieben, dass der schlechte Zustand der Ostsee aber auch anderer Meere und Ozeane grundsätzlich auf Schiffe – in diesem Zusammenhang reißerisch als Dreckschleuder bezeichnet – zurückzuführen ist. Doch das stimmt nicht.
Eine wirksame Bekämpfung dieses Problems – der Eutrophierung – ist nur in innerhalb einer Zusammenarbeit möglich. Der Bericht nennt vier Maßnahmen, die auf der Grundlage der Fallstudien basierend, dringend benötigt und vorgeschlagen werden. Diese äußerst spannende Lektüre, unter der Ägide von Mia Pihlajamäki únd Nina Tynkkynen (eds.) verfasst, steht unter diesem Link gebührenfrei zum Download bereit.

Fairlie 55 – die junge Alte

Fairlie 55 from Richard Langdon on Vimeo.

Der Beitrag von Yachting World zeigt die wunderschöne Fairlie 55, von der bereits vor ein paar Wochen ein einfaches Segelvideo für Aufruhr sorgte. Der Name Fairlie, und besonders Fairlie Restorations, ist den Freunden von klassischen Yachten natürlich bekannt durch die Restauration der Yachten des berühmten William Fife III. Vor allem die Altair, die wir hier schon einmal im Video präsentiert haben, sticht hier heraus. Selbige wird im übrigen gerade von Barney Sandemann für den Zauberpreis von 6 Millionen angeboten.

Die Expertise der Werft im südenglischen Hamble (nahe Southampton) für den Neubau sogenannter “Modern Classics” zu nutzen, erscheint durchaus sinnvoll. Zumindest die Bilder im Video sprechen von einem offenbar guten Ergebniss. Die erste Vorstellung der Yacht fand auf der Yachtmesse in Cannes statt. Die im Rahmen dieser Messe vorgestellte Baunummer #1 wird nun von Fairlie zu einem “very attractive price of £750,000 ex tax” angeboten, was ungefähr 880.000 € ohne Steuern entspricht.

Volvo Ocean Race – Leg 1

In Ermangelung freier Redakteure findet hier ja schon seit längerem praktisch kein Regatta-Sport mehr statt. Das VOR will ich aber auch nicht so ganz außen vor lassen. Die ersten Filmberichte sind bereits fertig und das obwohl noch nicht mal alle Boote in Kapstadt sind. Puma’s Mar Mostro soll Kapstadt in den nächsten Tagen an Bord des Frachters Team Bremen erreichen … eher untypisch für ein “Monster der Meere” =)

Der Film oben ist eine deutschsprachige Zusammenfassung der ersten Etappe, in gewohnt hochwertiger segel-filme.de Qualität. Unten die 60-Minütige Zusammenfassung vom Veranstalter.

Launch Party auf Polnisch

Auf der Website von Sunreef ist dieses schicke Filmchen von der Launch Party der Damrak II in Danzig aufgetaucht. Ich mag das Konzept Motorkatamaran irgendwie und gerade die Sunreef Modelle machen da keine Ausnahme. Das man an der polnischen Ostsee Yachten zu bauen weiß, ist schon länger bekannt. Das viele bornierte Deutsche den Nachbarn im Osten immer noch als zweitklassig ansehen ist schade und weitestgehend unberechtigt. Ich glaube aber gerade Sunreef dürfte das herzlich egal sein, denn die internationale Wahrnehmung ist eine andere. Schlussendlich gilt auch hier … wer verkauft hat recht … ich kenne keine Zahlen, habe aber irgendwie den Eindruck, dass Sunreef mit dem Absatz “weniger” Probleme hat als andere Yachtbauer im Markt.

SPECIFICATIONLength: 21.5 m / 70.5 ft
Beam: 9.3 m / 30.5 ft
Draft: 1.53 m / 5 ft
Light Craft Displacement: 47T
Engines: 2 x 800 HP MAN
Fuel tanks: 2 x 8000L / 2113 US gal
Generators: 2 x 24kVA
Max. speed: 25 knots
Range: up to 3000 nautical miles
Guests: 8
Crew: 2
Hull: composite

Laut Multihulls World liegt der Preis bei 2,1 Millionen Euro ex. Steuern. Da das aber alles in der Kategorie Semi Custom läuft, ist das bestenfalls als Richtwert zu sehen.

Weitere Insights zum Thema polnischer Yachtbau findet ihr in unserem Film über die Flabria 40.

P28 – der bessere Flügel

Über das Ziel dieses Projektes muss nicht viel gesagt werden – schnell segeln, bei wenig Wind! Das “fliegen” cool und schnell ist wissen wir seit der Motte  und der 3-stufige-Hydrofoil hätte mich alleine auch noch gar nicht vom Hocker gerissen. Wie die drei Stufen das “Abwassern” erleichtern ist selbsterklärend.

Eine wirklich interessante Geschichte ist das Rigg. Während der ersten Experimente mit großen Flügeln beim AC mussten die Crews teilweise an Bord schlafen, um des Nachts das Rigg immer wieder so in den Wind zu drehen, dass nichts passiert. Die Masten der AC45 müssen jedes mal nach dem segeln gelegt werden, was bei allem Geschwindigkeitspotential eine Übertragung in die “zivile” Segelei praktisch unmöglich macht.

Beim Mast des P28 sind die Spanten des Flügels so angelegt, dass Sie über ein Fall am Mast hoch gezogen werden können (so versteh ich zumindest die Bilder). Der Flügel der sich im Hafen bergen lässt. Dieser Ansatz macht den Einsatz der Flügel-Technologie auch bei konventionellen Yachten “möglicher”.

Die Variabilität des Profils wurde bei den letzten Cuppern noch über Klappen am Achterliek gelöst. Beim Flügel des P28 ändern die Spanten ihre Form und ermöglichen so ein asymetrisch optimales Flügelprofil auf beiden Schoten. Ein Prinzip das sich am ehesten noch mit vorgespannten Segellatten vergleichen lässt.

Wenn die Schot “nur” am Unterliek befestigt ist und die Spanten jeder für sich nur mit dem Segeltuch verbunden sind, stellt das natürlich besondere Anforderung an das Tuch und den Schnitt des Segels, um die Kräfte bis ins Top zu übertragen.

So viel für den Moment! Mit dem Projekt muss ich mich noch einmal genauer beschäftigen und wenn es die Zeit erlaubt, würde ich die Jungs im Frühjahr gern mal mit einer Kamera besuchen.

Mehr Informationen: www.p28foiler.com

Photos: www.myimage.ch

Planet Solar / MS Turanor … auf der Flucht!

Hallo Yachtblicker,

gestern haben wir die 25000 nm-Marke (46500km) gebrochen. Wir befinden uns an der Küste von Indien 11°21.3 N  57°17.8 E mit heading to Mumbai (ehemals Bombay).

Nachdem wir von Singapur, über Thailand und Sri Lanka, die indische Küste erreicht haben, können wir sagen, dass der Maintenance-Stopp in Singapur ein voller Erfolg war. Alle körperlichen Anstrengungen, die durch die tropische Hitze unermesslich erschwert wurde, sowie die Probleme, die gelöst wurden, haben uns ein Stück näher an unser Ziel, der ersten Weltumrundung eines Solarbootes, gebracht. Die Entscheidung, des Einfliegens, unseres kompletten Competence-Teams aus Europa, hat sich dabei als goldrichtig erwiesen.

Jetzt können wir voller Stolz sagen, dass die Turanor PlanetSolar so gut wie nie zuvor läuft.

Seit den letzten Tagen beunruhigt uns das geschehen, welches sich an der Südspitze Indiens abspielt. Etwa 200nm hinter uns baut sich ein riesiger tropischer Sturm auf, wobei wir die Ausmaße nur erahnen können. Mit jedem Wetter-Update nimmt die Größe des Zyklons zu. Unsere aktuelle Position ist 440nm südlich von Mumbai. In zwei Tagen wird dieser tropische Wirbelsturm über uns rollen. Da der einzige sichere Hafen Mumbai ist und wir mit Sicherheit sagen können, dass wir diesen unmöglich in zwei Tagen erreichen können, sind wir an der indischen Westküste auf der Suche nach möglichen Not-Ankerbuchten. Es gestaltet sich nicht einfach diese zu finden, da alle bisher gefundenen Buchten, die in Frage kommen würden, mindestens 200nm weit weg sind. Wir können jetzt nur hoffen, dass die Sonne mit uns ist und uns schnell macht, damit wir vor dem Sturm eine dieser Buchten erreichen.

Seit dem Erreichen der Westküste Indiens sind wir in das gefährlichste Gewässer der Welt eingelaufen, die arabische See. Wir werden jetzt vor ein, für uns bisher unbekanntes, Problem gestellt – Piraten! Bei jedem Fischerboot, welches uns zu nahe kommt, ist ein unwohles Gefühl dabei und die ständige Angst gekapert zu werden.

Drückt uns die Daumen, dass jedes Fischerboot auch weiterhin nur Fische fischt und dass uns die Sonne treu bleibt.

Save the Future

Jens

Das Vermächtnis eines Tauchers

Der Film “Ray: A Live Underwarter” ist ein liebevolles Portrait über einen Mann und sein Leben als Taucher. Ray erzählt anhand seiner außergewöhnlichen Sammlung von Schätzen, die er der Tiefe entrissen hat. Wie ein moderner Pirat hat der 75 jährige Ray Ives sein Leben lang den Meeresboden nach Schätzen abgesucht. Seit über 50 Jahren bringt der ehemalige Industrietaucher alles zurück an die Oberfläche, was glänzt und sich die See einst genommen hat … auch Gold! Sein kleines Museum voller Kanonen, Glocken, Schwerter, Bullaugen und Tauchgerät hat Ray stilecht in einem alten Seecontainer nahe der Wasserkante untergebracht. Laut Aussage des Kameramannes kann man ihn an den meisten Tagen in seinem “Museum” im Yachthafen Quay in Plymouth antreffen.

Ray: A Life Underwater from Danny Cooke