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2010:

“White Squall” trifft die Teilnehmer der Sail Melbourne

Da hat es ja mal ganz königlich gekachalt! Ab 6:13 min im Video seht ihr auch schön die Audi-Ringe mit dem Wind kämpfen. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Hollywood doch nicht immer lügt (siehe White Squall). Laut Pressetext ist ein 2,4mR untergegangen, RS:X Bretter haben Schaden genommen und einige Segler musste sich medizinisch behandeln lassen. Regattaleiter Ross Wilson wies darauf hin, dass das Wetter rund um den Kurs ständig überwacht wird, aber keiner der Messepunkte im Vorfeld irgendeinen Hinweis auf dieses Wetterphänomen geliefert hat.

Zur Erklärung:

Eine Weiße Bö (engl. white squall) ist eine extrem starke, ohne Vorwarnung aufkommende Fallbö, die teilweise von Nebel, Sturzregen oder sogar Schnee begleitet wird.
Weiße Böen sind ein seltenes und in der Seefahrt gefürchtetes Wetterphänomen auf hoher See. Ohne die sonst üblichen Anzeichen bestimmter Sturmwolken wird die See infolge der plötzlichen Windböen weiß (Schaumkronen auf den Wellen); manchmal baut sich bei sonst klarem Himmel extrem schnell eine aufsteigende weiße Wolke auf. Diese Begleiterscheinungen – weiße Schaumkronen, Nebel, die Wolke und in bestimmten Breiten auch Schnee – gaben dem Phänomen den Namen.
Ursache dieser Erscheinung sind wahrscheinlich starke Veränderungen wie Luftdruck-Einbrüche in Wolkenschichten der oberen Atmosphäre, die quasi eine stoßartige Luftlawine von Orkanstärke auslösen und zu extremen Turbulenzen wie in Hurrikanen bis auf Seeniveau führen. Das Geschehen dauert meist nur wenige Sekunden bis einige zehn Minuten. Besonders gefährlich wird dieses Phänomen Segelschiffen, da es nur sehr schwer früh genug erkennbar ist und damit keine Möglichkeit für Gegenmaßnahmen – wie Reduktion der Segelfläche und Kurskorrektur – lässt.

Quelle: Wikipedia

Ob es jetzt wirklich wie beschrieben eine “weiße Bö” war weiß ich nicht. Da die Definition aber recht schwammig ist, behaupte ich zugunsten der Dramaturgie einfach das es eine war! =)

Bericht von Anke Helbig:

Auch für den heutigen Tag waren 3 Rennen geplant, die Windvorhersage versprach gute Bedingungen mit bis zu 18kn. Aber es kommt ja bekanntlich immer anders als man denkt.

Gegen 1300 verließ ich den Hafen, um zum Regattagebiet auszulaufen. Ich segelte mich bei sehr unkonstanten Bedingungen ein und stellte fest, dass der Wind sowohl in seiner Richtung, aber auch in seiner Stärke stark pendelte. Mit einem soliden Start konnte ich meinen taktischen Plan, Streckbug segeln und eher rechts orientiert, gut durchsetzen. Vor der Tonne kam es dann aber von links nochmal ordentlich, sodass ich nur mit Anschluss an die erste Marke kam. Leider erwischte ich einen schlechten ersten Downwind, ich fand meinen Rhythmus nicht und kam nicht richtig ins fahren. Die zweite Kreuz war dann eine solide, bei der ich sowohl taktisch als auch Geschwindigkeitstechnisch etwas Meter und Plätze gutmachen konnte. Und auch beim 2.Vorwind fand ich nach Anlaufschwierigkeiten meinen Rhythmus und konnte einige gute Surf´s mitnehmen. Im Ziel steht dennoch wieder nur ein 21.Platz zur Buche. Also sollte im 2. Rennen alles besser werden…

Kurz vor dem 2. Start des Männerfleets kam dann das, was unseren 5. Wettkampftag enden ließ. Eine Front zog über die gesamte Bucht, mit Regen und bis zu 40kn Wind befand sich fast das gesamte Laserfeld auf ihren gekenterten Booten und warteten auf ein Ende. Dies war aber nicht wirklich in Sicht und so entschied die Wettfahrtleitung uns alle in den Hafen zu schicken, mit der Option nocheinmal auf´s Wasser zu gehen! Aber dazu kam es nicht mehr, sodass wir auch heute wieder nicht alle Rennen fahren konnten.

Für mich steht im Moment ein 22. Rang auf der Ergebnisliste. Ich bin ein wenig enttäuscht aufgrund des heutigen Rennens und den vielen kleinen vermeidbaren Fehlern im Laufe der gesamten Woche. Morgen steht noch ein Rennen für uns aus und ich hoffe, dass ich nocheinmal einen versöhnlichen Abschluss für mich zu Stande bringe, auch fürs Ego.

Ich schick euch liebe Grüße aus Melbourne

Anke

Filmische Nachlese zur Monaco Yacht Show

via www.yachtsxl.com

Bericht und Filme vom 3. und 4. Tag der Sail Melbourne

Bericht von Anke Helbig: Und wieder haben wir einen sonnigen Segeltag hinter uns gebracht. Da gestern aufgrund der Wetterlage um 1130 alle Rennen abgesagt wurden, starteten wir heute um 11Uhr unser Erstes von 3 Rennen. Ich hatte mir vorgenommen mich auf meine Anfahrbewegung beim Start zu konzentrieren.
Doch diesmal lag der erste große Fehler in meiner Nachstartphase. Mit zu vielen Wenden und kleinen Schlägen verpasste ich den Anschluss auf der linken Seite. Auf der zweiten Kreuz passierte mir fast der selbe Fehler nocheinmal, aber ich konnte mich nocheinmal besinnen und folgte dann dem hohen Bein, welches mich noch auf Platz 10 hiefte.
Das 2. Rennen war vom Start an eher schlecht, ich fuhr zu lange gegen den ersten Dreher und konnte mich nur mühsam auf Platz 19 nach vorn arbeiten. Im letzten Rennen kann ich eigentlich nur sagen, dass ich zu “doof” war, mit auf die linke Seite zu fahren. Ich hatte einen guten Start in Lee und wollte ersteinmal abkassieren, dann verpasste ich aber den Absprung wieder nach links. Sehr ärgerlich, weil es eigentlich so einfach gewesen ist.

Und genau das ist es. Es sind viele einfache Dinge, mit denen ich mich im Moment auseinander setzen muss, was auf der einen Seite schlecht ist, denn mit ein wenig Konzentration zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, würden diese Dinge einfach nicht passieren! Aber auf der anderen Seite weiß ich auch, dass, wenn ich das umsetzen kann, ich in der Lage bin hier mitzufahren.

Morgen ist nun ein neuer Tag und ich möchte weiter auf meine Anfahrbewegung am Start achten und vllt ein/zwei kleine Fehler abstellen
;) Also schauen wir nach vorne und gehen frisch in den vorletzten Regattatag!

Liebe Grüße nach Hause

Anke

Interview mit Boris Herrmann – Barcelona World Race

Da ist wohl alles gesagt – in zwei Wochen ist es soweit. Wir werden das natürlich beobachten und auf den Underdog setzten – Go for it!

Mehr Informationen zu Boris Herrmann und seinem Team Kollegen Ryan Breymaier findet ihr hier.

Mirabaud LX bekommt einen Flügel über Wasser!

Der Genfer Ingenieur und Segler, Thomas Jundt, wird für die Mirabaud LX, sein Segelboot mit Hydrofoils, einen Flügelmast konzipieren.
Seit dem allerersten Einwassern im April 2008 wurde die Mirabaud LX laufend weiterentwickelt: neue Schwimmer, neue Segel, neue Hydrofoils und kleine Modifikationen und Verbesserungen hier und da an der Gesamtstruktur.
Mittlerweile überall auf der Welt bekannt und von den internationalen Segelzeitschriften gefeiert, hat die Mirabaud LX sowohl auf Binnengewässern als auch auf Hochsee zahlreiche Erfolge verzeichnen können. Gegen ein aus 200 Booten bestehendes Teilnehmerfeld holten sich Thomas Jundt, Antoine Ravonel und Eric Gobet den Sieg bei der Regatta Genf-Rolle-Genf im Jahr 2009 in der Kategorie der Einrumpfboote und setzten zugleich auch einen neuen Geschwindigkeitsrekord.
Im Mai desselben Jahres gelang der Mirabaud LX als erstes Segelboot ohne Rumpf das Befahren eines Gewässers nur fliegend auf seinen Hydrofoils und ohne Hilfe durch einen Schwimmkörper.
Und nicht zuletzt hat die Mirabaud LX in diesem Herbst die berühmte internationale Weymouth Speed Week in der Kategorie „Segelboote“ gewonnen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 23,24 Knoten über eine Rennstrecke von 500 Meter, wobei sie gar einmal für einen Moment bis auf 25,8 Knoten kam.
„Ich bin in diesem Herbst nach Newport (Rhode Island, USA) gereist, um vor Ort den Little America’s Cup mitzuverfolgen und mir einen Eindruck über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Flügelmasten zu verschaffen“, erzählt Thomas Jundt. „Seit Jahren beobachte ich eine stetige Verbesserung bei den Flügelmasten, doch die neuesten Entwicklungen, vor allem hinsichtlich einer vereinfachten Bedienung und daraus resultierenden Performance, sind schlicht einzigartig. Ich war sofort davon überzeugt, dass dies genau
das ist, was wir für die Mirabaud LX brauchen“.
Der Flügelmast der Mirabaud LX ist momentan im Konzeptionsstadium. Die Konstruktion wird vor Beginn der neuen Segelsaison mit den grossen klassischen Regatten auf dem Genfersee beendet sein.

Wenn ihr keine genaue Vorstellung davon habt wie ein Schiff ohne richtigen Rumpf aussieht, dann empfehle ich euch diesen Film:

Bericht und Film von der Sail Melbourne

Großartiger Film für einen Weltcup – so hätte ich das in der nächsten Saison gerne bei jedem Weltcup der olympischen Klassen!

Der Bericht von Anke Helbig

Guten Morgen an alle, die uns in Deutschland mitverfolgen. Nachdem wir am ersten Tag leider kein Rennen ins Ziel bringen konnten, erlebten wir gestern einen wunderschönen Segeltag. Bei 5-9kn Wind segelten wir 3 Rennen bei flachem Wasser und sehr fairen Bedingungen. Im ersten Rennen wurde ich aufgrund eines Frühstartes nach dem Zieldurchgang disqualifiziert (Zielplatzierung:8). Das zweite Rennen startete schon nicht gut und es schlichen sich zu viele unnötige Fehler ein, sodass ich es nur auf Platz 28 beenden konnte. Leider konnte ich auch im 3. Rennen nicht das umsetzen, was wir besprochen hatten und ich startete wieder eher schlecht als recht. Dennoch fand ich im Laufe des Rennens in meinen Rhythmus und konnte dank einer guten 2.Kreuz mich noch auf Platz 14 nach vorne segeln. Viele kleine Dinge gilt es abzustellen und ich muss versuchen, zum Zeitpunkt des Startes, meinen Fokus im Boot zu haben und nicht zu viel zu wollen – wir sagt Thomas so oft:” Mach das, was du im training machst.”

Aber irgendwie setzt es immer kurz vor dem Start bei mir aus ;)

Also gilt es für heute, an unserem 3. Wettkampftag, sich auf die Starts zu konzentrieren und das Boot schnell zu machen. Im Moment aber warten wir an Land, da alle Starts verschoben worden sind, aufgrund von zu viel Wind und Frontenduchzüge, die am Nachmittag erwartet werden. Also lassen wir uns überraschen was noch folgt.

Ich wünsch euch erst einmal einen schönen Tag und hoffe ihr drückt weiterhin die Daumen!

Liebe Grüße aus Sandringham

Anke

VOR-Organisator Jack Lloyd zum Thema Piraterie

Vor ein paar Tagen hatte wir das Thema Piraterie hier bereits. Da das auch für den Segelsport, konkret für das Volvo Ocean Race, ein Thema ist, hat sich Regattaorganisator Jack Lloyd vor ein paar Tagen vor die Kamera gesetzt und ein paar Sätze zur 2. Etappe des nächsten Volvo Ocean Race gesagt. Ich habe mich darauf hin vor den Rechner gesetzt und den Film für euch deutsch untertitelt.

Wally Fulcrum Katamaran Konzept! Hübsch!

Wenn ich mich nicht irre, dann ist das überhaupt erst das zweite Konzept einer Yacht das ich euch hier präsentiere. In erster Linie liegt das daran, dass ich wohl mehr Techniker als Künstler bin und man vielen Entwürfen schon ansieht, dass sie nicht realisierbar sind.
Während des Schiffbaustudiums hat man ja schon hin und wieder mal ein paar wilde Ideen im Kopf.
Ich hab eigentlich immer von einem Monohull mit Glasdom geträumt, darunter ein dicker Pilotensessel mit kardanischer Aufhängung, Joystick fürs Ruder in der einen und ein Tastenfeld für die E-Winschen an der anderen Hand. Der vorliegende Entwurf ist zwar kein Monohull, kommt der Vorstellung meines persönlichen Spaceships aber schon ziemlich nahe. Die Farbe ist natürlich Geschmackssache, ich müsste nicht unbedingt ein schwarzes Schiff haben.
Bevor die Carbonfaser verwoben wird müsste man sie doch eigentlich einfärben können – weißes Carbon – braucht kein Mensch, wär aber cool! Wurde so etwas im Yachtbau schon einmal großflächig verwendet – weiß da einer was?

Traurige Bilder vom Phucket Kings Cup

Der mir eigene Hang zum Sarkasmus ist bei diesen Bilder wie weggeblasen – ich empfinde nur Trauer! Im Rahmen des Phucket Kings Cup 2010, sind laut Veranstalter, für die Jahreszeit ungewöhnlich starke Winde und Windrichtungen aufgetreten. Das hat dann wahrscheinlich zu einer Verkettung ungünstiger Situationen geführt und am Ende sah es so aus, wie im Video zu sehen. Hier auf mangelnde Seemannschaft zu schimpfen ist der falsche Weg, denn wenn es dick kommt, dann richtig. Wind, Welle und ein großes Schiff … und plötzlich ist man nur noch Zuschauer.

2 Dokumentationen zum Thema Piraterie

Der Piratenprozess, der derzeit in Hamburg geführt wird, bringt das Thema wieder in die Deutsche Medienlandschaft. Fast zeitgleich zum Prozessauftakt erzählte mir Kapitän Johannes, den ihr schon von einigen Artikeln, vor allem aber durch die “Opti Offshore Challenge”, kennt, dass gerade eines der Schiffe die er als Inspektor betreut, im indischen Ozean angegriffen wurde. Richtig gehört, nicht im Golf von Aden sondern im indischen Ozean, auf fast 60° geographischer Länge. Beachtlich weit draußen für das Bild vom verarmten Fischer, der in seiner Nussschale auf Kaperfahrt geht weil er nix zu essen hat. Ich stelle nicht in Frage, dass es die Überfischung der Gewässer vor der Küste Somalias gewesen ist, die diese neue Berufsgruppe in Ostafrika entstehen ließ – mittlerweile ist Piraterie aber einfach auch ein lohnendes Geschäft.

Die bekannte österreichische Journalistin Antonia Rados zeigt das in einer beeindruckenden Dokumentation. Zumindest nach meinem Empfinden ist Sie immer da wo es kracht und vor allem auch stets eine der Ersten. Meiner Anerkennung für ihre Arbeit kann Sie sich sicher sein.
Vor ein paar Wochen habe ich besagte Reportage gesehen, die Frau Rados beim Besuch eines Piraten-Clans in Somalia zeigt. Welcher Teil der Dramaturgie für die Quote und welcher echt ist müsst ihr selbst entscheiden, die 30 Minuten lohnen sich in jedem Fall.

Einer der Begleiter erzählt, dass er 2 Frauen hat, die ihn monatlich 400 € kosten und er sich das nur durch die Piraterie leisten kann – am Ende des Berichtes spricht der selbe Mann davon, dass er gern wieder Fischer wäre. Es wirkt als hätten PR-Berater den Text diktiert mit dem die Piraten ihr tun rechtfertigen. Der Gehaltsunterschied vom Pirat zum Fischer dürfte erheblich sein und ich glaube nicht, dass die Jungs diesen Schritt so einfach gehen werden, wie der somalische Staatsekretär für Piratenbekämpfung uns das glauben machen will.

Die Reportage findet ihr hier

Johannes hat hier bereits einen Bericht zum Thema geliefert.