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Oktober, 2010:

Hanseboot, MDM und Nightcup! Bin da, wer noch?

Die Mainstream-Segelsaison ist vorbei und die Messesaison hat begonnen. Vom 30. Oktober bis zum 7. November findet die 51. Hanseboot auf dem Gelände der Hamburger Messe statt. Da es ja quasi sowas wie unsere Hausmesse ist, werde auch ich als Rumläufer wieder vertreten sein.  Zu den harten Fakten: 70.000 Quadratmeter in 10 Messehallen, Freigelände, In-Water Hanseboot im Sandtorhafen in der HafenCity und im City Sporthafen am Baumwall mit insgesamt 40 Segel- und Motoryachten ab 10 m Länge. Alles in allem sind es wohl 700 Hersteller aus 30 Nationen.

Das sportliche Rahmenprogramm findet gleich am ersten Wochenende statt. In der Halle A3 findet am 30./31. Oktober 2010 die „Hanseboot World’s 1st blokart Indoor Championships“ statt. Solltet ihr immer noch nicht wissen was Blokarts sind – hier der Film dazu.

Das Highlight ist natürlich auch in diesem Jahr die 31. Meisterschaft der Meister – die Kultregatta für Deutschenmeister, Europa- und Weltmeister findet am 30. und 31. Oktober beim Hamburger Segel-Club auf der Außenalster statt. Die Siegerehrung wird wieder zur Messeshow erklärt und findet in Halle A4 am Sonntag um 16:30 statt.

Zu den Stars auf der namhaften Meldeliste zählt seit der vergangenen Woche auch America’s Cup Steuermann Karol Jablonski. Der polnische Profisegler mit deutschem Pass kehrt nach sechsjähriger Pause auf die Alster zurück. Der „Weiße Hai“ hat den deutschen Segelgipfel in der Vergangenheit bereits sechs Mal gewonnen und zählt auch in diesem Jahr zu den Favoriten. „Das Feld war in Hamburg immer schon sehr stark“, sagt Jablonski, „nach so vielen Jahren möchte ich endlich wieder dabei sein, viele alte Freunde wiedertreffen und auch die jungen Stars kennenlernen.“

Die Boote allerdings sind für Jablonski neu: „Ich bin noch nie auf einem Laser SB3 gesegelt. Es sind bestimmt sehr sportliche und anspruchsvolle Rennmaschinen. Es wird darauf ankommen, wie gut die Crew harmoniert und zusammen arbeitet. Für uns ist die Vorbereitungszeit leider knapp, deswegen ist dabei sein diesmal alles!“

Auf Rekordsieger Jablonski warten „schwere Brocken“: Der Starnberger Drachen-Europameister Markus Wieser ist zum ersten Mal nach mehrjähriger Pause wieder dabei, Starboot-Europameister Johannes Polgar aus Hamburg und Titelverteidiger Tobias Schadewaldt aus Kiel zählen ebenfalls zum engeren Favoritenkreis. Weitere namhafte Starter sind Matchrace-Europameisterin Silke Hahlbrock und Weltumsegler und America’s Cup-Profi Tim Kröger aus Hamburg.

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr wird auch 2010 wieder der Dimension-Polyant Night Cup ausgetragen. Der Publikumsmagnet beginnt am Samstag um 19 Uhr und fordert den Teams, nicht nur Segeln mit allen Sinnen, sondern auch Durchhaltevermögen bei ihren Wettfahrten im Dunkeln um beleuchtete Wendemarken ab. Der Kurs wird mit Scheinwerfern beleuchtet. Anschließend laden die Veranstalter Segler und Zuschauer zur „Rock the Dock“- Party im HSC-Clubhaus auf der Gurlitt-Insel ein.

Messe heißt für mich in erster Linie Kontaktpflege und so freue ich mich wieder auf interessante Gespräche und kühles Bier heißen Kaffee.  Sollte sich nichts ändern, werde ich am Samstag (30. Oktober) und vielleicht auch noch am Sonntagnachmittag auf der Messe unterwegs sein. Auch den Dimension Polyant Night Cup und die anschließende Party lasse ich mir natürlich nicht entgehen.

Wer der Meinung ist, dass sein Ausstellungstück für Yachtblick interessant sein könnte oder einfach mit mir mal schnacken möchte, der kann mir gerne eine Mail schicken (tk@yachtblick.de) oder mich anrufen (siehe Impressum) – ich freu mich eigentlich über fast jeden neuen Kontakt – Yachtis sind schließlich keine schlechten Menschen – niemals!

Hier noch der Film von der MDM und dem NightCup 2009

Jens Westerbeck aka “Nick de la Mooring” hat ein Buch geschrieben! Boatpeople!

Wenn Sie in der Yachtbranche unterwegs sind und Ihnen der Name Jens Westerbeck bekannt vorkommt, dann liegt das nicht unbedingt daran, dass er gerade ein Buch veröffentlicht hat oder Skripte für Atze Schröder schreibt. Jens war als Broker für das Italian Yacht Centre unterwegs und damit der Mann in Deutschland für die großen Italiener wie Pershing, Ferretti, Mochi Craft und Pegiva.

Mein Engagement für eine aufstrebende deutsche Werft geht mittlerweile in die dritte Woche und die Anzahl der hier erscheinenden Artikel hat sich seitdem erheblich dezimiert.  Tut mir leid! Lässt sich aber nicht ändern, da es offensichtlich unmöglich ist jemanden zu finden, der mich hier unterstützt. Trotzdem habe ich irgendwie die Zeit gefunden, dass Erstlingswerk von Jens Westerbeck zu lesen. Ich kann mich an kein Buch erinnern, dass ich in kürzerer Zeit gelesen habe ohne im Urlaub oder krank zu sein.

Nick weist eingangs darauf hin, das Marcel Reich-Ranicki aus Respekt vor dem Schriftsteller ein Buch nur  im Anzug liest und fordert seine Leser auf, sein Buch ausschließlich nackt zu lesen … ich habe seinen Vorschlag natürlich beherzigt und diesen noch um Campari-Orange ergänzt – das Lieblingsgetränk des Protagonisten.

Das Buch erzählt die Geschichte eines desaströsen Lebens in der Luxusindustrie, bestehend aus Koks, Nutten und pornösen Motoryachten. Nick reflektiert dabei aber auch sehr stark auf das was er da tut und liefert so auch ein paar Hinweise, wie man als Mensch mit Verstand in dieser Branche überleben kann.

Die Figur Nick de la Mooring ist trotz des Themas sehr authentisch, woraus sich die ganze Zeit die Frage ergibt, was wahr ist und was Fiktion. Der letzte Satz der Danksagung beantwortet die Frage nur zum Teil und das ist gut so, denn ganz genau will man es gar nicht wissen.

Das Buch gibt es natürlich bei Amazon!

Hier gibt es ein Video in dem Jens Westerbeck den folgenden Text auch vorliest!

Leseprobe:

Hi. Mein Name ist Nick de la Mooring.
Aber die meisten Leute nannten mich einfach Nick. Wurde ich doch mal mit vollem Namen angesprochen, stand ich entweder auf einem Polizeirevier oder ein Mann mit mindestens fünfzig Millionen Euro Privatvermögen rief mich zum ersten Mal an. Für beides standen die Chancen nie schlecht, denn ich war ein Yachtbroker.

Knapp zehn Jahre verkaufte ich Luxusyachten für eine der größten Schiffswerften weltweit. Diese Werft produzierte an zweiundzwanzig Standorten, beschäftigte dreitausend Mitarbeiter direkt und gab weiteren zweitausend Menschen in der Zuliefererindustrie ihr täglich Brot. Allein in Italien gibt es fünftausend Werften. Manche davon produzieren nur ein Boot im Jahr, zum Beispiel ein Fischerboot, andere produzieren ein Jahr später Käse oder Parmaschinken, egal was, auf jeden Fall keine Boote mehr. So waren wir nicht.

Wir waren die Größten. Wir waren der Rolls-Royce unter den Limousinen, das Aqua di Parma unter den Düften, das Kelly Bag unter den Handtaschen, der Todd’s unter den Schuhen, die Rolex unter den Uhren, die Julia Roberts unter den Edelnutten.
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MS Turanor – PlanetSolar verlässt Gran Canaria

Das Video zeigt den Solar Katamaran beim Auslaufen in Monaco vor ein paar Wochen. Der junge Mann mit dem Basecap, der dem Prinzen am Anfang des Video die Hand schüttelt, ist Jens – der exklusiv für euch von Bord berichtet.

Die MS TÛRANOR PlanetSolar hat am Freitag Las Palmas nach einem viertägigen Aufenthalt wieder
verlassen. Nach dem Zwischenstopp auf den Kanaren setzt der Solarkatamaran seine Atlantiküberquerung
mit Kurs auf Miami fort. Für die erste Solarboot-Expedition beginnt damit die bislang
längste Etappe seit ihrem Start Ende September in Monaco.
Der Aufenthalt in Gran Canaria wurde unter anderem für technische Servicearbeiten und Tests genutzt,
welche erfolgreich abgeschlossen werden konnten.
Auf der vorgesehenen Route rund um den Globus sind Zwischenstopps in mehreren Städten eingeplant
– vorbehaltlich der jeweiligen Wetterbedingungen und nautischen Gegebenheiten. In Miami,
Cancun, San Francisco, Sydney, Singapur, Abu Dhabi und im Zielhafen Monaco soll das PlanetSolar
Projekt auf die Bedeutung von Nachhaltigkeit und erneuerbaren Energien aufmerksam machen.
In Miami wird das Boot Ende November / Anfang Dezember erwartet.

Planet Solar “Turanor” auf Gran Canaria angekommen!

Normalerweise bekommen wir unserer Informationen von der PlanetSolar Expedition ja direkt von unserem Kumpel Jens der sich mit an Bord befindet. Eben erreichte mich unabhängig davon eine Pressemitteilung von Bord mit dem Hinweis, dass der Katamaran auf Gran Canaria angekommen ist. Da “Jenner” ja leider  nicht nur an Bord ist um für Yachtblick zu berichten, weiß ich noch nicht wenn er das nächste mal dazu kommt uns davon zu berichten, deshalb hier der Bericht:

21 Tage nach dem Start der ersten Solarboot-Expedition in Monaco hat die MS TÛRANOR PlanetSolar heute die Kanarischen Inseln erreicht. Nach stürmischem Wetter im Mittelmeer kommt das weltgrößte Solarboot auf dem Atlantik sehr zügig voran und hat heute Nachmittag in Las Palmas angelegt. Die MS TÛRANOR PlanetSolar wird voraussichtlich bis Freitag in Gran Canaria bleiben. Der Aufenthalt wird unter anderem zu Servicearbeiten genutzt.

Nach Durchquerung der Straße von Gibraltar hat der Solarkatamaran das Mittelmeer verlassen und seine Reise im Atlantik fortgesetzt. „Wir hatten auf der Fahrt die Kapriolen verschiedener Strömungen zu bewältigen. Aber nachdem unsere Batterien gut geladen waren, hatten wir die nötige Antriebskraft verfügbar, um sicher unseren Weg zu finden. Wir sind sehr zufrieden mit dem Verhalten des Bootes auch unter schwierigen Bedingungen,“ so Kapitän Patrick Marchesseau.

In der nächsten Etappe wird die MS TÛRANOR PlanetSolar weiter den Atlantik überqueren. Auf der vorgesehenen Route rund um den Globus sind Zwischenstopps in mehreren Städten eingeplant – vorbehaltlich der jeweiligen Wetterbedingungen und nautischen Gegebenheiten. In Miami, Cancun, San Francisco, Sydney, Singapur, Abu Dhabi und im Zielhafen Monaco soll das PlanetSolar Projekt auf die Bedeutung von Nachhaltigkeit und erneuerbaren Energien aufmerksam machen.

Aufgrund günstiger nautischer Konditionen wurde der Start der Expedition von Frühjahr 2011 auf Herbst 2010 vorgezogen.

Mit der Expedition wollen die Initiatoren des Projekts auf die Bedeutung erneuerbarer Energien für den Erhalt der Umwelt aufmerksam machen. Das Solarboot fährt unter Schweizer Flagge und mit Unterstützung seines Heimatlandes um die Welt.

Die MS TÛRANOR PlanetSolar, ein 31 Meter langer und 15 Meter breiter Katamaran, ist auf einer Fläche von knapp 540 Quadratmetern mit photovoltaischen Solarmodulen bestückt. Nachts und bei bedecktem Himmel werden die Motoren von Energiespeichern an Bord gespeist. Bis zu drei Tage wird der Antrieb voraussichtlich ohne neue Zufuhr von umgewandeltem Sonnenlicht funktionieren. Das 95 Tonnen schwere, hochtechnologische Boot wurde von dem renommierten neuseeländischen Yacht-

Designer Craig Loomes entworfen und in der Knierim Werft in Kiel gebaut.

@Jenner: Das ich das hier veröffentlicht habe heißt nicht, dass uns deine exklusiven Berichte nicht lieber sind! =)

“Allein über den Atlantik” von Johannes Erdmann! Der Film in voller Länge!

Das ist doch mal wieder ein schöner Film zum Sonntag! Johannes Erdmann, der nicht der Sohn von Wilfried E. ist, hat sich nach dem Abitur aufgemacht, um mit einer 36 Jahre alten Fellowship 27 über den Atlantik zu segeln. Der Trip hat ihm in der deutschen Segelszene sehr viel Respekt eingebracht. Ich freue mich euch nach “Klein, breit und bunt” auch diesen Segelfilm vollständig präsentieren zu können.

Mit dem Solar-Katamaran um die Welt – Teil 3!

Hey Mölli,

na bisschen verspätet, aber du kennst mich ja.

Wir haben heute die ersten 1000nm der Welt-Tour hinter uns gebracht.  Sind jetzt  34°26.904N  8°04.970E auf dem direkten Weg nach Grane, wo wir für eine Woche liegen werden und die Yacht für die Atlantiküberquerung vorbereiten. Kleine Reparaturen und Logistik … ich hoffe, dass kann ich noch ein bisschen mit surfen und alte Freunde treffen verbinden.

In der vergangenen Woche sind wir aus der Straße von Gibraltar herausgefahren, um direkten Kurs nach Grane anzulegen, nach 10 nm auf dem Atlantik haben wir eine Warnmeldung von Meteorfrance bekommen, dass es vor Casablanca richtig ungemütlich werden würde – mit 50 kn Wind und 5m Swell. Da es auf der Marokko-Seite keine Schutzmöglichkeiten für uns gibt und wir nach Berechnung auf direktem Wege ins Zentrum des Tiefdruck Gebietes waren, haben wir uns dazu entschließen müssen, umzudrehen und vor Tanger (Marokko) das Wochenende abzuwettern.

Das Wochenende habe ich dann dazu genutzt, meine Wellenreitkünste weiter auszubauen und die Nachtkultur von Tanger kennenzulernen.

Montagfrüh hat sich dann für uns ein relativ akzeptables Zeitfenster aufgetan, um den 720nm Sprung von Tanger nach Grane zu vollziehen. Was allerdings heißt, dass wir die ersten zwei Tage Regen und Wind von vorne haben. Danach haben wir allerdings mit einer Wetterbesserung zu rechnen. Das wichtigste war, keine Zeit zu verlieren, da das nächste Tiefdruckgebiet mit ähnlich schlechten Bedingung anrollt und wir eh Zeitdruck haben, den Termin am 09.12. in Cancun einzuhalten, um die Umweltkonferenz nicht zu verpassen. Dort werden immerhin alle wichtigen Leute anwesend sein.

Das Leben auf der Yacht spielt sich langsam ein, jeder hat seine Aufgaben, die er am Tage zu erledigen hat und seine Wachen, die jeder von uns abhalten muss. Ich bin der Bosun (vom Bow to Sterne) am Bord, bedeutet, dass ich dafür zu sorgen, dass die Yacht funktioniert und in einem guten Zustand ist. Das Wachsystem ist unterteilt in drei Teams, die alle 4h tauschen. Während der Wachen gibt es immer einen Wachverantwortlichen, Patric der Kapitän, dann Mikaela the first made und ich. Meine Wache geht immer von 12-4 Uhr. Die restliche Zeit, die dann bleibt, wird mit schlafen verbracht oder mit Berichte schreiben für Yachtblick.

Muss dann jetzt auch reichen ;)

Die besten Grüße nach Rostock/Kiel und alle meine Lieben

Teil 1 und Teil 2

Red Light District on bord Sodebo!

Der Audi MedCup ist eine interessante Veranstaltung. Dieser Fakt allein ist aber nicht der Grund warum ich in dieser Saison so ausführlich darüber berichtet habe – es waren die Bilder die ich euch zeigen wollte – ich mag gute Segelbilder! Einer der bekanntesten Segelfotografen ist Christophe Launay. Ich hatte ihn während des “Little America’s Cup” gefragt, ob ich seine Bilder verwenden darf, da es von offizieller Seite keine Pressebilder gab. Seitdem schickt mit Mr. Launay in regelmäßigen Abstanden die Bilder von dem was er gerade so treibt. Offensichtlich war er gerade mit Thomas Coville an Bord seines Tri’s “Sodebo” rund Brittanien unterwegs.

Varianta 44 – Der Test

Wie bereits im „2 Jahre Yachtblick.de“ Artikel erwähnt, war ich mit Carsten von segelreporter.com und Jochen von segel-filme.de in Greifswald, um die beiden Varianta-Modelle dem vielleicht einzigen unabhängigen Test in der deutschen Medienlandschaft zu unterziehen. Wer Yachtblick schon länger kennt, weiß, dass die Hanse Gruppe hier in der Vergangenheit nicht immer gut weg gekommen ist. Es ist anzunehmen, dass man mich nur auf den Hof gelassen hat, weil ich mit den beiden anderen da war und man mich nicht direkt einzuordnen wusste.

Wenn die 18er mir noch Raum für konstruktive Kritik lässt (Artikel folgt), so fühlt sich die große 44er an wie ein erhörtes Gebet! Am Steg umweht das Schiff eine kraftvolle Aura, die hohe Seitenlinie hat etwas Gewaltiges. Das Cockpit aufgeräumt, das Deck clean und ohne überflüssigen Firlefanz! Wo sich sonst bei Yachten dieser Größenordnung das Vorsegel als Wurst um die Rollfockanlage wickelt, präsentiert die Varianta blanken Stahl - Stagreiter  – geil – Männersegeln! Über Rollgroßanlagen brauchen wir gar nicht erst diskutieren und so praktisch Lazy-Jacks auch sein mögen, ohne sieht eine Yacht einfach schicker aus. Ok – Vorsegel zusammenlegen und Großsegel auftuchen nerven schon – aber gelernt ist auch gelernt und allerspätestens hier trennt sich dann die Seglerspreu vom Weizen.

Ich möchte das Konzept mal großspurig als „reduce to the max“ bezeichnen, denn das Interieur der Varianta kommt ebenso clean wie das Deck. Das Design von Ikea, die Ausführung vom Tischlermeister um die Ecke – so könnte man es ungefähr beschreiben. Die letzten Kleingeister möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Ikea hier nicht negativ zu besetzen ist!

Die Varianta 44 ist ein Schiff, das bei einem kleinen Blogger große Gefühle ausgelöst hat! Ich glaub ich bin verliebt! Ich habe jetzt schon Angst davor, irgendwann eine gebrauchte Varianta zu betreten und einen an die Wand geschraubten Messinghaken vorzufinden oder schlimmer noch klassische Chronometer und Holzintarsien … würg!

Wie sie sich segelt? Ein gefühlt leichtes Schiff mit recht viel Segelfläche, die sich gut reffen lässt. Dank des blanken Vorstags könnte das Sturmsegel hier mal wieder ein Revival erleben. Das große Steuerrad gibt erstaunlich gute Rückmeldung und unterstreicht den sportlichen Anspruch. Vielleicht habe ich den besagten sportlichen Anspruch auch nur empfunden, aber dass jeder Segler in der Varianta das sehen kann was er will, ist sicher auch Teil des Konzeptes.

P.S. Ich habe es, anders als das ein oder andere gedruckte Magazin, nicht nötig hier rum zu schleimen. Nachdem die Hanse-Jungs (und Katja) mitbekommen haben dass ich der Blogger aus Rostock bin, der für Artikel wie „Pupsi die Innenraumbelüftung“ oder „Nicht mal eine Hüpfburg“ verantwortlich ist, war man erstaunlich wenig nachtragend.

In den zwei Dreh- und Testtagen habe ich so einiges an Hanse-Crew kennen gelernt – alle durchweg nett und entspannt – das hat wirklich Spaß gemacht in HGW. Am Ende hatte ich sogar so etwas wie einen hausinternen Spitznamen.

Es grüßt die „Hüpfburg“!

Internationale Deutsche Meisterin 2010! Bericht von Franziska Goltz!

In der vergangenen Woche fand in Hamburg auf der Außenalster die Deutsche Meisterschaft der Laser Standards und Laser Radials statt. In einem sehr übersichtlichen Feld von 19 Schiffen konnte ich nach 5 Jahren, mir den Titel wieder erkämpfen.

In vier Tagen segelten wir 13 Rennen, mit den wohl schwierigsten Bedingungen die es nur geben kann. Wer die Alster kennt, weiß wovon ich rede. Das letzte mal segelte ich vor 13 Jahren im Optimisten auf der Alster. Als ich nun letzte Woche in Hamburg anreiste wusste ich, dass Sie klein ist aber irgendwie hatte ich Sie doch größer in Erinnerung behalten. Da könnte man genauso gut in Schwerin auf dem Pfaffenteich segeln, dachte ich.

Wir segelten Up and Downs, die etwa 35 min dauerten. Im Vergleich zu anderen Events bedeutend kürzer aber vom Kopf her enorm anstrengend. Die ständig drehenden Winde und teilweise kaum vorhersehbaren Windfelder die plötzlich aus dem nichts kamen, erforderten eine extrem hohe Aufmerksamkeit. Ständig ging der Blick nach vorne oder hinten. Innerhalb weniger Sekunden konnte sich das Blatt wenden und man stand plötzlich im nichts, während andere vielleicht nur 3 Bootslängen über oder unterhalb einfach an einem vorbei glitten.

Nach 12 Rennen segelten wir das berüchtigte Medal Race, wo noch einmal die besten 10 gegen einander antraten. Ich lag einen Punkt hinter Lisa Fasselt und 10 Punkte vor Anke Helbig. Wenn ich gewinnen wollte, musste ich also vor Lisa ins Ziel einlaufen und durfte nicht mehr als 3 Boote zwischen mir und Anke haben, falls sie vor mir ins Ziel segeln würde.

Ich startete in Lee von Anke die sich relativ schnell auf die rechte Seite schlug und sauber die Dreher aussegelte. Ich wäre nur zu gerne mitgegangen, doch leider hinderte mich Lisa am Wenden und wir segelten auf die linke Seite der Kreuz. Ein ziemlich großer Fehler aber ich konnte in diesem Moment nichts anderes machen. Anke die mit frischem Wind und einer schönen Rechtsdrehung nun allen davon fuhr rundete die erste Marke als erste. Lisa und ich an 8. und 9. Position. So konnte ich den Titel nicht gewinnen. Auf der zweiten Kreuz, fand ich wieder meinen eigenen Weg und segelte die Dreher sauber aus und rundete die Luvtonne, mit etwas Vorsprung vor Lisa an 4. Position. Der Titel war nun zum greifen nah. Ich sagte mir: „Franzi, du fährst den Vorwind jetzt ganz entspannt runter. Riskiere bloß nicht noch eine gelbe Flagge von der Jury. Im Moment ist alles save.“

Tja kaum zu Ende gedacht ertönte eine Pfeife und ich sah zur Seite und erblickte eine gelbe Flagge die in meine Richtung zeigte. Ich hoffte, dass sie dem Boot neben mir galt und fragte noch einmal nach aber sie meinten mich. In dem Moment wäre ich am liebsten ins Juryboot gesprungen aber nun gut. Ich drehte meine zwei Starfkringel und plötzlich war der Titel wieder so weit weg. Ich viel auf 5 zurück und Lisa sowie ein, zwei andere klebten an meinem Heck. Wir mussten nur noch das Gate passieren und die Zielkreuz überwinden. Ich rundete im gleichen Moment wie Lisa die Tonne. Ich die linke und Sie mit zwei anderen die rechte Tonne. Ich wählte zum Glück diesmal die richtige und segelte so an 4. Position vor Lisa ins Ziel. Puh Der Titel war nun wieder mein. :-)

Hiermit möchte ich mich bei dem Veranstalter für die tolle Organisation, meiner Familie und meinen Freunden sowie den Sponsoren, die hinter mir stehen, bedanken!

Meine Glückwünsche auch an Philipp Buhl, der bei den Laser Standards gewonnen hat.

Baresso Coffee Meter Cup – 12er vor Kopenhagen! Segelfilm!

Carsten Kemmling war kurz bevor er mit uns zum Testen in Greifswald war (Bericht folgt), als Taktiker der Trivia beim Baresso Coffee Meter Cup in Kopenhagen unterwegs. Da 12er natürlich wunderschöne und telegene Boote sind, war es quasi Pflicht eine Kamera mitzunehmen.