Anfang August fand der “1851 Cup” statt, eine Art Freundschaftsspiel zwischen BMW Oracle und dem Britischen Team Origin. Zwei der jüngsten und talentiertesten Skipper im Segelsport – Jimmy Spithill und Ben Ainslie – trafen bei dieser Regatta aufeinander. Gesegelt wurde auf IACC Yachten, den guten alten Bleitransportern, vor historischer Kulisse. Im Verlauf der fünftägigen Regatta standen sich die beiden Crews an insgesamt vier Tagen beim Match Racing auf dem Solent gegenüber. Am Donnerstag trugen sie ein Rennen rund um die Isle of Wight aus und ließen so das berühmte Rennen von 1851 wieder aufleben, das die Wiege des America’s Cup darstellt.
BMW Oracle konnte zwar das Rennen rund um die Isle of Wight gewinnen, beim Match Race auf dem Solent war das US-Syndikat den Briten aber deutlich unterlegen. BMW Oracle hat ja in mehreren Jahren Louis Vuitton Trophy bereits bewiesen, dass sie die IACC Yachten nicht sonderlich mögen!
Was die Medienarbeit angeht, haben die Briten eines der besten Segelteams der Welt, was sie mit dieser Doku ein weiteres mal unter Beweis stellen.
Während man in Villarriba noch putzt, wird in Villabajo schon wieder gefeiert! (P.S. die Nester gibts wirklich) Ich fand diesen alten Werbespruch gerade ganz passend! Während die einen noch von der Zukunft des AC träumen, zeigen die anderen schon heute das “Headquarter” von morgen!
Im spanischen Alicante wurde Vorgestern das neue Hauptquartier des Volve Ocean Race eröffnet. Ich finde es total schick und die Bilder machen Lust da zu arbeiten – obwohl die Yachtblick-Schaltzentrale natürlich nur unwesentlich Bescheidener ist =)
Wenn man etwas nicht besonders gut kann, aber einen hohen Anspruch an sich selbst hat, dann übt man es solange bis man es kann! Ich glaube ähnliches passiert auch gerade im Segelsport! Die Berichterstattung vom “Sport der Könige” war lange Zeit eher so “mittel” aufgrund der Tatsache, dass es natürlich relativ schwer ist unseren Sport medial abzubilden. Es ist interessant zu beobachten, wie sich die Berichterstattung von Segelevents langsam professionalisiert und ich begrüße diese Entwicklung natürlich sehr. Ich möchte sogar die These aufstellen, dass die Medien-Segler deutlich “über das Ziel hinaus” schießen und wir im Segelsport bald Bilder geliefert bekommen, die andere Sportarten in den Schatten stellen – einfach weil wir länger darüber nachdenken mussten, wie wir an die Bilder kommen und mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, denen sich andere Sportarten niemals stellen mussten.
Da ich Montag weder Zeit noch Lust (kommt vor) hatte, mich um Yachtblick zu kümmern, habe ich nichts über die Bekanntgabe der Eckdaten des 34. AC durch die Ego-Combo Coutts/Ellison geschrieben. Auch jetzt ist das mehr eine Sache der Vollständigkeit, denn irgendwie mag ich das Thema nicht mehr so richtig – hab mein ganzes Pulver wohl beim letzten AC verschossen.
Ich habe kürzlich einen Artikel über Larry Ellison auf Spiegel Online gelesen. Seitdem sehe ich den Oracle Chef noch viel mehr als Nestbeschmutzer in unserem schönen Sport.
Zitat aus dem Artikel:
„Ellison gewann den 33. America’s Cup mit den gleichen Mitteln, die er im Geschäftsleben anwendet: den Gegner durch juristische Gefechte zermürben; den Wettkampf auf die persönliche Ebene verlagern […]“
Die Welt braucht Siegertypen und kommt nicht ohne Hardliner aus, aber ich denke es gibt bessere Wege zum Sieg.
Unabhängig von der Personalie Larry Ellison, ist der Modus in dem der nächste AC ausgetragen wird nicht der schlechteste! Ich habe mich wegen diverser Artikel länger mit der Geschichte und dem Mythos AC beschäftigt und kann sagen, dass es nicht unbedingt die Jahre der IACC-Matches sind, die große Überschriften in den Analen des AC hinterlassen haben. Der Flügelkiel der „Australia II“ oder das Miss Match aus 1988, das sind Geschichten, an die man sich erinnert. Natürlich wird das „Miss Match 2.0“ aus diesem Jahr irgendwann auch in dieser Reihe genannt werden.
Ich finde der Segelsport verträgt alle paar Jahre eine Veranstaltung, die Millionen versenkt und die Entwicklung voran treibt. Das Flügelsegel funktionieren ist schon länger bekannt, aber neuen Auftrieb (kleiner Wortwitz) hat diese Technologie erst wieder durch den letzten AC erhalten. Wenn es nach mir geht, muss der AC noch nicht mal auf One-Design Booten stattfinden.
Da ihr ja alle sicher schon die wesentlichen Eckdaten des neuen Modus kennt, will ich sie euch nur in Stichpunkten zusammenfassen.
- gesegelt wird auf 72 Fuß Katamaranen mit Flügelsegel
- Breite 14 m, 7.000 Kilogramm Rumpfgewicht und 11 Mann Besatzung
- Windlimit 3-33 Knoten
- ab 2011 wird es eine AC World Series auf 45 Fuß Katamaranen geben
- der erste Cat dieser Art befindet sich im Bau und soll im Dezember diesen Jahres erstmalig segeln
- 2012 soll auf den 45 Fuß Katamaraen ein Jugend AC stattfinden mit U22 oder U25 Teams
Die ebenfalls von Coutts angesprochene Kostenreduktion ist reichlich lächerlich, da sie sich in erster Linie darauf stützt, dass der personelle Aufwand infolge der kleineren Crews geringer geworden ist, der 72 Fuß Cat – in ein Flugzeug passt und ein Flügel wesentlich weniger Verschleiß zeigt, als konventionelle Segel.
Der finanzielle Aufwand ist für die Herausforderer also dennoch immens und die Zeit knapp! Der Neuseeländer Grand Dalton vom Emirates Team New Zealand erwartet neben seinem Team maximal noch 5 andere Teams an der Startlinie – Coutts rechnet mit mindestens 8!
Natürlich hat sich BMW Oracle mit diesem Modus einen beachtlichen Vorteil verschafft, den Russel Coutts aber mit dem unfassbar eingehenden Argument niederschmettert, dass sein Team auch auf einem Monohull der Favorit wäre! So sieht das gesunde Rechtsverständnis eines fairen Sportsmannes aus!
Unsere Kollegen von Segelreporter.com haben Jochen Schümann dazu befragt, ob es eine deutsche Teilnahme beim 34. AC geben wird. Schümi sagte zu den Ergebnissen der Pressekonferenz vom Montag:
„Bis auf den Zeitpunkt 2013 statt 2014 gab es für mich keine Neuigkeiten. Denn die wirklich wichtige Information betrifft den Ort. Wir wissen immer noch nicht, wo der 34. America´s Cup stattfindet. Und für Sponsoren macht es einen großen Unterschied, ob der Cup in den USA oder Europa gesegelt wird. Insofern hat sich für uns nicht viel geändert.“
Von der Wahl des Bootes zeigt sich Schümi ebenso unbeeindruckt, wie vom Wettbewerbsvorteil des US-Syndikats, doch den Zeitpunkt findet er eher ungünstig: „2013 kommt für alle nicht etablierten Teams zu früh. Wer nicht das Geld im Nachttisch liegen hat, wird Probleme bekommen schon 2012 ein konkurrenzfähiges Schiff an die Startlinie zu bringen.“
Bei der Frage nach einer deutschen Teilnahme verwies er wieder auf den bis dato unbekannten Austragungsort und die damit verbundenen Sponsoreninteressen.
Unser deutscher Multihull-König Roland Gäbler zeigt sich erfreut über den neuen Modus im America‘s Cup – nicht wirklich überraschend, denn warum sollte man bei einer tatsächlichen Teilnahme eines deutschen Teams ausgerechnet auf ihn verzichten:
Seine Meinung zum AC:
„Die Segelwelt muss akzeptieren dass die technischen Entwicklungen weiter gehen. Man sollte den Fortschritt nicht aufhalten. Wir stehen vor einem neuen Zeitalter in unserem Sport. Schnelle und spektakuläre Boote müssen her. Unser Sport braucht mehr Action und die neuen Boote werden ihr bestes tun um dies zu liefern. Unser Sport braucht in einigen Bereichen eine General-Überholung. Nur so können wir die Jugend begeistern und bei den Medien wieder in die erste Liga kommen.
Ich war erstaunt wie gut man Matchracing auf Multihulls machen kann. Der Extreme40 Event in Kiel Ende August mit den vielen spannenden Matches hat gezeigt, wie spektakulär und spannend das sein kann. Mit Gennacker (Tornado) oder CodeZ (AC Yachten) beschleunigen so schnell, das es zu vielen Positionswechseln kommt. Es ist viel einfacher zu erkennen was ein Team gut oder schlecht macht. Segeln wird mit diesen neuen Booten transparenter.
Der Segelsport braucht eine Serie wie die GP Serie des Motorsports. Das ist das beste Event Format welches im Sport gibt. Jeden Monat ein Highlight.
Es wird sehr aufregend. Endlich mal etwas neues. Und….. Segelspass Pur für alle Beteiligten. Ich wünsche jede Person mal auf fliegenden Multihulls zu segeln. Es ist phantastisch. Mit den Wingsails wird man zwischen 1 und 35 Knoten segeln können. Es MUSS pünktlich gestartet werden. Das ist wichtig für die Programmmacher.“
Keine Sorge wir planen kein neues Event im “Opti-Offshore”-Style – dafür wäre unser alter roter Hobie definitiv nicht mehr geeignet. Offensichtlich gibt es aber noch mehr Irre da draußen, die versuchen mit viel zu kleinen Booten viel zu große Strecken zurück zu legen. Yvan Bourgnon und Jeremie Lagarrigue sind mit einem Hobie Fox (6,10 m) über das Mittelmeer gesegelt. Die 480 Seemeilen von Marseille und Karthago legten Sie in 52 Stunden und 53 Minuten zurück! Nach den Erfahrungen mit der Opti-Geschichte bekommen die beiden dafür einen dicken anerkennenden Daumen! Da es noch keiner vor ihnen gemacht hat, halten Sie automatisch den Weltrekord – innovate, not imitate!
Frederik Loof & Max Salminen gewinnen die NRV Champions Week 2010, in deren Rahmen die Eastern Hemisphere Championship der olympischen Starboote vor der Weißen Wiek ausgetragen wurde. Bester deutscher ist Frithjof Kleen als Vorschoter des Brasilianers Robert Scheidt, die die Silbermedaille überreicht bekamen. Die Berliner Brüder Robert und Philipp Stanjek (NRV) sicherten sich Bronze.
“Aufgrund der Leichtwindvorhersage des Deutschen Wetterdienstes hat die Wettfahrtleitung entschieden, den Start auf 10.00 Uhr vorzuverlegen. Leider ist die befürchtete Flaute schon früher eingetreten und der Wind brach völlig zusammen. Es konnten heute keine Rennen gestartet werden”, berichtete Wettfahrtleiter Hans-Herbert Hoffmann, als er um 11.30 Uhr am heutigen Vormittag entschied, die Segler an Land zu schicken. Sieger der Eastern Hemisphere ist demnach der seit gestern auf Platz eins stehende Schwede Frederik Loof mit Max Salminen. Nach einer Disqulifikation in der vierten Wettfahrt aufgrund eines Frühstarts fiel das Schwedische Duo auf Rang acht des 37 Teilnehmer starken Gesamtklassements zurück. ”Gestern sind wir mit einem fünften und einem dritten Platz sehr konstant gesegelt. Der Streicher brachte uns dann zusätzlich nach vorne. Wir sind sehr glücklich”, freute sich Steuermann Loof bei der anschließenden Siegerehrung. Das Brasilianisch/Deutsche Team Robert Scheidt & Frithjof Kleen (NRV) bleiben auf dem Silberrang. Die Berliner Brüder Robert & Philipp Stanjek erkämpften sich mit einer konsequenten Aufholjagd (Platz eins und zwei) am gestrigen Wettfahrttag, den dritten Platz. Auf den Rängen vier, fünf und sechs folgen die deutschen Teams Johannes Babendererde & Timo Jacobs (beide NRV); Johannes Polgar & Markus Koy (beide NRV) und Alexander Schlonski & Matthias Bohn (NRV & WSC). Damit platzierten sich vier deutsche Teams in den Top Ten.
Claus-Peter Offen mit seiner Hochseeyacht „Y3K“ in der Wally-Division und Otto Happel auf der „Hetairos“ bei den Supermaxis haben vor Porto Cervo in Italien den Maxi Yacht Rolex Cup 2010 gewonnen. Damit gingen zwei von sechs Titeln der weltbesten Großyachten an deutsche Segler. Der Hamburger Reeder Offen wiederholte seinen Vorjahressieg und feierte den dritten Triumph insgesamt. Auch für den in der Schweiz lebenden Industriellen Happel war es nach 2005 und 06 der dritte Gesamtsieg.
„Diese hochklassige Regattawoche am Ende mit einem Tagessieg zu gewinnen, war ein großartiges Gefühl für die gesamte Crew, die sich auch von Rückschlägen nie hat aus dem Konzept bringen lassen“, resümierte ein sichtlich zufriedener Claus-Peter Offen. Das Ergebnis mit fünf Punkten Vorsprung vor dem Dauerrivalen der „Magic Carpet²“ des L’Oreal-Bosses Lindsay Owen Jones aus Großbritannien spreche außerdem für das Potential der neuen, 30,50 Meter langen Wally 100.
„Y3K“-Taktiker Thomas Jungblut stellte den Teamgeist als Erfolgsfaktor heraus. „Zwei Frühstarts haben wir weggesteckt und auch am letzten Tag zunächst zurückgelegen, weil wir auf der Startkreuz eine zu kleine Fock gesetzt hatten“, so der Hamburger Segelmacher, „aber die Comebacks auf der Regattabahn waren beispielhaft für den Gesamtauftritt.“ Die „Open Season“ von ehemaligen Bugatti-Chef Thomas Bscher wurde Fünfte der Wallys, die britische „Dark Shadow“ (Andrè Auberton) mit dem dreimaligen Berliner Olympiasieger und zweimaligem America’s Cup-Gewinner Jochen Schümann als Taktiker Siebte.
Claus-Peter Offen genoss nicht nur den eigenen Sieg, sondern freute sich als Präsident der internationalen Maxi-Klassenvereinigung IMA auch über die Rekordzahl von 49 Meldungen bei der 21. Auflage des Maxi Yacht Rolex Cup. „Die Anziehungskraft ist ungebrochen, und es wird jedes Jahr schwieriger, hier zu gewinnen“, meinte Offen, „selbstverständlich werden auch wir nächstes Jahr wiederkommen und das Triple als Ziel haben.“ Die Regatta gilt seit vielen Jahren als Saisonhöhepunkt der größten, schnellsten und schönsten Segelyachten der Welt, deren Eigner die einzigartigen Windbedingungen an der Smaragdküste Sardiniens mit ihrem azurblauen Wasser genauso loben, wie das exquisite Rahmenprogramm, das die führende Schweizer Luxusuhrenmanufaktur Rolex zusammen mit dem veranstaltenden Yacht Club Costa Smeralda (YCCS) im mondänen Porto Cervo anbietet.
Die Hälfte der Teilnehmer trat in diesem Jahr zur ersten Mini Maxi Rolex-Weltmeisterschaft an, für die es ein halbes Dutzend hochkarätige Titelanwärter gab. Die Krone holte sich der Skype-Erfinder Niklas Zennström mit seiner Mannschaft der „Rán“ (Großbritannien) durch einen fast schon unglaublich erscheinenden Endspurt. Am vorletzten Tag nach einer Grundberührung aufgegeben, über Nacht aus dem Wasser gekrant und repariert, landete das Team mit Ersatzstratege Thierry Peponnet, Olympiamedaillengewinner aus Frankreich, zum Schluss zwei glanzvolle Tagessiege und schob sich noch mit zwei Punkten an der britischen „Alegre“ von Andy Soriano vorbei.
Das Glück der Tüchtigen blieb der „Container“ von Udo Schütz aus Selters versagt. Auch die vom Hamburger Harm Müller-Speer gecharterte STP 65 war in Führung liegend auf den Felsen aufgelaufen, wurde dabei jedoch so stark beschädigt, dass sie am Finaltag passen musste. Werftarbeiter und Besatzung staunten nicht schlecht, als das Boot in der Hafenstadt Olbia aus dem Wasser gehoben wurde. Ein 20 Millimeter dicker Stahlbolzen, der die tonnenschwere Bleibombe mit der Kielfinne verbindet, war komplett abgeschoren. Die Kielbombe hing nur noch schräg am zweiten, verbogenen Bolzen fest. Als das Missgeschick passierte, war die Mannschaft mit dem Starnberger Taktiker Markus Wieser gerade beim Sprung auf Treppchen der Mini Maxi Rolex-WM, musste sich so aber mit Rang acht zufrieden geben.
Hochspannend verlief auch das Finale bei den Supermaxis. Auf dem Papier war es ein knapper Zweikampf zwischen der „Hetairos“ und der „Visione“ von SAP-Gründer und -Aufsichtsratsvorsitzendem Hasso Plattner vom Kieler Yacht-Club. Da die 38,50 Meter lange klassische Yacht von Otto Happel auf dem Wasser jedoch nach 35 Seemeilen im letzten Rennen mehr als eine Stunde hinter der 44,09 Meter langen Baltic 147 zurücklag, war es ein ungleicher Vergleich, den die unter der Flagge der Cayman Islands segelende „Hetairos“ am Ende nach berechneter Zeit um drei Minuten und 45 Sekunden für sich entschied. „Wir hatten eine großartige Woche mit guter Brise, besser als in vielen Jahren zuvor. So hat uns dieser Wettkampf Spaß gemacht“, sagte Happel.
Doch auch für Plattner war die Veranstaltung trotz der dritten Rangs punktgleich mit der Schweizer „Gliss“ von Marco Vogele alles andere als Verdruss. Auf dem Wasser erlebte er praktisch in jedem Rennen ein Duell mit der „Saudade“ des Hamburger Immobilienmagnaten Albert Büll. Die mit 45,19 Meter größte Yacht im Feld hatte zwar in der fünften und entscheidenden Wettfahrt den Bug vorne, lag aber nach berechneter Zeit und in der Gesamtwertung hinten. „Dieser Zweikampf war das Salz in der Suppe für uns, ein echtes Highlight“, bilanzierte „Visione“-Crewmitglied Walter Meyer-Kothe.
Während sich die Sieger über eine edles Chronometer des Modells Rolex Yacht-Master und ihren Maxi Yacht Rolex Cup freuten, steht für einige Segler bereits der nächste Höhepunkt an. Am Dienstag (14. September) werden die ersten Rennen des alle zwei Jahre stattfindenden Rolex Swan Cups gestartet. Gemeldet wurden 93 Boote aus der finnischen Yacht-Schmiede Nautor’s Swan, darunter auch die Hamburger „Earlybird“ von Hendrik Brandis als Mitfavoritin der Rolex Swan 45-Weltmeisterschaft. Und Thomas Jungblut hofft auf den zweiten Sieg innerhalb von zwei Wochen. Er ist Taktiker auf der Swan 60 „Emma“ von Johann Killinger (ebenfalls Hamburg).
Die Berliner Robert und Philipp Stanjek (NRV) kämpfen sich bei der NRV Champions Week 2010 vor der Weißen Wiek in Boltenhagen nach sechs Rennen auf den dritten Platz. Weiterhin geht das deutsche Team mit Johannes Babendererde & Timo Jacobs; Johannes Polgar & Markus Koy und Alexander Schlonski & Matthias Bohn auf den Rängen vier, fünf, und sechs in einen aussichtsreichen Finaltag. Der erste Startschuss fällt morgen bereits um 10.00 Uhr.
“Mast und Schotbruch” soll sprichwörtlich Glück und seglerischen Erfolg bringen. Doch was tun, wenn dieser Fall tatsächlich mitten in einem Rennen eintritt? Das Dänische Team Flemming Soerensen & Niels Thrysoe legte heute einen Formel 1 reifen Boxenstop hin und machte es vor: trotz Mastbruch im ersten Rennen des Tages, fanden sie sich, auch dank der kurzen Wege vor der Weißen Wiek, pünktlich zum zweiten Startschuss wieder an der Linie ein. Vollgas gaben heute auch die Berliner Brüder Robert und Philipp Stanjek (NRV): mit einem ersten und einem zweiten Platz machten sie zwei Plätze gut und schoben sich auf den Bronzerang. “Heute hat einfach Vieles zusammengepasst – wir waren einfach richtig schnell”, freute sich Vorschoter Philipp beim anschließenden Nachwiegen im Race Office. Nach einer Disqualifikation aufgrund eines Frühstarts rutschte der schwedische Olympia-Dritte Frederik Loof mit Max Salminen gestern auf Rang acht des 37 Teilnehmer starken Gesamtklassements. Mit der heutigen Möglichkeit das bisher schlechteste Ergebnis zu streichen, einem fünften und einem dritten Platz setzte er sich, mit drei Punkten Vorsprung vor dem Brasilianisch/Deutschen Duo Robert Scheidt & Frithjof Kleen (NRV), erneut an die Spitze.
Die deutschen Starboot-Crews starten auch am zweiten Tag der NRV Champions Week in der Weißen Wiek durch. Allen voran: Frithjof Kleen, der gemeinsam mit seinem brasilianischen Steuermann Robert Scheidt die Pole Position sichert.
Die beiden zweiten Plätze in den gestrigen Auftaktrennen bescherten dem Deutschen Vorschoter Frithjof Kleen (NRV) und seinem brasilianischen Steuermann Robert Scheidt bereits einen aussichtsreichen Silberrang, der viel Spiel nach oben ließ. Beflügelt durch Sonne und traumhafte Windbedingungen bei 13-15 Knoten aus südlicher Richtung, sagte das Duo den bis heute führenden Schweden Frederik Loof & Max Saliminen den Kampf an und setzte sich nach der vierten Wettfahrt an die Spitze des 37 Teams starken Gesamtteilnehmerfeldes. Höchstleistung erbrachte auch der Deutsche Vorschoter Markus Koy, der weiterhin mit Grippeviren ringt. Tapfer und mit purem Ehrgeiz fuhr der Europameister und Deutsche Meister 2010 mit seinem Steuermann Johannes Polgar (beide NRV) auf die Ränge zehn und zwei und positioniert sich auf dem Silberrang im Gesamtklassement. Kleen/Scheidt gehen mit einem zwei Punkte-Polster in das morgige Rennen. Ein Höhepunkt jagte den anderen: Bestes Deutsches Team in beiden Tagesrennen waren die beiden Warnemünder Alexander Schlonski und Matthias Bohn (NRV & WSC) mit Platz sechs und eins. „Nachdem wir gestern beim Start Probleme hatten, lief es heute hervorragend für uns“, erklärte NRV Olympic Team Segler Alexander Schlonski, der nun mit seinem neuen Vorschoter Matthias Bohn als Bronze-Aspirant in den morgigen dritten Wettfahrttag startet. Aber auch die Berliner Robert und Philipp Stanjek (beide NRV) liebäugeln noch mit einem Treppchenplatz. Nur fünf Punkte trennen die Brüder vom dritten Platz. Dank der vielversprechenden Ausgangspositionen für die kommenden Rennen lässt sich heute Abend auch beruhigt feiern: Die Sea Cloud Cruises GmbH lädt zur Sailors Night in der Event Hall der Weißen Wiek ein. Schauen Sie vorbei!
Die Trophäenjagd bei der Mini Maxi Rolex Weltmeisterschaft vor dem italienischen Porto Cervo hat für die „Container“ ein abruptes Ende genommen. Die von Harm Müller-Spreer (Hamburg) gechartete 20-Meter-Yacht lief am vorletzten Regattatag (Freitag, 10. September) auf einen Felsen auf und musste in die Werft. In zwei weiteren Wertungsgruppen des Maxi Yacht Rolex Cup liegen norddeutsche Segelyachten dagegen aussichtsreich im Rennen. Mit einem Tagessieg und einem vierten Platz darf die Crew der „Y3K“ von Claus-Peter Offen (Norddeutscher Regatta Verein) den Schampus für einen Erfolg bei den Wally-Yachten schon kalt stellen, und die „Visione“ von Hasso Plattner (Kieler Yacht-Club) liegt bei den Super-Maxis punktgleich mit der führenden „Hetairos“ (Cayman-Islands) auf Rang zwei.
Gedrückte Stimmung herrschte bei der „Container“-Crew, nachdem sie nach der Havarie immerhin aus eigener Kraft wieder den Hafen erreicht hatte. „In unserer GPS-Karte war an der Stelle kein Felsen eingezeichnet“, berichtete der verärgerte Skipper Harm Müller-Spreer, der miterleben musste, wie die Yacht bei leichten Winden und neun bis zehn Knoten Geschwindigkeit auf den Felsen auflief und ausgebremst wurde. „Fast 20 Minuten saßen wir fest, erst dann haben wir entschieden, den Kiel hochzukurbeln“, erzählte Crew-Mitglied Dirk Neumann. „Wir hatten befürchtet, dass die Finne verbogen ist und wir uns beim Aufholen des Kiels die Struktur beschädigen würde. Das war zum Glück nicht der Fall“, sagte Neumann. Weitere Schäden an der Yacht und Verletzungen der Crewmitglieder gab es nicht. Gleichwohl wurde die Yacht nach Olbia in die Werft gebracht und wird am Sonnabend, 11. September auch nicht mehr an den weiteren Wettfahrten teilnehmen können. An der Spitze der WM-Wertung liegt souverän die britische „Alegre“ von Andy Soriano.
Ganz anders war die Stimmungslage bei der „Y3K“-Crew. Taktiker Thomas Jungblut konnte nach der Ankunft im mondänen Hafen von Porto Cervo ein entspanntes Pläuschchen vor dem Medienzelt halten. „Das erste Rennen heute war vom Start an perfekt“, freute sich der Hamburger über den ersten Tagessieg in der Serie. Im Anschluss verfiel die „Y3K“ aber wieder in die Schwächen der ersten Tage, legte erneut einen Frühstart hin. „Danach hatten wir auch noch eine Berührung, mussten zusätzlich einen Kringel fahren und dem Feld hinterher jagen“, berichtete Jungblut von der Aufholjagd, die auf Platz vier endete. „In der Mannschaft ist ein unglaublicher Spirit. Gerade wenn Fehler passieren, können die Jungs richtig beißen. Wir haben vorher nicht damit gerechnet, so gut dabei zu sein. Aber in den drei Tagen Training vor der Regatta haben wir das Bootshandling sehr gut hinbekommen. Wenn wir jetzt noch die Fehlerquote reduzieren, wäre es topp.“ Aber auch so dominiert die Mannschaft der 30,50 Meter langen Yacht aus Hamburg das Geschehen in der Wally-Division. Lediglich die direkte Verfolgerin, die britische „Magic Carpet²“ von Lindsay Owen Jones, könnte der „Y3K“ noch den Gesamtsieg streitig machen, müsste dazu das letzte Rennen am Sonnabend aber unbedingt gewinnen.
Ein extrem spannendes Finale verspricht das Abschlussrennen der Super-Maxis am Sonnabend. Nach dem Tagessieg ist die „Hetairos“ in der Gesamtwertung bei Punktgleichheit an der „Visione“ von Hasso Plattner (Kiel) vorbeigezogen. „Wir müssen der ,Hetairos’ einfach zu viel vergüten. Dagegen können wir bei den schwachen Winden kaum ansegeln. Aber zum Abschluss ist noch einmal alles möglich“, berichtete Walter Meyer-Kothe von der „Visione“, der sich an dem Privatduell mit der Hamburger „Saudade“ von Albert Büll begeistern konnte. „Das war ein tolles Rennen mit wechselnden Führungen, am Ende lag die ,Saudade’ zwar knapp vor uns, nach berechneter Zeit hatten wir aber einen denkbar knappen Vorsprung von drei Sekunden.“
An Bord der „Saudade“ war man trotz dieser Niederlage sehr zufrieden. Nachdem die Crew das 45-Meter-Schiff im schweren Wetter der ersten Tage noch nicht wie gewünscht in Fahrt gebracht hatte, lief das Zusammenspiel der 24 Crewmitglieder bei den schwächeren Winden sehr gut, so dass man der Konkurrenz Paroli bieten konnte. In der gemeinsamen Wertung mit den J-Class-Yachten müssen die Super-Maxis allerdings den J-Yachten den Vortritt lassen. Hier führt weiterhin die „Ranger“ unter der Flagge der Cayman Islands vor der „Velsheda“ (Großbritannien).
Der Maxi Yacht Rolex Cup 2010 geht am Sonnabend (11. September) zu Ende. Wie am Freitag sind erneut schwächere und drehende Winde vorhergesagt.
Um genau 12:30 Uhr fiel, vor der Weißen Wiek in Boltenhagen, der erste Startschuss der NRV Champions Week 2010, in deren Rahmen die Eastern Hemisphere Championship der olympischen Starboot-Klasse noch bis Sonntag ausgetragen wird. Derzeit führt der schwedische Olympiadritte Frederik Loof mit Max Salminen. Bestes deutsches Team ist Johannes Babendererde & Timo Jacobs auf Rang drei.
„Wir müssen noch mal übers Wetter reden“, erklärte Ralf Weidner, Jurymitglied der Veranstaltung, als er heute Nachmittag wieder in das warme Race Office kam. Kühle 12 Grad, Regen und Wind um 10 Knoten begleiteten und forderten 37 Top-Teams aus 13 Nationen, die Wettfahrtleitung und das Jury-Team. Die Bilanz: Schweden vor Brasilien und Deutschland! Nach zwei Wettfahrten verwies Frederik Loof mit Max Salminen das Jahrhunderttalent Robert Scheidt, der mit dem deutschen Vorschoter Frithjof Kleen (NRV) segelt, auf Rang zwei. Auf einem aussichtsreichen dritten Platz positionierten sich die Lübecker Johannes Babendererde & Timo Jacobs (beide NRV). Dicht gefolgt von dem deutschen „Starminator“ der Segelsaison 2010, Johannes Polgar & Markus Koy (beide NRV), die in diesem Jahr bereits den Europameister und den Deutschen Meister Titel einfuhren: „Das ist eine sehr gute Ausgangsposition für die kommenden Tage. Allerdings ist Markus durch einen grippalen Infekt geschwächt und wir müssen sehen, ob es ihm in den nächsten Tagen besser geht“, erklärte Steuermann Polgar bei Würstchen und Bier im direkten Anschluss der beiden Rennen. Insgesamt gehen 17 deutsche Teams an den Start.