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August, 2010:

Jan Kurfeld berichtet vom Gold Cup in San Francisco!

Nachdem ich die Warnemünder und Travemünder Woche gegen zum Teil auch starke internationale Konkurrenz gewinnen konnte, lief es beim Weltcupfinale auf dem olympischen Revier von 2012 im englischen Weymouth nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Mit Platz 26 konnte ich natürlich nicht zufrieden sein. Auf diesem anspruchsvollen Revier brauche ich sicherlich noch eine Menge Trainingsstunden und Wettkämpfe, um meine Leistung dort zu verbessern. Leider hatte ich mir kurz vor Beginn der Regatta auf meinem Laptop einen Virus (Trojaner) eingefangen und konnte von England aus nicht selber berichten. Ich bitte dies zu entschuldigen.

Heute (Samstag) habe ich die Vermessung hinter mich gebracht und am Abend findet die Eröffnungsfeier im ausrichtenden St. Francis Yachtclub, unweit der Golden Gate Bridge, statt. Die circa 100 Finns sind auf der nordöstlichen Seite der Bucht in einer Marina untergebracht. Diese Marina ist eher ein öffentlicher Park mit einer Launching Ramp und einem umzäunten Parkplatz, auf dem die Boote stehen. Nebenan sind mehrere Yachtclubs. Das Segelrevier ist quasi direkt vor der Haustür, aber das bedeutet leider auch, dass man San Francisco und die Golden Gate nur am Horizont sieht. Durch die geringe Wassertiefe von 3 bis 4 Metern und den vorherrschenden starken Winden, entsteht eine sehr kurze und steile Welle. Im Training hatten wir die letzten Tage immer Sonnenschein und 15 bis 25 kn Wind. Gleiches Wetter wird auch für den Gold Cup erwartet, der am Montag mit 2 Rennen beginnt. Der Amerikaner würde sagen: „It always blows in San Francisco.“ Grund für das “Wetterphänomen“ ist die Temperaturdifferenz zwischen dem kalten Pazifikwasser, das aus Alaska strömt und der heißen Wüste, die circa 30 km hinter der Bucht von San Francisco beginnt. Heute machen wir unseren Layday, um uns etwas zu erholen und werden dann gleich Richtung City aufbrechen, weil wir eine Tour zur Insel Alcatraz gebucht haben. Am Sonntag um 14 Uhr Ortszeit findet das Practice Race statt.

Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.

Viele Grüße aus Kalifornien

Jan

Extreme 40 Sailing Series – Kiel 2010!

Insgesamt 65.000 begeisterte Zuschauer sahen das viertägige Segelspektakel Extreme Sailing Series™, das am Sonntag (29. August) mit einem klaren Sieg der französischen Equipe Groupe Edmond de Rothschild und Skipper Yann Guichard zu Ende ging. Das international topbesetzte Feld der gut zwölf Meter langen Extreme 40-Katamarane geizte nicht mit Action und Dramatik und zeigte bei mäßigem, aber sehr böigem Wind nicht nur enge Manöver. Es gab sogar ein paar Kollisionen auf dem Wasser. Ein sensationeller Tagessieg half dem Wirsol Team Germany mit Tino Mittelmeier (Stuttgart) am Steuer, das kurzfristig an den Start gegangene Audi Sailing Team Germany unter Skipper Johannes Polgar aus Hamburg am Ende noch abzufangen. Die deutschen Mannschaften mussten mit den Rängen acht und neun am Ende des Klassements vorlieb nehmen.

„Unsere Teilnahme war ein voller Erfolg. Die Veranstaltung hat aufgezeigt, wie Segeln dem Publikum präsentiert werden sollte“, meinte Oliver Schwall, Teamchef des Audi Sailing Team Germany. Die Crew mit Polgar und dessen Hamburger Vorschoter Markus Koy sowie Timo Jacobs aus Lübeck, ebenfalls Starboot-Vorschoter, und dem 49er-Segler Lorenz Huber aus München war aus der deutschen Segelnationalmannschaft rekrutiert worden. „Wir wussten von vornherein, dass wir praktisch ohne Training nur krasse Außenseiter sind“, so der Steuermann, „umso erstaunter und erfreuter waren wir, in den 23 Kurzrennen immer wieder renommierte Profis hinter uns gelassen zu haben.“

Bis zum letzten Tag der dritten von fünf Etappen der Extreme Sailing Series™ hatte das Audi Sailing Team Germany sogar die rote Laterne fernhalten können. „Vielleicht hat zum Schluss die Kälte das Adrenalin vom Vortag verdrängt“, suchte Polgar eine Erklärung für taktische Fehler, die er auf seine Kappe nahm. Auf dem Wasser zeigte das Thermometer zeitweise nur noch zehn Grad Celsius – im August! “Es war so oder so ein Gewinn für uns alle, auch wenn niemand gerne Letzter wird“, beschrieb Lorenz Huber die Stimmung, „der Geschwindigkeitsrausch auf diesen Booten ist schon phänomenal.“ Und dazugelernt hätten sie alle enorm während der Regattatage von Kiel.

Endstand der Extreme Sailing Series™ in Kiel:

1. Groupe Edmond de Rothschild, Yann Guichard (Frankreich), 167

2. Ecover Sailing Team, Mike Golding (Großbritannien), 142 Punkte

3. The Wave, Muscat, Paul Campbell James (Großbritannien/ Oman), 128

4. Oman Sail Masirah, Loick Peyron (Frankreich/ Oman), 125

5. The Ocean Racing Club, Mitch Booth (Die Niederlande/ Slowenien), 125

6. Red Bull Extreme Sailing, Roman Hagara (Österreich), 99

7. Groupama 40, Tanguy Cariou (Frankreich), 92

8. Wirsol Team Germany, Tino Mittelmeier (Stuttgart) 67

9. Audi Sailing Team Germany, Johannes Polgar (Hamburg), 61

Letzter Tag des Audi MedCup Cartagena

Drei Rennen fanden heute am letzten Tag der Rennserie des Audi MedCup in Cartagena statt. Nach einem guten fünften Platz im ersten Rennen (nur drei Sekunden hinter dem dritten Platz), einer unglücklichen zehnten Platzierung im zweiten Rennen, legte das Team Audi A1 powered by ALL4ONE im dritten Rennen die besten Leistung in der Rennserie in Cartagena ab. Das deutsch-französische Team rund um Skipper Jochen Schümann konnte nach einem guten Start und einem spannenden Zweikampf mit Quantum Racing (USA) als Zweiter über die Ziellinie segeln.
Jochen Schümann, Skipper: „Der heutige letzte Tag war perfekt. Wie im letzten Rennen zweiter zu werden, hätten wir gerne öfter geschafft. Bedauerlicherweise haben wir hier in Cartagena lange warten müssen, um einen Platz auf dem Podium zu bekommen. Und das beweist, dass wir es schaffen können – wenn wir gut starten, gut segeln und keine Fehler machen. Trotzdem war das eine harte Woche für uns.“

Der nächste und letzte Rennevent des Audi MedCup Circuit 2010 findet vom 20. bis 25. September in Cagliari auf Sardinien statt.
Gesamtergebnis der TP52 Serie des Audi MedCup nach zehn Rennen in Cartagena:

1. Emirates Team New Zealand – 27,5 Punkte
2. Matador – 46 Punkte
3. TeamOrigin 1851 – 46,5 Punkte
4. Quantum Racing – 54,5 Punkte
5. Artemis – 65 Punkte
6. Synergy – 68,5 Punkte
7. Luna Rossa – 70 Punkte
8. Bribon – 71 Punkte
9. Audi A1 powered by ALL4ONE – 79 Punkte
10. Bigamist 7 – 79,5 Punkte
11. Cristabella – 85,5 Punkte

Provisorisches Gesamtergebnis der TP52 Serie des Audi MedCup 2010 nach vier Rennevent:
1. Emirates Team New Zealand – 125 Punkte
2. Quantum Racing – 180,5 Punkte
3. Matador – 200 Punkte
4. TeamOrigin 1851 – 200 Punkte
5. Artemis – 208 Punkte
6. Synergy – 241 Punkte
7. Audi A1 powered by ALL4ONE – 244 Punkte
8. Bribon – 252,5 Punkte
9. Cristabella – 256 Punkte
10. Luna Rossa – 265 Punkte
11. Bigamist 7 – 315,5 Punkte

Mit dem Opti von Dänemark nach Deutschland!

Johannes Röhrs ist Kapitän, sein letztes Schiff war stolze 332 m lang, sein nächstes Schiff wird kleiner, viel kleiner.

Die Eckdaten: Ein gut ausgebildeter Seemann segelt von Gedser in Dänemark nach Rostock. Soweit so gut, daran ist noch nichts ungewöhnlich, diese etwa 25 Seemeilen lange Überfahrt wird sicher von einigen hundert Seglern pro Saison befahren. Die Herausforderung liegt wie schon angedeutet im Transportmittel! Keine Yacht, kein Containerschiff, nein die Jüngsten-Jolle soll es sein – der Optimist.

Das Boot, in dem die meisten Segler ihre ersten Schläge auf dem Wasser gemacht haben, ist 2,30 m lang, 1,13 m breit und wiegt segelfertig etwa 45 Kg. Johannes Röhrs ist 1,90 m groß und wiegt knapp 90 Kg! Lässt man sich diese Daten einmal durch den Kopf gehen, wirkt es wie der Versuch das Archimedische Prinzip zu widerlegen.

Zum Thema Auftrieb sagte Johannes: „Anfänglich war da nur die Erinnerung an die Kindertage und der Eindruck, dass der Opti relativ viel Auftrieb hat. Ob diese Erkenntnis allein der Tatsache geschuldet war, dass einem als Kind alles größer vorgekommen ist, weil man selbst kleiner war, haben wir vorsichtshalber noch einmal getestet. Die wesentliche Erkenntnis dieses Tests war, dass der Opti mich trägt, wir aber unbedingt ein Lenzsystem einbauen müssen“

Zusammen mit Freunden wurde in den letzten Wochen viel vorbereitet, geplant und organisiert. Die notwendige Ausrüstung liegt bereit, das Begleitboot steht in den Startlöchern und sogar das elektronische Lenzsystem wurde in die Optimisten-Jolle eingebaut.

Wenn das Wetter mitspielt will Johannes am Samstag dem 28. August mit dem ersten Sonnenstrahl in See stechen.

Hier finden Sie in den nächsten Tagen Berichte, Bilder und einen Film darüber, wie es dem großen Mann im kleinen Boot ergangen ist.

Little America’s Cup! C-Class Catamaran Championship!


Watch live video from onthewateranarchy on Justin.tv

Für den heutigen Tag ist das erste Rennen beim “Little America’s” Cup” angesetzt – der Internationalen Meisterschaft der C-Class Katamarane! In dieser recht offenen und kleinen Klasse treten nur 6 Boote an – eine weitere Meldung musste zurück gezogen werden, weil das Boot nicht rechtzeitig fertig geworden ist.

Die C-Class Katamarane sind, wie ich finde, schon so ein kleines Highlight in diesem Segeljahr!

Die Teilnehmer:

Boat Sail # Helm Crew
Canaan CAN 009 Fred Eaton Magnus Clarke
Aethon USA 002 Steve Clark Oliver Moore
Invictus GBR 001 Paul Larsen Helena Darvelid
Patient Lady VI FRA 002 Antoine Koch Jérémie Lagarrigue
Alpha CAN 004 Glenn Ashby Jimmy Spithill
Orion CAN 002 Dan Cunningham Rob Paterson

Die Boote:

Das Klassenvorschriften für diese Katamarane sind durchaus überschaubar gestaltet. Ich fasse die 7 Punkte für euch mal mit meinen eigenen Worten grob zusammen:

1. Ein Katamaran ist definiert als ein Boot mit 2 identischen (oder gespiegelt) Rümpfen die parallel zueinander stehen.

2. Die Segelfläche darf nicht größer sein als 27,868 m² (300 square feet).

3. Die Kats dürfen maximal 7.62 Meter (25 feet) lang sein.

4. Mit Auslegern darf der Kat nicht breiter als 14 Fuß werden, er muss von 2 Leute in normalen Trapezen gesegelt werden.

5. Das Klassenzeichen muss geführt werden.

Diese wenigen Vorgaben lassen den Designern natürlich viel Spiel um das Maximum aus den Booten herauszuholen. Dieser Fakt macht diese Veranstaltung so interessant und sorgt dafür, dass das “who is who” der Design und Segelszene angetreten ist.

Audi MedCup Cartagena! Bildgalerie vom 1. Tag!

Die ersten beiden Rennen der vierten Station des Audi MedCup 2010 in Cartagena (Spanien) fanden gestern Nachmittag statt.

Nach den schlechten Ergebnissen in Barcelona im letzten Monat meldet sich das Audi A1 Team powered by ALL4ONE mit einem sechsten Platz im ersten und einem achten Platz im zweiten Rennen zurück. Das deutsch-französische Team rund um Jochen Schümann und Stephan Kandler steht damit mit 14 Punkten auf Platz acht in der Gesamtwertung dieses Rennevents in Cartagena – die Tatsache, dass Schümis Jungs Punktgleich mit Quantum Racing stehen tröstet dabei nur wenig.

Das Ziel des Audi A1 Team powered by ALL4ONE ist es nun in den verbleibenden vier Renntagen das bisherige Ergebnis zu verbessern. Luke Molloy, Großsegel-Trimmer: “Wir hatten zwei schlechte Starts heute. Doch das Positive daran war, dass wir es geschafft haben Stück für Stück aufzuholen und zurück ins Rennen zu finden. Morgen wollen wir besser starten und dann auf einen Platz auf dem Podium hinarbeiten.“

Die Ergebnisse nach zwei Rennen der TP52 Serie in Cartagena:

1. TeamOrigin 1851 – 4 Punkte
2. Matador – 5 Punkte
3. Emirates Team New Zealand – 6 Punkte
4. Luna Rossa – 9 Punkte
5. Synergy – 11 Punkte
6. Artemis – 11 Punkte
7. Quantum Racing – 14 Punkte
8. Audi A1 powered by ALL4ONE – 14 Punkte
9. Bribon – 18 Punkte
10. Bigamist – 20 Punkte
11. Cristabella – 20 Punkte
Bilder vom ersten Renntag und vom Trainig Day! Die Videos zu den Rennen gibt es wie gewohnt hier bei uns

Jan Kurfeld! Ein langer Weg …

Ein weiter Weg, bis Jan Kurfeld endlich Containerschiffe navigieren kann – seinen Finn hingegen hat er bereits unter Kontrolle.
Wenn wir die Saison der olympischen Bootsklassen zurückblickend betrachten, dann kommen wir sicher an einem Namen nicht vorbei – Jan Kurfeld.
Von vielen wird der Finn immer noch als ein „Altherrenboot“ bezeichnet, doch was sich in den letzten drei bis vier Jahren national, aber auch international getan hat, ist wirklich aller Ehren wert.

Ein deutscher Segler, der diese Chance nutzte und auf diesen Zug aufspringen konnte, ist Jan Kurfeld.
Der gebürtige Wismaraner, der nun schon seit einigen Jahren in Rostock wohnt, studiert an der Fachhochschule Wismar in Warnemünde Nautik/Seeverkehr und ist Mitglied der Sportfördergruppe bei der Deutschen Bundeswehr. Der 22 jährige Student hat vor vier Jahren seine Chance ergriffen und wechselte in das olympische Finn Dinghy. Jan, der vorher bereits erfolgreich Laser segelte, konnte sich sofort in dieser neuen Bootsklasse zurechtfinden und feierte im ersten Jahr bereits einige Erfolge.

Spätestens mit dem Juniorenweltmeistertitel 2007 in Moskau, hatte er sich in der Szene einen Namen gemacht. Es folgten u.a. Junioreneuropameister 2008 in Scarlino/ITA, mehrere deutsche Meistertitel, Auszeichnungen und Gewinne der Travemünder Woche, sowie der Warnemünder Woche.
Nun gibt es ein großes Ziel, von dem dieser junge Mann träumt. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London!

Um diesem Ziel näher zu kommen, muss er sich in einigen Tagen mit der gesamten Weltelite bei der Seniorenweltmeisterschaft in San Francisco/USA messen. Wir wünschen ihm viel Erfolg und werden euch in den kommenden Tagen auf dem Laufenden halten.

Zwei deutsche Segelmedaillen bei Jugend-Olympia in Singapur

Die 15-jährige Spitzenseglerin aus dem Sailing Team Germany hat am Mittwoch (25. Juli) in Singapur in einem dramatischen Finale die Bronzemedaille bei den ersten Olympischen Jugendspielen für Deutschland und den Düsseldorfer Yachtclub gewonnen. Der Hamburger Florian Haufe vom Norddeutschen Regatta Verein gewann bei den Jungen „Silber“. Die Regatta wurde auf Booten des Typs Byte C II gesegelt, die dem Laser sehr ähnlich sind, auf dem Stolz und Haufe zu Hause sind.
Die gebürtige Düsseldorferin Stolz, die sich bereits vor zwei Jahren ihre ersten Meriten als Vizeweltmeisterin U15 im Laser 4.7 erworben hatte, war mit den Plätzen eins und zweimal zwei fulminant in die olympischen Wettfahrten gestartet. Mit weiteren soliden Platzierungen festigte sie ihre Position in der Gesamtwertung vor dem letzten Rennen. Nach gutem Start kassierte sie im Finale eine Jury-Strafe, die sie in das zweite Drittel des Feldes zurückwarf. Nach großartigem Kampf erreichte sie noch den 21. Platz und hielt damit die anderen Medaillenanwärterinnen auf Distanz. „Bronze“ war ihr sicher.
Stolz, die seit kurzem Mitglied in der deutschen Segelnationalmannschaft Audi Sailing Team Germany ist und bereits im Jahr 2008 Juniorsportlerin der Landeshauptstadt Düsseldorf war, dokumentierte damit bei ihrem diesjährigen Saisonhöhepunkt endgültig ihre seglerische Klasse. Das Eigengewächs des Düsseldorfer Yachtclubs eröffnet sich damit gleichzeitig glänzende Perspektiven für ihre weitere seglerische Entwicklung.
„Eine großartige Leistung von Constanze Stolz, die unser aller Hochachtung verdient. Wir beglückwünschen sie herzlich und sind hocherfreut über diese historische Leistung“, so Abdul-Rahman Adib, 1. Vorsitzender des Vereins Sailing Team Germany und des Düsseldorfer Yachtclubs.
Erstklassig war auch die Leistung von Florian Haufe, dem der NRV einen gebührenden Empfang in der Hansestadt bereiten dürfte. „Er hat sich durch einen siebten Platz im Finale seine Medaille nicht mehr nehmen lassen“, berichtete Trainer Klaus Lahme vor Ort. Die seglerische Zukunft des Ausnahmetalents scheint dagegen noch offen. Möglicherweise zieht Haufe eine Berufsausbildung einer Olympiakampagne vor. „Wir würden versuchen, ihm eine Perspektive in Sport UND beruflichem Werdegang zu ermöglichen und wollen ihn gerne im Audi Sailing Team Germany aufnehmen“, sagt Oliver Schwall, Geschäftsführer der Initiative, „es wäre sehr schade, wenn er die Schot an den Nagel hängt, weil er seine Zukunft nicht gesichert sieht. Genau das Problem gilt es in Deutschland zu lösen. Das ist unser ureigener Ansatz und unsere Aufgabe für die nächsten Jahre.“

STG stellt überraschend ein 2. deutsches Team für Extreme 40 Regatta in Kiel

Viedeobericht vom Vorjahr! Die segel-filme.de-Crew hatte seinerzeit die Möglichkeit das Wirsol Team Germany von Skipper Roland Gäbler zu begleiten.

Ein Quintett der deutschen Segelnationalmannschaft wird ab Donnerstag (26. August) an der spektakulären Katamaranregatta Extreme Sailing Series™ in Kiel teilnehmen. 48 Stunden vor Beginn des viertägigen Events, zu dem neun hochkarätige, internationale Crews gemeldet haben, bekam das Audi Sailing Team Germany quasi eine Wildcard. Skipper wird Johannes Polgar, 2008 Olympia-Achter im Tornado-Katamaran und aktuell Starboot-Europameister. Mit an Bord gehen sein Vorschoter Markus Koy (beide Hamburg) und der Lübecker Timo Jacobs (ebenfalls Star) sowie 49er-Segler Lorenz Huber aus München und Lokalmatador Heiko Kröger, 2.4 mR-Goldmedaillengewinner der Paralympics 2000. Die über Lautsprecher fachkundig kommentierten Wettfahrten finden auf der Innenförde statt und dürften bis Sonntag (29. August) zwischen 50.000 und 100.000 Zuschauer ans Ufer der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel.Sailing City locken.

„Action, Dramatik und Hochspannung sind garantiert. Wir wollen dieses Regattahighlight nutzen, um uns vor heimischem Publikum zu präsentieren“, erklärt Oliver Schwall, Geschäftsführer des Sailing Team Germany, „und die krasse Außenseiterrolle gefällt uns dabei auch.“ Der ehemalige Tornado-Weltmeister fungiert als Ad-hoc-Teamchef und betont: „Der spontane Einsatz wurde nur möglich, weil durch die überraschende Absage eines ausländischen Teams ein konkurrenzfähiger Extreme 40 zur Verfügung steht. Diese einmalige Gelegenheit haben wir beim Schopfe gepackt, ohne dabei unseren Fokus zu verändern.“

Der Start eines zweiten deutschen Boots neben dem Wirsol Team Germany unter dem krankheitsbedingt nicht selbst segelnden Skipper Roland Gäbler, dem viermaligen amtierenden Weltmeister und langjährigen Tornado-Gegner von Polgar und Schwall, sorgte nicht nur im Fahrerlager für einen Paukenschlag. „Ich freue mich besonders, Jojo (Polgar) nach Olympia nun auch auf dem Wasser wiederzutreffen“, meint der in Spanien lebende Australier Mitch Booth. Er hatte beim vorigen Extreme 40-Event Anfang August in Cowes/England durch einen „Stunt“ mit außergewöhnlichem Materialbruch für Aufsehen gesorgt. Booth: „Das Katsegeln hat Jojo sicher nicht verlernt.“ Auch die Besucher dürften sich über das zusätzliche einheimische Audi Sailing Team Germany freuen, dessen Protagonisten sie nicht nur von der Kieler Woche her gut kennen sollten.

Die Extreme Sailing Series™ ist eine fünfteilige Profi-Regattaserie auf 40 Fuß (gut zwölf Meter) langen, baugleichen Rennkatamaranen. Mit 100 Quadratmetern Segelfläche am Wind und einem 78-Quadratmeter-Gennaker bei einer Masthöhe von 19 Metern sind die acht Meter breiten, 1.250 Kilogramm leichten Zweirümpfer ausgereizte Hightech-Sportgeräte. Geschwindigkeiten von mehr als 40 Knoten (rund 70 km/h) direkt unter Land sorgen stets für ein hohes Zuschauer- und Medieninteresse. „Das Boot ist nicht so einfach zu segeln. Es verlangt eine Kombination aus segeltechnischem Know-how, Kraft und ungeheurem Bootsgefühl“, so Schwall.

Selbst Topsegler wie Roman Hagara, zweifacher Olympia-Goldmedaillengewinner 2000 und 2004 im Tornado, sind schon gekentert. Trotz schwerer Verletzung kehrte der Österreicher mit seiner Kampagne Red Bull Extreme Sailing zurück und zählt in Kiel neben dem Oman Sail Masirah der französischen Kat-Legende Loick Peyron und dem britischen Sieger von Cowes, Paul Campbell James (The Wave, Muscat – Oman) zu den Favoriten. Mitch Booth hob mit dem Kat seines slowenischen Projekts The Ocean Racing Club auf dem Solent derart ab, dass das Boot bei der Landung halb auseinander brach und beinahe gesunken wäre. Und die vorläufigen Windvorhersagen für die Kieler Förde prophezeien auch Starkwind… Der erste Start ist jeden Tag für 14.30 Uhr geplant. Gegen 17.30 Uhr sollen die Tagessieger feststehen.

„Wir haben den nötigen Respekt und schrauben die Erwartungen nicht zu hoch“, sagt Johannes Polgar, der am Mittwoch vor dem Start seinen 33. Geburtstag feiert. „Diese Boote sind eben sehr anspruchsvoll zu segeln. Die anderen Teams haben einen enormen Trainingsvorsprung. Unsere Vorbereitungszeit war dagegen quasi gleich Null.“ Dennoch stellt sich das Audi Sailing Team Germany dieser Herausforderung. „Für uns ist es in erster Linie ein Testevent auf der Suche nach etwaigen zukünftigen, ergänzenden Plattformen“, erklärt Arne Dost, Mitgesellschafter und ebenfalls STG-Geschäftsführer.

Der Berg ruft! St. Moritz Match Race!

Die weltbesten Match Racer werden sich nächste Woche zum achten Mal in St. Moritz duellieren. Die Regatta ist die sechste Etappe der Match-Race-WM des Internationalen Welt-Segelverbandes (ISAF).

Zwölf Mannschaften aus sieben Nationen kämpfen um das Titel und das Preisgeld. Am Start ist der aktuelle WM-Leader Mathieu Richard, ebenso der Vorjahressieger von St. Moritz und amtierender Weltmeister Adam Minoprio aus Neuseeland. Siegen möchte auch Ben Ainslie, vierfacher Gewinner Olympischer Medaillen und Skipper des englischen America’s Cup-Teilnehmers Team Origin.

Ebenfalls in St. Moritz dabei sind der Genfer Jérome Clerc und der Schwede Johnie Berntsson, die dank ihren exzellenten Ergebnissen in diesem Frühling Wild Cards erhalten haben. Clerc und seine drei Mitsegler des „Centre d’Entrainement a la Régate (CER) von Genf klassierten sich als Zweite im Volvo Match Race von Zug, während Berntsson amtierender Europameister im Match Race ist.

Torvar Mirsky, Ian Williams, Francesco Bruni, Björn Hansen, Bertrand Pacé, Damien Iehl und der Schweizer Eric Monnin vervollständigen die Teilnehmerliste. Vor kurzem Sieger des Sopot Match Race in Polen, befindet sich Monnin und seine Crew in Topform, in Polen dominierten sie einige der weltbesten Match Racer, darunter Karol Jablonski, Halbfinalist im vorletzten America’s Cup 2007.

Das St. Moritz Match Race beginnt am 31. August, der prestigeträchtige Titel „King of the mountain“ wird am Sonntag, 5. September vergeben.

“Mit dem St. Moritz Match Cup tritt die World Match Racing Tour in die zweite Hälfte der Renn-Serie und in die nun entscheidende Phase: Jede Crew will möglichst viele Punkte sammeln”, sagt Jim O’Toole, der CEO der ISAF World Match Race Tour. “Der phantastische Ort, die enthusiastischen Fans, das eindrückliche Preisgeld und die Fähigkeit, die besten Match Racer an den Start zu bringen, verleiht dem Event von St. Moritz einen aussergewöhnlichen Status. Es ist mit ein Grund, weshalb die World Match Race Tour so schnell zu einer globalen Sportsmarke werden konnte. Ich sehe der verbleibenden Renn-Serie mit grosser Spannung entgegen, auf dem Wasser wird die Entscheidung fallen, wer World Match Racing Champion wird.”