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April, 2010:

Film zum Neubau der “Haspa Hamburg”

Der Film begleitet die neue Vereinsyacht des Hamburgischen Verein Seefahrt e.V. vom Entwurfsgedanken, über den Bau in Neuseeland, den ersten Probeschlägen bis hin zur Taufe am Mittwoch im Hamburger Sandtorhafen. Neben beeindruckenden Bildern liefert dieser Clip Kommentare und Interviews von vielen beteiligten Personen und verdeutlicht dem Zuschauer, wie viel arbeit in so ein Projekt fließt, bis das fertige Schiff endlich gesegelt werden kann.

Neues aus der Hafenkneipe!

Mich treibt oft die Frage um, was ich eigentlich mit den ganzen Informationen und Pressetexten mache, die mir keinen ganzen Artikel wert sind. Wenn mir in der Vergangenheit die Zeit zum bloggen fehlte, habe ich Linksammlungen veröffentlicht. Diese trivialen Links mag ich aber nicht mehr, denn der eigene Anspruch ist mit den Leserzahlen natürlich auch gewachsen. Wir versuchen es heute mal mit einem kleinen Newsflash! Ihr könnt mir ja in den Kommentaren mitteilen, ob ihr dieses Format der Berichterstattung weiterhin so haben möchtet.

Wie der Veranstalter OC-Events kürzlich bestätigte, werden die Extreme 40 Katamarane, trotz des Ausstiegs von Hauptsponsor „iShares“, auch 2010 wieder in Kiel zu sehen sein. Vom 26. – 29. August wird wieder „dicht unter Land“ gesegelt. Der Veranstalter wäre auch ziemlich unklug gewesen, ausgerechnet die segelbegeisterten Kieler um diese Regatta zu bringen, denn dieses Event war in der Vergangenheit stets die am besten besuchte Regatta im Extreme 40 Kalender. (80.000 Besucher 2008, 50.000 Besucher trotz Dauerregen 2009).

Bleiben wir gleich in Kiel und gratulieren den Veranstaltern der Kieler Woche zur Komplettierung des Sponsorentrios. Nach dem etwas unsanften Wechsel von BMW zu Audi, vor einigen Monaten, konnte die Kieler Woche neben der HSH Nordbank jetzt auch die Veolia Umweltservice GmbH aus Hamburg, als Premiumpartner gewinnen. Vom 19.-27. Juni werden wieder über 3 Millionen Besucher an der Förde erwartet. Wenn es ganz besonders gut läuft, bekommt der eine oder andere sogar mit, dass sich das Ganze, neben dem „drehen“ im Kopf, eigentlich um den Segelsport dreht. Auch in diesem Jahr werden wieder 50.000 Segler erwartet, die bei 400 Starts in 40 Disziplinen gegeneinander antreten.
Von Audi, dem Partner der Kieler Woche, geht es direkt zu Audi, dem neuen Sponsor des französisch-deutschen Teams „ALL4ONE“. Das „Audi A1 Team powered by ALL4ONE“ wird im Audi-Med Cup (TP52) unter der Leitung von Jochen Schümann und dem Franzosen Stéphane Kandler starten.
Vom 19. -24. Mai findet bereits zum 13. Mal das Match Race Germany „auf so einem Teich am falschen Ende der Republik“ statt. Erstmals reihen sich in diesem Jahr 2 Frauen in das Feld der Match Racer ein. Kathrin Kadelbach und Ulrike Schümann haben sich durch den Sieg bei der deutschen Matchrace Meisterschaft eine Wildcard für diesen Event erkämpft und treten nun auf Bavaria 35 Match gegen die männliche Weltelite an. Die Taktik und das Steuer besetzen die beiden Damen selbst, für die Arbeit holt man sich aber männliche Unterstützung ins Boot.

Vorgestern fand im Hamburger Sandtorhafen die offizielle Taufe der „Haspa Hamburg“ statt, der neuen Regattayacht des Hamburgischen Verein Seefahrt. Die Yacht, die hauptsächlich für die Jungenarbeit (10-12 Personen) benutzt wird, wurde im neuseeländischen Wellington bei Hakes Marine (Evover, Mean Machine etc.) nach einem Entwurf von Judel&Vrolijk gebaut. Bei der 17,2 m langen (LOA) Yacht handelt es sich um die 14. „Hamburg“ in der Geschichte des Vereins. Natürlich gratuliert auch Team Yachtblick zur Taufe und wünscht die obligatorische handbreit Wasser unter der Kielbombe.

Am Samstag dem 1. Mail 2010 um 10 Uhr startet auf Initiative des Hanse Sail Büros eine Schoner-Regatta von Warnemünde nach Gedser. Der Bramsegelschoner “Santa Barbara Anna” und die Greifswalder Schonerbrigg “Greif” treten bei dieser Regatta gegeneinander an. Am nächsten Tag begeben sich beide Schiffe auf den Rückweg. Der Sieger wird aus der Addition der Zeiten für beide Etappen ermittelt und erhält einen von Scandlines gestifteten Pokal. Sollte am Sonntag auch um 10 Uhr in Gedser gestartet werden, dann können Sie gegen 16 Uhr mit dem Einlaufen der Großsegler in Warnemünde rechnen.

So sieht er aus! Video von “Delta Papa 07″!

An diesen Artikel mache ich mich mit gemischten Gefühlen, denn ich wollte der Welt zeigen wie das Gesicht hinter DP07 aussieht. Zum Glück war es segel-filme.de, die mir hier zuvor gekommen sind, so bleibt es ja praktisch in der Familie!

“America” – die Legende lebt! Teil 2

… Fortsetzung von “America” die Legende lebt! Teil1

Doch der Faszination America konnte sich die Welt nicht lange entziehen und so fiel dem ebenso legendären Konstruktuer Olin Stephens († 13. September 2008 ), die ehrenvolle Aufgabe zu, den schnellen Schoner möglichst nah am Original erneut zu konstruieren. Der Stapellauf der „neuen“ America fand am 3. Mai 1987 bei der Werft Goudy & Stevens in den USA statt. Dieser Nachbau der America führte 1996 in Savannah die Eröffnungsparade der Segler bei den 26. Olympischen Spielen (Atlanta) an.
Der Grund für diese Geschichtsstunde ist allerdings ein weiterer Nachbau! Bereits seit letztem Jahr liegt im Rostocker Stadthafen ein Schiff, das aufgrund der charakteristisch nach Achtern geneigten Masten, sofort als Nachbau der America zu identifizieren war. Die „Skythia“, wie der schlanke Stahlschoner heißt, wurde beim Bootsbauer „Nautica“ in Varna (Bulgarien) gebaut (2003-2005).
Von Außen ist die Skythia eine Schönheit, der nichts vom Glanz ihres Vorbildes fehlt, auch die Aufteilung des Innenraums erinnert stark an die Yachten der „belle Époque“ des Segelsports. Einzig bei der Verarbeitung der Hölzer im Innenraum waren die bulgarischen Schiffbauer nicht sonderlich detailverliebt, grobe Spaltmaße und Bauschaum werden den aktuellen Eigner (ein Hotelier aus Österreich) wohl zu einem Refit, der noch jungen Dame zwingen, bevor sie zahlenden Gästen ihr Geschwindigkeitspotential offenbaren kann.
Trotz der Tatsache, dass die Skythia praktisch vor meiner Nase liegt, war es nicht so leicht einen Ansprechpartner zu finden, der mir einen Rundgang über das Schiff ermöglicht. Erst als der nette Herr Peters, ein Kapitän im Ruhestand, das Schiff unter seine Fittiche nahm, war wieder Leben an Bord zu beobachten. In Begleitung von unserem Kapitän Johannes und der Kamera war ich letzte Woche an Bord. Die Skythia geht in den nächsten Wochen in die Werft, um die Außenarbeiten abzuschließen und die Segel anzuschlagen. Wenn die Dinge günstig stehen und alle beteiligten Wort halten, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr hier in absehbarer Zeit einen kleinen Film sehen werdet, der den schönen Schoner unter Segeln zeigen wird. Angenehmer Nebeneffekt – ich werde zum drehen natürlich mit an Bord sein und freue mich darauf wie Bolle!

www.skythia-rostock.de


“America” – die Legende lebt! Teil 1

Wer sich mit dem Segeln beschäftigt und sei es auch nur oberflächlich, hat bereits von der ältesten Sporttrophäe der Welt gehört, dem Americas Cup. Wer sich etwas intensiver mit dem Segelsport beschäftigt, also Yachtblick liest, hat auch mal was von der legendären „America“ gehört. Dieser Schoner gewann 1851 den „One Hundred Sovereigns Cup“, der später nach eben jener siegreichen Yacht in „Americas Cup“ umbenannt wurde.

Es gibt sicherlich viele legendäre und revolutionäre Cup-Yachten, aber eine wird immer die erste sein. Ich möchte sie ehrfürchtig als die Mutter aller modernen Regattayachten bezeichnen.

Der Stapellauf fand am 3. März 1851 bei der New Yorker Werft von William H. Brown statt, der Name des Konstrukteurs war Georg Steers. Dieser hatte die America auf der Vorlage des schnellen Lotsenschoners Mary Taylor entworfen. Der aus Weißeiche, Zedern- und Walnußholz gebaute Schoner war 30,85 m lang (Loa), 6,95 m breit und verdrängte 170 Tonnen.

Als Auftraggeber und späterer Eigner gilt ein Finanzkonsortium aus dem Dunstkreis des New York Yachtclubs, unter Vorsitz des Club Gründers John Cox Stevens. Die Ursprüngliche Angebotssumme lag bei 30.000 US-Dollar, gezahlt wurden aufgrund einer Vertragsklausel nur 20.000 US-Dollar. Sollte es einer vergleichbaren Yacht gelingen, die America in einem Rennen, innerhalb von 20 Tagen nach Fertigstellung zu schlagen, hätte das Konsortium die Yacht weder abnehmen noch bezahlen müssen. Anders, als man aufgrund des späteren Sieges beim Cup vor England vermuten könnte, gelang es der Slup Maria (Eigner John Cox Stevens ) tatsächlich den schlanken Schoner in diesem Rennen zu schlagen. Da dem Konsortium wegen des anstehenden Cups die Zeit für einen weiteren Neubau fehlte, einigte man sich auf den geminderten Kaufpreis. Eine weitere Klausel im Vertrag sah ja auch vor, dass die Werft die Yacht hätte zurücknehmen müssen, wäre sie vor England von einem vergleichbaren Schoner geschlagen worden. Harte Zeiten für den Yachtbau.

Man fand zwar heraus, dass es schnellere Schiffe als die America gab, unter den gegebenen Umständen war dieses Schiff die beste Option, denn es stand ja noch die Atlantiküberquerung an. Auf dieser konnte die America ihr Potential zum ersten Mal unter Beweis stellen. Ausgerüstet mit der 2. Garnitur Segel, erreichte Sie ein Etmal von 284 Seemeilen, also knappe 12 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit.

Das Rennen um den bereits erwähnten „One Hundred Sovereigns Cup“ wurde vom Royal Yacht Squadron als Fleet Race ausgeführt und von der America am 22. August 1851 um 20:37 Uhr nach 53 Seemeilen mit stolzen 20 min Vorsprung unter den Augen von Königin Victoria gewonnen.

Die siegreiche Yacht wurde im Anschluss an das Rennen von ihrem Eigner für 25.000 US-Dollar an Lord John de Blaquière verkauft, der sie für Kreuzfahrten im Mittelmeer umbauen ließ. In den folgenden Jahren wechselte sie mehrfach den Besitzer, wurde umbenannt, überarbeitet, diente als Segelschulschiff für die Marineakademie der Vereinigten Staaten und war für die Nordstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg im Einsatz.

1870 nahm der Schoner am ersten als solchen bezeichneten Americas Cup teil und wurde Vierte. In den Folgejahren bis zur Jahrhundertwende wurde die America wieder als Regattayacht eingesetzt, nahm dann aber den Weg über mehrere Besitzer, bis sie ab 1921 erneut in den Besitz der Marineakademie überging. Auf deren Stützpunkt in Annapolis überließ man sie aber dem Verfall. Die Yacht wurde in einen Schuppen eingelagert, dessen Dach 1942 in Folge schwerer Schneefälle zusammenstürzte und den legendären Schoner unter sich begrub. Eine Untersuchung nach Kriegsende ergab, dass sich ein Wideraufbau aufgrund des desolaten Zustand des Rumpfes nicht lohne und so wurde die America 1946 abgewrackt.

Fortsetzung des Artikels: “America” – die Legende lebt! Teil 2 

www.skythia-rostock.de

Quellen: Wikipedia ; Monacoeye

Videos zur WMRT in Frankreich!

Am vergangenen Wochenende fand im französischen Marseille die erste Veranstaltung der World Match Race Tour 2010 statt. Gesegelt wurde auf den beliebten J/80. Der Franzose Mathieu Richard vom “French Match Racing Team” konnte auf heimischem Gewässer die erste von insgesamt 10 Veranstaltungen dieser Art für sich entscheiden.  Die Plätze 2 und 3 gingen an Ben Ainslie (GBR) vom Team Origin und Francesco Bruni (ITA) vom Team Azzurra.

Wie ihr im Video sehen könnt, ist die Medienarbeit der WMRT wieder sehr lobenswert – die Video-Zusammenfassungen der ersten 4 Tage findet ihr hier.

Die nächste Veranstaltung im Kalender ist das Match Race Germany, welches vom 19.-24. Mai 2010 in Langenargen, auf einem Tümpel am falschen Ende von Deutschland stattfindet. =)

1. Mathieu Richard (FRA) French Team
2. Ben Ainslie (GBR) TEAMORIGIN
3. Francesco Bruni (ITA) Azzurra
4. Paolo Cian (ITA) Team Italia
5. Sebastien Col (FRA) ALL4ONE
6. Adam Minoprio (NZL) ETNZ/BlackMatch
7. Philippe Presti (FRA)
8. Torvar Mirsky (AUS) Mirsky Racing Team
9. Pierre Antoine Morvan (FRA)
10. Bertrand Pace (FRA) Aleph Sailing Team
11. Peter Gilmour (AUS) YANMAR Racing
12. Gian Luca Perris (MON)

Mirabaud LX – Die große Schwester der Motte!

Dem Ingenieur ist nix zu schwör! Schwör ist der Rohrahmen dieser Übermotte, mit nur 35 Kg, wirklich nicht. In einem der letzten Artikel habe ich die These geäußert, dass auch der Yachtbau Trends unterliegt und “Hydrofoils” als einen dieser Trends beschrieben. Wie zur Bestätigung dieser Aussage, liefert uns segel-filme.de diesen Beitrag.

Das “Schiff ohne Rumpf”, wie es von seinem schweizer Konstrukteur Thomas Jundt bezeichnet wird, ist 10 m lang, 1,8 m breit (ohne Ausleger) und wiegt segelfertig nur 150 kg. Eine Segelfäche am Wind von 32 m² und 62 m² vor dem Wind, dürfte dafür sorgen, dass dieses Gerät auch bei leichten Winden schon für Freude sorgt.

Die Privatbank Mirabaud & Cie unterstützt dieses innovative Projekt, was Thomas Jundt erlaubt, sein Boot über einen Zeitraum von drei Jahren weiter zu entwickeln. Antonio Palma, ein Gesellschafter der Bank, sagte dazu: „Es ist ein spannendes Projekt fernab von ausgetretenen Pfaden, welches dem Segelsport einen total neuen und originellen Ansatz bietet. Genau diese Herausforderung und die damit verbundene Innovation sind es, welche uns dazu bewogen haben, das Projekt zu unterstützen“.

Wo sind all die Segel hin?

© UK Hydrographic Office um die ganze Karte anzuzeigen auf das Bild klicken

Während meiner letzten Passage des Suez-Kanals vor gut drei Wochen, habe ich einen Kanallotsen gefragt, wie hoch eigentlich die zu entrichtende Gebühr an die Kanalbehörde für die Passage mit einer mittelgroßen Segelyacht sei. Er sagte mir, dass er sich nicht sicher sei, das aber eigentlich auch egal wäre, da er schon seit Ewigkeiten keine Yacht mehr im Kanal gesehen hätte.

Die Welt hat Notiz davon genommen, dass Piraten mit Waffengewalt die freie und sichere Durchfahrt von Handelsschiffen, auf der wohl wichtigsten Handelsroute dieser Welt, empfindlich behindern.
Die Sportschifffahrt wird auf dieser Route quasi vollständig verhindert, denn jeder Skipper, welcher auch nur ein wenig an seinem Leben hängt, wird versuchen diese Passage in jedem Fall zu meiden.
Nicht nur dem Lotsen, sondern auch mir ist aufgefallen, dass in dieser Region schon längst keine Yachten mehr unterwegs sind.
In Worte ist die Stimmung,  die man während der Passage des etwa 490 Meilen langen Sicherheitskorridors  (IRTC – International Recommended Transit Corridor) erlebt, kaum zu fassen.  Im Golf von Aden, dort wo sich noch vor einiger Zeit die Schiffe weitläufig verteilten, zwängt sich mittlerweile jedes Fahrzeug durch den IRTC. Teilweise im organisierten Konvoi oder als Einzelfahrer mit „Full Ahead“, um ja nicht das nächste Opfer zu werden.
Jeder Nautiker kennt den belebten Funkverkehr auf VHF Kanal 16 in stark frequentierten Gewässern. Im Golf von Aden dagegen herrscht seit einiger Zeit im wahrsten Sinne des Wortes „Totenstille“. Die  wenigen zu vernehmenden Funksprüche werden zumeist von den dort patrollierenden Kriegsschiffen oder Luftaufklärern ausgesendet.
Und noch eine weitere Tatsache hat mir sehr zu denken gegeben. Der „British Admiralty“, Herausgeber des größten standartisierten Kartenwerkes der Welt, hat eine spezielle Karte mit der Bezeichung „Anti-Piracy Planning Chart – Red Sea, Golf of Aden and Arabian Sea“ ,mit der Nummer Q6099  herausgegeben.
Stellen Sie sich vor, Sie wären vor einigen Jahren zu ihrem Kartenhändler gegangen und hätten nach eben dieser Seekarte verlangt. Ich weiß nicht wie er reagiert hätte, aber vermutlich wären sie ausgelacht worden.
Mittlerweile muß diese Karte, die Kapitänen bei der Planung und Hilfeanforderung während der Passage helfen soll, ein Topseller sein.

Und ja, auch auf meiner Brücke liegt sie in besagter Region stets auf dem Kartentisch. Leider traurig, aber wahr.

Euer Kapitän Johannes

Wing is King – jetzt auch bei Wally!

Modeerscheinungen und Trends gibt es in jeder Branche und natürlich kann sich auch der Yachtbau nicht dagegen wehren. Bei Megayachten muss es momentan schwarz, böse und kantig sein, das gute alte weiß ist langweilig geworden. Bei Segelyachten ist gerade besonders cool, was einen Hydrofoil mit sich führt. Seit dem 33. AC haben die Designer natürlich den Flügel für sich entdeckt. Ich prognostiziere, dass wir Flügel zukünftig auf segelnden Fahrten- bzw. Megayachten sehen werden. Warum ich mir da so sicher bin? Weil Wally das Thema gerade aufgegriffen hat und nach dem allgemeinen Erfolg von „schwarz, böse und kantig“, würde es mich schon wundern, wenn das Thema nicht auch von anderen Werften und Designern aufgegriffen wird. Ed Dubois, Ron Holland, Ken Freivokh, gebaut bei Baltic, Perini Navi oder Alloy – ich bin mir sicher, dass es in irgendeiner dieser Konstellation im Laufe des nächsten Jahres einen Entwurf mit Flügel für eine Segelyacht größer 24 m geben wird. Warum auch nicht – sieht ja auch ziemlich scharf aus, was die Jungs bei Wally da zusammengeklebt haben.

P.S. Es gibt Unternehmen, die liefern für die „Presse“  extra RSS-Feeds aus und es gibt Wally, da muss man sich aufwendig akkreditieren und die Pressetexte themenbezogen anfordern. Die Pressesprecherin ist zwar nett, aber das ist trotzdem nur mein zweitliebstes Verfahren. Die Texte sind dann auch eher alte Werbeschule – wenig Information, viel Eigenlob. Das hatte ich mir bei einem Modelabel wie Wally doch etwas ausgereifter vorgestellt.

Ein weiteres Bild zeigt den Vergleich zum traditionellen Segelplan.