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2010:

Zusammenfassung Sydney Hobart

Riesige Welle, Sturmböen bis zu 50 Knoten und zahlreiche Ausfälle: Das Rolex Sydney Hobart Rennen ist in seiner 66. Auflage seinem Ruf als einer der härtesten Hochseeregatten der Welt mehr als gerecht geworden. Doch in großartiger Seemannschaft kämpfte das Gros der 87 teilnehmenden Crews gegen die rauen Bedingungen, die sich vor allem in der berüchtigten Bass-Straße zwischen dem australischen Festland und Tasmanien dem Feld entgegen warfen. Allen voran der 100 Fuß (30,48 Meter) lange Super-Maxi „Wild Oats XI“ von Bob Oatley (Australien), der bereits zum fünften Mal in seinem sechsten Rennen seit 2005 als erste Yacht das Ziel erreichte. Den Gesamtsieg nach berechneter Zeit holte die „Secret Men’s Business 3.5“ von Geoff Boettcher (Australien), die als 14. Yacht nach drei Tagen, 42 Minuten und zehn Sekunden im Ziel einlief. 18 Yachten mussten das Rennen aufgeben.

Zwar verfehlte Oatley den selbst aufgestellten Streckenrekord nach zwei Tagen, sieben Stunden, 37 Minuten und 20 Sekunden um rund 13 Stunden, erreichte aber dennoch dreieinhalb Stunden vor der ebenso langen „Investec Loyal“ von Sean Langman und Anthony Bell (Australien) das Ziel in der tasmanischen Hauptstadt Hobart. In einem taktisch nahezu perfekten Rennen hielt die australische Crew die Konkurrenz stets in Schach. Skipper Mark Richards war anschließend sehr glücklich und sagte: „Wir hätten kein besseres Rennen abliefern können. Hier in Hobart als erste Yacht anzukommen, ist das ... weiterlesen

Manchmal hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu!

Natürlich sind wir alle aufgeklärte Segler des 21. Jahrhunderts und keine mittelalterlichen abergläubischen Fischer. Wenn es aber so etwas wie den Klabautermann gibt, dann muss Alex Thomson mit seiner Frau geschlafen haben.

23 Tage vor der Vendée Globe 08/09 ist ihm ein Fischerboot in die Steuerbordseite seiner IMOCA 60 Hugo Boss gefahren – nach unzähligen Nachtschichten konnte das Boot zwar repariert an den Start gehen, ein Riss gegenüber der eigentlichen Unfallstelle führte aber schlussendlich 3 Tage nach dem Start dazu, dass er dieses Rennen aufgeben musste. Bei der Vendée 04/05 waren es, soweit ich mich erinnere, Probleme mit dem Kiel, die ihn zur Aufgabe zwangen.

Morgen um 13 Uhr startet die 2. Ausgabe des Barcelona World Race. In einem Satz: 2 Segler, eine Imoca 60 und einmal Nonstop um die Welt. Insgesamt nehmen 15 Boote teil, macht 30 Segler … und jetzt dürft ihr Raten, wer 2 Tage vor dem Start eine Blinddarmentzündung bekommen hat und operiert werden musste!

Auf seiner Facebook-Seite war vorhin zu lesen:

First thing this morning the HUGO BOSS Sailing Team made a formal request to the Race Organisation for the temporary substitution of skipper Alex Thomson who underwent emergency surgery yesterday. This will enable the HUGO BOSS yacht to start the race on 31st December with the rest of the fleet.

The decision from the Race Organisation is expected this evening. If the request is approved then skipper Alex Thomson would join the boat after he receives medical clearance to take part in the race.

Mich wundert ganz ehrlich, dass seine Landsleute, die Briten, die ihre zukünftige Prinzessin als “Waity-Katie” bezeichnen, noch keinen Namen für ihren Spitzensegler gefunden haben. “Disaster Alex” oder “Bad Luck Thomson” – irgendwie fällt mir auch nix richtig cooles ein … jemand nen Vorschlag?

Ich würde ihm echt wünschen das er mal was gewinnt, um diesen Bullshit-Kreislauf zu durchbrechen. Von anderen Sportlern kennt man ja, dass sie ihre Socken nicht mehr wechseln wenn sie erfolgreich sind … aber mit frischen Klamotten ist es ja bei Offshore-Regatten generell nicht soweit her, was also tun?

Die Bilder liefert auch in diesem Fall der großartige Christopher Launay. Gut zu erkennen, die ganz dezente Hugo Boss Uhr. Ich widerspreche allen Zynikern,denn ich glaube daran, dass er sie im OP am Handgelenk hatte! Sollte es nicht an dem gewesen sein, dann war es nach der OP sicherlich sein Herzenswunsch, als erstes seine schicke Uhr umzubinden. Jeder der so eine OP schon einmal durchgemacht hat weiß, dass man danach immer zuerst an seine Uhr denkt … so halb sediert.

P.S. Während ich diesen Artikel schrieb, erreicht mich eine weitere Pressemitteilung zum Thema. Die Rennleitung ermöglicht es dem Hugo Boss Team, Alex durch einen anderen Segler solange zu ersetzen, bis dieser wieder vollkommen fit ist.

Wir wünschen gute Besserung!

Aktuelle Videoberichte und Bilder vom Sydney Hobart Yacht Race

Ein australischer Fernsehsender begleitet das aktuell stattfindende Sydney to Hobart Yacht Race.

Bericht vom 1. Tag inkl. der Kollision zwischen einem Kameraboot und der von Grant Wharington geskipperten Wild Thing.

Bericht vom 2. Tag

Eine zusammenfassenden Bericht liefere ich wenn das Rennen gelaufen ist, soviel vorab es gab schon einigen Bruch.

Frohes Fest!

Team Yachtblick wünscht allen Lesern, Fans, Kollegen und Partnern ein frohes Fest!

BMW trennt sich von Oracle!

An dieser Stelle wird keine sachliche Berichterstattung stattfinden – denn dafür freu ich mich zu sehr! Ja es ist Schadenfreude. Alinghi, Team Origin und die relikte des United Internet Team Germany  haben den Cup bereits abgesagt. Match Race Star Ben Ainslie wetterte in einem Interview, dass die Yacht treffenden mit “Eine ganze Generation betrogen” betitelte, ebenfalls vor einigen Wochen gegen das US-Syndikat. Es rumort also gewaltig gegen das neue Cup-Format. Prinzipiell bin ich absolut kein Gegner der Katamarane und der Flügel – im Gegenteil! Ich mag aber einfach die Methoden nicht mit denen ein Larry Ellison seine Ziele erreicht.

Ein umfangreicher Bericht im Spiegel gibt einige Einblicke in das Leben des Egomanen. Unter anderem wird hier auch die Taktik beschrieben, die uns aus dem Segelsport gut bekannt ist, dass er seine Gegner vor Gericht mürbe macht und den Streit auf eine persönliche Ebene hebt.

Ganz besonders interessant finde ich die Erwähnung der Titel seiner Biographien.

Zitiere:“Everyone else must fail” lautet der Titel einer der Biografien, die über Ellison publiziert wurden, “Softwar” ein weiterer. Und dann natürlich “The Difference Between God and Larry Ellison”. Worin der Unterschied besteht, verrät der Autor bereits auf dem Cover: “God Doesn’t Think He’s Larry Ellison”, Gott glaubt nicht, er sei Larry Ellison.”

Link zum Artikel

Die eben bei BMW erschienene Pressemitteilung dürfte selbst ihm ein wenig das Fest versauen.

Darin heißt es:

BMW beendet zum Jahresende seine langjährige Partnerschaft mit ORACLE Racing und wird künftig nicht mehr im America’s Cup vertreten sein. Darauf haben sich beide Partner geeinigt. BMW und ORACLE Racing traten 2002 mit ehrgeizigen Zielen an und schlossen ihre gemeinsame Mission mit dem größtmöglichen Erfolg ab: dem Sieg beim America’s Cup.

Gerade gestern habe ich ein Interview mit Thomas Hahn gelesen, einem der Ingenieure die den Flügel konstruiert haben und BMW hat schon einiges an Technologie und intelligenten Köpfen zum Erfolg beigetragen. Vielleicht ist die AC72 Klasse deshalb auch nicht so interessant für die Bayern, da der Wettkampf weniger in Ingenieurbüros ausgetragen wird, als beim letzten Cup.

BMW beendet damit ja nicht nur die Partnerschaft mit Oracle, sondern wird “wird künftig nicht mehr im America’s Cup vertreten sein” … schade für Schümi – die fallen als Sponsor für für seine hochfliegenden Pläne schon mal raus. Die Sportler aus anderen Bootsklassen seine darauf hingewiesen, dass bei BMW im nächsten Jahr sicher einiges mehr an Sponsorengeld zu holen sein wird.

89 Crews und eine Legende! Sydney Hobart 2010

Während Europa im Klammergriff der Eiseskälte erstarrt, bereiten sich die Segler in Australien bei 30 Grad im Schatten auf eines der sportlichen Höhepunkte des südlichen Hochsommers vor. Traditionell fällt am 2. Weihnachtstag um 13 Uhr Ortszeit (3 Uhr nachts deutscher Zeit) im Hafen von Sydney der Startschuss zum Rolex Sydney Hobart Race. Es ist die 66. Auflage des seit 1945 ununterbrochen ausgetragenen Segelklassikers, der neben dem Fastnet Race zu den bekanntesten und berüchtigsten Segelrennen weltweit gehört. Medien aus aller Welt werden dabei sein, wenn sich 89 Yachten aus sechs Nationen vor riesiger Publikumskulisse im Hafen von Sydney auf den 628 Seemeilen langen Kurs in Richtung Hobart auf der südlich des australischen Kontinents gelegenen Insel Tasmanien machen.

Oft werden die Crews dabei von schwerem Wetter überrascht. Vor allem in der Bass-Straße, die Tasmanien und die Hauptinsel des australischen Kontinents trennt, treffen die Elemente ungebremst auf das Teilnehmerfeld. Starke Winde und riesige Wellen fordern hier in höchstem Maße gute Seemannschaft. Aber auch die Taktiker an Bord müssen stets auf der Hut sein, vor allem wenn es zum Rennfinale hin in schwierigen Bedingungen den Derwent River hinauf zum Ziel nach Hobart geht.

Auf der Jagd nach der schnellsten Zeit wird erneut die „Wild Oats XI“ hoch gewettet. Eigner Bob Oatley wird nach der Niederlage gegen die „Alfa Romeo“ aus Neuseeland im vergangenen Jahr nun versuchen, seinen fünften Sieg seit 2005 einzufahren. Die australische 100-Fuß-Yacht (30,48 Meter), ein Reichel/Pugh-Design, setzte vor fünf Jahren mit einem Tag, 18 Stunden, 40 Minuten und zehn Sekunden eine Rekordzeit, die weiterhin Gültigkeit hat. Sie wird in der „Investec Loyal“ von Sean Langman, einer ebenfalls 100 Fuß langen Yacht aus der Cookson-Schmiede, sowie den 30-Meter-Maxis „Lahana“ von Peter Millard und „Wild Thing“ von Grant Wharington (alle Australien) die größten Konkurrenten finden. Die „Wild Thing“ wurde berühmt, als sie 2003 beim Rolex Sydney Hobart Rennen zum Sieg segelte. Ein Jahr später verlor sie allerdings im Rennen ihren Schwenkkiel und kenterte. Nach dem Wiederaufbau zeigte sie mit Platz drei in 2005 und einem herausragenden zweiten Rang 2008 hinter der „Wild Oats XI“ jedoch erneut ihre Klasse.

Auch der Wettstreit um die wichtigste Trophäe, den Tattersall’s Cup für den Sieger über alles nach der IRC-Handicap-Wertung, zieht hochinteressante Yachten und Athleten an, denn wie in jedem Jahr werden hochprofessionelle Crews am Start sein. 89 Teams haben ihre Meldung abgegeben; sie kommen aus allen Bundesstaaten Australiens sowie aus den USA, Großbritannien, Russland, Italien und Frankreich. Unter ihnen sind Wirtschafts-Magnaten, Medienmogule und Unternehmer aus der Telekom- und Internet-Branche.

So etwa Niklas Zennström, der Mitbegründer des Internet-Telefonkonzerns Skype, der auf seinem 72-Fuß-Mini-Maxi „Ràn“ segeln wird. Bevor Zennström zu einem vielbeschäftigten Unternehmer wurde, war er ein begeisterter Segler. Er begann als Siebenjähriger mit dem Wassersport und segelte als Teenager Jollenregatten in seiner schwedischen Heimat. Als jedoch die schnell wachsende Technologiefirma seine ganze Arbeit forderte, trat der Segelsport zunächst einmal in den Hintergrund. Nach dem Verkauf der Firma widmete er sich aber wieder dem Sport: „Segeln war immer eine große Passion von mir. Also habe ich mich 2005 entschlossen, die Zeit zu nutzen, um wieder zu aktiv zu werden“, sagt der Schwede. Seitdem hat Zennström viele Erfolge eingefahren wie beispielsweise den Sieg beim Rolex Fastnet Race 2009 und die Mini-Maxi-Weltmeisterschaft 2010. Im vergangenen Jahr nahm Zennström ebenfalls am Rolex Sydney Hobart Rennen teil und platzierte sich in den Top-Ten. Auf die Frage, was ihn an dem Rennen fasziniert, sagt der 44-Jährige: „Es ist eines der berühmtesten und berüchtigsten Hochseerennen, das ein Segler auf sich nehmen kann. Davon abgesehen, ist es schlicht toll, zu dieser Jahreszeit nach Sydney zu kommen.“

2009 schien es in der Anfangsphase, als könnte die „Ràn“ das gesamte Rennen gewinnen. Im weiteren Verlauf bekam sie allerdings Probleme und beendete es schließlich auf dem sechsten Platz. Es war ein gutes Resultat, vor allem vor dem Hintergrund der ersten Teilnahme. Zennström zog schließlich ein zufriedenes Fazit: „Wir sind sehr gut gesegelt und haben das Rennen der großen Boote gewonnen, also haben wir getan, was wir konnten.“ Letztlich wurde das Rolex Sydney Hobart im vergangenen Jahr von zwei 40-Fuß-Serienyachten gewonnen. „So ist eben Offshore-Handicap-Segeln. Schnelle und langsame Boote segeln in unterschiedlichen Bedingungen. Im vergangenen Jahr hat sich das Blatt eben zugunsten der kleinen Boote gewendet“, sagt Zennström, der in diesem Jahr ganz auf die Vorbereitung für das Rolex Sydney Hobart Rennen fokussiert ist.

Daneben erfüllt sich für viele Segler mit der Teilnahme an dem Rennen ein Traum. So etwa für die Crew der US-amerikanischen „Dawn Star“, eine Baltic 46, die von Bill und William Hubbard geführt wird, dem einzigen Vater-Sohn-Team in diesem Jahr. Die beiden sind erfahrene Segler, die schon bei vielen Rennen auf der Welt gemeinsam gesegelt sind. „Das Rolex Sydney Hobart Rennen zu segeln, ist ein lebenslanger Traum von uns“, sagt William, der 26-jährige Sohn. Gemeinsam mit seinem 76-jährigen Vater und der Zehn-Mann-Crew sind die beiden New Yorker sehr gespannt auf das Rennen. „Wir sind bereit für das Rennen und denken, dass wir mit allem klar kommen werden, was auf uns zukommt“, sagt William auf die Frage, ob die Crew auf die teilweise heimtückischen Bedingungen vorbereitet ist.

Auch der Start der britischen Swan 68 „Titania of Cowes“ ist aus mehreren Gründen sehr bemerkenswert. Zum einen ist die Yacht die 17.000 Seemeilen von Newport/Rhode Island auf eigenem Kiel gesegelt, um rechtzeitig zum Start in Sydney zu sein. Zum anderen wird Sir Robin Knox-Johnston an Bord sein und an seinem ersten Rolex Sydney Hobart Rennen teilnehmen. 1969 war Sir Robin der erste Mensch, der einhand und nonstop um die Welt gesegelt ist. Zudem gewann er die Jules Verne Trophy 1994 für die damals schnellste Weltumsegelung, als er mit Sir Peter Blake den Katamaran „Enza New Zealand“ segelte. Knox-Johnston wird gemeinsam mit Eigner Richard Dobbs, dem Olympiamedaillengewinner Mark Corvell und dem britischen Matchracer und Kommentator Andy Green segeln. Nachdem die Yacht, die frühere „Chippewa“, bisher Erfolge in den USA, der Karibik und Europa eingefahren hat, erfährt sie nun ihre Premiere beim Rolex Sydney Hobart Rennen – auch für eine Segel-Legende wie Sir Robin Knox-Johnston ein Höhepunkt in seiner Karriere.

Auch der Altmeister des Segelsports Sir Robin Knox-Johnston will es noch einmal wissen – er ist immerhin stolze 71 Jahre alt. Wie man im hohen Alter noch so fit sein kann habe ich hier bereits einmal aufgedeckt – Segeln und ein “Whikey-Sponsor” sind sein Geheimnis. Den Titel „Sir“ bekam Knox-Johnston 1995 von der Queen verliehen, da er der Sieger des Sunday Times Golden Globe Race war und damit keine geringere Leistung vollbracht hat, als der erste Einhand-Nonstop-Weltumsegler zu sein! Der Erste – nicht der Jüngste, nicht der Grünste und nicht der Einäugigste – der Erste!

Von Fake-Wellen und Schaukelstühlen! Videobericht über Boris!

Der 29-jährige Boris Herrmann ist nicht nur der einzige Deutsche beim Rennen, sondern auch der erste Deutsche überhaupt, der auf einer gut 18 Meter langen Yacht vom Typ IMOCA Open 60 an einer Weltumseglung teilnimmt. Auch US-Boy Ryan Breymaier (35) repräsentiert als Erster und Einziger die Farben seines Landes. „Wir haben eine gemeinsame Passion und hatten den gleichen Traum“, beschreibt Herrmann die Partnerschaft, „ein bisschen Zufall, vor allen aber die Leidenschaft und der Enthusiasmus ganz vieler Menschen haben uns zusammengeführt. Auch denen möchten wir von ganzem Herzen danke sagen.“

Während Breymaier bereits seit mehreren Jahren in dem französischen Rennstall Team Kaïros in der Bretagne arbeitete, kam der Hamburger nach Concarneau, um nach seinem Class-40-Sieg beim Portimão Global Ocean Race 2009 im Epizentrum der Hochseesegelszene Erfahrung auf den sechs Meter größeren Yachten zu sammeln. „Zusammen 90 Tage rund um die Uhr auf engstem Raum zu verbringen, ist vor allem mental eine große Herausforderung“, so Herrmann, „da reicht es keinesfalls, eine reine Zweckgemeinschaft zu sein.“ So eint das Ziel zwei völlig unterschiedliche Charaktere zu Sportsfreunden, die sich von Tag zu Tag mehr auf ihre außergewöhnliche Herausforderung konzentrieren.

Bei ungezählten Interviews rund um eine große Vorabpressekonferenz mit allen 30 Skippern des zweiten Barcelona World Race war die positive Anspannung allenthalben zu spüren. „Wir geraten allmählich in eine Art Blase um uns herum und beginnen uns von der Außenwelt abzuschotten“, erklärt Boris Herrmann, „einerseits kommt es zwangsläufig, anderseits ist es gar nicht so einfach, an sich heranzulassen, dass es nun wirklich bald losgeht.“ Weihnachten wird der geborene Oldenburger nicht zu Hause feiern, sondern zwei freie Tage in Barcelona genießen. Aber er freut sich schon auf dem Besuch seiner Eltern und Freunde, die nach dem Fest zum Start nach Spanien kommen wollen. Herrmann: „Es gibt mir viel Kraft und Zuversicht zu wissen, welchen Menschen ich wichtig bin.“

Quelle: borisherrmannracing.com

Anna-Maria Renken – unsere neue Offshore-Heldin?

Die britische Seglerin, Hannah Jenner, hat ihre Co-Skipperin für das Global Ocean Race, einer Class 40 Regatta um die Welt (2011-2012), bekannt gegeben. Zur allgemeinen Faszination und Überraschung handelt es sich dabei um die deutsche Seglerin Anna-Maria Renken! Jenner und Renken sind im Moment das einzige “all-girl” Team beim GOR.
Die Regeln des GOR bieten die Möglichkeit bei jedem Stop den Co-Skipper zu wechseln und Skipperin Hannah Jenner hatte dies auch, seit ihrer Meldung im April, so geplant. Der Wunsch ein reines Frauenteam an den Start zu bringen war ihr allerdings geblieben, die richtige Partnerin schien aber lange nicht in Sicht.
Die 29-jährige deutsche Seglerin Anna-Maria Renken hatte laut Pressemitteilung ebenfalls eine GOR-Kampagne in der Planung. Als die ursprünglich vorgesehene norwegische Co-Skipperin ihr Engagement zurück ziehen musste, wagte Sie die Flucht nach vorn und kontaktierte Hannah Jenner.
Anna-Maria Renken sagte zu der Partnerschaft: “Als ich Hannah das erste mal schrieb, war ich mir nicht sicher wie Sie auf die Idee von einem reinen Frauen Team reagieren würde. Die Antwort fiel sehr positiv aus und wir fanden schnell heraus, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben und mit derselben Erwartungshaltung an das Rennen gehen. Nach vielen Emails, Videotelefonaten über Skype und einem Treffen in Hamburg sind wir davon überzeugt, dass wir gut zusammen arbeiten können und ich freue mich bald mit Hannah zu segeln.”
Als 28-jährige war Hanna Jenner die jüngste weibliche Skipperin beim Clipper Round the World Race und führte ihr Team auch auf das Treppchen. Die deutsche Anna-Maria Renken ist über das Windsurfen und das Leistungsschwimmen zur Segelei gekommen. Als eine der wenigen Frauen in der deutschen Offshore Szene hat sie beachtliche Erfahrungen im Regattazirkus. Renken hat als Skipperin am Fastnet 2009 und am letzten Watski Skagerak 2Star teilgenommen.
Die beiden Damen suchen noch nach einem Titelsponsor, wenn sie das einzige Frauenteam bleiben, sollte ihnen das auch recht problemlos gelingen.
Derzeit haben 19 Teams für das Global Ocean Race gemeldet. Die erste Etappe startet am 25. September 2011 und führt die Teilnehmer von Mallorca nach Kapstadt. Weitere Stopps sind in Wellington (Neuseeland), Punta del Este (Uruguay) und Charleston in den USA geplant. Von da segeln die Class 40′s mit ihren Crews zurück über den Atlantik nach Mallorca.

Der perfekte Name für eine Segelmacherei!

Unseren Kumpel Nils und sein Ho’okhaii Projekt haben wir euch hier bereits vorgestellt. Neben diesem Projekt hat Nils bis vor kurzem als Segelmacher im Anstellungsverhältnis gearbeitet, doch das soll sich jetzt ändern. Nils sucht noch nach dem perfekten Namen für seinen eigenen “Laden” und hat mich gebeten, euch zu fragen, ob ihr ihm bei der Suche behilflich sein könnt.

Liebe Segelfreunde,
ich möchte mich in naher Zukunft mit einer eigenen Segelmacherei selbstständig machen. Im Moment suche ich einen geeigneten Namen. Es wäre schön wenn ihr euch deshalb eine Minute Zeit nehmen könntet, und mir vier Fragen beantwortet.

Hier gehts zur Umfrage

Sail Melbourne vorbei – Segler auf dem Weg zu Muttis Weihnachtsessen

Der erste Weltcup der Saison ist vorbei und ich danke Anke Helbig für die kontinuierliche Berichterstattung und der australischen Mediencrew für die excellenten Videoberichte.

Zu den Ergebnissen:
Laser Standard:
Simon Grotelüschen – Platz 8

Laser Radial:
Franziska Goltz – Platz 24
Anke Helbig – Platz 28

470 Men:
Ferdinand Gerz / Patrick Follmann – Platz 6

470 Women:
Kathrin Kadelbach / Friederike Belcher – Platz 1
Annina Wagner / Marlene Steinherr – Platz 5

49er:
Delle Karth Nico/Nikolaus Resch (AUT) – Platz 1
Lennart Briesenick-Pudenz / Julian Morten Massmann – Platz 5
Erik Heil / Thomas Ploessel – Platz 6
Leopold Fricke / Lorenz Huber – Platz 9
Tobias Schadewaldt / Hannes Baumann – Platz 11
Julian Ramm / Oliver Lewin – Platz 17

Bericht von Anke Helbig:

Nach 5 Wochen verabschieden wir uns nun hier aus Australien.
Der letzte Wettkampftag hielt für mich noch einmal einen BFD (Disqualifikation wegen Frühstart) bereit. Aber wenn ich ehrlich bin, war das Rennen auch so nicht viel besser. Ich hatte einen guten Start auf der rechten Seite und lag rechts vom Feld. Im Laufe der ersten Kreuz drehte der Wind kontinuierlich nach links und ich konnte auch nicht viel machen. Leider verlegte die Wettfahrtleitung den Kurs nicht mehr, sodass wir größten Teils Halbwind um den Kurs segelten. Im Großen und Ganzen ist nach der Woche zu sagen, dass ich es nicht geschafft habe die Sachen umzusetzen, die wir in den Fokus setzen wollten. Zwar gab es immer mal wieder Lichtblicke, in denen dann auch aufeinmal Sachen wie von alleine funktioniert haben, aber der Großteil war geprägt von Unachtsamkeit und Unkonzentiertheit.

Wenn ich auf die letzten Wochen hier zurückblicke, kann ich sagen, dass ich jede Menge Spaß und Freude am Segeln hatte und die Zeit auf dem Wasser sehr genossen habe (ich gebe zu, nicht immer). Ich habe das Gefühl, dass wir in Sachen Fahrtechnik auf der Kreuz und Vorwind einen Schritt nach vorne gemacht haben und nun ein anderer, sehr wichtiger, Bestandteil in den nächsten Wochen auf dem Programm steht, die körperliche Fitness.

Aber nun freue ich mich am meisten auf meine Familie und dass ich mit ihnen die Weihnachtszeit verbringen kann. Ich möchte mich hiermit auch bei allen Menschen bedanken, die mir das hier ermöglicht haben. Vielen Dank dem Heinz Nixdorf Verein, dem Sailing Team Germany, dem Deutschen Seglerverband, den Trainern hier vor Ort und meiner Familie.

Viele Grüße
Anke