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2010:

Zusammenfassung Sydney Hobart

Riesige Welle, Sturmböen bis zu 50 Knoten und zahlreiche Ausfälle: Das Rolex Sydney Hobart Rennen ist in seiner 66. Auflage seinem Ruf als einer der härtesten Hochseeregatten der Welt mehr als gerecht geworden. Doch in großartiger Seemannschaft kämpfte das Gros der 87 teilnehmenden Crews gegen die rauen Bedingungen, die sich vor allem in der berüchtigten Bass-Straße zwischen dem australischen Festland und Tasmanien dem Feld entgegen warfen. Allen voran der 100 Fuß (30,48 Meter) lange Super-Maxi „Wild Oats XI“ von Bob Oatley (Australien), der bereits zum fünften Mal in seinem sechsten Rennen seit 2005 als erste Yacht das Ziel erreichte. Den Gesamtsieg nach berechneter Zeit holte die „Secret Men’s Business 3.5“ von Geoff Boettcher (Australien), die als 14. Yacht nach drei Tagen, 42 Minuten und zehn Sekunden im Ziel einlief. 18 Yachten mussten das Rennen aufgeben.

Zwar verfehlte Oatley den selbst aufgestellten Streckenrekord nach zwei Tagen, sieben Stunden, 37 Minuten und 20 Sekunden um rund 13 Stunden, erreichte aber dennoch dreieinhalb Stunden vor der ebenso langen „Investec Loyal“ von Sean Langman und Anthony Bell (Australien) das Ziel in der tasmanischen Hauptstadt Hobart. In einem taktisch nahezu perfekten Rennen hielt die australische Crew die Konkurrenz stets in Schach. Skipper Mark Richards war anschließend sehr glücklich und sagte: „Wir hätten kein besseres Rennen abliefern können. Hier in Hobart als erste Yacht anzukommen, ist das ... weiterlesen

Manchmal hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu!

Natürlich sind wir alle aufgeklärte Segler des 21. Jahrhunderts und keine mittelalterlichen abergläubischen Fischer. Wenn es aber so etwas wie den Klabautermann gibt, dann muss Alex Thomson mit seiner Frau geschlafen haben.

23 Tage vor der Vendée Globe 08/09 ist ihm ein Fischerboot in die Steuerbordseite seiner IMOCA 60 Hugo Boss gefahren – nach unzähligen Nachtschichten konnte das Boot zwar repariert an den Start gehen, ein Riss gegenüber der eigentlichen Unfallstelle führte aber schlussendlich 3 Tage nach dem Start dazu, dass er dieses Rennen aufgeben musste. Bei der Vendée 04/05 waren es, soweit ich mich erinnere, Probleme mit dem Kiel, die ihn zur Aufgabe zwangen.

Morgen um 13 Uhr startet die 2. Ausgabe des Barcelona World Race. In einem Satz: 2 Segler, eine Imoca 60 und einmal Nonstop um die Welt. Insgesamt nehmen 15 Boote teil, macht 30 Segler … und jetzt dürft ihr Raten, wer 2 Tage vor dem Start eine Blinddarmentzündung bekommen hat und operiert werden musste!

Auf seiner Facebook-Seite war vorhin zu lesen:

First thing this morning the HUGO BOSS Sailing Team made a formal request to the Race Organisation for the temporary substitution of skipper Alex Thomson who underwent emergency surgery yesterday. This will enable the HUGO BOSS yacht to start the race on 31st December with the rest of the fleet.

The decision from the Race Organisation is expected this evening. If the request is approved then skipper Alex Thomson would join the boat after he receives medical clearance to take part in the race.

Mich wundert ganz ehrlich, dass seine Landsleute, die Briten, die ihre zukünftige Prinzessin als “Waity-Katie” bezeichnen, noch keinen Namen für ihren Spitzensegler gefunden haben. “Disaster Alex” oder “Bad Luck Thomson” – irgendwie fällt mir auch nix richtig cooles ein … jemand nen Vorschlag?

Ich würde ihm echt wünschen das er mal was gewinnt, um diesen Bullshit-Kreislauf zu durchbrechen. Von anderen Sportlern kennt man ja, dass sie ihre Socken nicht mehr wechseln wenn sie erfolgreich sind … aber mit frischen Klamotten ist es ja bei Offshore-Regatten generell nicht soweit her, was also tun?

Die Bilder liefert auch in diesem Fall der großartige Christopher Launay. Gut zu erkennen, die ganz dezente Hugo Boss Uhr. Ich widerspreche allen Zynikern,denn ich glaube daran, dass er sie im OP am Handgelenk hatte! Sollte es nicht an dem gewesen sein, dann war es nach der OP sicherlich sein Herzenswunsch, als erstes seine schicke Uhr umzubinden. Jeder der so eine OP schon einmal durchgemacht hat weiß, dass man danach immer zuerst an seine Uhr denkt … so halb sediert.

P.S. Während ich diesen Artikel schrieb, erreicht mich eine weitere Pressemitteilung zum Thema. Die Rennleitung ermöglicht es dem Hugo Boss Team, Alex durch einen anderen Segler solange zu ersetzen, bis dieser wieder vollkommen fit ist.

Wir wünschen gute Besserung!

Aktuelle Videoberichte und Bilder vom Sydney Hobart Yacht Race

Ein australischer Fernsehsender begleitet das aktuell stattfindende Sydney to Hobart Yacht Race.

Bericht vom 1. Tag inkl. der Kollision zwischen einem Kameraboot und der von Grant Wharington geskipperten Wild Thing.

Bericht vom 2. Tag

Eine zusammenfassenden Bericht liefere ich wenn das Rennen gelaufen ist, soviel vorab es gab schon einigen Bruch.

Frohes Fest!

Team Yachtblick wünscht allen Lesern, Fans, Kollegen und Partnern ein frohes Fest!

BMW trennt sich von Oracle!

An dieser Stelle wird keine sachliche Berichterstattung stattfinden – denn dafür freu ich mich zu sehr! Ja es ist Schadenfreude. Alinghi, Team Origin und die relikte des United Internet Team Germany  haben den Cup bereits abgesagt. Match Race Star Ben Ainslie wetterte in einem Interview, dass die Yacht treffenden mit “Eine ganze Generation betrogen” betitelte, ebenfalls vor einigen Wochen gegen das US-Syndikat. Es rumort also gewaltig gegen das neue Cup-Format. Prinzipiell bin ich absolut kein Gegner der Katamarane und der Flügel – im Gegenteil! Ich mag aber einfach die Methoden nicht mit denen ein Larry Ellison seine Ziele erreicht.

Ein umfangreicher Bericht im Spiegel gibt einige Einblicke in das Leben des Egomanen. Unter anderem wird hier auch die Taktik beschrieben, die uns aus dem Segelsport gut bekannt ist, dass er seine Gegner vor Gericht mürbe macht und den Streit auf eine persönliche Ebene hebt.

Ganz besonders interessant finde ich die Erwähnung der Titel seiner Biographien.

Zitiere:“Everyone else must fail” lautet der Titel einer der Biografien, die über Ellison publiziert wurden, “Softwar” ein weiterer. Und dann natürlich “The Difference Between God and Larry Ellison”. Worin der Unterschied besteht, verrät der Autor bereits auf dem Cover: “God Doesn’t Think He’s Larry Ellison”, Gott glaubt nicht, er sei Larry Ellison.”

Link zum Artikel

Die eben bei BMW erschienene Pressemitteilung dürfte selbst ihm ein wenig das Fest versauen.

Darin heißt es:

BMW beendet zum Jahresende seine langjährige Partnerschaft mit ORACLE Racing und wird künftig nicht mehr im America’s Cup vertreten sein. Darauf haben sich beide Partner geeinigt. BMW und ORACLE Racing traten 2002 mit ehrgeizigen Zielen an und schlossen ihre gemeinsame Mission mit dem größtmöglichen Erfolg ab: dem Sieg beim America’s Cup.

Gerade gestern habe ich ein Interview mit Thomas Hahn gelesen, einem der Ingenieure die den Flügel konstruiert haben und BMW hat schon einiges an Technologie und intelligenten Köpfen zum Erfolg beigetragen. Vielleicht ist die AC72 Klasse deshalb auch nicht so interessant für die Bayern, da der Wettkampf weniger in Ingenieurbüros ausgetragen wird, als beim letzten Cup.

BMW beendet damit ja nicht nur die Partnerschaft mit Oracle, sondern wird “wird künftig nicht mehr im America’s Cup vertreten sein” … schade für Schümi – die fallen als Sponsor für für seine hochfliegenden Pläne schon mal raus. Die Sportler aus anderen Bootsklassen seine darauf hingewiesen, dass bei BMW im nächsten Jahr sicher einiges mehr an Sponsorengeld zu holen sein wird.

89 Crews und eine Legende! Sydney Hobart 2010

Während Europa im Klammergriff der Eiseskälte erstarrt, bereiten sich die Segler in Australien bei 30 Grad im Schatten auf eines der sportlichen Höhepunkte des südlichen Hochsommers vor. Traditionell fällt am 2. Weihnachtstag um 13 Uhr Ortszeit (3 Uhr nachts deutscher Zeit) im Hafen von Sydney der Startschuss zum Rolex Sydney Hobart Race. Es ist die 66. Auflage des seit 1945 ununterbrochen ausgetragenen Segelklassikers, der neben dem Fastnet Race zu den bekanntesten und berüchtigsten Segelrennen weltweit gehört. Medien aus aller Welt werden dabei sein, wenn sich 89 Yachten aus sechs Nationen vor riesiger Publikumskulisse im Hafen von Sydney auf den 628 Seemeilen langen Kurs in Richtung Hobart auf der südlich des australischen Kontinents gelegenen Insel Tasmanien machen.

Oft werden die Crews dabei von schwerem Wetter überrascht. Vor allem in der Bass-Straße, die Tasmanien und die Hauptinsel des australischen Kontinents trennt, treffen die Elemente ungebremst auf das Teilnehmerfeld. Starke Winde und riesige Wellen fordern hier in höchstem Maße gute Seemannschaft. Aber auch die Taktiker an Bord müssen stets auf der Hut sein, vor allem wenn es zum Rennfinale hin in schwierigen Bedingungen den Derwent River hinauf zum Ziel nach Hobart geht.

Auf der Jagd nach der schnellsten Zeit wird erneut die „Wild Oats XI“ hoch gewettet. Eigner Bob Oatley wird nach der Niederlage gegen die „Alfa Romeo“ aus Neuseeland im vergangenen Jahr nun versuchen, seinen fünften Sieg seit 2005 einzufahren. Die australische 100-Fuß-Yacht (30,48 Meter), ein Reichel/Pugh-Design, setzte vor fünf Jahren mit einem Tag, 18 Stunden, 40 Minuten und zehn Sekunden eine Rekordzeit, die weiterhin Gültigkeit hat. Sie wird in der „Investec Loyal“ von Sean Langman, einer ebenfalls 100 Fuß langen Yacht aus der Cookson-Schmiede, sowie den 30-Meter-Maxis „Lahana“ von Peter Millard und „Wild Thing“ von Grant Wharington (alle Australien) die größten Konkurrenten finden. Die „Wild Thing“ wurde berühmt, als sie 2003 beim Rolex Sydney Hobart Rennen zum Sieg segelte. Ein Jahr später verlor sie allerdings im Rennen ihren Schwenkkiel und kenterte. Nach dem Wiederaufbau zeigte sie mit Platz drei in 2005 und einem herausragenden zweiten Rang 2008 hinter der „Wild Oats XI“ jedoch erneut ihre Klasse.

Auch der Wettstreit um die wichtigste Trophäe, den Tattersall’s Cup für den Sieger über alles nach der IRC-Handicap-Wertung, zieht hochinteressante Yachten und Athleten an, denn wie in jedem Jahr werden hochprofessionelle Crews am Start sein. 89 Teams haben ihre Meldung abgegeben; sie kommen aus allen Bundesstaaten Australiens sowie aus den USA, Großbritannien, Russland, Italien und Frankreich. Unter ihnen sind Wirtschafts-Magnaten, Medienmogule und Unternehmer aus der Telekom- und Internet-Branche.

So etwa Niklas Zennström, der Mitbegründer des Internet-Telefonkonzerns Skype, der auf seinem 72-Fuß-Mini-Maxi „Ràn“ segeln wird. Bevor Zennström zu einem vielbeschäftigten Unternehmer wurde, war er ein begeisterter Segler. Er begann als Siebenjähriger mit dem Wassersport und segelte als Teenager Jollenregatten in seiner schwedischen Heimat. Als jedoch die schnell wachsende Technologiefirma seine ganze Arbeit forderte, trat der Segelsport zunächst einmal in den Hintergrund. Nach dem Verkauf der Firma widmete er sich aber wieder dem Sport: „Segeln war immer eine große Passion von mir. Also habe ich mich 2005 entschlossen, die Zeit zu nutzen, um wieder zu aktiv zu werden“, sagt der Schwede. Seitdem hat Zennström viele Erfolge eingefahren wie beispielsweise den Sieg beim Rolex Fastnet Race 2009 und die Mini-Maxi-Weltmeisterschaft 2010. Im vergangenen Jahr nahm Zennström ebenfalls am Rolex Sydney Hobart Rennen teil und platzierte sich in den Top-Ten. Auf die Frage, was ihn an dem Rennen fasziniert, sagt der 44-Jährige: „Es ist eines der berühmtesten und berüchtigsten Hochseerennen, das ein Segler auf sich nehmen kann. Davon abgesehen, ist es schlicht toll, zu dieser Jahreszeit nach Sydney zu kommen.“

2009 schien es in der Anfangsphase, als könnte die „Ràn“ das gesamte Rennen gewinnen. Im weiteren Verlauf bekam sie allerdings Probleme und beendete es schließlich auf dem sechsten Platz. Es war ein gutes Resultat, vor allem vor dem Hintergrund der ersten Teilnahme. Zennström zog schließlich ein zufriedenes Fazit: „Wir sind sehr gut gesegelt und haben das Rennen der großen Boote gewonnen, also haben wir getan, was wir konnten.“ Letztlich wurde das Rolex Sydney Hobart im vergangenen Jahr von zwei 40-Fuß-Serienyachten gewonnen. „So ist eben Offshore-Handicap-Segeln. Schnelle und langsame Boote segeln in unterschiedlichen Bedingungen. Im vergangenen Jahr hat sich das Blatt eben zugunsten der kleinen Boote gewendet“, sagt Zennström, der in diesem Jahr ganz auf die Vorbereitung für das Rolex Sydney Hobart Rennen fokussiert ist.

Daneben erfüllt sich für viele Segler mit der Teilnahme an dem Rennen ein Traum. So etwa für die Crew der US-amerikanischen „Dawn Star“, eine Baltic 46, die von Bill und William Hubbard geführt wird, dem einzigen Vater-Sohn-Team in diesem Jahr. Die beiden sind erfahrene Segler, die schon bei vielen Rennen auf der Welt gemeinsam gesegelt sind. „Das Rolex Sydney Hobart Rennen zu segeln, ist ein lebenslanger Traum von uns“, sagt William, der 26-jährige Sohn. Gemeinsam mit seinem 76-jährigen Vater und der Zehn-Mann-Crew sind die beiden New Yorker sehr gespannt auf das Rennen. „Wir sind bereit für das Rennen und denken, dass wir mit allem klar kommen werden, was auf uns zukommt“, sagt William auf die Frage, ob die Crew auf die teilweise heimtückischen Bedingungen vorbereitet ist.

Auch der Start der britischen Swan 68 „Titania of Cowes“ ist aus mehreren Gründen sehr bemerkenswert. Zum einen ist die Yacht die 17.000 Seemeilen von Newport/Rhode Island auf eigenem Kiel gesegelt, um rechtzeitig zum Start in Sydney zu sein. Zum anderen wird Sir Robin Knox-Johnston an Bord sein und an seinem ersten Rolex Sydney Hobart Rennen teilnehmen. 1969 war Sir Robin der erste Mensch, der einhand und nonstop um die Welt gesegelt ist. Zudem gewann er die Jules Verne Trophy 1994 für die damals schnellste Weltumsegelung, als er mit Sir Peter Blake den Katamaran „Enza New Zealand“ segelte. Knox-Johnston wird gemeinsam mit Eigner Richard Dobbs, dem Olympiamedaillengewinner Mark Corvell und dem britischen Matchracer und Kommentator Andy Green segeln. Nachdem die Yacht, die frühere „Chippewa“, bisher Erfolge in den USA, der Karibik und Europa eingefahren hat, erfährt sie nun ihre Premiere beim Rolex Sydney Hobart Rennen – auch für eine Segel-Legende wie Sir Robin Knox-Johnston ein Höhepunkt in seiner Karriere.

Auch der Altmeister des Segelsports Sir Robin Knox-Johnston will es noch einmal wissen – er ist immerhin stolze 71 Jahre alt. Wie man im hohen Alter noch so fit sein kann habe ich hier bereits einmal aufgedeckt – Segeln und ein “Whikey-Sponsor” sind sein Geheimnis. Den Titel „Sir“ bekam Knox-Johnston 1995 von der Queen verliehen, da er der Sieger des Sunday Times Golden Globe Race war und damit keine geringere Leistung vollbracht hat, als der erste Einhand-Nonstop-Weltumsegler zu sein! Der Erste – nicht der Jüngste, nicht der Grünste und nicht der Einäugigste – der Erste!

Der perfekte Name für eine Segelmacherei!

Unseren Kumpel Nils und sein Ho’okhaii Projekt haben wir euch hier bereits vorgestellt. Neben diesem Projekt hat Nils bis vor kurzem als Segelmacher im Anstellungsverhältnis gearbeitet, doch das soll sich jetzt ändern. Nils sucht noch nach dem perfekten Namen für seinen eigenen “Laden” und hat mich gebeten, euch zu fragen, ob ihr ihm bei der Suche behilflich sein könnt.

Liebe Segelfreunde,
ich möchte mich in naher Zukunft mit einer eigenen Segelmacherei selbstständig machen. Im Moment suche ich einen geeigneten Namen. Es wäre schön wenn ihr euch deshalb eine Minute Zeit nehmen könntet, und mir vier Fragen beantwortet.

Hier gehts zur Umfrage

“White Squall” trifft die Teilnehmer der Sail Melbourne

Da hat es ja mal ganz königlich gekachalt! Ab 6:13 min im Video seht ihr auch schön die Audi-Ringe mit dem Wind kämpfen. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Hollywood doch nicht immer lügt (siehe White Squall). Laut Pressetext ist ein 2,4mR untergegangen, RS:X Bretter haben Schaden genommen und einige Segler musste sich medizinisch behandeln lassen. Regattaleiter Ross Wilson wies darauf hin, dass das Wetter rund um den Kurs ständig überwacht wird, aber keiner der Messepunkte im Vorfeld irgendeinen Hinweis auf dieses Wetterphänomen geliefert hat.

Zur Erklärung:

Eine Weiße Bö (engl. white squall) ist eine extrem starke, ohne Vorwarnung aufkommende Fallbö, die teilweise von Nebel, Sturzregen oder sogar Schnee begleitet wird.
Weiße Böen sind ein seltenes und in der Seefahrt gefürchtetes Wetterphänomen auf hoher See. Ohne die sonst üblichen Anzeichen bestimmter Sturmwolken wird die See infolge der plötzlichen Windböen weiß (Schaumkronen auf den Wellen); manchmal baut sich bei sonst klarem Himmel extrem schnell eine aufsteigende weiße Wolke auf. Diese Begleiterscheinungen – weiße Schaumkronen, Nebel, die Wolke und in bestimmten Breiten auch Schnee – gaben dem Phänomen den Namen.
Ursache dieser Erscheinung sind wahrscheinlich starke Veränderungen wie Luftdruck-Einbrüche in Wolkenschichten der oberen Atmosphäre, die quasi eine stoßartige Luftlawine von Orkanstärke auslösen und zu extremen Turbulenzen wie in Hurrikanen bis auf Seeniveau führen. Das Geschehen dauert meist nur wenige Sekunden bis einige zehn Minuten. Besonders gefährlich wird dieses Phänomen Segelschiffen, da es nur sehr schwer früh genug erkennbar ist und damit keine Möglichkeit für Gegenmaßnahmen – wie Reduktion der Segelfläche und Kurskorrektur – lässt.

Quelle: Wikipedia

Ob es jetzt wirklich wie beschrieben eine “weiße Bö” war weiß ich nicht. Da die Definition aber recht schwammig ist, behaupte ich zugunsten der Dramaturgie einfach das es eine war! =)

Bericht von Anke Helbig:

Auch für den heutigen Tag waren 3 Rennen geplant, die Windvorhersage versprach gute Bedingungen mit bis zu 18kn. Aber es kommt ja bekanntlich immer anders als man denkt.

Gegen 1300 verließ ich den Hafen, um zum Regattagebiet auszulaufen. Ich segelte mich bei sehr unkonstanten Bedingungen ein und stellte fest, dass der Wind sowohl in seiner Richtung, aber auch in seiner Stärke stark pendelte. Mit einem soliden Start konnte ich meinen taktischen Plan, Streckbug segeln und eher rechts orientiert, gut durchsetzen. Vor der Tonne kam es dann aber von links nochmal ordentlich, sodass ich nur mit Anschluss an die erste Marke kam. Leider erwischte ich einen schlechten ersten Downwind, ich fand meinen Rhythmus nicht und kam nicht richtig ins fahren. Die zweite Kreuz war dann eine solide, bei der ich sowohl taktisch als auch Geschwindigkeitstechnisch etwas Meter und Plätze gutmachen konnte. Und auch beim 2.Vorwind fand ich nach Anlaufschwierigkeiten meinen Rhythmus und konnte einige gute Surf´s mitnehmen. Im Ziel steht dennoch wieder nur ein 21.Platz zur Buche. Also sollte im 2. Rennen alles besser werden…

 

Kurz vor dem 2. Start des Männerfleets kam dann das, was unseren 5. Wettkampftag enden ließ. Eine Front zog über die gesamte Bucht, mit Regen und bis zu 40kn Wind befand sich fast das gesamte Laserfeld auf ihren gekenterten Booten und warteten auf ein Ende. Dies war aber nicht wirklich in Sicht und so entschied die Wettfahrtleitung uns alle in den Hafen zu schicken, mit der Option nocheinmal auf´s Wasser zu gehen! Aber dazu kam es nicht mehr, sodass wir auch heute wieder nicht alle Rennen fahren konnten.

Für mich steht im Moment ein 22. Rang auf der Ergebnisliste. Ich bin ein wenig enttäuscht aufgrund des heutigen Rennens und den vielen kleinen vermeidbaren Fehlern im Laufe der gesamten Woche. Morgen steht noch ein Rennen für uns aus und ich hoffe, dass ich nocheinmal einen versöhnlichen Abschluss für mich zu Stande bringe, auch fürs Ego.

Ich schick euch liebe Grüße aus Melbourne

Anke

Filmische Nachlese zur Monaco Yacht Show

via www.yachtsxl.com

Mirabaud LX bekommt einen Flügel über Wasser!

Der Genfer Ingenieur und Segler, Thomas Jundt, wird für die Mirabaud LX, sein Segelboot mit Hydrofoils, einen Flügelmast konzipieren.
Seit dem allerersten Einwassern im April 2008 wurde die Mirabaud LX laufend weiterentwickelt: neue Schwimmer, neue Segel, neue Hydrofoils und kleine Modifikationen und Verbesserungen hier und da an der Gesamtstruktur.
Mittlerweile überall auf der Welt bekannt und von den internationalen Segelzeitschriften gefeiert, hat die Mirabaud LX sowohl auf Binnengewässern als auch auf Hochsee zahlreiche Erfolge verzeichnen können. Gegen ein aus 200 Booten bestehendes Teilnehmerfeld holten sich Thomas Jundt, Antoine Ravonel und Eric Gobet den Sieg bei der Regatta Genf-Rolle-Genf im Jahr 2009 in der Kategorie der Einrumpfboote und setzten zugleich auch einen neuen Geschwindigkeitsrekord.
Im Mai desselben Jahres gelang der Mirabaud LX als erstes Segelboot ohne Rumpf das Befahren eines Gewässers nur fliegend auf seinen Hydrofoils und ohne Hilfe durch einen Schwimmkörper.
Und nicht zuletzt hat die Mirabaud LX in diesem Herbst die berühmte internationale Weymouth Speed Week in der Kategorie „Segelboote“ gewonnen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 23,24 Knoten über eine Rennstrecke von 500 Meter, wobei sie gar einmal für einen Moment bis auf 25,8 Knoten kam.
„Ich bin in diesem Herbst nach Newport (Rhode Island, USA) gereist, um vor Ort den Little America’s Cup mitzuverfolgen und mir einen Eindruck über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Flügelmasten zu verschaffen“, erzählt Thomas Jundt. „Seit Jahren beobachte ich eine stetige Verbesserung bei den Flügelmasten, doch die neuesten Entwicklungen, vor allem hinsichtlich einer vereinfachten Bedienung und daraus resultierenden Performance, sind schlicht einzigartig. Ich war sofort davon überzeugt, dass dies genau
das ist, was wir für die Mirabaud LX brauchen“.
Der Flügelmast der Mirabaud LX ist momentan im Konzeptionsstadium. Die Konstruktion wird vor Beginn der neuen Segelsaison mit den grossen klassischen Regatten auf dem Genfersee beendet sein.

Wenn ihr keine genaue Vorstellung davon habt wie ein Schiff ohne richtigen Rumpf aussieht, dann empfehle ich euch diesen Film: