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Oktober, 2009:

Segeln für Wasser! Wassermarsch 2010!

Thorsten Mewes, Sänger und Gründer der Band „Die Happy“, segelt zusammen mit dem „Viva con Aqua“ Projekt zur Fußball WM nach Kapstadt. Ziel der Reise ist das Sammeln von Spendengeldern, mit denen die Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern verbessert werden soll. Das aktuelle Projekt trägt den klangvollen Namen „WasserMarsch2010“. Für „Viva con Aqua“ ist es nicht die erste Initiative dieser Art, bereits zur Fußball EM 2008 gab es einen WasserMarsch, bei dem Läufer von Hamburg zum Eröffnungspiel in Basel unterwegs waren.

Das Engagement für sauberes Trinkwasser ist definitiv lobens- und unterstützenswert, weshalb es hier auch Erwähnung findet. Was sich mir allerdings nicht so ganz erschließt, warum man dafür nach Kappstadt segelt. Ich bezweifle, dass das Einlaufen einer Segelyacht in den Hafen von Kapstadt, bzw. das Auslaufen einer Yacht aus dem Hamburger Hafen, riesiges Medieninteresse hervorruft und zwischen diesen beiden Punkten der Reise ist von der Yacht nicht viel zu sehen.

Ich hoffe, dass man diesen Aspekt bei der Planung der Aktion bedenkt. Es ist zwar einiges an Arbeit, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass kurze, gut produzierte Videoclips, die regelmäßig von der Reise berichten, ihr Publikum finden und eine konstante Berichterstattung sicher stellen. Stellt man diese zum freien „Einbinden“ bei Youtube oder Vimeo zu Verfügung, hätte man schon mal die Blogger auf seiner Seite, Yachtblick eingeschlossen.

Ausversehen in Richtung Arktis gesegelt …

… oder auch “planlos im Südatlantik”

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Die folgende Story ist genau die Art Segelgeschichte die ich mag und der Grund warum es Yachtblick gibt. Bei der aktuellen Ausgabe des Mini-Transat trudeln so langsam die letzten Boote im Ziel ein. Normalerweise nimmt man nach dem Einlaufen der ersten Drei und nach der Zieldurchfahrt des ersten Landsmannes keine Notiz mehr vom Rest des Teilnehmerfeldes. Dieser Fakt war auch Alexandre Scrizzi klar, doch er schaffte es zum Ende der Regatta noch einmal die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Wie er das gemacht hat? Er fuhr einen kleinen Umweg in Richtung Arktis.

Die Rennleitung hatte sich wohl schon länger über den Kurs fernab des restlichen Feldes gewundert und nachdem man seit Sonntag keine signifikante Kursänderung mehr hatte feststellen können, machte man sich natürlich sorgen um das Leben von Alexandre Skrizzi. Aus diesem Grund charterte die Rennleitung ein Flugzeug um nach der „Phoenix“ zu sehen. Aus der Luft sah man, dass die Yacht mit gerefftem Groß und Spi unter Autopilot einsam ihren Weg fortsetzte. Kein Lebenszeichen des Skippers. Auch ein, von der brasilianischen Airforce, eingesetztes Suchflugzeug konnte kein Lebenszeichen auf dem Boot ausmachen. Die Rennleitung musste vom Schlimmsten ausgehen.

Gestern, um 15 Uhr deutscher Zeit, kam die erlösende Nachricht! Auf dem Racetracker konnte man sehen, dass Skrizzi eine Halse gefahren war und nun wieder Kurs auf Südamerika nahm. Unwahrscheinlich, dass die Yacht es allein auf den anderen Bug geschafft hatte, der Skipper musste also noch am Leben sein.

Einige Zeit später und etwa 310 Meilen südwestlich des Zielhafens, erreichte ihn ein Schiff der brasilianischen Marine und konnte Funkkontakt herstellen. Die Lösung des Rätsels: Skrizzis GPS-System hatte bereits auf der Nordhalbkugel den Geist aufgegeben. Er zeigte sich nach Angaben der Marine sichtlich überrascht darüber, dass er sich 400 Meilen südlich der angenommen Position befand.

Laut Regelwerk dürfen die Skipper beim Mini-Transat kein Satellitentelefon bei sich haben, auch die Reichweite der UKW-Funkanlage ist auf maximal 20 Seemeilen begrenzt. Es war aus diesem einfachen Grund nicht möglich Herrn Skrizzi auf seinen Irrtum hinzuweisen.

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Keine Raketen für Russell! Ras al-Khaimah nicht Austragungsort des AC!

Betrachtet man der Verlauf der Planung des 33. AC sieht man mir diesen Zynismus sicher nach. BMW-Oracle konnte sich vor Gericht durchsetzen und muss nun keine Angst mehr haben in Ras al-Khaimah von Terroristen beschossen zu werden. Zwischenzeitlich waren Stimmen laut geworden, die befürchteten, dass es für ein US-Syndikat möglicherweise nicht so gesund sei am Golf zu segeln. Alles Terroristen da =)

“Der New York Supreme Court verfügte heute, dass der auf Februar 2010 angesetzte 33. America’s Cup an einem Ort auf der südlichen Hemisphäre ausgetragen werden muss, der genauen Auslegung des für den Wettkampf massgebenden Dokuments, der Deed of Gift, folgend. Einzige Ausnahme von dieser Regel ist Valencia.


“Das ist ein enttäuschendes Resultat, weil wir sicher waren, dass es das Urteil von Richter Cahn im Mai 2008 dem Defender erlaubte, Valencia oder “jeden anderen Ort” zu wählen”, sagte Lucien Masmejan, der Rechtsberater der Société Nautique de Genève (SNG). “Ras al-Khaimah hat enorm viel Zeit und Aufwand in diesen 33. America’s Cup gesteckt. Wir danken ihnen und sind enttäuscht über diese unerwartete Entscheidung des New Yorker Gerichts.”


“Wir sind aber auch zufrieden, weil Richterin Kornreich bekräftigte, dass der Deed of Gift-Match nach den Regeln der SNG ausgetragen wird, so wie sie dies schon in einem vorhergehenden Gerichtsurteil getan hatte”, fügte Lucien Masmejan hinzu.


Anmerkung an die Redaktion: In der Deed of Gift von 1887 ist zwar festgehalten, dass Rennen um den America’s Cup zwischen dem 1. November und dem 1. Mai auf der südlichen Hemisphäre ausgetragen werden müssen, aber das Urteil von Richter Cahn vom New Yorker Supreme Court vom 12. Mai 2008, in dem stand, dass “der Austragungsort des Matchs Valencia oder jeder andere von der SNG gewählte Ort sein kann”, führte den titelverteidigenden Yacht-Club des America’s Cup, die Société Nautique de Genève, dazu, sich für Ras al-Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu entscheiden.”

[Pressemitteilung Alinghi]

Auf der Alster bei Nacht!

Im Rahmen der Meisterschaft der Meister gab es eine Flutlichtregatta, den Dimension Polyant Cup. Das Team von www.segel-filme.de hat dazu wieder einen kleinen Clip produziert.

Besonders bemerkenswert finde ich an dieser Stelle den Hattrick von Tobias Schadewaldt. Deutscher Meister im 49er, Deutscher Meister im Laser und Sieger bei der Meisterschaft der Meister, das hat meines Wissen noch keiner vor ihm geschafft. Herzlichen Glückwunsch!

Videobericht zum Utsider-Jugendsegelprojekt!

Ich habe hier auf Yachtblick bereits einige male auf das Utsider Jugendsegelprojekt hingewiesen. Bis dato fehlte mir aber immer noch ein Anlass, um einen Artikel über die Utsider zu veröffentlichen. Alles Wissenswerte zur Utsider und ihrem Team erfahrt ihr im Film, wer darüber hinaus noch Fragen hat, bekommt ab heute die Gelegenheit sich mit Vertretern des Teams auf der Hanseboot zu Unterhalten und sich die Elliott 45 in ihrer ganzen Schönheit anzusehen. Vielleicht findet man bei einem Besuch in Halle B5/Stand 360 ja  heraus, wieso auf einem der Bilder, das die Jungs in den letzten Tagen über ihren Twitter-Account veröffentlicht haben, eine unbekleidete, weibliche Schaufensterpuppe steht!

utsider puppe

Ausbaggerung im Nothafen Darßer Ort beginnt!

darss

Vor ein paar Tagen hat das “Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung” des Landes Mecklenburg Vorpommern eine Pressemitteilung herausgegeben. Nachdem meine werten Kollegen das auch schon alle Abgedruckt haben, versuche ich es euch in knappen Worten zusammen zu fassen: Die Ausbaggerung des Nothafens beginnt und das Baggergut wird, anders als von den Umweltschützern gefordert, nicht im Hafen verklappt. Da der Nothafen Darßer Ort nicht als Dauerlösung herhalten kann, wurde zeitgleich auch das Raumordnungsverfahren für die Planung des Hafen Prerow auf den Weg gebracht.

Alle Artikel zum Thema Darßer Ort!

Die Pressemitteilung:

“Der Seenotrettungskreuzer muss so bald wie möglich wieder im Nothafen Darßer Ort stationiert werden, damit Menschen in Seenot vor dem Darß so schnell wie möglich gerettet werden können. Die Stationierung im Nothafen wird aber keine Dauerlösung sein, denn neben dem Menschenschutz muss im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft endlich auch dem Naturschutz Priorität eingeräumt werden. Deshalb habe ich heute gleichzeitig mit dem Startsignal für die Baggerung das Raumordnungsverfahren für den neuen Hafen in Prerow eingeleitet”, sagte Verkehrsminister Volker Schlotmann heute in Schwerin. Bei dem Verfahren werden alle Planungsunterlagen öffentlich ausgelegt und alle Beteiligten haben Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Stellungnahmen fließen in das Verfahren ein. Darüber hinaus werden mehrere Beratungen mit Kommunalvertretern vor Ort stattfinden. Ziel ist es, endlich die Voraussetzungen für die Planung des neuen Hafens in Prerow zu schaffen.

“Mit der Ausbaggerung allein ist den vielen Seglern, die gern eine Zwischenstation zwischen Warnemünde und Barhöft anlaufen wollen, nicht geholfen. Denn dort dürfen nur Boote in Not ankern. Es geht aber darum, das Segelrevier für Urlauber, auch für Familien, attraktiv und sicher zu machen. Das gelingt nur mit einem neuen Hafen”, so Schlotmann. Er betonte: “Mir ist bewusst, dass die Planungen nicht bei jedem in der Region auf Zustimmung stoßen.Wir wollen eng mit der Gemeinde zusammenarbeiten. Es geht aber jetzt darum, einen Schritt weiter zu kommen. Das tun wir mit dem Beginn des Raumordnungsverfahrens. Damit schlägt nun auch die Stunde der Wahrheit für die bisherigen Gegner eines neuen Hafens in Prerow: Wollen sie den Naturschutz im Nationalpark respektieren? Wollen sie konstruktiv zur Planung eines Hafens beitragen, der zu Prerow passt und den Wassertourismus in der Region fördert? Ich hoffe auf eine sachliche Debatte.”

Die Baggerung wird Anfang November beginnen und bis Anfang nächsten Jahres dauern. “Rechtzeitig vor der neuen Saison wird der Seenotrettungskreuzer wieder im Nothafen liegen”, betonte Schlotmann. Eine frühere Baggerung war aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Das Baggergut wird nordöstlich der Prerowbank verklappt.

Schlotmann dankte insbesondere den Naturschutzverbänden: “Der Dialog der vergangenen Monate war sehr konstruktiv, auch wenn er nicht zu der von den Verbänden gewünschten Lösung geführt hat. Wegen der jahrelang ungelösten Hafensituation auf dem Darß auf Kosten des Naturschutzes habe ich großes Verständnis für Forderungen nach einer Verklappung von Baggergut im Nothafen. Hauptsächlich habe ich wegen der Gefahr weiterer Notfälle diesmal anders entschieden. Klar ist für mich aber, dass das Problem nun wirklich gelöst und nicht wie in den vergangenen Jahren immer weiter verschleppt werden darf.”

Erster Mini-Transat Segler angekommen!

transat

Vor einigen Wochen haben wir bereits über den Start des Mini-Transat berichtet. Heute um 12:18 Uhr schaffte es Thomas Ruyant im brasilianischen Bahia die Ziellinie als erster zu durchsegeln.
Die ersten deutschen Teilnehmer werden wohl erst in den nächsten drei bis fünf Tagen zu erwarten sein.

Das führende Boot der Serienflotte lag zum Zeitpunkt der Zieldurchfahrt von Ruyant noch etwa 262 nm entfernt. Der beste Deutsche in dieser Klasse liegt mit einem Rückstand von 261 nm auf den führenden Dalin auf Platz 23.
Erstes Interview von Ruyant nach seinem Zieldurchlauf:
“Mein Boot hat alle Erwartungen erfüllt. Ich habe in den Doldrums manchmal wirklich viel riskiert. Ständig habe ich dem Boot versichert, dass es seine Ruhe und Entspannung bekommt, wenn wir erstmal im Ziel sind. Ich habe es wirklich strapaziert. Manchmal blieb der Spinnaker sogar in Sturmböen oben. Dadurch konnte ich den Vorsprung zu den anderen ausweiten. Außerdem habe ich fast die ganze Zeit über von Hand gesteuert – das war der Trick.”
Weiterhin viel Glück den verbliebenden Seglern, die noch einiges an Weg zurücklegen müssen.

via

Bilder IDM-Laser Siegerehrung!

Heute Morgen hatte ich einen Brief von Herrn Hergenröther, dem fotografierenden Schiedsrichter, im Briefkasten. Inhalt des besagten Briefes war eine CD mit allen Bildern der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Laserklasse im Allgäu. Da wir hier auf Yachtblick antreten, um den Segelsport aus seinem medialen Winterschlaf zu reißen, kann ich das vorgehen des Herrn Hergenröther nur unterstützen und komme seinem Wunsch die CD weiter zu geben natürlich nach. Der erste Teilnehmer der IDM der unter diesen Artikel einen Kommentar schreibt und mir seine Adresse per Mail schickt bekommt die CD zugesandt.

Christophs Zusammefassung IDM Laser 2009

Wir sind wieder zurück! Am Montagmorgen gegen 2:30 Uhr waren Tommy und ich, nach zehn Stunden Autofahrt, wieder zurück in Rostock.

Letzten  Dienstag sind wir in aller Frühe aufgebrochen und haben uns auf den Weg in das knapp 920 Kilometer entfernte Immenstadt gemacht. Für den Tag stand noch so einiges auf dem Zettel. Wir hatten noch keine Unterkunft und das Wetter sollte jetzt nicht unbedingt sommerlich werden! Tommy konnte dann allerdings eine sehr nette Dame in Immenstadt ausfindig machen, die uns eine Ferienwohnung überlassen konnte.

Mittwoch und Donnerstag konnten wir leider nicht segeln, da der Wind aus allen Richtungen kam, nur nicht aus der „segelbaren“. Wir haben uns den Tag mit Spielen wie: „Nenne alle aktuellen Olympiasieger“, oder „Wer bin ich?“ vertrieben. Das war ein Spaß!

Freitag war dann unser erster Tag, an dem wir rausfahren konnten. Nach zwei Rennen am Vormittag, einer kleinen Mittagspause zum aufwärmen und zwei Rennen am Nachmittag, standen dann die ersten Ergebnisse fest. Ich war Achter.

Samstag lief es leider nicht so gut und ich hatte einige Probleme mit dem Wetter. Nebel, überall Nebel und Sichtweiten teilweise unter 30 Meter machten es sehr schwer, sich auf dem Kurs zurechtzufinden. Im zweiten Rennen des Tages hatte ich dann auch noch einen Frühstart, musste dann also an Land sehen, dass mein Fünfter Rang nicht gewertet wurde. Am Ende des Tages war ich dann auch nur 12ter. Mit diesem Tag gingen dann die Vorläufe zu Ende und es stand am Sonntag nur noch das Finale an. Das Medal Race der besten zehn Segler und das Fleet Race.

Da ich leider nicht unter den besten zehn war, musste ich dann am Sonntag am Flottenfinale teilnehmen. In dem Rennen konnte ich aber nicht wirklich gut punkten. Nach einem schlechten Start war es kaum möglich, noch viele Boote einzuholen und ich bin als 15ter durchs Ziel gegangen. In der Gesamtwertung bin ich dadurch auf den 13ten Rang zurückgefallen.

Das Medal Race habe ich mir dann von Land aus angesehen. Frithjof Schwerdt konnte dieses Rennen gewinnen und damit den dritten Platz der Gesamtwertung ersegeln.

Ich gratuliere ganz besonders Tobias Schadewaldt, der zum zweiten Mal in Folge den Titel gewinnen konnte. Gratulation auch an Lisa Fasselt, die die Konkurrenz der Frauen dominierend gewann.

Die kälteste Deutsche Meisterschaft aller Zeiten!

Zurück aus dem schönen Allgäu, möchte ich euch an dieser Stelle die Bilder und die Ergebnisse nicht vorenthalten. Die wirklich faszinierenden Aufnahmen wurden mir von Kurt Hergenröther, einem der Schiedsrichter, zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

Deutscher Meister im Laser Standard (Herren) wurde Tobias Schadewaldt (Norddeutscher Regattaverein) vor Lokalfavorit Philipp Buhl (Segelclub Alpsee-Immenstadt) und Frithjof Schwerdt (Potsdamer Yachtclub). Den vierten Rang erreichte ein überragender, aber vom Pech verfolgter, Malte Kamrath, unser Christoph landete auf Platz 13. Deutsche Meisterin im Laser Radial (Damen) ist Lisa Fasselt (Yachtclub Ruhrland Essen) vor Franziska Goltz (Schweriner Segler Verein) und Christiane de Nijs (Segel-Club Neumünster)

Link: SCAI