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April, 2009:

Wenn man keine Ahnung hat einfach mal die Fr**** halten

Dass die Berichterstattung seitens der Medien zum Thema Piraterie unvollständig und teilweise schlicht und ergreifend falsch ist, hat der aufmerksame Leser in diesen heißen Zeiten sicherlich längst mitbekommen.

Allerdings schien der vor einigen Tagen erschienene Artikel auf Spiegel-Online zu zeigen, dass es in Sachen journalistischer Inkompentenz zu immer neuen Höhepunkten kommt. So erschien an oberster Stelle eine Eilmeldung dass das deutsche Kreuzfahrtschiff „MSC Melody“ von Piraten angegriffen worden sei.  Jeder Kreuzfahrt oder maritim interessierte Leser dürfte bereits beim Lesen der Schlagzeile festgestellt haben, dass es sich bei der „MSC Melody“ um kein deutsches Schiff handelt. MSC ist die Abkürzung der italienischen Reederei Mediterranean Shipping Company. Und MSC ist sicherlich keine unbekannte Reederei. Denn direkt nach der dänischen Reederei Maersk gilt MSC als die zweitgrößte Reederei der Welt.
Aber wenn man wie vermutlich einige deutsche Redakteure lediglich den Schiffsnamen „MSC Melody“ googelt gekommt man als Treffer das deutsche Buchungsbüro MSC-Kreuzfahrten in München. Da liegt die Vermutung natürlich nahe, dass es sich auch um ein deutsches Schiff handeln muss. Für mich war das mal wieder ein eindeutiger Beweis, dass den betreffenden Redaktionen die Zusammenhänge im globalen Schiffahrtsgeschäft nicht einmal annähernd bekannt sind.
Aber eigentlich ist das ja auch egal, schließlich muss die Meldung nur vor der Konkurrenz erscheinen, und der sachlich richtige Inhalt wird schnell zur Nebensache. Traurig aber wahr. Leider auch beim Spiegel.

Für Volksfestfreunde – Hamburger Hafengeburtstag 2009

… vom 8. – 10. Mai 2009 

Link zum Video www.yachtblick.de ( für Mail Abonennten )

 
Viedeoquelle http://www.hafengeburtstag.de

Seewetterberichte!

Die meisten erfahrenen Skipper schalten ja schon Instinktiv das Radio ein, wenn der Seewetterbericht läuft. Für alle die ohne diesen Instinkt geboren wurden, hat der Deutsche Wetterdienst gerade wieder ein .pdf herausgegeben, in dem alles Wissenswerte über den Empfang von Wetterdaten zu finden ist. 

Link zur Datei

gefunden auf www.sailpress.com 

Neues aus der Hafenkneipe

Neuer alternativer Bootsantrieb


Boot fährt ohne Segel und Motor – dafür mit Luft und Liebe … nein quatsch mit Laser und Sonnenlicht!

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Eventuell doch ein “richtiger” 33. Americas Cup 

Nachdem der Golden Gate Yacht Club, als Vetreter des Team BMW Oracle, letzte Woche kompromissbreitschaft angekündigt hat und einen konventionellen 33. AC mit allen Teams zum erklärten Ziel machte, haben nun die Schweizer ( Team Alinghi ) reagiert und Vertreter von BMW Oracle für nächste Woche nach Genf eingeladen. 

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Jung und Solo Einhand um die Erde

Mike Perham war im letzten November aufgebrochen ( wir berichteten ) um der jüngste Nonstop – Weltumsegler zu werden. Mittlerweile musste er aber bereits 3 mal an Land gehen um Probleme am Boot zu beheben. Der Rekord ist also nicht mehr zu knacken.

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Logistiker spenden für Seenotretter

Das derzeit allgegenwärtige Wort „Krise“, das keiner mehr hören mag, war der Anlass: Auf dem 10. Logistics Forum in Duisburg gab Dr. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesvereinigung Logistik (BVL) und Moderator der Veranstaltung die Losung aus: Wer das potenzielle Unwort des Jahres 2009 in den Mund nimmt, zahlt fünf Euro. Und zwar für einen guten Zweck – für die Seenotretter der DGzRS. Ich hoffe das findet Nachahmer. Der DGzRS wird sich sicher nicht beschweren, man stelle sich vor, man führt das unter den Reportern von Spiegel Online ein – unsere Retter könnten bald Wally Yachten fahren = )

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Die höchste Form der Anerkennung ist noch immer der Neid!

 

In diesem Sinne möchte ich Herrn Würth zum neuen Schiff gratulieren. Völlig ohne Zynismus und Ironie, denn ich meine es wirklich so. Der Mann hat 1250 Menschen in Kurzarbeit geschickt … von den ca. 5000 die er beschäftigt. Dieser Mensch ist ein Rückgrat der deutschen Wirtschaft und wird gerade von den Medien zerfleischt, weil sein neues Spielzeug ausgeliefert wurde. Was läuft in diesem Land falsch? Die Projektentwicklung und der Bau einer Yacht dieser Größenordnung dauert Jahre! Es kann daher nur als Dummheit oder schlechte Recherche bezeichnet werden, wenn die Yacht und die Kurzarbeit in einem Atemzug genannt werden. Das Geld für dieses Schiff ist weit vor der Krise verdient worden und wer die Branche kennt, weiß auch, dass der Großteil des Geldes bereits weit vor der Krise bezahlt wurde. Ich hoffe für ihn, dass er sein Schiff trotz schlechter Presse genießen kann.

Zum Schiff:

Länge: 85,47 m

Breite: 14,20 m

Werft: Oceanco

Naval Architect: Azure Naval Architects, Oceanco

Design: Nuvolari & Lenard

Ich finde die Yacht echt schick – sie ist natürlich, wie auch die Preisgekrönte “Alfa Nero”, ein Kind von Oceancos Y700‘er Serie. 

Juristische Entscheidung im America’s Cup

Die Sensation ist perfekt – beim Americas Cup wird gesegelt! Na gut – das war vielleicht etwas zu zynisch – denn das gesegelt wird stand auch vor der richterlichen Entscheidung nicht in Frage. Die Frage war, wer gegen wen und wo und auf welchen Schiffen. Die Fragen sind natürlich auch seit dem gestrigen Gerichtsurteil noch nicht beantwortet. =)

Also erstmal weg vom Spot, hin zu den Fakten: Gestern entschied der New York State Court, dass die Argumentation von Oracle Team Chef Larry Ellison schlüssig sei und der vom Team Allinghi „eingesetzte“, spanische Segelclub Nautico Espanol De Vela (CNEV), kein rechtmäßiger Herausgeber für den Americas Cup ist, weil dieser die Kriterien des „Dead of Gift“ nicht erfüllt. Um das mal dem Leihen schlüssig und in einem Satz zu erklären – Allinghi hat, wie so viele Verteidiger vor ihnen, einfach einen Segelclub zur Vertretung ihrer Interessen gegründet und diesen die Regeln für den Cup aufstellen lassen, wäre der Allinghi Teamchef Ernesto Bertarelli dabei etwas genügsamer gewesen, hätte das sicher auch in diesem Jahr funktioniert. Die Regeln waren aber derart schwammig ausgelegt, dass Bertarelli theoretisch bis kurz vor den Start des ersten Rennens die Bootsklassen hätte ändern können. Da dies für ein Millionenschweres Syndicat, wie Team Oracle BMW natürlich keine Planungsgrundlage ist, hatten diese das ganze Verfahren vor Gericht gebracht.

Wie geht es jetzt weiter? Also das Recht den Cupholder Allinghi herauszufordern, liegt jetzt beim Golden Gate Yacht Club und damit bei Oracle. Eine erneute Verhandlung ist aufgrund der Einstimmigkeit der Richter ausgeschlossen. Was wiederrum heißt, dass die beiden/drei Streithähne Ellison/Coutts und Beratarelli wieder an den Verhandlungstisch müssen, um die nächste Ausgabe des Cup zu planen. Sollte diese Verhandlung erwartungsgemäß nicht zu einem Ergebnis führen, kommt es laut „Dead of Gift“ zu einer direkten Austragung des AC zwischen Oracle und Allinghi. Deshalb haben beide Teams auch bereits riesige Trimarane gebaut. Man könnte Unken rufen und sagen, dass Russel Coutts seit gestern im Ölzeug schläft und nur darauf wartet.

Wenn es zu eben beschriebenen Szenario kommt, wird es für den jeweiligen Verlierer die größte denkbare Schmach. Es dürfte also ein spannendes Rennen werden, weil es nach der Geschichte der letzten Monate für beide Teams um alles geht. 


Bildquelle: www.sportgate.de