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Februar, 2009:

DVD – Tipp! Der Untergang der Lusitania!

Diesen Film habe ich mir Gestern Abend angesehen. Ich hatte von dem Film relativ wenig erwartet, wurde aber sehr positiv überrascht. Dieser Film ist wirklich gut.

Amazon fasst den Film wie folgt zusammen: 

Kurzbeschreibung
7. Mai 1915: Professor Holbourn ist mit der Lusitania auf dem Weg in seine schottische Heimat. Der Atlantikliner ist eines der größten Passagierschiffe seiner Zeit. Er gilt als unsinkbar und unerreichbar für U-Boote. Doch während die Menschen sich an Deck amüsieren, nimmt das deutsche U20 den Ozeanriesen ins Visier. Trotz Zweifeln gibt Kapitänleutnant Schwieger das Kommando zum Feuern. Er glaubt ohnehin nicht, dass er das riesige Schiff versenken kann. Plötzlich weigert sich einer seiner Soldaten, den Befehl auszuführen. Schnell ist er überwältigt, aber die Chance auf einen erfolgreichen Abschuss scheint jetzt verschwindend gering. Doch das Schicksal hat kein Einsehen: Der deutsche Torpedo trifft und bringt den schwimmenden Palast zum Erzittern. Schlimmer noch, er verursacht eine gewaltige Folge-Explosion, die das Schiff kentern lässt. In nur 18 Minuten sinkt der prunkvolle Atlantikliner völlig – 1198 Menschen ertrinken im eiskalten Wasser der irischen See.

Mit der Badewanne über die Ostsee.

Das Erlebnis „Meer“ fühlt sich nicht mehr ganz so intensiv an, wenn man in einer Höhe von etwa 40 Meter übers Meer rauscht. Ich weiß es, denn so hoch befindet sich mein Arbeitsplatz, an dem man selbst zehn Meter hohe Wellen als nicht weiter dramatisch empfindet.
Grund genug für mich im Urlaub der Wasseroberfläche etwas näher zu kommen. Mitte August 08 machte ich mich mit einer kleinen Crew vom Darß Richtung Rostock zur Hansesail auf. Als Untersatz diente erneut unser geliebtes Zeesenboot FZ86 „Godewind“. Wie zu erwarten, konnten wir schon während der Ansteuerung jede Menge klassische Prominenz unter Segeln bestaunen. Mit knapp 100qm Segelfläche gehörte die „Godewind“ definitiv zu den kompakteren Schiffen der Hansesail.

Umso erstaunlicher war mein Erlebnis während der Rückreise mit einem Fahrzeug noch viel kleinerer Art. Es soll ja immer wieder mutige Segler geben, die ausgedehnte Küstentouren in sehr kleinen Jollen auf der Ostsee unternehmen, aber die Begegnung mit der „Arved Fuchs“ wird vermutlich einzigartig bleiben.
Irgendwo zwischen Rostock und Darßer Ort verweigerte der Wind uns gänzlich seinen Dienst und unter „Bronze-Spinnaker“ tuckerten wir schließlich ganz langsam unserem Ziel entgegen.
In regelmäßigen Abständen sah ich achteraus und traute meinen Augen kaum, als ich dieses Fahrzeug entdeckte. Mit einem Blick durchs Fernglas konnte ich mich vergewissern, dass es sich tatsächlich um ein Boot und nicht etwa um Treibgut handelte.

Wenig später konnte man den in großen Lettern am Rumpf aufgeklebten Namen erkennen: „Arved Fuchs“.
Nachdem ich „Arved“ zugewinkt hatte, kam er auch schon längsseits. Natürlich handelte es sich bei dem Insassen nicht um den „echten“ Arved Fuchs, dafür aber sicherlich um eine nicht minder spezielle Person.
Unser Seemann stammte ursprünglich aus Berlin und tourte nun schon die zweite Saison auf der Ostsee herum. Die Aussage, dass bereits 3 Windstärken für ihn schwere See bedeuten würden, glaubte ich ihm sehr gerne.
Allerdings konnte man dem Faltboot (mit Optisegel!) eine gewisse Seetüchtigkeit nicht absprechen. In wasserdichten Kanistern war alles was für den Blauwasser(ostsee)segler von Notwendigkeit war, inkl. GPS, Karten, Proviant, etc. vorhanden.

Dennoch erschien mir „Arved“ doch etwas ausgemergelt zu sein, zumal sein Budget nach eigenen Angaben wirklich sehr, sehr klein war.
Somit wechselten eine Dose Ravioli und eine Flasche Bier den Besitzer und ein glücklicher Arved setzte seine Reise Richtung Rügen fort.
Mal sehen, wen ich nächste Saison so auf der Ostsee treffen werde. Bobby Schenk vielleicht…?

Anmerukung der Readaktion: Ich wäre sehr dankbar für die Kontaktdaten von “Erwin”, wie er wohl mit bürgerlichem Namen heißt. Kennt jemand diesen Segeler oder hat ihn auch schon jemand gesehen? 

Sam Davies – Sailing and Dancing Queen


Ich habe gerade auf Sailinganarchy diesen Link zu einem Video von Sam Davies gefunden. Offensichtlich ist die Vendée Globe nur für Männer eine harte angelegenheit, die Damenwelt sieht es etwas lockerer. Ich finde auch, dass auf Einhand Weltumseglungsregatten wird viel zu wenig getanzt wird.

http://www.samdavies.com/gb_videos-voir.asp?num=1583

P.S. Es ist davon auszugehen, dass Sam Davies in den nächsten Stunden die Vendée Globe als 3. beenden wird.

Schadenfreude! Wenn sie nicht lachen sind Sie ein guter Mensch!

Any publicity is good publicity!

Guck Christoph! So erregt man Aufmerksamkeit! Wenn du sowas bei jeder Regatta machst, werden sich die Sponsoren sicher um dich reißen! 

via H2uOh

Meilensteine im Yachtbau – Teil 4. SWATH – Yachten!

Ich gebe es zu, ich habe einen Febel für „komische“ Yachten. Yachten, die irgendwie anders sind. Yachten, denen man die Experimentierfreudigkeit der Eigner ansieht. Ich habe auf diesem Blog bereits Lobreden über Jim Clarks segelnden Computer oder die X-Bow Trendsetter geschrieben. Natürlich ist nicht jede Neuerung automatisch etwas Gutes. Die als Proa gestaltete „Asean Lady“ würde ich aus ästhetischem Grund nicht in meine persönliche Liste von Traumschiffen aufnehmen.

Kommen wir nun also zu einem weiteren Rumpf, der kürzlich Einzug in die Yachtbranche gehalten hat, dem SWATH Rumpf. Dieses Rumpfkonzept ist mir schon länger bekannt, denn es konnte erfolgreich in der Berufsschifffahrt eingesetzt werden. Leider zeigt das Prinzip gerade hier seine größten Schwächen, weshalb sich für mich immer die Frage stellte, wann es im Yachtbau endlich Anwendung findet.  Wie soll ich sagen – mein Flehen wurde erhört =)

Aber ersteimal zur grauen Theorie und Geschichte:

SWATH steht für: „Small Waterplane Area Twin Hull“ und wurde 1938 von Frederick George Creed der britischen Marine vorgestellt. 1946 wurde seine Entwicklung dann amtlich anerkannt und er bekam ein britisches Patent. Hauptmerkmal von SWATH Schiffen sind zwei torpedoförmige Autriebskörper, die sich unterhalb der Wasseroberlfäche befinden und nur durch dünne Stege mit der Plattform verbunden sind. Diese Bausweise ist noch am ehesten mit der von Katamaran vergleichbar, was auch zu der Bezeichnung „semi submerged catamaran“ führte.

Der Vorteil dieses Systems ist, dass SWATH Schiffe auch bei rauer See sehr ruhig im Wasser liegen. Die Minimierung der Vertikalbewegung des Schiffes ist auf die Tatsache zurück zu führen, dass die Amplituden der Wasserwellen exponentiell mit der Tiefe abnehmen. Das dieser Fakt gerade in der Yachtindustrie von Vorteilen ist, da er Seekrankheit nahezu verhindern kann, dürfte einleuchten.

Leider hat jede Medaille zwei Seiten und so ist auch die SWATH-Technologie nicht über alle Zweifel erhaben. So verhält sich das ganze System im Wasser wie eine sehr weiche Feder. Wasserwellen werden  problemlos kompensiert, aber Impulse, die vom Schiff selbst ausgehen, schlagen sich dafür entsprechend stark auf die Schiffsbewegung nieder ( das war jetzt der Versuch das Problem sehr anschaulich zu beschreiben ). Wenn der Führer eines SWATH – Schiffes also den Hebel auf den Tisch legt oder stark Ruder legt, dann reagieren diese Rümpfe entsprechend stark. Natürlich kann diesem Problem in Fahrt mit aktiv gesteuerten Flossen begegnet werden. Im folgenden Video sind diese Schiffsbewegungen sehr gut zu sehen, leider spricht der Mann weder Deutsch noch Englisch, aber darauf kommt es auch gerade nicht an:

Aufgrund des Archimedischen Prinzips ist der Auftrieb bei geringem im Wasser befindlichem Volumen natürlich nicht allzu groß, eben auf das Gewicht des Schiffes angepasst. Das schlägt sich natürlich negativ auf die Beladungseigenschaften nieder. Große Variabilität in Bezug auf die Zuladung kann man daher von einem SWATH-Schiff nicht erwarten, aber wer  will in seinem Salon auch Kohle und auf seinem Helipad einen Container transportieren. In gewissen Grenzen kann diesem Problem natürlich mit Ballasttanks begegnet werden. Zusammengefasst kann man also sagen, dass ein SWATH-Schiff niemals die Eierlegende-Wollmilchsau sein kann, aber die angepeilten Aufgaben hervorragend erfüllt werden und darum geht es ja gerade bei Yachten.

Die Firma Abeking & Rasmussen hat kürzlich die erste ( ernst zunehmende ) private SWATH Yacht gebaut. Nach Anfrage, ob man mir Informationen und Bilder über diese Yacht zukommen lassen könnte, bekam ich nach einiger Zeit eine umfangreich gefüllte Mappe von der Werft mit einem freundlich Brief, der mich darauf hinwies, dass man mir natürlich nicht allzu viel sagen kann. Klar – die Branche lebt schließlich von der Diskretion. Abeking & Rasmussen muss hier allerdings lobend hervorgehoben werden, denn wie ich  während meiner Recherchen zu anderen Artikeln leider feststellen musste, bekommen sehr viele Werften eine anständige Kommunikation nicht auf die Reihe.

Was in der Mappe, welche ich bekommen habe drin stand? Davon werde ich im zweiten Teil zu diesem Thema berichten.

Bildquelle: www.wikipedia.de

In 84 Tagen um die Welt!

Michael Desjoyeaux hat heute die Vendée Globe gewonnen. Um 16:11 Uhr mitteleuropäischer Zeit steuerte „Le Professeur“  seine Foncia über die Ziellinie von Les Sables d’Olonne. Trotz anfänglicher technischer Probleme, die ihn zum umkehren zwangen, umrundete er die Erde in Vendée Globe Bestzeit ( 84 Tage, 3 Stunden, 9 Minuten ). Er ist der Erste, der die härteste Regatta der Welt bereits zum 2. mal gewonnen hat. Sein Rekord, die Wiederholungstat und die Tatsache, dass bis dato 18 von 30 Teilnehmern ausgeschieden sind, qualifiziert „Le Professeur“ definitiv für den Segler Olymp. 


Herzlichen Glückwunsch und ein weiches Bett Herr Desjoyeaux