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2009:

Yachtblick Weihnachtsverlosung!

Weihnachten, die Zeit der Mildtätigkeit und Geschenke, geht auch an Yachtblick nicht spurlos vorüber. Vor einigen Tagen bin ich in einer Buchhandlung über dieses Coffee-Table-Book, mit dem glorreichen Titel „Die belle Epoque des Segelsports“, gestolpert. Ein Buch, illustriert mit Bildern und Gemälden, das Sie auf eine Zeitreise zu den Anfängen des Yachtsports mit nimmt. Der Zeit als Segeln noch als der „Sport der Könige“ bezeichnet wurde.

Nach kurzem durchblättern war klar, dass ich das Weihnachtsgeschenk für meine Leser in den Händen halte, zumindest für einen meiner Leser. Wir werden dieses Buch heute verlosen.

Da nicht nur das Schenken, sondern auch das Beschenktwerden eine Freude ist, gibt es drei Möglichkeiten an der Verlosung Teil zu nehmen.

  1. Es nimmt jeder Teil, der von seiner Seite einen Link auf Yachtblick setzt. Wer keine Seite hat kann auch „Social Bookmarken“ z.B. bei Facebook, StudiVZ, Digg etc. und mir dann den Link zur Bestätigung schicken.
  2. Es nimmt jeder Teil, der mir einen Beleg dafür zukommen lässt, dass er einer dem Wasserport nahen Organisation (DGzRS, Verbände, Vereine etc.) eine Spende hat zukommen lassen. Art und Höhe der Spende sind dabei egal, der Beleg wird auch nicht veröffentlicht und von mir umgehend wieder gelöscht.
  3. Es nimmt jeder Teil, der sich für den Yachtsport engagiert, also Trainer, Ehrenamtliche in Vereinen und Verbänden, Organisatoren, erfolgreiche Segler, Segel-Papis etc. Für diese Kategorie möchte ich, dass ihr mir Vorschläge macht. Wenn ihr also jemand kennt der dieses Buch verdient hat, beschreibt mir kurz die Leistungen der Person in einer Mail oder als Kommentar.

info@yachtblick.de

Teilnahmeschluss ist der 30.12.2009 um 12 Uhr.

Das Yachtblick Team wünscht seinen Lesern an dieser Stelle ein ruhiges, nahrhaftes, erholsames und besinnliches Weihnachtsfest. Yachtblick sind in erster Linie Tommy (links) und Christoph (rechts), aber auch unser stetiger Unterstützer und Ehren-Mitglied John (mitte) sowie unser Blog-Kapitän Johannes. An Letzteren gehen ganz besondere Weihnachtsgrüße, da er sich als „echter“ Kapitän irgendwo auf einem Containerschiff vor der Küste Koreas befindet und deshalb auch nicht mit auf dem Bild ist.

>> zur Kommentarfunktion

Interview mit Malte Kamrath

In der vergangenen Woche haben wir bereits über den Weltcup in Melbourne berichtet, die Jungs und Mädels sind wieder zurück im kalten Deutschland und Malte Kamrath stand uns für einige Fragen zur Verfügung.

Hey Malte, würdest du für uns bitte deine Saison 2009 zusammenfassen? Neben dem Segelsport warst du ja sehr mit deinem Studium beschäftigt, meinst du, dass es dich in deiner seglerischen Leistungsfähigkeit eingeschränkt hat?

In diesem Sommer habe ich mein Physikum geschrieben und deshalb bis Ende August sehr viel Zeit ins Studium bzw. ins Lernen investiert.

Das hat mich auf jeden Fall Trainingszeit auf dem Wasser und an Land gekostet. Ein paar Kilo mehr hatte ich plötzlich auf der Waage und an falschen Stellen. In meiner seglerischen Leistungsfähigkeit hat es mich in Sachen Wettkampfpraxis eingeschränkt. Manchmal hatte ich das Gefühl: „Oh man, wäre ich ein paar mehr Regatten gesegelt, hätte ich jetzt mehr Taktik- und Strategieroutine.“

Der Speed war eigentlich immer noch ganz gut.

Was ich aber im Nachhinein gemerkt habe: Die Zeit hat mich extrem widerstandsfähig und zäh gemacht. Einfach segeln, pauken, essen und schlafen. Mehrere Monate lang – Okay zwischendurch auch mal ne Party, muss ja auch mal sein…

Wie war dein Aufenthalt in Melbourne?

Super!

Ich habe mich von Anfang an besonders im Club und in unserem Appartement sehr wohl gefühlt. Teilweise bin ich nach dem Segeln, besonders während der Regatta einfach im Club geblieben, hab ein Kaffee getrunken und dort Zeit verbracht, um zu relaxen und den Tag Revue passieren zu lassen.

Nette Leute, warmes Klima und teilweise herausfordernde Segelbedingungen.

Highlight der Saison 2009?

Ganz klar EM in Landskrona – Super Regatta mit B-Kader in der Tasche.

Ziele für 2010?

Medaille bei der EM. Top 10 bei der WM.

Mal wieder ein paar Medal Races bei den Weltcups mitsegeln.

Olympische Spiele 2012, wie schätzt du deine Chancen ein? (Teilnahme)

Gut.

Ich denke, es wird herausfordernd, das Kriterium zu ersegeln. Darauf richtet sich auch mein Fokus. Einfach bei den Quali Regatten mein Bestes geben.

Wie die anderen Deutschen dabei segeln, kann ich sowieso nicht beeinflussen.

LG Malte

Großen Dank an Malte und viel Glück für die Saison 2010, wir werden uns bald auf dem Wasser wiedersehen.

http://www.maltekamrath.de/

http://twitter.com/MalteKamrath

Filme für Yachtis!

Die Weihnachtsfeiertage stehen an und für einige ist das die schönste Zeit des Jahres, für alle anderen zumindest ein paar freie Tage. Aus Sicht eines Seglers hat dieses Fest nur einen Fehler, es findet im Winterhalbjahr statt, wenn die Schiffe hoch und trocken stehen. Dieser Artikel über die besten Segelfilme kommt nicht zufällig kurz vor den Feiertagen.

Der Sturm!


Wolfgang Petersens Film basiert auf der Geschichte des am 28. Oktober 1991 im Sturm Grace gesunkenen Schwertfischers Andrea Gail. Der Film liefert großartige Bilder und hält seinen Spannungsbogen auf konstant hohem Niveau. Das „based on a true story“ wird nur in Sachen Seemannschaft teilweise außer Kraft gesetzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Schwertfischer im Sturm ohne Livebelts an Bord rumturnt.

White Squall – Reißende Strömung

Der Ridley Scott Film aus dem Jahr 1996 erzählt die Geschichte des am 2. Mai 1961 gesunkenen Segelschulschiffs „Albatross“. Das Unglück wurde auf eine weiße Bö, einen extrem seltenen und starken Fallwind, zurückgeführt. Der Film ist in Summe zu empfehlen, die Bilder sind gut, es gibt allerdings spannendere Filme.

Wind
Ist einer von zwei Filmen in dieser Liste, die definitiv für Paare sind. Männer seit gewarnt, es ist eine ganz schöne Schnulze, aber es geht auch um den Americas Cup und das macht den Film für uns sehenswert. Eine detaillierte Rezension hab ich hier schon geschrieben.

Morning Light
Auch über diese Doku gibt es hier schon eine Rezension. Der in der vergangenen Woche verstorbene Förderer des Segelsports, Roy Disney, hatte dieses Projekt initiiert. Ziel des Projektes war es Jugendliche aus verschiedenen Teilen der USA zu einem Segelteam zu formen und sie an einer Transpac-Regatta teilnehmen zu lassen.

Todesstille

Der Thriller aus dem Jahr 1989 erzählt die Geschichte eines Paares, das sich mit einer großen Yacht auf eine ausgedehnte Weltumsegelung begibt. Unterwegs nehmen sie einen Schiffbrüchigen an Bord … und von jetzt an erzähle ich euch nicht mehr weiter! Recht spannend und wirklich gute Bilder einer schönen Yacht auf See!

Message in a Bottle – Der Beginn einer großen Liebe

Ganz schöne Schnulze! Ein Film für Paare! Jungs das wird nicht leicht, aber hin und wieder retten euch die Bilder von klassischen Segelyachten und den Outer Banks. Geschichte … worum ging es da noch mal … hatte ich erwähnt das man klassische Yachten sieht?

Ghost Ship

Relativ schwache Geschichte über ein „Geisterschiff“. Da die Hauptdarsteller des Films eine Offshore-Bergungscrew sind, sieht man relativ viele Schiffe. Wer Schiffe mag, kann mit diesem Film leben.

Fools Gold

Matthew McConaughey an der Seite der schönen Kate Hudson. „Finn“ ist eine Art moderner Schatzsucher, der das Traumleben eines jeden Surfers führt. Planlos und sympathisch strahlt er durch seine Welt, zum Leidwesen seiner Frau. Am Ende wird natürlich alles gut und der Schatz gefunden – was auch sonst. Eine weitere Hauptrolle im Film nimmt die bei Richmond Yachts gebaute Motoryacht „Kerry Lee“ ein.

Into the Blue

Jessica Alba im Bikini!

Open Water 2

Die Geschichte ist schnell erzählt. Alle springen ins Wasser und es gibt keine Badeleiter über die man zurück aufs Boot kommt. Danach sieht man für sehr lange Zeit Menschen im Wasser schwimmen. Find ich in Summe nicht so prall. Wer den ersten Teil mochte, wird auch den zweiten Teil mögen, mir ist das zu wenig Story.

Yacht des Jahres! Die Tests vor Barcelona!

Viel Yacht-Redakteur, wenig Yachten! Ich schiebe das mal auf die Witterungsbedingungen, denn bei Nebel gibt es leider keine guten Bilder. Da ich aber auch den ersten Teil der Tests hier präsentiert und ausgewertet habe, wollte ich euch den 2. Teil nicht vorenthalten. Wir werden sehen, ob unser Uppi trotzdem wieder einen ebenso intelligenten wie kritischen Kommentar zu den Yachten hat.

Natürlich stammt auch dieser Film wieder aus der Feder des besten Segel-Film-Produzenten, der jemals die 7 Weltmeere befahren hat =)

Geoff Holt! Mit dem Rollstuhl über den Atlantik!

Es gibt Artikel auf die ich mich so richtig freue und die zu schreiben mir wirklich Spaß macht. Dieser Bericht über den Querschnittsgelähmten Geoff Holt, der gerade über den Atlantik segelt, ist einer dieser Artikel. Ja, ich bin ein echter Fan von Behindertensport und nein, dass wird kein Versuch mich nach den Verrissen der letzten Wochen wieder flächendeckend akzeptabel zu machen. Mich faszinieren die Technik und der Einfallsreichtum, die für den Behindertensport notwendig sind.  Im  Behindertensegelsport spielt aber auch Mut eine ganz große Rolle, denn wenn ich mir die 2.4 Meter Klasse anschaue, bekomme ich leichte Beklemmungen. Es reizt mich schon die Dinger mal zu segeln, aber aus dem Segelversuch mit einem Faltboot weiß ich, wie gewöhnungsbedürftig diese Sitzposition bei Krängung ist. Im Übrigen geht mit Heiko Kröger für den NRV einer der weltbesten Segler in der 2.4 Meter Klasse an den Start (mehrfacher Behinderten-Weltmeister, 2001 Weltmeister Over-all, 2000 Olympisches Gold in Sydney, aktuell Vize-Weltmeister)

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Geoff Holt will mit dem, für Rollstuhlfahrer konstruierten, 18 m Hochseekatamaran „Impossible Dream“ von Lanzarote zu den Virgin Islands segeln, dem Ort ,wo er vor 25 Jahre bei einem Sprung in seichtes Wasser verunglückte. Begleitet wird Holt von einer Pflegerin, die sich um sein leibliches Wohl kümmert, ihn aber nicht beim Segeln unterstützt. Es ist nicht die erste Reise dieser Art, denn bereits 2007 hat er England mit einem kleinen Trimaran umrundet.

Ich hatte vor einigen Jahren selbst einen schweren Motorrad Unfall und hatte das Glück, heil aus dieser Sache raus zu kommen. Als Folge dessen konnte ich knappe 2 Jahre nicht laufen, was verglichen mit einer lebenslangen Querschnittslähmung natürlich unbedeutend ist, aber ich denke ich kann dadurch die Beweggründe und den Drang des Geoff Holt immer wieder ins Boot zu steigen ganz gut nachvollziehen.

Anders als die kürzlich kritisierten Charity-Projekte oder die ewige Leier von weltumsegelnden Kindern, über die ich schon aus Protest nicht schreibe, finde ich dieses Projekt wirklich gut und erwähnenswert. Was Geoff Holt da macht wirkt ehrlich! Es geht ihm nicht um Mitleid, es geht ihm darum, anderen Menschen Mut zu machen. Jeder dem es mal richtig dreckig ging, weiß wie schnell einen der Mut verlassen kann und das einem Reiseberichte, Bücher und Geschichten ,wie die von Geoff in dieser Situation, wirklich helfen können.

As Geoff says, “It’s not about being disabled. It’s not about sailing the Atlantic Ocean. It’s about demonstrating that disability need not be a barrier to achieving something positive in your life”

Geoff Holt gilt als Gründer des Vereins Sailabillity, einer Vereinigung, die weltweit behinderten Kindern das Segeln ermöglicht. Mit der Publicity, die er durch sein aktuelles Projekt generiert, möchte er auf den Ellen McArthur Trust hinweisen. Einer Initiative, die Kinder mit Krebserkrankungen aufs Wasser bringt.

Ein besonders bemerkenswerter Punkt, der mit der Behinderung nix zu tun hat, ist die Art seiner Berichterstattung! Geoff veröffentlicht täglich einen kurzen Clip in seinem Videoblog und das in nie da gewesener Qualität. Er beweist damit, dass eine qualitativ hochwertige Berichterstattung, von Offshore Events im 21. Jahrhundert, kein Hexenwerk mehr ist.

Weihnachtsgeschenke für Segler!

Christoph und Ich haben uns mal ein paar Gedanken darüber gemacht, was man Seglern und Yachtis an Weihnachten schenken kann. Selbstredend, dass ich dabei nur die Erweiterung meiner Zielgruppe auf Mütter, Freundinnen und Ehefrauen im Auge habe. =)

Um zu vermeiden, dass die SeglerInnen jetzt auf die Barrikaden gehen, soll erwähnt werden, dass sich auch Seglerinnen über Geschenke aus dieser Liste freuen!

Tommys Geschenkliste!

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Wir haben vor ein paar Tagen hier einen Bericht über Ho’okhaii gehabt, ich weiß nicht, ob die Jungs so schnell nähen können, aber die Taschen würden sich unter dem Baum schon gut machen.

Musto Socken

Ein kleines Highlight auf dieser Liste sind die Musto Socken! Die ein oder andere Freundin wird sich jetzt denken: Socken an Weihnachten – wie schlecht ist das denn! Glaubt mir, die Segler, die sich bei mehr als 5 Windstärken noch raus trauen, freuen sich über dicke Socken! Des Weiteren muss erwähnt werden, dass John und ich diese Socken ausgiebig beim Absegeln getestet haben (es war nicht das gleiche Paar Socken). Bei allen gängigen Händlern für stolze 19,90 € zu bekommen!

Steiner refit

Für den nächsten Hinweis bin ich zugegeben möglicherweise etwas spät, aber die kluge Seglerfrau/Mann wird sich dazu sicherlich einen schicken Gutschein ausdenken. Der Stolz eines jeden Skippers ist sein original Steiner Fernglas und das nicht nur aufgrund der hohen Qualität, sondern auch aufgrund des Preises. Beide Kriterien sorgen auf ihre Art dafür, dass die Ferngläser meist ein langes Leben haben. Wenn ihr Glück habt, auch oberhalb von Normal Null! Die Firma Steiner bietet ihren Kunden zu guten Konditionen einen Refit Service für in die Jahre gekommene Modelle. Ein Freund von mir hat es ausprobiert und war damit sehr zufrieden.

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Sicherlich ist es keine gute Seemannschaft die Kurbel auf der Winsch zu lassen! Aber Hand aufs Herz, ihr habt sie alle schon da stecken lassen! Der eine oder andere Held der Seefahrt hat es natürlich auch schon hinbekommen, Winschkurbeln über Bord gehen zu lassen. Um beim nächsten Mal keinen Verlust beklagen zu müssen und dabei noch eine Q-Wende für den Ernstfall geübt zu haben, empfehle ich euch eine schwimmende Winschkurbel!

Christophs Geschenkliste!

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Nicht nur für den ambitionierten Hobby Segler, sondern auch für den Profi ist die SUUNTO REGATTA Uhr, sie überzeugt durch ihre Stabilität, einfach Bedienbarkeit und Multifunktionalität.

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Wer jedoch noch eine „Schippe“ draufsetzen möchte, der sollte sich vielleicht lieber die Polar RS800CX Multi kaufen. Ich kann versprechen, dass diese Uhr fast so viele Funktionen wie Buchstaben im Namen hat.

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Was darf natürlich auf dem Kopf eines Profis nicht fehlen? Richtig, eine Sonnenbrille! Und was ist da eine der besten Lösungen? Ich habe lange gesucht und bin dann auf die KAENON Burny gestoßen, die ich auch schon bei vielen Regatten an den Taktiker-Köpfen der Szene gesehen habe.

Vielleicht habt ihr ja noch ein paar Cent über und könnt eurem Schatz einen dieser Wünsche erfüllen. Die Freude wird dann auch auf deiner Seite sein, wenn er/sie sich für dieses Geschenk bedankt.

P.S. Das sind keine gesponserten Links! Wir bekommen kein Geld von den Unternehmen wenn wir so etwas schreiben!

Die Haut voll Seemannsgarn!

 

Erstmal vorweg genommen, ich bin nicht tätowiert und ich bin auch kein großer Fan davon! Die Berechtigung dieses Körperkults möchte ich gar nicht in Frage stellen, es muss jeder für sich entscheiden. Was ich für mich ganz klar festgestellt habe ist, dass Tätowierungen weder eine Frage des Motives , noch eine Frage der Qualität sind. Ihr Wert hängt von der Authentizität der Menschen ab die sie tragen. Damit spiele ich natürlich vor allem auf die kleinen Mädchen mit der klassischen „Bürzelpalme“ oder irgendwelchen chinesischen Schriftzeichen an. Der Schelm in mir will sowieso glauben, dass da überall „Kloschüssel“ oder „Bratwurst“ steht, weil der Tätowierer eben doch kein Sinologe war und einfach einen Bogen vergessen hat. Es gibt aber eben auch die coolen tätowierten Opas, die ihren Enkeln von ihrer wilden Zeit erzählen und natürlich gibt es Matrosen und Seeleute, die dafür verantwortlich sind, dass wir uns in Europa an dieser Körperkunst, mehr oder weniger, erfreuen dürfen. Um die Motive und Bedeutung der letzten Gruppe soll es in diesem Artikel gehen.

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Da wäre als erstes der „nautical star“, der sich auf den Nordstern bezieht. Als elementarer Bestandteil der Astronavigation steht der tätowierte Stern für Sicherheit und Orientierung. Er soll den Seeleuten symbolisch dabei helfen, stets den Weg in den sicheren Hafen zu finden. Eine ähnliche Bedeutung haben die Kompassrose und die Schwalbe, da sie stets den Weg nach Hause findet.

Ganz traditionelle Tiermotive bei den alten Matrosen waren auch das Schwein und der Hahn. Die Erklärungen für diese Bilder sind vielfältig, zum einen wäre da der Spruch: “Pig on the knee, safety at sea. A cock on the right, never lose a fight”. Auf die Wade tätowiert, sollen sie den Seemann vor dem Ertrinken bewahren. Die Erklärung  dafür ist darin zu sehen, dass Schweine und Hühner stets in Holzkäfigen gehalten wurden. Da Holz üblicherweise schwimmt, sind es angeblich Hühner und Schweine gewesen, die mehrfach als einzige Überlebende nach Schiffsunglücken zu finden waren.

Das Bild eines Spatzen auf der Haut steht für jeweils 5000 absolvierte Seemeilen. Ähnlich dem Spatzen, der wohl als eine Art Lebenslauf auf der Haut zu sehen ist, stehen auch diverse andere Symbole für das Erreichen bestimmter Leistungen als Seemann. Das Bild von Neptun oder eine auf den Hinterbeinen stehende Schildkröte, für die Überquerung des Äquators, der Anker – für die Überquerung des Atlantik, ein Schiff unter vollen Segeln –  für die Rundung von Kap Horn und das Bild des Drachen – für das Kreuzen der Datumslinie oder dafür ein Schiff nach China gesegelt zu haben.

Auch die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Rang oder Bereich der Seefahrt wurde durch Tätowierungen zum Ausdruck gebracht. So stehen gekreuzte Kanonen für die Marine und die Harpune für die Fischereiflotte. Hafenarbeiter waren durch ein Seil um das Handgelenk zu erkennen. Gekreuzte Anker im Bereich zwischen Daumen und Zeigefinger waren den Bootsmännern vorbehalten.

Die Worte HOLD und FAST auf die Knöchel der Finger tätowiert, sollten die Seeleute dabei unterstützen den Kurs zu halten und sie davor bewahren, über Bord zu gehen.

Die Bildnisse leicht bekleideter Damen, meist in Gestalt von Meerjungfrauen (auch als Schutz vor dem Ertrinken), sind wohl im Wesentlichen darauf zurück zu führen, dass der Playboy zur Zeit der großen Windjammer einfach noch nicht erfunden war.

Nagelt mich bei diesem Artikel nicht auf Vollständigkeit oder absolute Verbindlichkeit fest, denn wie üblich in der Seefahrt, erzählt jeder seine eigene Geschichte. Mich würde allerdings schon interessieren, ob die Tätowierer in St. Lucia mit gezückten Tätowiernadeln und Ankerschablonen da sitzen, sobald der erste Teilnehmer der Atlantic Rally for Cruisers im Hafen festmacht.

Das Bild wurde mir freundlicherweise von der Band “De Drangdüwels” zur Verfügung gestellt und zierte im original ihr CD-Cover “Hold Fast”. Auf Wikipdia steht über die Band zu lesen: “De Drangdüwels sünd ene Kapell, de plattdüütsche Rockmusik maakt. Mit söven Mann hebbt de Holsteener sik 1999 tohoopfunnen.”


Motorisierte Kohle!

Ein Erfahrungsbericht aus den heiligen Hallen von Marström Composites!

Zum erfolgreichen Abschluss meines Studiums gehört ein achtwöchiges Fachpraktikum. Da ich mich in Fachrichtung Leichtbau spezialisieren möchte, habe ich mich auf die Suche nach einem Kohlefaser verarbeitenden Unternehmen gemacht. Nach einiger Recherche bin ich auf die Firma “Marström Composites AB” in Schweden gestoßen. Marström baut, neben Teilen für Flugzeuge und Motorboote, alles was das Seglerherz begehrt. Bekannt wurde die Firma durch ihre hochqualitativen Tornados und Yacht-Zubehör wie, Kohlefasermasten, Steuerräder, Ruderblätter und Schwerter. Besonders erfolgreich ist die Firma derzeit mit dem Bau von Extreme 40 Katamaranen für den iShares-Cup.

Nach einer Woche praktischer Übung an Kleinteilen wurde ich vom Werkstattleiter gefragt, ob ich nicht Lust hätte, an einem richtigen Boot zu arbeiten. So kam es, dass ich am Prototyp des Marström-Rib mitbauen durfte. Die Formen für das Boot waren schon vorhanden und wurden vom Formen-Departement Marströms selber gebaut, auch der Rumpf war bereits fertig, lediglich die Fertigung des Decks stand noch aus. Die Marström Ingenieure haben sich hier für eine Sandwich-Bauweise in Kohle und Nomex (Kevlar-Honigwaben) entschieden. Der leichtesten und steifsten Versuchung seit es Composite gibt.

Bei dem Deck wurde zuerst weißes Gelcoat aufgetragen, was in diesem Fall die Nachbearbeitung und Lackierung vereinfachen sollte. Nach einem recht aufwändigen Laminierplan haben wir dann drei Tage lang Prepregs in die Formen geklebt. Der Aufbau bestand aus verschiedenen Kohlegewebearten mit unterschiedlichen Stoffdichten. Hier wurde besonderer Wert darauf gelegt, das Motorboot an den weniger beanspruchten Stellen, so leicht wie möglich und an den höher beanspruchten Stellen, so fest wie nötig zu bauen.

Ein spannender Teil war die Nomex Verarbeitung. Zum einen mussten die Kanten der Nomex-Platten angeschrägt werden, um einen besseren Übergang zum restlichen Kohlegewebe herzustellen, zum anderen wurden zusätzliche Epoxidharzschichten eingefügt um eine optimale Einbindung der Honigwaben zu schaffen. Im finalen Arbeitsschritt wurde das ganze Deck Vakuum-verpackt und für zwei Stunden bei 125 Grad in einer Autoklave gebacken. Dieser Arbeitsschritt ist, neben einer guten Rohstoffwahl, für die hohe Qualität der ganzen Struktur verantwortlich. Im der Firmeneigenen Lackiererei gab es dann das obligatorische Hochglanzfinish, zusammen mit einigen aggressiv-roten Designelementen.

Die Eckdaten des Ribbs: 227 kg Rumpfgewicht, 57 Knoten max.speed, 220 ps! Der stolze Preis: 109.000 Euro ohne Mehrwertsteuer – Kaufanfragen an mich =)

Leider war meine Zeit bei Marström noch vor der Probefahrt zu Ende. Eine Woche nach meiner Rückkehr aus Schweden erhielt ich folgenden Sms von einem Teammitglied: “Dude, we just tested the Rib… 35 knots at half throttle and it doesn’t make a f***ing sound. Amazing!!!”

Und wir sahen, dass es gut war.

Dieser Artikel wurde von meinem Kommilitonen Rico Kühlewind geschrieben. Rico ist Laser-Segler und hat auch im Offshore Bereich bereits einige Erfahrungen sammeln können. Er war so freundlich uns diesen Artikel über seine Zeit in Schweden zu schreiben.

Ho‘okahii steht für Einzigartigkeit!

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Mit Anschreiben von irgendwelchen „web-to-print“ Anbietern können wir uns mittlerweile bewerfen. Das Angebot der Unternehmen ist aber immer nahezu gleich: „Schreiben sie auf ihrem Blog einen Artikel über uns und erhalten sie 250 Visitenkarten kostenlos“. Das uns mal jemand etwas cooles schickt, ist auf Yachtblick neu, darf sich aber gern wiederholen.

Vielleicht liest das ja auch jemand aus dem Marketing von Musto, Helly Hansen oder Marinepool, denn ich wäre natürlich nicht böse, wenn mich spontan ein Paket mit neuem Ölzeug zum Testen erreicht.

Vor ein paar Wochen habe ich, bezeichnenderweise im Salon einer kleinen Yacht, einen lustigen Segelmacher kennen gelernt. Nachdem wir mit dem who is who durch waren, erzählte er mir von seinem Projekt Ho‘okahii. Letzte Woche erreichte uns dann ein kleines Paket, darin grüße von Nils und ein Gürtel, den unser Christoph seitdem mit Stolz trägt.

Für diesen Artikel habe ich Nils per Mail ein paar Fragen gestellt, um zu klären was es mit Ho’okahii auf sich hat:

Kannst du das Konzept kurz zusammen fassen! Was macht/ist Ho‘okahii? Wer ist Ho‘okahii?

Ho`okahii wurde durch meinen Cousin Daniell Bohnhof, seine Freundin Katrin und mich, Nils Molkentin vor einigen Jahren gegründet. Während die beiden in Pozo auf Gran Canaria die Stellung halten und an einem der beliebtesten Surfspots leben, habe ich das „deutsche“ Ho`okahii Geschäft in meiner Hand. Die Idee hinter Ho`okahii ist eigentlich ganz simple, Daniell und ich sind gelernte Segelmacher und Katrin ist Schneiderin, da am Ende einer Surfsaison sehr viel „Müll“ anfällt, haben wir uns überlegt, was wir am besten damit anfangen können. Unser Angebot beschränkt sich bisher hauptsächlich auf Taschen, Gürtel, Geldbörsen und maßgeschneiderte Boardshorts, die wir aus ausrangierten Windsurfsegeln herstellen. Es ist uns wichtig, dass jedes unserer Stücke ein Unikat ist.

Was bedeutet der Name Ho`okahii?

Ho`okahii kommt aus dem hawaianischen und bedeutet „einzigartig“, wir finden, dass dieser Name sehr gut zu unseren Produkten und unserer Idee passt. Wie gesagt, alle unsere Stücke sind Unikate

Wie lange gibt es Ho`okahii schon und wie zufrieden seid ihr mit dem bisherigen Verlauf?

Vor drei Jahren haben wir angefangen aus ausrangierten Segeln und hauptsächlich Resten, Taschen zu nähen und die an gute Freunde und Familie zu verschenken/verkaufen. Mit unserer Arbeit haben wir genau den Nerv der Surfer getroffen und haben ein sehr gutes Feedback erhalten. Da wir Spaß an der Sache hatten und unsere Kreativität scheinbar keine Grenzen kennt, wollen wir unsere Produktlinie weiter ausbauen und neue Interessenten dazu gewinnen.

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© Daniell Bohnhof – daniell@hookahii.com

Videobericht Atlantic Rally for Cruisers!

Hier mal wieder ein recht unterhaltsames filmisches Werk von segel-filme.de! Der Eigner hat auch dieses Jahr wieder mit der Auliana II, einer bei Knierim in Kiel gebauten 53 Fuß Yacht, teilgenommen. Aufgrund eines Ruderverlustes, musste die Crew der Auliana II, die Überfahrt beenden und sich abbergen lassen. Nach Aussage eines Insiders ist die Yacht, anders als bisher berichtet, mit Treibgut kollidiert. Wenn alles klappt, gibt es zu diesem Vorfall hier noch einen detaillierteren Bericht. Auch die britische Yacht “Pelican” musste die ARC als Folge eines Riggschadens vorzeitig beenden.