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Dezember, 2008:

Christina O – Teil 5

„Christina“ die Mutter aller Superyachten – 1. Teil

Christina O – Teil 2 ; Christina O – Teil 3 ; Christina O – Teil 4

Der wahrscheinlich bekanntest Ort auf der Christina O ist zweifellos die „Ari’s Bar“. Selbstverständlich wurde hier auf den Erhalt der historischen Substanz besonders viel Wert gelegt. Winston Churchill, der als Pensionär oft und gern Gast auf der Christina war, traf hier 1957 zum ersten Mal auf den damals noch jungen John F. Kennedy. Die Bar an sich wurde aus dem Holz einer spanischen Gallone gebaut, die Fußtritte und Armstützen bestehen aus polierten Wahlzähnen. Neben allerlei nautischen Sammlerstücken wie Harpunen, Seekisten und Schiffsmodellen bietet die Bar ein weiteres absolutes Highlight. Man sagt Onassis wurde nicht müde seine weiblichen Gäste, die er gern in diesem Raum empfing, auf die Bezüge seine Barhocker hinzuweisen: „Excuse me, Madame, did you know you are Sitting on the worlds largest ….!“ Beim Refit der Bar verzichtete man aber darauf die Barhocker wieder mit der Vorhaut von Walpenisen zu beziehen, feinstes Leder genügte dem neuen Eigner.

Nicht weniger glamourös ging es in der an Backbord, gegenüber der Ari’s Bar, gelegenen Lapis Lounge zu. Man sagt, dass vor allem Elizabeth Taylor und Richard Burton viele Stunden vor dem in Lapis Lazuli eingefassten Kamin verbrachten. Weniger exzentrisch, aber für das Flair der Yacht genauso entscheidend, sind die Originale von Le Corbusier, Renoir und Chirico, die sich eingebettet im Eicheninterieur an den Wänden der Lapis Lounge befinden.

Geht man von der Lapis Lounge in Richtung Vorschiff, vorbei am Speisesaal und der Callas Lounge, gelangt man irgendwann zu den Gästekabinen. Jede der Kabinen mit einer Fläche zwischen 150 m² und 236 m² wurde nach einer griechischen Insel benannt. Das Flair dieser Kabinen liegt wahrscheinlich nicht in ihrer Größe, den komplett neu eingerichteten Bädern oder der technischen Ausstattung, denn die findet man auf anderen Yachten auch. Was die Kabinen der Christina O einzigartig macht sind die exklusiven Vormieter! Neben den bereits erwähnten berühmten Gästen, möchte ich die Liste an dieser Stelle um Namen wie: Marilyn Monroe, Eva Peron, Greta Garbor, John Wayne, Begum Aga Kahn, John D. Rockefeller und Frank Sinatra erweitern.

Benutzt man von hier aus den aus Onyx und Silber bestehenden Handlauf der Wendeltreppe im Atrium gelangt man auf das Promenaden Deck. Im vorderen Teil dieser Ebene befinden sich die Bibliothek und die „Show Lounge“.

Der Platz, an dem sich heute die elegante Bibliothek befindet, war der einstige Speisesaal der Christina. Onassis benutzte diesen Speisesaal oft für Besprechungen mit seinen Geschäftspartnern. Hier wurden Geschäfte mit diversen Industriemagnaten wie J. Paul Getty, King Faud oder der saudischen Königsfamilie unter Dach und Fach gebracht und damit wahrscheinlich an manchen Tagen mehr Geld geschoben als in vergleichbarer Zeit an den Börsen dieser Erde.

Bildquelle: www.elmarine.com

Christina O – Teil 6 – Die Legende lebt!

 

Neuer Etmal Rekord!

Thomas Coville hat seinen eigenen Etmal Rekord vom 6. Januar 2008 übertroffen. Coville ist vor knapp 21 Tagen aufgebrochen um den Titel der schnellsten Solo-Weltumseglung einzufahren. Dieser wird derzeit noch von Francis Joyon gehalten, der im Januar diesen Jahres nach 57 Tagen 13 Stunden und 34 Minuten seine Weltumseglung abschloss. Vor Joyon gebührte der Titel der Britin Ellen McArthur, die etwas über 71 Tage für die Weltumrundung gebraucht hatte.

Coville legte auf seinem 32 Meter langen Trimaran “Sobedo” in 24 h 628,5 Meilen zurück, dass ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 26,19 kn. Mit diesem neu aufgestellten Rekord ist Coville aber noch lange nicht auf der sicheren Seite, im virtuellen Vergleich mit Joyon liegt Coville etwas über 1000 Meilen zurück.

Bildquelle: www.sodebo-voile.com

52 kn – is wie wennse fliechst!

Die meisten unter ihnen werden sicherlich schon einmal vom Vestas Sailrocket Projekt gehört haben. Pilot Paul Larsen erreichte bei 23,4 kn Wind eine Höchstgeschwindigkeit von 47,4 kn und stellte damit einen neuen Rekord auf. Im darauf folgenden Lauf wollte er seinen eigenen Rekord wohl noch untermauern und erreichte 52,08 kn. Leider kam es zu einem spektakulären Unfall ( siehe Video 3:50 – 4:10 min ) was den Versuch ungültig macht.

Kaiserwerft meldet Insolvenz an!

Auch im niederbayrischen Saal bei der Kaiserwerft GmbH wurde Zahlungsunfähigkeit festgestellt. Die Anmeldung der Insolvenz ging bereits am 24.11.08 beim Amtsgericht Regensburg ein. Eröffnung des Insolvenzverfahrens war der 1. Dezember 2008.

Aktuell befinden sich 63 Mitarbeiter, die laut verschiedener Quellen bereits seit 2-3 Monaten kein Geld bekommen haben und eine halbfertige Yacht im Unternehmen. Die Werft hätte bei der aktuell in Produktion befindliche Baunummer 107 vertragsgemäß: „einen weiteren Bauabschnitt erreichen müssen, was ihr aber aus eigener Kraft nicht mehr möglich war“, so der Rechtsvertreter der Kaiserwerft Marc Chmiel. Der Eigner der Yacht hatte daraufhin eine weitere Teilzahlung verweigert, was den finanziellen Engpass in Saal auslöste. Insolvenzverwalter und Geschäftsführung haben bereits Gespräche mit dem Eigner und angeblichen arabischen Investoren aufgenommen, um das angeschlagene Unternehmen zu retten.

Quelle: www.mittelbayrische.de

Bildquelle: Kaiserwerft GmbH

Christina O – Teil 4

„Christina“ die Mutter aller Superyachten – 1. Teil

Christina O – Teil 2

Christina O – Teil 3

Der neue Eigner John Paul Papanicolaou verstand es, sein Wissen und seine Kontakte in die maritime Industrie geschickt zu nutzen und ein exzellentes Team von Fachleuten um sich zu scharen. Was auch definitiv von Nöten war, denn schon zu Beginn der Arbeiten registrierten alle Beteiligten, dass es sich hier wahrscheinlich um das teuerste Refit aller Zeiten handeln würde. Mit den Arbeiten betraut wurde die Kroatische Werft Viktor Lenac, die auch für das Refit der „Sea Cloud “ (der je nach Definition, größten Segelyacht der Erde) im Jahre 2003 verantwortlich war.

Ziel des Projektes war es, die arg in Mittleidenschaft gezogene Substanz der Yacht zu retten, um sie beim Wiederaufbau vor allem auch technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Die Schwierigkeit lag dabei sicher auf der Tatsache, dass das Esprit der Yacht, welches Sie über die Jahrzehnte erlangt hatte, erhalten werden musste. Das erste Bestandsgutachten vor dem Refit ergab, dass 65 Tonnen Stahl nicht mehr zu retten waren und ersetzt werden sollten. Im Trockendock angekommen korrigierte man die anfängliche Annahme dann sehr schnell. In Summe sollten es 650 Tonnen Stahl werden, die komplett ersetzt werden mussten. Ähnlich verhält es sich da natürlich bei der verbauten Technik, es wurden 90 km Kabel und 140 Tonnen Rohre neu verlegt. Die originalen Dampfmaschinen von 1943 wurden entfernt und durch zwei MAN Dieselmaschinen und drei 3 MAN Generatoren ersetzt. Mit diesen erreicht die „Christina O“, wie sie seit dem Refit heißt, eine Reisegeschwindigkeit von 18 kn und eine Höchstgeschwindigkeit von 22 kn ( vorher 14 kn Reisegeschwindigkeit und 24 kn Höchstgeschwindigkeit ). Der durch die neuen Maschinen gewonnen Platz ( Quellen vergleichen ihn mit einem 3 geschossigen Stadthaus ), wurde für neue Kabinen und einen 40 Gäste fassenden Speisesaal genutzt. Das komplette Refit inklusive Innenausbau und Einreichtung dauerte nur 16 Monate, in denen 1,2 Millionen Arbeitsstunden und Gesamtkosten von etwas über 50 Millionen Dollar zusammen kamen.

Der neu entstandene Speisesaal auf dem Hauptdeck wurde, so wie es der ehemalige Eigner wohl auch getan hätte, mit dem Besten und Teuersten ausgestattet was die Welt des Prunks zu bieten hat. An den Wänden befinden sich Lampen aus Baccarat Kristall, das Porzellan stammt von „Bernardaud of Limoges“, bei dem Kristallgläsern handelt es sich um Waterford und das Silber stammt von Ercuis and St. Hillaire aus Paris.

Ebenfalls auf dem Hauptdeck befindet sich das Musikzimmer mit Flügel und mehreren Sitzecken. In besagter „Callas Lounge“ befindet sich eine Sammlung verschiedener Erinnerungsstücke, die auf das Leben der Maria Callas verweisen, inklusive ihrer einzigen Goldenen Schallplatte. Für Gäste mit Bewegungsdrang wurde auf demselben Deck ein Fitness- und Sportbereich eingerichtet, die Entspannungssuchenden kommen im Spabereich und den Massageräumen auf ihre Kosten. Der Weg im Bademantel, von der Massageliege zum Kleiderschrank, wurde für die meisten Gäste kurz gehalten, so befinden sich allein auf dem Hauptdeck 10 Gäste Kabinen. Eigner und Gästen der 8 Kabinen ein Deck tiefer wird seit dem Refit der Weg zu den Kabinen durch Fahrstühle erleichtert.

Eines der größten Highlights dieser Yacht, und zudem ein Beweis für die unermessliche Prunksucht die Herr Onassis an den Tag gelegt hat, ist zweifellos der Pool auf dem Achterschiff. Auf dem Boden des bronzeumrandeten Pools befindet sich ein aufwendiges Mosaik aus den Ruinen des Palastes von Knossos auf Kreta. Solche ein Prachtstück hinter bewegtem Wasser zu verstecken wäre Verschwendung gewesen und so wurde der Boden des Pools mit einer Hydraulikanlage versehen, die es ermöglicht den Boden per Knopfdruck anzuheben und zur Tanzfläche zu machen. Neben diesem „gefliesten“ Bereich sorgt natürlich feinstes Teak in diesem Bereich für die nötige Bodenhaftung!

Bildquellen: www.powerandmotoryacht.com / www.yachting-greece.com

Christina O – Teil 5