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November, 2008:

Bootsklassen für Olympia 2012 festgelegt

Vom 6. bis 16. November fand in diesem Jahr die ISAF Konferenz im spanischen Madrid statt. Dieses Treffen wurde von der Segelwelt mit Spannung erwartet, denn endlich sollten die Olympischen Bootsklassen für Weymouth/ENG 2012 vorgestellt werden. Nachdem es im Sommer schon einige Diskussionen und eine Dezimierung der Bootsklassen gab, wurden nun alle Bootsklassen bekannt gegeben. Der Tornando wurde aus dem olympischen Programm genommen, sowie auch die olympische Frauenbootsklasse Yngling. Um jedoch die Anzahl der Frauenbootsklassen nicht zu verringern, musste eine Alternative her. Bei den nächsten olympischen Spielen werden also folgende Bootsklassen an den Start gehen.

Men’s One Person Dinghy – Laser
Men’s One Person Dinghy Heavy – Finn
Men’s Two Person Dinghy – 470
Men’s Two Person Dinghy High Performance – 49er
Men’s Windsurfer – RS:X
Men’s Keelboat – Star
Women’s One Person Dinghy – Laser Radial
Women’s Two Person Dinghy – 470
Women’s Keelboat Match Racing – Elliott 6M (modified)
Women’s Windsurfer – RS:X

Der 470 für Frauen konnte sich nur knapp gegen die 29er Skiff Klasse durchsetzen (19 zu 16 Stimmen). Für die Yngling wurde jetzt eine modifizierte Elliot 6M in den Programmplan aufgenommen. Zur Elliot 6M demnächst mehr.

Meilensteine im Yachtbau Teil 2 – „Christina“ die Mutter aller Superyachten – 1. Teil

“AT FIRST THERE WAS THE NAME – NOW THERE IS THE LEGEND”

So steht es geschrieben im Intro der Website zu Christina O. Übertreibung? Ein guter Werbeclaim? Schlicht und Einfach eine Tatsache!

Wen interessiert wie lang, wie breit oder wie schnell Christina O ist. Fakt ist, sie ist nicht die längste Superyacht der Erde, sie ist nicht die breiteste Superyacht der Erde, die schnellste ist sie auf gar keinen Fall und trotzdem ist sie die Nummer 1 unter den Superyachten. Keine Yacht auf den 7 Meeren versprüht mehr Glamour, keine Yacht war nachweislich öfter auf den Titelseiten der Boulevard und Fachpresse, von keiner anderen Yacht der Erde gibt es so viele Paparazzi-Fotos, denn auf keiner Yacht der Erde dürften sich mehr „wirkliche“ Weltstars bewegt haben. Christina O. ist die Mutter aller privaten Superyachten, denn sie war die Erste und während jüngere Superyachten längst an irgendwelchen Stegen verrotten oder abgewrackt wurden, ist sie immer noch allgegenwärtig.


Die Christina wurde 1943 als Fregatte „Stormont“ gebaut und stand dann bis 1948 im Dienst der Royal Canadian Navy bis sie 1948 von Aristoteles Sokrates Homer Onassis für damals 34.000 $ gekauft wurde. In den Folgejahren investierte dieser etwas über 4 Millionen Dollar, um die erste und seiner Zeit einzige Superyacht zu besitzen. So wurde dieses Schiff zu einem der frühen Symbole für den wirtschaftlichen Aufstieg in Europa nach dem 2. Weltkrieg. Das einzige was Christinas Symbolcharakter in Bezug auf den „Aufstieg aus dem Nichts“ überstrahlt ist ihr Eigner selbst.

Als vernachlässigter Sohn eines reichen Tabakhändlers am 15. Januar 1906 ( im Übrigen finde ich, dass der 15. Januar ein großartiger Tag ist um geboren zu werden ) im heutigen Izmir geboren, wuchs er weitestgehend bei seiner konservativen Großmutter auf. Als 16 Jähriger wurde er während des Griechisch-Türkischen Krieges, wie alle in der Türkei lebenden Griechen, zum politischen Flüchtling und wanderte ausgestattet mit 60 Dollar und einem gefälschten Geburtsdatum im Nansen Pass nach Argentinien aus.

Sein(vor allem von ihm selbst) viel zitierter „Aufstieg aus dem Nichts“ begann mit Jobs als Kurier, Hotelpage und Telefonist. Aus heutiger Sicht, als scheinbar „nebenbei“ stilisiert, begann er damit das alte Geschäft seines Vaters zu reorganisieren und türkischen Tabak nach Argentinien zu importieren. Mit diesem Geschäft brachte er es zu seinen ersten 100.000 $ und einer eigenen Produktionslinie für Zigaretten.

Als Sieger unter den Verlierern ging er aus der Weltwirtschaftskrise von 1929 hervor, indem er für einen Spottpreis 6 schrottreife Schiffe einer insolventen kanadischen Reederei kaufte. Kritiker behaupten, dass sein erfolgreicher Einstieg in die Transportbranche allein auf Glück beruht. Dem Glück, dass seine Schiffe, welche unter Missachtung aller Sicherheitsvorschriften fuhren, trotz ihres desolaten Zustandes niemals sanken bevor er das Geld hatte sie durch neue zu ersetzen. Am Vorabend des 2. Weltkrieges hatte es Onassis so auf 46 Schiffe gebracht, unter ihnen eine große Anzahl von Tankern. Während des zweiten Weltkrieges konnte er seinen Reichtum ohne viel zu tun erheblich ausbauen, da seine Schiffe zu guten Konditionen an die Alliierten verchartert waren. Nach dem Krieg baute er die damals größte Walfangflotte der Welt auf, um sie kurze Zeit später an ein Japanisches Konsortium zu verkaufen. Seinen „Big Deal“ landete er aber im Jahre 1954 als er es schaffte, vom König von Saudi Arabien das Exklusivrecht auf den Öltransport des Landes und eine Beteiligung am Verkauf des Öls zugesprochen zu bekommen. Onassis hatte frühzeitig in die erste Generation von Supertankern investiert und war daher der Einzige, der mit seinen Schiffen die steigende Nachfrage des Westens nach Rohöl befriedigen konnte. In den Folgejahren wuchs seine Flotte weiter an. Aus Angst er könnte als größter Rohöl-Transporteur zu viel Einfluss bekommen, begann die CIA gegen ihn zu ermitteln. Als daraufhin ein bestochener saudischer Beamter auftauchte, der wohl Einfluss auf das gute Gelingen seine Geschäftsabschluss von 1954 hatte, schien das Imperium ins Wanken zu geraten, denn sein Transportauftrag wurde daraufhin annulliert. Rettung kam erst 1957 als es im Zuge der Suezkrise zu Transportengpässen bei den anderen Reedern kam. Von nun an legte Onassis die Preise fest, da ihm ja über 100 freie Tanker zur Verfügung standen.

Hatte er noch im Angesicht des finanziellen Schadens seinen Partnern angeboten umsonst zu transportieren, wenn er nur den Auftrag behalten könne, verdoppelte er nun die Transportpreise. Onassis war auf dem Höhepunkt seiner Macht. Er hatte sich bereits 1954 Anteile an Casinos und Hotels in Monte Carlo gekauft und konnte sich in diesem Zusammenhang einen kostenintensiven Machtkampf mit Fürst Rainier leisten, den er vorher mit Grace Kelly verkuppelt hatte. Er beendete nach diesem Machtkampf sein Engagement in Monaco und kaufte zum Ausgleich eine Bank in Genf. Ab 1956 war Onassis dann nicht mehr nur der Mann für den Seetransport, sondern übernahm auch den griechischen Luftraum, indem er die angeschlagene staatliche Fluggesellschafft kaufte, sanierte und 1957 in Olympic Airways umfirmierte. Neben seiner „Christina“, die für ihn zum Hauptwohnsitz geworden war, besaß er zu dieser Zeit bereits die Insel Skorpios.

Christina O – Teil 2

Orange und blau sind das neue grau!

Wenn man die Trends im Bootsdesign der letzten Jahre betrachtet, dann kommt man an dem Wort “stealth” nicht vorbei. Spätestens seit der Wallypower 118 wurde es zum Trend sich seine Yacht in schwarz oder, für die gemäßigten, zumindest in grau ausliefern zu lassen. Die Zeit der klassisch weißen Yachten, die unter ihresgleichen maximal noch einen dunkelblauen Rumpf zugelassen haben, war vorbei.

Wallypower 118 Sanlorenzo 40 Alloy “4H”

“Bristolian” by Wally 80 flush deck “Tango”

Yachting Developments

Doch wie meinte mein alter Physik Lehrer immer: “Mode ist so sch****, dass sie jedes Jahr neu erfunden wird”. Ganz ähnlich verhält es sich wohl mit der Lackierung von Yachten. Für die Eigner, die sich jetzt schon darüber ärgern nicht mehr den einzigen schwarzen Rumpf im Hafen zu haben, wurde ein neuer Trend geboren. Bunt!

Wallypower 64 Zeydon Z 60

Marmelade of Manchester by Nordia Yachts

Traditionalisten könnten an dieser Stelle natürlich sagen: “vom Regen in die Traufe”, aber schauen wir mal wie sich das entwickelt. Autos gibt es ja schließlich auch in allen möglichen Farben.

Vendée Globe 08/09

Nonstop um die Welt! 30 Schiffe und 30 SkipperInnen! Die Raketenwissenschaftler unter ihnen werden bei dieser Information bereits herausgefunden haben, dass es sich bei der Vendée Globe um eine Einhandregatta handelt. Die Regatta wurde 1989 von Philippe Jeantot ins Leben gerufen und findet alle vier Jahre statt. Heute am 9. November um 13:00 Uhr startete das Rennen in die 6. Ausgabe. Der Everest des Segelsports, wie diese Regatta oft bezeichnet wird, führt die Segler einmal um die Erde, nonstop, Hilfe von außen ist nicht zugelassen und führt zur sofortigen Disqualifitkation. Gesegelt wird auf Open 60 Yachten, die nach den Regeln der Klassenorganisation IMOCA konstruiert und ausgestattet sind. Natürlich führt das Brechen der verblombten Antriebswelle ebenfalls zur sofortigen Disqualifitkation. Die Vendée verzeichnet dieses Jahr einen Teilnehmerrekord, erstmalig starten 30 Skipper die Reise an die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit. Das Budget für diese Veranstaltung liegt zwischen 750.000 €, bei dem Österreicher Norbert Sedlacek, und sogenannten „offenen Budgets“ für die Top Teams. Die Existenz von letzteren kommt sicherlich dadurch zustande, dass durch moderne Kameratechnik und die nahtlose Berichterstattung der Teilnehmer via Internet der Offshore Segelsport medial interessanter wird. Ganz besonders freue ich mich, dass Skipper Alex Thompsen seine „Hugo Boss“, nach der Kollision mit einem Fischerboot vor ein paar Wochen (wir berichteten ), wieder hinbekommen hat.

Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen ist dieses Rennen alles andere als ein Sonntagsausflug. Es handelt sich hier nicht „nur“ um eine Weltumseglung, es ist ein Rennen. Der derzeitige Rekord liegt bei 87 Tagen 10 Stunden 47 Minuten und 55 Sekunden. Die technische Entwicklung bei Rennyachten ist in den letzten 4 Jahren natürlich nicht stehen geblieben und vielleicht erleben wir ja bei der aktuellen Ausgabe ein Revival das Jules Verne Klassikers in 80 Tagen um die Welt.

Diese unmenschlichen Belastungen für Schiff und Skipper schreibt natürlich auch in jeder Ausgabe Geschichten, die mit der Champagnerdusche bei der Zieleinfahrt wenig zu tun haben.

  • 1992 verlor der Brite Nigel Burgess sein Leben, als bereits in den ersten Tagen ein schwerer Sturm in der Biskaya wütete.
  • 1996 verscholl der Kanadier Gerry Roufs in der antarktischen See, seine Yacht wurde ein halbes Jahr später an die chilenische Küste getrieben.
  • Im selben Jahr kenterte Roufs Landsmann Tony Bullimore in der Antarktis, aber er konnte mehrere Tage im mit Wasser vollgeschlagenen Inneren seines Bootes überleben, bevor die australische Marine ihn nach einer großangelegten Suchaktion rettete.

Aber die Vendèe schreibt auch Geschichten, die von menschlicher Größe berichten. Im Rennen von 96/97 drehte der Brite Pete Goss, um den Italiener Raphaell Dinelli aus dem Südpolarmeer zu fischen. Dinelli musste nach Mastbruch und Leck seine Yacht gegen die Rettungsinsel eintauschen. Die Legende besagt, dass Dinelli nichts außer einer Flasche Champagner mit in die Rettungsinsel genommen hat.

Tom Perkins zeigt seine Maltese Falcon

DER Silicon Valley VC überhaupt, Tom Perkins führt eine Reporterin über die Maltese Falcon und zeigt ihr wie und wo auf diesem Traumschiff die Bedienung der Segel stattfindet. So viel vorweg … im Video ist keine Winschkurbel zu sehen =)

ähnliche Artikel: “Den Falken angeschossen”

gefunden auf:H2uh0

Ein Monat Yachtblick.de / Schampus für alle!

Ein gruß an alle Yachtis,

der erste Monat yachtbick.de ist rum! Am 8 . Oktober hat Peter mit dem ersten Teil der “Firesale-Serie” diesen Blog gestartet. In diesem Monat sind es ganze 27 Artikel geworden, was uns definitiv zum Yachtblog mit dem meisten Output macht. Erfreulich ist, dass die Besucherzahlen so langsam anziehen, was man von den Werbeeinnahmen via Google Adsense leider noch nicht sagen kann. Die Werbeeinnahmen werden über die sogenannt “Click-Through-Rate” berechnet, was unter dem Strich heißt, dass sie nur etwas bringt wenn die verlinkten Seiten besucht werden.

Technisch habe ich die Seite langsam auf einem Stand mit dem ich leben kann, aber auch im neuen Monat wird es noch einige interessante Entwicklung auf yachtblick.de geben.

MfG Tommy

Hier spricht ihr Kapitän … Teil 2 “sehen und gesehen werden”

Kennen Sie eigentlich die Anforderungen bezüglich der Mindesttragweite Ihrer Positionslichter entsprechend der internationalen Kollisionsverhütungsregeln?
So ist beispielsweise in Regel 22(b) nachzulesen, dass ein Fahrzeug im Größenbereich von 12 bis 50 Metern mit Seitenlichtern von einer Mindesttragweite von 2 Meilen ausgerüstet sein muss.
Und wissen Sie wie lange ein Containerschiff in voller Fahrt benötigt, um bei etwa 23 Knoten Geschwindigkeit 2 Meilen zurückzulegen? 5 Minuten. Ein Handlungszeitraum der zwischen Sportbooten untereinander mehr als ausreichend erscheinen mag, auf einem entsprechend großem Schiff aber eine ganz andere Relation erfährt.
Auch wenn die Tragweiten der Seitenlichter in der Praxis mitunter größere Reichweiten erzielen, so ist die Sichtbarkeit von Sportbootfahrzeugen insbesondere nachts aus Sicht größerer Schiffe nicht immer ausreichend.
Im ungünstigsten Fall nimmt beispielsweise eine Segelyacht eine Lage zu einem anderen Schiff ein, in der es lediglich ein Seitenlicht zeigt. Selbst unter optimalen Bedingungen ist dieses Licht nicht immer gut als solches zu erkennen.

Zum Verständnis versetzen wir uns kurz in die Lage des Navigators auf dem Berufsschiff. In Gewässern mit hohem Verkehrskommen muss dieser nämlich einen weitaus größeren Verkehrsraum überwachen und häufiger Handlungsentscheidungen treffen, um das Entstehen einer Nahbereichssituation, bzw. einer Kollisionsgefahr zu vermeiden als der Sportbootskipper.
Zwar stehen dem Berufsschiffer dabei in der Regel deutlich bessere technische Mittel zur Verfügung, dennoch muss er seine Entscheidungen oft aus einer Vielzahl von verfügbaren Informationen auswählen.
Ein anderes Berufsschiff ist dabei für ihn auf vielfältige Weise besser als Ausweichgegner zu erkennen. Sei es rein visuell beim Blick aus dem Brückenfenster, dem gut erkennbaren Radarecho oder dem Signal durch das Automatic Identification System (AIS).
Die Wahrnehmung von Sportbooten ist daher schwieriger und erfordert deutlich mehr Wachsamkeit und Erfahrung durch den entsprechenden Wachgänger auf der Brücke.
Bei veränderten Wetter- und Verkehrsbedingungen kann diese Wahrnehmungsfähigkeit nochmals deutlich erschwert werden.

Oft besteht die verbreitete Meinung, dass man als Sportbootfahrer ja eh auf dem Radar der Berufsschiffe zu sehen ist. Bei optimalen Bedingungen mag das auch zutreffen, aber was ist z.B. bei starkem Seegang oder Trübungen durch Regenwolken? Ganz zu schweigen von nicht optimal eingestellten Geräten oder der nicht sachgerechten Verwendung von Filtern.
Radarreflextoren sind bestimmt nicht verkehrt, stoßen in solchen Situation aber sicherlich schnell an ihre Grenzen.

Auch die visuelle Wahrnehmung wird durch negative Wettereinflüsse schnell gestört. Die Sicht durch ein verregnetes Brückenfenster ist anders, die Sichtbarkeit der Positionslaternen wird durch Regen und Gischt ebenfalls zusätzlich beeinträchtigt. Bei Nacht verschwinden tief liegende Positionslaternen schnell im Wellental, und bei Tage hebt sich der weiße Rumpf einer Yacht nicht besonders gut von den weißen Schaumkämmen der sich brechenden Wellen ab.
Das alles sind Faktoren, die man als Schiffsführer auf einem kleineren Fahrzeug bei der Bewertung von Ausweichsituationen ins Kalkül ziehen sollte.

Ein verantwortlicher Skipper sollte sich nie allein auf KVR Regel 18(a) verlassen, sondern jede Begegnungssituation insbesondere mit einem Berufsschiff immer kritisch betrachten.
Keinesfalls sollte das dazu verleiten, die Pflichten des Kurshalters nicht einzuhalten, vielmehr sollte der Skipper sich rechtzeitig fragen, welche Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt einzuleiten sind, wenn das ausweichpflichtige Fahrzeug seinen Pflichten nicht nachkommt.

In vielen Situationen wird man auf einer kleinen Yacht ein größeres Berufsschiff rechtzeitiger ausmachen können, als man selbst von dem anderen Fahrzeug wahrgenommen wird.
Es spricht nichts dagegen im Falle von unklaren Situationen, z.B. über UKW, frühzeitig Kontakt mit einem anderen Fahrzeug herzustellen.
Die eigene Sichtbarkeit kann zeitweise beispielsweise durch zuschalten einer vorhandenen Decksbeleuchtung oder eines Suchscheinwerfers bei Nacht verbessert werden. Segelfahrzeuge können zusätzlich die eigenen Segel anstrahlen.
Der Einsatz eines eigenen AIS-Systems bietet den entscheidenden Vorteil, dass man selbst bei ungünstigen Seegangs- oder Sichtbedingungen als Sportboot auf einem Berufsschiff zu identifizieren ist.
Eine hundertprozentige Sicherheit wird aber auch dieses System nicht bieten können.

Nach wie vor ist die beste Navigation und Wachführung der aufmerksame Blick aus dem Brückenfenster oder dem Cockpit der Yacht.
Nur wer jede Situation unter Berücksichtigung der oben beschriebenen Problematiken und Risiken individuell bewertet, wird mit einem Maximum an Sicherheit sein Fahrzeug sicher und verantwortungsvoll steuern und es zu keiner kritischen Situation kommen lassen.

Ihr Johannes Röhrs

Hier spricht ihr Kapitän … Teil 1 “Die Vorstellung”

 
Angefangen hat alles auf einer kleiner Optimisten-Jolle und gute zwei Jahrzehnte später findet sich Johannes Röhrs als Kapitän auf einem knapp 300 Meter langen Containerschiff wieder. Dazwischen liegen neben Berufsausbildung und nautischem Studium an der Hochschule Wismar etliche tausend Seemeilen auf Schiffen in Großer Fahrt sowie zahlreiche Reisen auf unterschiedlichen Yachten und Traditionsseglern.

Nein, an dieser Stelle soll zukünftig kein Seemannsgarn zu lesen sein, sondern es schreibt jemanden, der sich schon ein paar Tage länger mit dem Thema Seefahrt beschäftigt.

Fernab der gängigen Sportbootausbildungsliteratur gibt es eben manchmal doch Erfahrungen, Erkenntnisse und Einsichten, die dem einen oder anderen Kapitän oder Yacht-Skipper von Nutzen sein könnten.

Johannes besitzt das Patent für die Große Fahrt nach STCW95 (Master, unlimited) und arbeitet als Kapitän für eine bekannte Hamburger Containerreederei. Im Urlaub betätigt er sich auch gerne mal als Reserveoffizier auf Schiffen und Booten der Deutschen Marine oder ist hin und wieder ganz entspannt auf einem Schiff mit weißen oder braunen Segeln auf der Ostsee unterwegs.

Meilensteine im Yachtbau. Teil 1 – Die „Hyperion“

Diese Artikelserie soll sich mit Yachten, Werften und den dazu gehörigen Eignern befassen, die Trends setzten und damit die Branche veränderten. Natürlich ist nicht aus jedem Splin eines Eigners ein marktbeherrschender Trend geworden, aber auch derlei Spinnereien sollen hier Erwähnung finden.
„Hyperion“ ist der Name eines Titanen aus der griechischen Mythologie. „Hyper“ wird dabei aus dem altgriechischen mit „droben“ oder „drüberhin“ übersetzt und wahrlich der Name ziert den Spiegel einer Yacht, die seit ihrer Auslieferung im November 1998 über den Dingen steht. Kurz nach der Fertigstellung habe ich eine Reportage über diese Yacht gesehen, die möglicherweise einer der Gründe dafür ist, dass ich zum Schiffbau gekommen bin.

Der Riss dieser Sloop mit Kutter-Rigg stammt von keinem geringerem als dem Team um German Frers und wurde natürlich bei Royal Huisman in den Niederlanden gebaut, der Werft, die man mit Fug und Recht als die Expertin für das Exorbitante unter Segeln ausweisen kann. Die knapp 48 m lange Sloop war die damals größte private Segelyacht der Erde und soll ca. 19 Mio Euro gekostet haben.
Ähnlich dem Yachtblick-Projekt schlägt auch die Hyperion eine Brücke zwischen der Welt des Internets und der des Segelns. Warum?
Zum einen weil ihr Auftraggeber und ehemaliger Eigner Dr. James H. Clark ist. Der IT-Milliardär, der sich selbst Jim Clark nennt, ist einer der Mitbegründer moderner Computertechnologien und vor allem der des Internets. 1982 gründete er die Firma Silicon Graphics, die durch die Entwicklung von Graphik-Chips und der entsprechenden Software den Grundstein zur 3 dimensionalen digitalen Gestaltung legte wie wir sie heute kennen. 11 Jahre später war er an der Gründung von Netscape beteiligt, einem der ersten Web-Browser, der Börsengang einige Jahre später machte seinen jüngeren Partner reich und Clark zum Milliardär. Das Unternehmen wurde 1998 zum Preis von 4,2 Milliarden mit AOL fusioniert. Zu dieser Zeit hatte sich Clark aber längst aus dem Geschäft zurückgezogen. Zeit seines Lebens Techniker und Entwickler fühlte er sich in der Welt der Vorstände und Geschäftsleute nicht wohl. Die Annalen behaupten, dass er seinen Traum von einer großen Segelyacht weit vor dem Reichtum träumte und sein Netscape Börsengang mehr oder minder Mittel zum Zweck gewesen sei endlich seine Traumyacht bauen zu können.
Der zweite Grund warum ich finde, dass diese Yacht die perfekte Brücke zwischen IT-High Tech und dem Segeln ist erklärt sich noch viel einfacher. Diese Yacht ist ein segelnder Großrechner.
40.000 Sensoren erfassen die Daten, die über 59 km Glasfaserkabel an die 20 Rechner übermittelt werden. Zur Datenausgabe dienen 24 LCD Touchscreen Monitore, die 1998 noch eine kleine Sensation waren. Die wenigsten der Sensoren dienen trivialen Aufgaben wie der Übermittlung der Temperatur im Weinkeller oder der Temperatur der Handtuchhalter in den Bädern. Die für das Segeln wichtigsten Sensoren wurden in den Carbon Mast bzw. die Spectra / Carbon Segel eingebacken. Diese und andere Sensoren sammeln alle denkbaren Daten über Wind- und Strömungsverhältnisse, die Belastung der Schoten, die Schiffsbewegungen, die Stellung und das Profil der Segel, um nur einige zu nennen. Der Computer verarbeitet diese Daten und ermöglicht es der Hyperion immer am Optimum zu segeln, in dem sie das Reffen, Setzen oder Trimmen der Segel völlig automatisch übernimmt. Woher weiß der Computer aber wann er reffen muss? Er wusste es nicht! Er hat es gelernt! Die vom Eigner eigens für die Entwicklung der Steuersoftware gegründete Firma Seascape hat ein System entwickelt, welches dafür sorgt, dass die Hyperion das Segeln mit jedem Törn und jedem Fehler besser lernt. Will man diesen Gedanken übertreiben, so ist es natürlich auch möglich die Yacht über das Internet aus dem Büro zu segeln. Jim Clark sagte nach Fertigstellung der Software: „ Ich habe noch nie so hart an etwas gearbeitet!“

Nutzlose Spinnerei! Ich könnte mir auf Basis dieser Technologie gut ein Sicherheits- und Unterstützungssystem für Charteryachten vorstellen.
Was Schiff und Eigner heute, 10 Jahre, später machen? Jim Clark hat seine Hyperion im Jahre 2004 verkauft als er sein nächstes IT-Schiff übernommen hat; die 90 m lange Athena, die amtierende Nummer 4 auf der Liste der größten Segelyachten. Die Hyperion, welche das Segeln mittlerweile eigenständig gelernt hat, war ein wahrer Abräumer bei den Yachtawards der folgenden Jahre und gewann im Februar 2000 den Superyacht Millenium Cup in Neuseeland. Die Yacht kann derzeit zum Preis von 97.000 € pro Woche gechartert werden.
Bilder: Royal Huisman

Volvo Ocean Race – erstes Leg beendet

Derzeit sind bereits 7 von 8 teilnehmenden Yachten in Kapstadt fest.
1. Ericsson 4
2. Puma
3. Ericsson 3
4. Green Dragon
5. Telefonica Blue
6. Team Russia
7. Delta Lloyd

… und offizieller Träger der Roten Laterne ist das Team Telefonica Black die zur Stunde als einzige noch nicht im Hafen fest sind. Laut Angaben des Veranstalters ist der Multimedia Plan aufgegangen und hat ein weltweit großes Interesse an den Videos und dem Web-Portal ausgelöst. Der nächste Teilabschnitt der Regatta startet am 15. November und führt die Segler von Kapstadt nach Kochi in Indien.