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November, 2008:

Christina O – Teil 3

„Christina“ die Mutter aller Superyachten – 1. Teil

Christina O – Teil 2


Im ersten Teil dieser Artikelserie berichtete ich bereits darüber, wie aus der kanadischen Fregatte die erste Luxusyacht nach dem 2. Weltkrieg wurde. Bei den Umbauarbeiten in den 50iger Jahren wurde Christina von 91,8 m LOA auf 99,6 m verlängert. Diese Verlängerung wurde nicht aus Platzgründen vorgenommen, sondern war dem Umbau der Heckpartie zum Kanu-Heck geschuldet. Wie ebenfalls bereits berichtet, verschlang dieser gewaltige Umbau etwas über 4 Millionen US-Dollar. Egal ob auf seiner griechischen Privatinsel oder in Monaco, Onassis liebte seine Yacht, sie war für ihn sein zu Hause und deshalb hütete er sie wie seinen Augapfel. Ein Crewmitglied soll einst gesagt haben:

“You could smash up a $20,000 speedboat into pieces and not a word would be said, but spit on the Christina’s deck, and you were out of a job.”

Auf den Internetseiten der Süddeutschen Zeitung gibt es ein Interview mit dem ersten Kapitän der Christina, dem Deutschen Sven Thienemann. In diesem Interview sagt dieser:

„An einem Morgen kam er nach einer Party aus seiner Suite auf dem Oberdeck und sagte nur: Das sind alles Schweine. Auf unserem wunderbar weißen Deck waren nämlich Ölflecken, von Oliven in Öl. Ab sofort gab es keine Oliven in Öl mehr auf den Partys. Wenn einer gewagt hätte, ein Streichholz oder gar eine Zigarette an Deck auszutreten, den hätte er zur Sau gemacht! Auch wenn es Churchill gewesen wäre.“


Mit dem Tod des Eigners, im Jahre 1975, starb auch die Christina und ihr Mythos drohte in Vergessenheit zu geraten. Seiner Tochter Christina, nach der Onassis seine Yacht einst benannt hatte, wurde die Yacht überschrieben. Doch bereits im Jahre 1978 verschenkte diese die Yacht an die griechische Regierung in der Hoffnung, dass Christina als Präsidentenyacht neue repräsentative Zwecke erfüllen könne. Leider wurde die „Argo“, wie die griechische Regierung das Schiff nannte, nur selten benutzt und drohte zu verfallen.

In den frühen 90igern versuchte eine spätere Regierung die Christina für 16 Millionen US-Dollar zu verkaufen. Interessenten gab es zwar, aber niemand wollte soviel Geld für etwas ausgeben von dem er sich sicher sein konnte, dass die Kosten für das Refit die der Anschaffung noch um ein vielfaches Übersteigen werden. Es sollte fast ein Jahrzehnt dauern, in dem der Preis immer wieder nach unten korrigiert wurde, bis man einen passenden Eigner für die verfallende Staatsyacht gefunden hatte. Erster vermeintlicher Käufer war der Amerikaner Alexander Blastos, der Christina für 2,2 Millionen Euro erstehen wollte, doch bereits der erste Check über die Anzahlung in Höhe von 10 % der Kaufsumme platzte. Blastos wurde in diesem Zusammenhang einige Zeit später zu einer Haftstrafe wegen Missbrauchs elektronischer Daten verurteilt.

Rettung für die Christina war zu diesem Zeitpunkt aber schon nicht mehr all zu weit; nur 2 Jahre später kaufte der Grieche John Paul Papanicolaou die Yacht. Papanicolaou ist ein griechischer Geschäftsmann, der seine geschäftlichen Wurzeln ohnehin in der Seefahrt hat. Als Freund der Familie Onassis kannte er die Yacht bereits aus besseren Tagen, er hatte als kleiner Junge einen Urlaub auf der Yacht verbracht. In den Folgejahren machte er das Refit zu seiner ganz persönlichen Aufgabe, er sollte ein Ergebnis erreichen, das den früheren Eigner wahrscheinlich selbst schwer beeindruckt hätte.

Bilder: Süddeutsche Zeitung; Monacoeye; Viktor Lenac Shipyard

Christina O – Teil 4

Langeweile am oberen Ende der Perfektion

Ich hab es erst Gestern geschafft ins Pressezentrum zu gehen, um die neue „Boote Exclusiv“ zu kaufen. Was ich natürlich zuerst getan habe, war zu schauen mit welchem Boot sich der obligatorische Artikel zum Thema Luxussegler befasst. Es handelt sich in dieser Ausgabe um die bei Vitters gebaute Ed Dubois Ketsch „Nirvana“. Was soll ich dazu sagen, ein traumhaftes Schiff, mehr geht einfach nicht. Der Redakteur lobte das Schiff und das absolut zu Recht, denn es ist wirklich ein absolut gelungenes Design. Leider hat man in letzter Zeit, egal welches Superyacht Magazin man aufschlägt, andauernd Déjà-vu-Erlebnisse. Luxus-Segler um die 50 m sehen alle komplett gleich aus! Verstehen sie mich bitte nicht falsch, ich mag das Design auch und würde als Eigner wahrscheinlich nicht viel daran ändern aber wie kann es denn sein das plötzlich alle das Selbe wollen?

Liegt es an Ed Dubois? Es scheint zumindest als wäre Wiederholung bei ihm bereits ein Garant für Erfolg. Ok, das funktioniert in der Popmusik auch, aber da zahlt der Kunde auch keine Millionen für ein exklusives Produkt.

Portimao Global Ocean Race – Zwischenstand – deutsches Team vorn!

Seit ein paar Stunden zeigt der offizielle Race Tracker nur noch ein Boot an, das noch nicht in Kapstadt fest ist.
Das erste Leg war für das deutsche Team “Beluga Racer” unter Skipper Boris Herrmann und Co-Skipper Felix Oehme sehr erfolgreich. Erster am Gate und Erster im Ziel, der herausgefahrene Vorsprung war streckenweise sehr beachtlich. Yachtblick.de wünscht weiterhin viel Erfolg!

Double Handed:

1. BELUGA RACER

2. DESAFIO CARBO DE HORNOS

3. MOWGLI

4. KAZIMIR PARTNERS

Solo:

1. ROARING FORTY

2. HAYAI

Das unter südafrikanischer Flagge gestartete holländische Brüderpaar, “van der Wel”, hat in diesem Leg die Rote Laterne an Bord. Laut Race Tracker liegen zur Stunde noch 274 Seemeilen vor dem Team Kazimir Partner.

Infos zum Rennen

Christina O – Teil 2

„Christina“ die Mutter aller Superyachten – 1. Teil

Untrennbar mit der Geschichte der „Christina“ und ihres Eigner verknüpft ist dessen Verhältnis zu Frauen. Trotz unermesslichen geschäftlichen Erfolges, Affären und Ehen mit den schönsten und begehrenswertesten Frauen der Welt sagte, der als Playboy verschriene, Onassis einst:”Ein reicher Mann ist oft nur ein armer Mann mit sehr viel Geld.”

Seine erste Ehe ging er 1946 mit Athina Livanos ein, der Tochter des seinerzeit größten griechischen Reeders, mit der er kurze Zeit später 2 Kinder haben sollte. Wie bei jedem tragischen Helden sollte sein Glück natürlich nicht von langer Dauer sein. Die Ehe wurde nach dem bekannt werden seiner Affäre mit der griechischen Operndiva Maria Callas geschieden. Athina nahm sich eine Jahre später das Leben.

Onassis Begeisterung für die Callas ging seinerzeit soweit, dass er 1959 sämtliche Karten eines ihrer Konzerte in London aufkaufte, um sie nur Freunden und Bekannten zur Verfügung zu stellen. Im Anschluss an das Konzert, das er kurzer Hand zu seiner Privatvorführung gemacht hatte, gab es ein rauschendes Fest und nur eine Woche später fand sich die Callas auf der „Christina“ wieder, damals noch in Begleitung ihres Ehemannes. Was in dieser Woche geschehen sein mag weiß niemand, denn kein Bericht drang an die Öffentlichkeit, man erfuhr später nur das Ergebnis dieser Kreuzfahrt: zwei geschiedene Ehen. Maria Callas wird rückblickend als die Liebe seines Lebens bezeichnet, seine Ehefrau wurde sie jedoch nie. Man könnte meinen für Onassis war das Beste gerade gut genug und so wundert die Wahl der Frau für seine 2. Ehe kaum. Mit Jackie Kennedy angelte er sich die schillerndste Frau seiner Zeit, die tragische Heldin des Landes, welches ihn einst fast um sein Vermögen gebracht hätte. Nach der Totgeburt ihres dritten Kindes nahm Jackie die Einladung Onassis an, sich auf der Christina zu erholen. Als 3 Wochen später J.F.K. erschossen wurde, war Onassis die einzige Privatperson die zur offiziellen Trauerfeier ins weiße Haus eingeladen wurde. Nach der Trauerzeit kam es zu einem zweiten Besuch von Jackie auf der Christina, nun wollte Onassis sie heiraten.
Die Details des Ehevertrages lassen mehr auf einen Kuhhandel als auf eine Liebesheirat deuten. Sie erhielt monatlich 30.000 US-Dollars, für jeweils 5 Ehejahre 20 Mio. US-Dollar und im Falle seines Todes nochmals 20 Mio. US-Dollar. Des Weiteren wurde vertraglich bestimmt wie oft sie mit ihm Sex haben musste. Jackie stimmte zu und 1968 erfolgte die Eheschließung. Seine langjährige Lebenspartnerin Maria Callas erfuhr von der Eheschließung aus der Zeitung. Später bezeichnete Onassis seine 2. Frau einmal als seinen „Supertanker“ und meinte damit, dass Sie soviel kostet wie der Kauf eines Schiffes. So war er gerade dabei sich um die Scheidung dieser Ehe zu kümmern als er am 15. März 1975 in Paris an den Folgen einer Lungenentzündung starb. Onassis war ein rastloser Mensch und es wundert nicht, dass er den Großteil seines Lebens auf einem Schiff verbrachte. Christina war sein Zuflucht- und Rückzugsort und seine einzige beständige Liebe. Seine erste Frau Tina Livanos soll einmal gesagt haben: “The yacht is his real passion. He is like a housewife fussing over it, constantly looking to see that everything is impeccable.”

Christina O – Teil 3

Bilder: Getty Images; whoiswho.de

Kapitän Johannes zum Thema Piraterie!

Ich habe gestern von unserem Blog-Kapitän Johannes eine Email bekommen. Wir hatten uns unabhängig vom Blog über Piraten unterhalten und ich hatte ihn gefragt, ob er die Kaperung der „Sirius Star“ mitbekommen hätte. Seine Antwort darauf fand ich ganz interessant und deshalb will ich sie euch nicht vorenthalten:

“Die Piratenstory bekommen wir hier auch täglich mit, allerdings kann ich Dich beruhigen, unsere Route ist hinsichtlich der Piratengebiete außergewöhnlich sicher.

Wir müssen nicht einmal die Straße von Malakka durchfahren und der Suez liegt zum Glück auch nicht auf der Route. Dennoch ist es ziemlich übel was da gerade so passiert. Tanker sind von je her die beliebtesten Opfer. Aufgrund ihres niedrigen Freibordes und der geringen Geschwindigkeiten sind sie relativ einfach von Piraten zu boarden. Große und schnell fahrende Containerschiffe dagegen haben ein hohes Freibord und erzeugen eine kräftige Heckwelle in die sich höchstens lebensmüde Piraten begeben würden; und schon bei dem Versuch des Boarding eines Schiffes zu
sterben, wollen die sicherlich auch nicht. Anders sieht es aus, wenn die demnächst mit Helikoptern kommen…die Kriegskassen dürften sich ja langsam füllen. Übrigens ein großer Nachteil von AIS: Ursprünglich wurde das System aus sicherheitsrelevanten Gründen eingeführt, und dennoch gibt es Piraten schon aus großer Entfernung und ganz ohne Radar vorzügliche Informationen über ihr nächstes potenzielles Opfer. Ein Kapitän sagte einst zu mir: „In den übertragenen Schiffsparametern fehlt noch eine Angabe: Amount of Cash in Masters Safe!“. Ein Grund warum viele Kapitäne Ihr AIS in diesen Gebieten einfach komplett abschalten.”

… an dieser Stelle beende ich das Zitat, da sich Johannes dazu äußert welche Werte in besagtem Mastersafe zu finden sind.

Bilder: Wikipedia; Seabreeze.com

Zitat

“Freundschaft ist, wenn dich einer für gutes Schwimmen lobt, nachdem du beim Segeln gekentert bist.”

Zitat: Werner Schneyder

Transatlantic als Gruppenausflug!

Jedes Jahr Ende November starten auf Gran Canaria um die 100 Yachten zur ARC, der Atlantic Rallye for Cruiser. Die diesjährige Ausgabe der vom Word Cruising Club ( WCC ) ausgerichteten Veranstaltung startet zwischen dem 21. und 23. November. Ich gehe davon aus, dass es den Skippern so ermöglicht wird auf ein optimales Wetterfenster zu warten. Das durchaus beachtliche Teilnehmerfeld wird im Wesentlichen in 4 Gruppen unterteilt. Es gibt die Monohull-Fahrtensegler zwischen 27 und 85 Fuß sowie Multihull-Fahrtensegler zwischen 27 und 60 Fuß. Die Fahrtensegler müssen mindestens 2 Mann Besatzung aufweisen und über alle üblichen Rettungs- und Kommunikationsmittel verfügen. Da in diesen Klassen auch das Motoren in flauten Erlaubt ist, werden die Platzierungen über ein vom WCC entwickeltes Handikap-System ermittelt. Die dritte Gruppe wird sinnigerweise als „Regattagruppe“ bezeichnet, denn hier ist die Benutzung von Motoren nicht gestattet. Auch für Motorboote wurde bei dieser Veranstaltung eine eigene Klasse geschaffen. Nach Angaben der WCC benötigen die Yachten für die 2700 Seemeilen zwischen Las Palmas auf Gran Canaria und der Rodney Bucht auf St. Lucia ( kleine Antillen ) etwa 12 bis 14 Tage.

Auf den Seiten der WCC wird außerdem von einem angebotenen Rahmenprogramm, bestehend aus Vorträgen zur Sicherheit, einem Skipperbriefing sowie diversen Partys in beiden Häfen gesprochen. Letztere führen sicherlich zu einem hochinteressanten Erfahrungsaustausch zwischen den Yachtis und dürften einige Interessante Bekanntschaften mit sich bringen.

Ich mag dieses Konzept der Transatlantikregatta vor allem deshalb, weil es auch unerfahreneren Skippern die Möglichkeit bietet die Gefahren einer Atlantiküberquerung etwas zu dezimieren. Denn ich gehe davon aus, dass man bei einem Starterfeld von über 100 Yachten der potentielle Retter in der Not stets zu finden sein sollte.

Quelle: http://www.worldcruising.com

Bild: http://www.team-yacht.com/Arc.htm

Nicht schön – aber irgendwie cool!

Das neuseeländische Unternehmen “Sealegs International Limited” bezeichnet sich selbst als den weltweit größten Hersteller von Amphibienfahrzeugen. Die drei Räder werden im Landbetrieb von einem unter der Sitzbank verbauten 16 PS starken Honda Motor betrieben. Dieser reicht aus um das Boot Steigungen von bis zu 33 % absolvieren zu lassen und Geschwindigkeit von bis zu 10 km/h an Land zu erreichen. Da die Räder das Fahrverhalten im Wasser kaum beeinflussen, kann an ein derartiges Gefährt auch schon mal ein 250 PS Außenborder rangebastelt werden. Mit dessen Unterstützung sollten dann auch 40 kn auf dem Wasser möglich sein.

Linksammlung 2

Das Segeljournal verlost einen Laser Bahia

Beeindruckende Bilder von der Monaco Boat Show

ISAF – International Sailing Federation bestätigt ihren Präsidenten Göran Petersson

Wenn man als Yacht an der Küste von Somalia segelt braucht man ab jetzt keine Angst mehr von Piraten zu haben. Die Jungs haben ihr Engagement jetzt auf „Bigger Boats“ verlegt.


Rekordjagd – mit 16 Einhand um die Erde

Letzten Samstag startete der 16 Jährige Engländer Michael Perham zu einer Einhand-Weltumseglung. Er segelt auf einer gecharterten Open 50. Bereits vor 2 Jahren war Perham der jüngste Segler der jemals Einhand den Atlantik überquert hat. Detailierte Informationen zur Reise finden sie hier.

Schon wieder stelle ich mir die Frage: Wann sind Weltumsegelungen vom Abenteuer zum Sport geworden?

Ich will Michael auf gar keinen Fall absprechen, dass er ein hervorragender Segler ist, das hat er bei der Atlantiküberquerung bereits bewiesen. Einhand um die Welt hat aber schon ganz andere “Kerle” vernichtet. Man muss sich dazu nur den Verlauf der aktuellen Vendée Globe anschauen, bei der zwischenzeitlich 9 von 30 Booten umkehren mussten. Ich möchte an dieser Stelle die Frage aufwerfen, ob wir hier eine besonders abartige Mutation der Gattung “Britney Spears Eltern” haben. Wenn Mütter ihre Babys zu Casting Shows schleppen und sich dann einreden, dass ihr Kind total viel Talent hat, dann ist das zwar in den meisten Fällen lächerlich, bringt die Kinder aber nicht in unmittelbare Lebensgefahr.